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Per Familienversicherung zurück in die GKV - auch mit 55 plus

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Stand: 16. Januar 2013

Checkliste: Erfüllen Sie die Aufnahmebedingungen für die Familienversicherung?

Die Voraussetzungen für die beitragsfreie Familienversicherung werden in § 10 SGB V formuliert.

Für die Familienversicherung gibt es keine Altersgrenzen. Deshalb müssen auch Menschen ab 55 Jahren in die Familienversicherung aufgenommen werden. Das gilt auch für Versicherte in der privaten Krankenkasse(PKV) ab 55 Jahren. Zugleich ist die Familienversicherung auch eine Eintrittskarte für die eigene Mitgliedschaft in der GKV als freiwilliges oder pflichtversichertes GKV-Mitglied. Über 55 Jährige können also von der PKV in die GKV wechseln, wenn sie sich zwischenzeitlich über die Familienversicherung versichern konnten.

Über die folgende Checkliste können Sie zunächst prüfen, ob Sie bereits die gesetzlichen Eintrittsbedingungen für die Familienversicherung erfüllen, bzw. diese Bedingungen erfüllen könnten, wenn sich Ihre Lebensumstände bei bestimmten Punkten verändern.

Wenn Sie die folgenden vier Fragen sämtlich mit "ja" beantworten können, dürfte Ihnen der Weg in die gesetzliche Krankenkasse über die Familienversicherung wahrscheinlich offen stehen.

  1. ( ) Ja, mein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthaltsort liegt in Deutschland

    Nach Abs. 1 § 10 SGB V muss sich Ihr Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland befinden. Ansonsten sind Sie für die Aufnahme in die Familienversicherung der GKV nicht qualifiziert. Selbst längere Auslandsaufenthalte ändern jedoch am Wohnsitz Deutschland nichts, wenn sich Ihr Lebensmittelpunkt weiterhin in Deutschland befindet.

  2. ( ) Ja, ich kann eine Zeit lang kein Einkommen oder nur ein minimales Einkommen in Minijobhöhe erzielen

    Bei der Familienversicherung der GKV handelt es sich um eine beitragsfreie Mitversicherung. In die Familienversicherung wird aufgenommen, wer persönlich kein oder nur ein sehr geringes Einkommen erzielt. Ersparnisse und Vermögen spielen hier keine Rolle. Gemäß § 10 Abs. 1 Satz 5 SGB V beträgt das maximale persönliche Gesamteinkommen 450 EUR monatlich. Ohne Minijob dürfen es pro Monat maximal 425 EUR sein (Stand 12/2017). Was zum Gesamteinkommen zählt und was nicht ergibt sich nach § 16 SGB IV über das Einkommensteuerrecht als Summe sämtlicher persönlicher Einkünfte abzüglich einkommensmindernder Positionen (Werbungskosten, Vermögensverluste, usw.). Dadurch entstehen teilweise erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten. Bei komplizierteren Einkommensverhältnisse kann ein Beratungsgespräch mit einem Steuerberater hilfreich sein.

  3. ( ) Ja, ich habe einen Lebenspartner, der bereits Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse ist oder der sich selbst in der GKV versichern lassen kann. Und ich lebe mit meinem Partner in einer Ehe oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammen. Wenn nicht, könnten ich und mein Partner uns vorstellen, zum Standesamt zu gehen.

    Die Familienversicherung setzt eine rechtskräftig geschlossene Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft voraus wobei der Partner gesetzlich krankenversichert ist.

  4. ( ) Ja, ich gehöre zu keiner der folgenden versicherungsfreien Gruppen an, oder ich plane und kann mir realistisch vorstellen, meine Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen wenigstens vorübergehend zu beenden:

    Einige Gruppen werden wegen gesetzlicher Versicherungsfreiheit grundsätzlich aus der Familienversicherung ausgeschlossen. Bei diesen Gruppen handelt es sich gemäß Abs. 1 § 10 SGB V um:

    • hauptberuflich Selbständige. Diese sind grundsätzlich von der Familienversicherung ausgeschlossen. Die Selbstständigkeit im Nebenberuf wird wiederum akzeptiert. Wer aktuell hauptberuflich selbstständig ist, muss also seine Arbeitszeit als Selbstständiger auf maximal 18 Stunden pro Woche reduzieren. Dann gilt er nicht mehr als hauptberuflich selbstständig und kann in die Familienversicherung aufgenommen werden.

    • Beamte oder Berufsgruppen mit Sozialversicherungsstatus nach beamtenrechtlichen Vorschriften (z.B. Richter, Berufssoldaten, Geistliche, teilweise Privatlehrer, usw.) sowie Pensionäre mit Anspruch auf beamtenrechtlich ausgestaltete Beihilfe im Krankheitsfall.

    • nebenbei beschäftigte ordentlich Studierende einer Hochschule, bzw. nebenbei beschäftigte Schüler in Fachausbildung in einer Schule.

    • Mitglieder geistlicher Genossenschaften gemäß Satz 7, Abs. 1 § 5 SGB V

Ergebnis Checkliste

Konnten Sie alle vier Fragen mit "Ja" beantworten, dürften für Sie gute Aufnahmechancen für die Familienversicherung und eine darauf aufbauende eigene Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen. Ist diesem Fall lohnt es sich über die folgenden Abschnitte tiefer ins Praxisthema Familienversicherung einzusteigen.

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Über den Autor:

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Dr. Dietrich von Hase arbeitete nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Psychologie zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später dann als freier Fachjournalist, freier Proje ...

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