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Finanzplanung erstellen, ganz praktisch: Das "Zahlenwerk" für den Businessplan

Vier goldene Regeln für die Finanzplanung

Bevor Sie ans Werk gehen, möchte ich Ihnen ein paar grundlegende Regeln zur Finanzplanung ans Herz legen. Diese erleichtern Ihnen das Leben und helfen sehr dabei, den direkten Weg zu einem einwandfreien Zahlenwerk einzuhalten - Zahlen, die auch gegenüber Banken und Investoren standhalten.

Finanzplanung von der Stange?

Eines gleich vorweg: In der Regel ist es nicht sinnvoll, eine Finanzplanungsvorlage für einen Businessplan herunterzuladen und dann gleich loszulegen. Sonst bleiben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann einfach stecken, weil einzelne Begriffe aus der Finanzplanung nicht klar sind oder weil Sie einfach nicht wissen, wie Sie die einzelnen Felder mit echtem Leben füllen sollen.

Regel 1: Planen Sie vorsichtig

Nicht alles lässt sich vorwegnehmen. Es ist fast so sicher wie das Amen in der Kirche: Dinge entwickeln sich häufig anders, als man dachte. Der Drucker geht ungeahnt kaputt, das Laptop wird von einem Virus lahmgelegt und muss zum Spezialisten, der Motor des Autos streikt, ein Vertrag muss doch noch einmal von einem Anwalt überarbeitet werden und so weiter. Die Liste denkbarer Pannen ließe sich endlos fortsetzen.

Wenn Sie Kosten planen, sollten Sie zum Abdecken solcher unvorhersehbarer Ereignisse stets einen kleinen Aufschlag hinzurechnen. In der Regel beträgt dieser Aufschlag etwa 10 % des von Ihnen ursprünglich angenommenen Betrages. Zusätzlich ist es immer sinnvoll, noch eine Zeile "sonstiges" hinzuzufügen und dort ebenfalls einen angemessenen Pufferbetrag anzusetzen. Dieser Pufferbetrag liegt auch etwa bei 10 % der vorher geplanten Beträge.

Berechnen Sie Ihre Umsätze bzw. Einnahmen niemals zu optimistisch. Eine vorsichtige Planung mit eher pessimistischen Schätzungen zeigt Ihnen, ob Ihr Geschäftsmodell auch dann noch funktionieren kann, wenn die Kasse nicht ganz so üppig klingelt. Das bietet Ihnen und gegebenenfalls auch Ihrer Bank etwas mehr Sicherheit, dass die Sache gelingen wird.

Regel 2: Stellen Sie Ihre Planung auf eine realistische Basis

Schätzungen in der Finanzplanung sind vollkommen legitim. Es ist aber wenig vorteilhaft, wenn Sie ausschließlich mit Schätzwerten rechnen oder wenn diese Schätzwerte nicht ausreichend recherchiert wurden.

Gegenüber einer Bank oder gegenüber einem Investor ist eine Finanzplanung, die ausschließlich auf Schätzungen basiert, ohnehin nicht vertretbar.

Um eine realistische Basis zu bekommen, müssen Sie Daten sammeln. Fangen Sie an, Angebote einzuholen - beispielsweise für die Erstellung einer Webseite - und telefonieren Sie gegebenenfalls der einen oder anderen Zahl hinterher. Dabei ist es oft nötig, mehrere Angebote einzuholen, um der Realität so nahe wie möglich zu kommen.

Wichtig für Sie sind auch Marktdaten. Fangen Sie so früh wie möglich an, solche Daten einzusammeln. Meist brauchen Sie solche Zahlen bei der Planung. Wann und wo auch immer Ihnen handfeste Zahlen begegnen: Heben Sie diese auf.

Unter Umständen können Sie übrigens auch bei potentiellen Wettbewerbern Angebote einholen. So können Sie sich ein Bild davon machen, wie teuer Ihre Wettbewerber sind und welche Konditionen sie bieten.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Auf keinen Fall sollten Sie Konditionen anderer Anbieter einfach abschreiben. Diese bieten aber eine gute Grundlage für Ihre eigenen Überlegungen. Hinweise zum Auffinden von Marktinformationen finden Sie im Abschnitt rund um die Umsatzplanung.

Regel 3: Dokumentieren Sie Ihre Berechnungen

Dokumentieren Sie auf jeden Fall Ihre Berechnungen. Auch Nebenrechnungen sollten Sie gut aufheben. Oft ist es notwendig, Änderungen an einer Finanzplanung vorzunehmen, die man eigentlich schon fertig wähnte. Wenn Sie dann nicht mehr wissen, wie die einzelnen Positionen entstanden sind, wird es kompliziert - dann müssen Sie in der Regel praktisch wieder von vorne anfangen.

Regel 4: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit

Eine solide Finanzplanung erstellen Sie in erster Linie für sich selbst. Je komplexer Ihr Vorhaben ist, desto länger dauert es, die ganzen Daten zu bekommen. Das geht in der Regel nicht innerhalb eines Tages - es kann sogar mehrere Monate dauern. Fangen Sie also frühzeitig an.

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Über die Autorin:

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Andrea Claudia Delp ist Gründungsberaterin aus Berlin. Sie unterstützt angehende und bestehende Unternehmer/innen bei der Ausarbeitung des Businessplans, bei der Finanzierung und bei allen anderen He ...

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