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Was Sie bei der Planung Ihrer Firmenwebsite beachten sollten

Wie Sie Ihre Firmenwebsite sinnvoll strukturieren und mit Leben füllen

Welche Informationen gehören eigentlich auf eine professionelle Website und an welche Stelle? Selbst wenn Sie Gestaltung und Umsetzung Fachleuten überlassen, müssen Sie wissen, welche Informationen Sie anbieten wollen und wie Sie diese strukturieren.

Presserechtlich vorgeschrieben ist nur das Impressum (welches Sie sich bspw. vom Impressum-Generator ausspucken lassen können). Alles andere gehört zur Kür.

Wenn Sie Information anbieten, benötigen Sie auch eine Suchfunktion. Nur dann nämlich finden sich Nutzer auf Ihrer Website auch zurecht. Wer lange suchen muss, klickt weg und ist als Kunde verloren. Eine einfache Suche sollte immer und überall erreichbar sein, von jeder Seite aus.

Die Struktur einer Website wird als Sitemap (also als "Grundstückskarte") bezeichnet und manchmal auch im Internet veröffentlicht. Dabei werden nur die wesentlichen hierarchischen Beziehungen dargestellt und nicht jeder kleine Link zu einer anderen Seite.

Eine typische Struktur für eine Website sieht etwa so aus:

Typische Struktur einer Website

Die "Home"-Seite enthält wahlweise eine Begrüßung, ein paar allgemeine Worte oder am besten schon ein paar aktuelle Hinweise. Sie ist sozusagen das Eingangstor zu Ihrer Webpräsenz.

Homepage und Website

Nur diese "Home"-Seite ist das, was korrekt als Homepage bezeichnet wird. Ein gesamter Internet-Auftritt wird hingegen als Website benannt (Achtung, ohne "e", denn es ist eine englische "site", also ein Gelände/Grundstück, aber keine deutsche Einzel-"Seite"!).

Die Existenz einer solchen Home-Seite ist übrigens technisch vorgegeben: ein normaler Benutzer gibt nämlich oft nur die Domain "http://www.akademie.de" ein, während eigentlich eine Datei wie "http://www.akademie.de/index.html" erwartet wird. Also sucht der Server in diesem Fall nach einem standardisierten Dateinamen.

Je nach Provider unterscheiden sich diese Namen, meist wird eine Reihenfolge wie "index.html/.htm/.aspx/.shtml/.php" oder "default.html/.htm/.aspx/.shtml/.php ..." vorgegeben und dann der erste Treffer als Ergebnis angezeigt.

Von dieser Startseite aus ist es sinnvoll, die Seiteninhalte beispielsweise grundsätzlich nach "Produkten und Leistungen" bzw. nach "Firma und Team" zu gliedern. Das darf durchaus auch in der Bedienung sichtbar werden, denn Ihr typischer Besucher will sich entweder über Ihre Firma informieren oder etwas zu einem Produkt wissen.

Das Impressum sollte sich aus rechtlichen Gründen in der obersten Ebene auf der Website befinden, so dass es auch wirklich auf Anhieb gefunden werden kann.

Zum Weiterlesen: Impressum

Das deutsche Telemediengesetz fordert, dass das Impressum "leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar" sein muss. Auch laut österreichischem E-Commerce-Gesetz sind solche Angaben "ständig [...] leicht und unmittelbar zugänglich zur Verfügung zu stellen". Seit April 2012 sind in der Schweiz mit dem Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) "klare und vollständige Angaben über seine Identität und seine Kontaktadresse einschließlich derjenigen der elektronischen Post" Pflicht.

In den Beiträgen "Pflichtangaben und Formvorschriften für das Website-Impressum" und "'DL-InfoV': Die erweiterten Informationspflichten für Selbstständige und Unternehmer" finden Sie detaillierte Angaben über das, was im Impressum je nach Branche stehen muss.

Inhaltliche Aufteilung

Wenn Sie mehr als ein Produkt oder eine Leistung anbieten, wird es schnell voll auf einer "Produkte-und-Leistungen"-Seite. Dann steht dort besser ein Überblick mit Links auf die möglichen Unterseiten, wie hier beispielhaft für einen IT-Service-Anbieter:

Bild vergrößernBild vergrößernErweiterte Struktur für Produkte

Orientieren Sie sich an den Kriterien Übersichtlichkeit und Lesefreundlichkeit. Gerade im Internet sind Besucher sehr leseunlustig, da darf nicht zu viel Text auf einer Seite stehen und selbst dort müssen die wichtigen Wörter möglichst noch hervorgehoben werden.

Also schreiben Sie lieber eine eigene Seite zu jedem der Programme, die hier in diesem Beispiel zu den Angeboten des Betriebs gehören. Dann noch ein Bild dazu oder eine Infografik oder ein schneller Tipp, fertig ist die jeweilige Inhalt-Seite.

Detaillierte Struktur für Produkte

Ein Besucher, der gezielt nach Ihren Fähigkeiten beispielsweise im Bereich "Visio" forscht, findet damit seinen Weg über "Produkte, Leistungen" und weiß, dass es sich dabei um ein "Office"-Produkt handelt. Unabhängig davon sollte natürlich immer auch die Such-Funktion dorthin führen.

Ihr Team

Es ist eine grundsätzliche Entscheidung (sowohl von Ihnen als auch den Betroffenen), ob Sie Team-Daten oder gar -Fotos im Internet veröffentlichen wollen. Aus Benutzersicht würde ich immer mit einem klaren "Ja" antworten. Eine Firma besteht immer aus Menschen und gerade im tendenziell anonymen Internet "menschelt" es dann sehr positiv.

Wie Sie Ihre Firma in der Website strukturieren, ist vor allem von deren Größe abhängig. Als Selbstständiger reicht sicherlich eine Seite, um sich selber vorzustellen. Haben Sie viele Mitarbeiter, bilden Sie beispielsweise die Firmenabteilungen ab:

Bild vergrößernBild vergrößernDetaillierte Struktur für Firma/Team

Während Sie als Selbstständiger durchaus ausführlicher über Ihren Lebenslauf und Ihre bisherigen Tätigkeiten berichten können, geht es bei größeren Unternehmen eher um Kontaktdaten. Dabei gilt die Regel: je mehr Mitarbeiter, desto weniger werden öffentlich genannt und desto weniger Detailinformationen stehen dort.

Letztendlich geht es ja darum, dass es für Besucher (und damit potentielle Kunden) namentlich oder institutionell genannte Ansprechpartner gibt. Es reicht also, die Führungskräfte der Forschungsabteilung mit E-Mail-Adresse zu nennen statt alle Mitarbeiter der Abteilung.

Spezielle Anforderungen

Die obigen, sehr allgemeinen Beispiele gelten für die typischen Kleinbetriebe wie Selbstständige oder Handwerker. Sie sind in Ihren Überlegungen weder an diese Struktur gebunden, noch ist sie unbedingt die beste für Ihre spezifischen Anforderungen!

Es gibt Bereiche, in denen das Produktspektrum so breit aufgefächert ist, dass sich das direkt in der Gliederung der Website widerspiegeln sollte. Viele Apotheken beispielsweise haben im Wettbewerb mit Online-Pharmazie-Anbietern ihre Angebotspalette erheblich vergrößert.

Diese Vielfalt soll auf den ersten Blick erkennbar werden und macht dann auch die Suche nach einer speziellen Leistung einfacher:

Bild vergrößernBild vergrößernSpezielle Struktur für die Website einer Apotheke

Statt einer einzigen Bereichsseite für "Produkte und Leistungen" gibt es hier gleich vier davon: "Notdienste", "Produkte", "Service" und "Dienstleistungen". Das ist auch schon deshalb sinnvoll, weil sich dahinter wieder ein großes Spektrum an Angeboten verbirgt (die hier sogar noch verkürzt sind):

Bild vergrößernBild vergrößernBeispiel einer detaillierten Sitemap für eine Apotheke

Die Tatsache, dass das Impressum hier nicht mehr prominent in der obersten Ebene der Sitemap steht, bedeutet nicht, dass es unwichtig ist. Vielmehr kommen andere für den Besucher wichtige Elemente hinzu: Öffnungszeiten und Anfahrt, Notdienste und Notrufnummern.

Auch wenn dafür jeweils eigene Seiten mit erläuterndem Text vorgesehen sind, ist es üblich und sinnvoll, diese Daten in Kurzform auf jeder Seite anzuzeigen. Schließlich sind Besucher in der Hektik eines Notfalls noch viel schneller bereit, die Seite wegzuklicken, wenn sie diese Angaben nicht sofort finden.

Mehrere Standorte

Immer mehr Betriebe schließen sich zusammen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Gerade bei regional geprägten Geschäften ist es aber wichtig, dass jede Filiale ihr eigenes Gesicht behält.

Das soll auch in der Website erkennbar sein, wo Ihre Besucher gezielt "ihren" Betrieb in der Umgebung auswählen. Dann können Sie in der Website-Struktur eine Ebene oberhalb einrichten, so dass aus der jeweiligen "Home"-Startseite des Betriebs die erste Ebene der Struktur wird und diese von einer gemeinsamen Homepage (einem so genannten "Portal") aus erreichbar sind:

Bild vergrößernBild vergrößernGemeinsame Website mehrerer Filialen

Selbstverständlich sollte die Gestaltung dieser gemeinsamen Präsenz einheitlich sein und nicht nur die bisherige Website einfach unter einer Adresse zusammenfassen.

Besondere Seiten

Die bereits gezeigten Strukturen decken bestimmt nicht alle Sonderfälle ab. Je nach Ihrer Branche oder Ihren Leistungen werden einzelne Bereiche stärker ausgeprägt sein oder ganz wegfallen. Daher möchte ich noch ein paar Elemente nennen, die gelegentlich eingesetzt werden:

  • Testimonials: Rückmeldungen von Kunden (mit deren Einverständnis!) sind sehr werbewirksam.

  • Referenzen: Auch die Nennung von Firmen, für die Sie gearbeitet haben, ist eine gute Empfehlung für neue Kunden.

  • Publikationen: Wenn Sie eigene Veröffentlichungen nennen können, unterstreicht das Ihre Kompetenz.

  • Literatur, Links: Hinweise auf weiterführende Literatur oder Links zu passenden Angeboten anderer Anbieter bringen Ihren Besuchern einen Mehrwert.

  • Veranstaltungen: Wenn Sie eigene Vorträge halten oder sonstige öffentliche Veranstaltungen anbieten, sollten Sie das übersichtlich präsentieren.

  • Blog, Tweets: Diese Techniken bieten die Chance, sehr aktuelle Nachrichten, Gedanken oder Tipps mit wenig Aufwand zu veröffentlichen.

  • Gästebuch/Kommentarfunktion: Je nach Branche (häufig etwa bei Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen) sind Gästebücher ein guter Weg für potentielle Neukunden, um Ihre Leistungen zu beurteilen.

  • Archiv: Je aktuellere Daten Ihre Website enthält, desto mehr müssen Sie aufräumen und alte Informationen in einem Archiv einsortieren.

Allerdings sind manche dieser besonderen Seiten auch an eine besondere Technik gebunden, etwa für Blogs, Tweets oder Gästebücher. Sie müssen also mit dem Betreiber klären, ob er entsprechende Objekte fertig anbietet oder wenigstens die notwendige Technik (oft eine Datenbank-Anbindung oder Programmiersprachen wie PHP) zulässt.

Das gilt übrigens auch für die Such-Funktion, die mit HTML alleine nicht zu lösen ist. Je nach der bei Ihnen genutzten Technik gibt es aber typischerweise fertige Lösungen, auf die Sie zurückgreifen können.

Fazit

Websites sind zunehmend ähnlicher strukturiert. Das hat den Vorteil, dass Sie sich bei Ihren Überlegungen dort inspirieren lassen können und die Besucher sich dann bei Ihnen auch leicht zurechtfinden. Auch Ihre speziellen Anforderungen lassen sich leicht in die grundsätzliche Struktur einfügen und um besondere Seiten ergänzen.

Checkliste: Was gehört auf die Website?

  • Rechtlich zwingend vorgeschrieben ist ein Impressum mit vollständigen Angaben. Dabei gilt:
    in Deutschland das Telemediengesetz,
    in Österreich das E-Commerce-Gesetz,
    in der Schweiz das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

  • Aus technischer Sicht brauchen Sie eine "Home"-Seite mit vorgegebenem Dateinamen wie
    - index.html, index.htm. index.aspx, index.shtml, index.php oder
    - default.html, default.htm. default.aspx, default.shtml, default.php

  • Einfache Sitemap mit den Bereichen
    - Produkte/Leistungen,
    - Firma/Team und
    - Impressum/Kontakt.

  • Suchfunktion auf jeder Seite

  • Gibt es in einzelnen Bereichen zu viele Informationen, verteilen Sie diese auf einzelne Seiten, die Sie ggf. in Unterbereichen strukturieren. (In speziellen Fällen kann die Struktur deutlich abweichen, bspw. bei Filialbetrieben, über deren Startseiten es eine zusammenfassende Homepage gibt.)

  • Referenzen von Kunden/Firmen/Projekten

  • Literatur und Veranstaltungen (eigene und allgemein zum Thema)

  • Aktuelle Kurznachrichten via Blog, Twitter oder ähnlichen Diensten

  • Kontaktformular für die aktive Teilnahme Ihrer Besucher

  • Archiv zur Verwaltung alter Informationen

  • Bieten Sie mehr als bloße Sachinformationen an, kann eine Kommentarfunktion sinnvoll sein.

Zum Weiterlesen:

Es gibt die so genannten Me-too-("ich auch!"-)Seiten im Internet, die lediglich eine Kontaktadresse und den Namen des Betriebs veröffentlichen. Damit verschenken Sie zwar Werbewirkung, aber es reicht, um gefunden zu werden. Wie Sie selbst und ohne großen Aufwand so eine Seite veröffentlichen, ist im Beitrag "Ihre Visitenkarte im Internet" nachzulesen. Eine Anleitung, wie Sie größere Websites umsetzen, finden Sie im Crash-Kurs: "Große Websites selbst bauen".

Darüber hinaus finden Sie weitere Tipps auf unserer Themenseite "Webseiten planen und realisieren".

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