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Fitness macht erfolgreich

Sport für die Gesundheit? Nein, für den beruflichen Erfolg!

Körperliche Betätigung ist gesund. Ja und!? Viel überzeugender als die Mahnungen von Gesundheitsaposteln ist für erfolgsbewusste Menschen, dass regelmäßiges Joggen, Walken, Fahrradfahren oder Schwimmen schon in kurzer Zeit die Leistungsfähigkeit erhöht. Ausdauersport verbessert die Stimmung, sorgt für Stress- und Aggressionsabbau und schafft Abstand von Problemen. Das "freigelassene" Gehirn bringen obendrein oft wirklich kreative unerwartete Lösungen vom Training an den Schreibtisch zurück. Ein Plädoyer von Robert Chromow für wohldosierten Sport - nicht nur der Gesundheit, sondern vor allem der Lebens- und Arbeitsqualität wegen.

Robert Chromow Dass pausenloses Arbeiten, noch dazu in überwiegend sitzender Haltung, auf Dauer die Gesundheit ruiniert, ist eine Binsenweisheit. Übergewicht, Kurzatmigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungs- und Durchblutungsstörungen, Haltungsschäden: Die Liste der Zivilisationskrankheiten ist ebenso lang wie allgemein bekannt. Das hindert viele ansonsten kluge und verantwortungsbewusste Menschen jedoch keineswegs daran, sich den vermeintlich übermächtigen Sachzwängen auszuliefern: "Sport? Sorry, keine Zeit, zu viel zu tun ..."

Für die körperliche Betätigung fehlt tagsüber immer die Zeit - und nach Feierabend ist dann die Erschöpfung zu groß. Am Wochenende muss man sich dann vom anstrengenden Alltagsstress erholen und kann sich nicht zu sportlichen Aktivitäten aufraffen. Zumal die Erd- bzw. "Sofa-Anziehungskraft" mit fortschreitendem Alter immer größer zu werden scheint.

Gesund - na und? Die wirklich wichtigen Argumente für Sport

"Gesundheit" ist für die meisten Menschen das wichtigste Gut. Für dieses hehre Ziel aber auch etwas zu tun, ist vielen aber zu anstrengend. Eigentlich kein Wunder: Die Aussicht auf ein gesünderes, beschwerdefreieres Leben in einigen Jahren oder gar Jahrzehnten entfaltet halt nur eine denkbar schwache Motivationswirkung für Anstrengungen in der Jetztzeit. Entsprechend gering ist die Neigung, die anfänglichen Widerstände gegen eine vernünftigere und "heilsamere" Lebensweise zu überwinden.

Gehören Sie auch zu den Zeitgenossen, die "eigentlich etwas für sich tun" wollen? Dann vergessen Sie am besten die Gesundheitsapostel. Betrachten Sie es lieber so: Körperliche Betätigung, am besten tagsüber und an frischer Luft, ...

  • erhält und steigert bereits kurzfristig Ihr Leistungsvermögen,

  • sorgt für Frustrations-, Stress- und Aggressionsabbau,

  • lädt Sie mit positiver Energie auf,

  • macht durch vermehrte Sauerstoffzufuhr den Kopf wieder frei und

  • liefert Ihnen als Zugabe oft überraschende Ideen und Problemlösungen.

Kurzum: Wenn Sie Ihren Puls regelmäßig - am besten täglich - 20 bis 30 Minuten lang durch Bewegung auf Trab bringen (Anhaltspunkt: 120 bis 140 Schläge pro Minute), sind Sie für Herausforderungen aller Art besser gerüstet. Vor allem aber fühlen sich viel wohler! Dass ausdauernd praktizierter Ausdauersport zu Gewichtsverlust und besserem Aussehen führt, ist da nur noch angenehmer Begleitumstand.

Ja, aber ...!?

Das alles wissen Sie längst - es fehlt Ihnen aber leider, leider die Zeit? Die Gelegenheit? Die Unterstützung? Die Disziplin? Das Durchhaltevermögen?

Moment mal - fassen wir einmal zusammen:

  • Sie stehen mit beiden Beinen im Berufsleben,

  • Sie sehen sich als "Macher", als Erfolgsmenschen,

  • Sie arbeiten nicht selten 60 bis 70 Stunden pro Woche,

  • weitgehend selbstbestimmt, eventuell sogar als Selbstständige(r),

  • Sie sind es gewohnt, sich gegen große Widerstände durchzusetzen,

  • Rückschläge einzustecken und

  • Lösungen für schwierige Probleme zu finden.

Und trotzdem Sie beharren gleichzeitig darauf, dass Sie sich nicht die paar Minuten täglich organisieren können, durch die Sie all das noch wesentlich erfolgreicher, unbeschwerter und mit mehr persönlichem Wohlbefinden erledigen könnten? Das passt nicht zusammen: Wie so oft im Leben, ist auch die körperlich Fitness eine Frage der Prioritätensetzung.

Steigen Sie ein!

Wenn Sie wirklich davon überzeugt sind, dass Ihnen Bewegung gut tut und Ihre Leistungsfähigkeit fördert, können Sie sich auch entsprechend verhalten! Betrachten Sie Ihr Fitnessprogramm doch einfach als wichtigen Geschäftstermin!

  • Beginnen Sie mit kleinen, aber regelmäßigen Schritten (z. B. vom kurzen Spaziergang mit einzelnen Trabeinlagen bis zum strammen Waldlauf). Ganz wichtig: Verzichten Sie dabei darauf, sich mit anderen oder mit Ihrer eigenen früheren Leistungsfähigkeit zu vergleichen: Sie selbst, Ihr heutiger Körper und Ihre aktuelle mentale Befindlichkeit sind das Maß aller Dinge. Wenn Sie einen Maßstab brauchen, dann vergleichen Sie Ihre Fitness von Woche zu Woche oder Monat zu Monat.

  • Stecken Sie sich möglichst konkrete und vor allem realistische Ziele.

  • Senken Sie die Schwelle, halten Sie Ihr Vorhaben möglichst einfach: Am besten sind Aktivitäten, die Sie ohne Verabredungen, größere Anfahrtswege und mit wenig technischem Equipment ausüben können und bei denen Sie am besten gleich vor der Haus- oder Bürotür starten (zum Beispiel Gehen, Laufen und Fahrradfahren).

  • Machen Sie nach einer kurzen Schnupperphase einen mindestens dreiwöchigen Bewegungsplan, den Sie "eisern" durchhalten. Zwar verbessert bereits jeder einzelne Spaziergang, jede Laufrunde oder Fahrradtour Ihre körperliche Verfassung. Es braucht aber schon ein gutes Dutzend Bewegungseinheiten, um erkennen zu können, dass (und wie sehr!) sich die Mühe lohnt.

  • Lassen Sie die Bewegungsfrequenz nicht auf weniger als drei- bis viermal pro Woche sinken.

  • Lassen Sie sich von schlechtem Wetter oder kleineren Zipperlein nicht abhalten und:

  • Suchen Sie sich Verbündete.

Zum Beispiel Laufen

Welche Bewegungsart Sie letztlich wählen, wann, wo und mit wem Sie sich "austoben", hängt ganz von Ihren körperlichen Voraussetzungen, Ihren Vorerfahrungen und Vorlieben ab. Wenn Sie noch unentschlossen sind und nicht gerade eine tief verwurzelte Abneigung gegen Jogger und Walker haben, sollten Sie es mit dem Laufen versuchen:

  • Laufen ist der wirkungsvollste Weg zu einem gesunden Herzen und stabilem Kreislauf.

  • Der Bewegungsablauf ist Ihnen von Kindesbeinen an vertraut: Laufen ist die einfachste, dem Menschen stammesgeschichtlich angemessenste Form der Fortbewegung.

  • Zwischen "schlendern" und "rennen" lässt sich die Belastung fein regulieren.

  • Laufen ist jederzeit nahezu überall möglich. Sie brauchen kein Platz raubendes Sportgerät, keinen bestimmten Raum oder Platz und keinen Partner. Laufen passt in jeden Terminkalender.

  • Laufen ist preiswert: Sie brauchen bloß ein Paar gute Schuhe und bequeme Kleidung.

  • Laufen eignet sich als körperliche Betätigung bis ins hohe Alter: Nach Rücksprache mit dem Arzt kann man in jedem Alter mit dem Laufen beginnen.

  • Unterschiedlich leistungsfähige Menschen können sich gemeinsam betätigen: Bei Bedarf hängt der Belastbarere einfach noch eine schnellere Runde dran.

  • Und gleich noch ein paar Empfehlungen: Falls Sie über 35 Jahre alt, krank oder vollkommen körperlich ungeübt sind, sollten Sie vor Beginn des Lauftrainings unbedingt einen Arzt zurate ziehen.

Ganz wichtig: Lassen Sie es langsam und locker angehen! Seien Sie geduldig mit sich. Muten Sie sich nicht zu viel zu. Steigern Sie Pensum und Intensität in kleinen Schritten.

Routine oder Abwechslung?

Sorgen Sie zu Anfang für möglichst viel Gleichförmigkeit: Suchen Sie sich am besten eine "Hausstrecke" und lernen Sie die in- und auswendig kennen. Das gibt Sicherheit, Sie bekommen ein Gefühl für Ihre Fortschritte. Wenn Sie im Laufe der Zeit zum Bewegungs-"Junkie" geworden sind, kann es hingegen sinnvoll sein, für Abwechslung zu sorgen und die Routine zum Beispiel durch unterschiedliche Distanzen und/oder Geschwindigkeiten, geänderten Streckenverlauf oder auch wechselnde Tageszeiten aufzulockern.

Langeweile?

Auf viele Menschen haben Ausdauersportarten, insbesondere das Laufen eine geradezu meditative Wirkung: Die körperliche Anstrengung geht mit psychischer Beruhigung einher. Für viele Läufer ist genau das sogar der wichtigste Antrieb!

Umgekehrt fehlt jedoch manchem Freizeitsportler beim "öden Gerenne" die Abwechslung. Wenn Sie von den Vorzügen des Walkens oder Joggens überzeugt sind, Ihnen die Beschäftigung aber einfach zu langweilig erscheint, sollten Sie es einmal mit einem der unscheinbaren, robusten MP3-Player versuchen: Musik versorgt Sie beim Laufen mit zusätzlicher Power!

Machen Sie sich dabei gar nicht erst die Mühe, nach rhythmisch "passender" Musik zu suchen - im Gegenteil: Sie können "auf" jeden Takt und Rhythmus laufen: Ihr Bewegungsgefühl sorgt dafür, dass sich Ihre Beine automatisch anpassen. Ein sich daraus ergebender Tempowechsel führt sogar dazu, dass der Trainingseffekt gesteigert wird. Wenn Sie mit Musik nicht zurechtkommen, können Sie Ihren MP3-Player auch nutzen, um sich zum Beispiel mit Hörbüchern zu unterhalten.

Lesestoff

Wie gesagt: Laufen kann jeder. Sie brauchen keine Anleitung. Sofern Sie sich nicht hoffnungslos überfordern, können Sie nichts verkehrt machen. Verlassen Sie sich darauf: Ihr Körper zeigt Ihnen die Grenzen auf. Wenn Sie sich ungeachtet dessen durch Buchlektüre inspirieren und Mut machen lassen wollen, dann empfehle ich Ihnen:

  • Joschka Fischer: Mein langer Lauf zu mir selbst (160 Seiten, gebraucht ab 2,50 Euro). Unterhaltsam, selbstkritisch und glaubwürdig schildert der ehemalige Außenminister, wie er in erstaunlich kurzer Zeit vom Fettmops zum Marathonläufer mutierte, ohne dabei seine beruflichen Anforderungen zu vernachlässigen - ganz im Gegenteil: Fischers Selbstbeobachtungen zeigen, dass die Zeit, die er sich fürs tägliche (!) Laufen genommen hat, durch die positiven Wirkungen bei weitem überkompensiert worden sind.

  • Ulfilas Meyer: Happy Running Lauflust (157 Seiten, gebraucht ab 0,50 Euro). In seinen "7 Weisheiten des Laufens" betont der Autor vor allem die "Leichtigkeit des Laufens", die unbeschwerte, meditative Seite jenseits von Leistungsmessung und Trainingstabellen.

  • Ulrich Pramann: Runner's Basics(110 Seiten, gebraucht ab 1 Euro). Dieser Ratgeber liefert Antworten auf eher technisch-praktische Einsteigerfragen - von der Wahl des richtigen Schuhwerks bis hin zum Umgang mit Beschwerden und Verletzungen.

  • Thomas Wessinghage und Gunnar Ebmeyer: Das Laufbuch für die ersten 10 km (176 Seiten, Sonderausgabe 9,95 Euro). Alles Wichtige für ambitionierte Einsteiger - angefangen bei der Ausrüstung über Technik, Motivation und Ernährung bis hin zu ausgearbeiteten Trainingsplänen - Erfahrungsberichte inbegriffen.

Fazit

Eine gute physische Verfassung ist eine entscheidende Voraussetzung für beruflichen und geschäftlichen Erfolg. Statt Belastungssymptome wie Hektik, Nervosität, Übergewicht oder Neigung zu Infekten durch Medikamente oder teure Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung zu bekämpfen, sollten Sie Ihr körperliches Fitnessprogramm einfach zum verbindlichen Geschäftstermin befördern. Dann erledigen sich viele Probleme ganz von allein.

Selbstzweifel ...

... sind nicht nur häufig der Grund für Hemmungen, etwas für die eigene Fitness zu tun. Sie lähmen auch im Geschäftsalltag. Tipps zur wirksamen Abhilfe gibt Robert Chromow in "Aufträge finden, Honorare steigern? Selbstzweifel beseitigen!"

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Ihre Wertung:

 

Albert

Warum Bücher kaufen, wenn es genügend interessant Läuferblogs im WWW gibt,z.B. den von Hajo Schumacher (http://www.achim-achilles.de/), http://www.läufer-blog.de/ von Thomas oder http://jogging-portal.com.

Lediglich ein Buch ist mir aus den letzten Jahren im Gedächtnis geblieben.
Christian Schiester: „Sich die Welt erlaufen – Wahnsinn Wüste“ (ca. 20 Euro).Diese Buch ist ideal für alle Zauderer, Angsthasen, Auf-Morgen-Verschieber. Prädikat Lesenswert!

Antwort: Albert

Hallo Albert,
vielen Dank für Hre Rückmeldung nd die interessanten Link- und Literaturtipps.

Keep on running! :-)
Robert Chromow

Naja, die "Einstiegshürde" ist halt hoch - und den positiven Effekt kriegt man erst mit etwas Verzögerung zu spüren. Aber dann braucht man auch keine Überzeugung von außen mehr, um davon überzeugt zu sein, dass regelmäßige Bewegung ein Plus an Lebensqualität und Leistungsfähigkeit bedeutet.

Sehe und halte ich auch so! Doch leider sind die meisten Menschen dazu nicht zu motivieren, geschweige denn sie motivieren sich selbst. Im Gegenteil - man wird als Sportler oft krumm angeschaut. Die spinnt - sitzt bei jedem Wetter auf dem Rad. Danke für diesen Beitrag - es gibt Gott sei dank noch mehr "Spinner" ;-)

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