Machen Sie es der Bank leicht
Förderprogramme für Gründer und Kleinunternehmer sind theoretisch eine tolle Sache. In der Praxis jedoch weigern sich viele Kreditinstitute, solche Kreditanträge zu unterstützen: zu viel Aufwand, zu wenig Profit. Wer dumm dasteht, ist der Kreditsuchende. Fördermittelprofi Joachim Brüser erklärt, warum das so ist, wie man die Bank eventuell doch noch überzeugt und welche Alternativen es gibt.
Wer sich selbstständig macht und auch, wer bereits als Unternehmer tätig ist, kann seinen Kapitalbedarf mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kreditprogramme decken. Auch kleinere Investitionen lassen sich über solche Förderprogramme decken - "nach oben" sind erst bei Finanzierungsvolumen im zweistelligen Millionenbereich Grenzen gesetzt.
Das Problem in der Praxis ist: Viele Banken "weigern" sich, derartige Kreditanträge überhaupt zu stellen. Die Beantragung kleiner Beträge über Förderkreditprogramme bedeutet einen überproportionalen Aufwand für die Bank oder Sparkasse. Es macht nämlich praktisch keinen Unterschied in der Bearbeitung, ob 10.000, 100.000 oder 500.000 Euro beantragt werden - die Antragsunterlagen sind identisch. Diesem - gegenüber einer Finanzierung mit Mitteln aus dem eigenen Haus - deutlich erhöhten Arbeitsaufwand steht aber zusätzlich ein erheblich geringerer Ertrag gegenüber: Die Hausbank erhält hier nämlich nur eine sehr bescheidene Bearbeitungsvergütung.
Mehr Arbeit, weniger Profit: Da wird in manchen Kreditinstituten eben ganz pragmatisch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien gearbeitet. Hinzu kommen ggf. entsprechende Vorgaben und Anweisungen von der Geschäftsführung, mehr eigene Produkte zu verkaufen. Je nach Geschäftspolitik des einzelnen Institutes ist dann die Beantragung von Darlehensbeträgen unter 10.000 Euro, unter 20.000 Euro oder von noch größeren Beträgen über Förderkreditprogramme einfach nicht durchsetzbar.
Der Mittelstand scheint besonders unter Druck zu stehen: Laut Ifo-Studie klagen rund 40 Prozent über einen schwierigen Zugang zu Bankkrediten. Das Wort von der "Kreditklemme" erscheint in einer bedrohlich hohen Zahl von Veröffentlichungen - auch von politischer Seite und ungewohnt offen von Seiten der KfW-Mittelstandsbank!
Sie finden das ungerecht? - Dazu zwei Anmerkungen:
