Fördermittel und Förderkredite: Was tun, wenn die Hausbank nicht kooperiert?

Wie Sie die Bank überzeugen und welche Alternativen Sie haben

Von: Hans-Joachim Brüser
Stand: 21. Mai 2012 (aktualisiert)
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Über den Autor: Hans-Joachim Brüser

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Hans-Joachim Brüser ist seit 1984 selbständiger Unternehmensberater. Seit 2001 ist er zertifiziert beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater. Die Unternehmensberatung Brüser berät mittelständische Unternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Konzepte oder bei Umstrukturierungen. Sie begleitet Nachfolge-Regelungen von Unternehmenswertermittlung bis hin zur Suche und Definition von Kauf-/Übernahme-Interessenten. Außerdem beschäftigt sie sich mit den Verhandlungen im Detail und mit der Erarbeitung von Finanzierungskonzepten.

Der Autor wird in der Empfehlungsliste für Berater der KfW-Mittelstandsbank geführt.

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Was können Sie noch tun?

Was können Sie noch tun?

  • Eigene Recherche: Zu den Vorbereitungsarbeiten eines Kreditantrages gehört eine ausführliche eigene Recherche, damit Sie wissen, welche Förderprogramme Sie - zumindest den Richtlinien nach - einbinden können. Sind Sie gut vorbereitet, verhindern Sie im Gespräch mit der Hausbank, dass man Ihnen mit "Killerphrasen" begegnet. Aussagen wie "Sie sind nicht antragsberechtigt", "dauert zu lange", "lohnt sich nicht", "die Mittel sind erschöpft" können Sie dann widerlegen.

  • Auswahl des Kreditinstituts: Von Vorteil ist auch, dass Sie sich darüber im Klaren werden, bei welchem Kreditinstitut Sie mit einer Gründungsfinanzierung oder mit Ihrem kleinen bzw. mittleren Unternehmen wirklich gut untergebracht sind.

    Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken sind im Bereich Gründungs- und Kleinunternehmerfinanzierung (aus vielerlei Gründen) besonders wichtig; sie betreuen diese Klientel im ganz großen Stil. Annähernd 80% aller Förderanträge werden über diese Gruppen gestellt. Andere Kreditinstitute wiederum verzichten ganz auf Förderkredite, bspw. Online- bzw. Direktbanken sowie Institute, die sich auf Privatkunden konzentrieren (Santander, SEB usw.).

  • Mehr Selbstbewusstsein: Sie sind nicht dazu da, Ihre Hausbank glücklich zu machen und ihr Vermittlungsprovisionen zuzuschustern. Sie wünschen sich mit gutem Grund eine möglichst günstige Finanzierung.

    Eine Gesprächsbasis lässt sich auch in der Form schaffen, dass Sie deutlich machen, dass Ihnen die Finanzierungsmöglichkeiten über die Förderkredite von Bund und Ländern bekannt sind, Sie zu vergleichbaren Konditionen aber gerne auch auf hauseigene Mittel der Bank zurückgreifen würden. Gerade bei kleineren Darlehensbeträgen unterhalb von 10.000 Euro kann ein Kreditinstitut damit oft viel besser leben. Sie geben damit das Signal: "Ich weiß, was eigentlich über Förderprogramme möglich wäre, ich verstehe aber auch, dass Ihnen dieses Geschäft wenig Spaß macht."

Aktuelles Beispiel aus der Praxis: Für die Geschäftseröffnung fehlten einer Floristin 7.000 Euro. Natürlich wären Förderkredite in Frage gekommen, die Beantragung hätte allerdings länger gedauert, als Zeit zur Verfügung stand. Die örtliche Sparkasse übernahm diese Finanzierung selbst, weil das Konzept professionell vorbereitet war. Im Ergebnis zahlt die Existenzgründerin zwar einen Zinssatz, der ein Prozent über dem des Förderkredits liegt. Dafür aber konnte sie rasch eröffnen (und Umsatzerlöse generieren). Die Mehrkosten durch den höheren Zinssatz belaufen sich auf lediglich 5,83 Euro im Monat ...

  • Haftungsfreistellung/Haftungsentlastung: Ganz wichtig: Oft bedeutsamer als günstige Zinsen sind bei Förderkrediten die Möglichkeiten, erhebliche Unterstützung für die "bankübliche" Absicherung bereitzustellen. Mit einer hohen "Haftungsfreistellung/Haftungsentlastung" wird der Bedarf an Sicherheiten auf ein Minimum reduziert.

    Das stark in Anspruch genommene "KfW-StartGeld", bei dem Existenzgründer und junge Unternehmen maximal 100.000 Euro beantragen können, beinhaltet eine solche Haftungsfreistellung von 80 Prozent des Darlehensbetrages. Das Risiko der Hausbank liegt damit lediglich noch bei 20 Prozent, nur für diesen Anteil müssen also Sicherheiten gestellt werden (wenn die Hausbank dieses restliche Risiko nicht "blanko", also ohne Sicherheiten akzeptiert - was häufig vorkommt).

Mikrokredite

Eine völlig neue Art der Finanzierung von kleineren Darlehensbeträgen wurde seit 2010 von der Bundesregierung aufgebaut: der Mikrokreditfonds.

  • Er stellt Kredite von maximal 20.000 Euro bereit,

  • bei einer Laufzeit von bis zu drei Jahren,

  • ohne Kredituntergrenze (also bereits mit echten Kleinstbeträgen),

  • ohne Sicherheiten, wie sie üblicherweise von Banken verlangt werden (allerdings nicht völlig ohne Absicherung),

  • zu einem Zinssatz von zunächst 7,5 Prozent p. a. und

  • ermöglicht eine unbürokratische und schnelle Kreditvergabe (im Regelfall eine Woche nach Antragstellung).

Die Antragstellung läuft erstmals nicht über die Banken und Sparkassen, sondern über Mikrofinanzinstitute, die flächendeckend aufgebaut wurden. Man verlässt also das bisher sorgsam gehegte "Hausbankprinzip" erstmals. Mehr Informationen unter: Mikrokreditfonds Deutschland. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Umsetzung konkret gestalten wird.

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