Food-Fotografie: Speisen, Gerichte und Getränke ansprechend und professionell fotografieren

Von: Helma Spona
Stand: 30. Juni 2009
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Wo in der Food-Fotografie Probleme lauern und wie diese zu lösen sind

Weitere Praxistipps für Food-Fotografen

Suppen mit Einlagen

Sicher kennen Sie auch die schönen Fotos von Suppen, in denen in der Spargelcremesuppe die Spargelstücke oder in der Brokkolicremesuppe kleine Brokkoliröschen schwimmen? Wenn Sie das aber selbst versuchen, werden Sie schnell feststellen, dass da in Wirklichkeit gar nichts schwimmt. Gemüse oder auch Fleisch gehen in der Suppe so schnell unter, dass Sie keine Gelegenheit für ein gutes Foto haben.

Auch bei Suppen wird in der Food-Fotografie sehr viel getrickst. Denn Sie müssen dafür sorgen, dass die Teile der Suppe, die sichtbar sein sollen, nicht untergehen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Sie kochen die Suppe extrem dickflüssig, so dass die Einlagen in der Suppe wirklich nicht untergehen.

  • Sie füllen den Teller oder die Suppenschale unten mit festem Material auf, z.B. Grießbrei oder fest gekochtem Milchreis. Nur oben füllen Sie darauf die echte Suppe in einer dünnen Schicht. Dann können Sie dort das Gemüse oder Fleisch oder andere Suppeneinlagen reinlegen, ohne dass es unter geht.

    eine dicke Schicht mit Griesbrei, nur eine sehr dünne Schicht Suppe

    Bild vergrößernTricks mit der Suppe

  • Beides funktioniert am besten bei Suppen, die nicht durchsichtig sind. Bei klaren Suppen geht das leider nicht mehr.

    klare Fischsuppe

    Bei solch klaren Suppen müssen Sie zu anderen Methoden greifen, die aber ganz ähnlich funktionieren. Hier wurde beispielsweise die eigentliche Fischsuppe (ohne Fisch und Gemüse) mit weißer Gelatine verrührt. Das Gemüse und der Fisch wurde hinzugefügt, als die Masse halb fest war. Nach Aushärten der Masse wurde dann oben noch eine dünne Schicht aus flüssiger Suppe aufgetragen, so dass der Glanz einer echten, flüssigen Suppe vorhanden ist.

Kräuter lassen sich kaum ersetzen. Die müssen Sie immer frisch verwenden. Wenn Sie die Kräuter auf ein heißes Stück Fleisch streuen, ist es mit ihnen schneller vorbei, als Sie fotografieren können. Daher sollten Sie die Gerichte kalt fotografieren - nicht direkt aus dem Kühlschrank, jedoch maximal lauwarm. Damit steht Ihnen schon viel mehr Zeit zur Verfügung, denn die Kräuter bleiben länger frisch. Außerdem können Sie sie auch vorab ein paar Minuten in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser legen.

Richtig einkaufen

  • Wenn Sie ein Food-Fotoshooting planen, sollten Sie unmittelbar vorher einkaufen gehen, damit Sie auch alle Zutaten frisch beisammen haben und die Kräuter nicht schon den Kopf hängen lassen, wenn Sie sie verwenden möchten.

  • Achten Sie dabei unbedingt auf einwandfreie Artikel. Wählen Sie perfektes und makelloses Obst und Gemüse aus.

  • Kaufen Sie Fleisch immer frisch, keine Tiefkühlprodukte; Frischfleisch lässt sich gleichmäßiger und schöner braten als aufgetautes.

  • Kaufen Sie von allem mindestens doppelt so viel wie Sie brauchen. Beim Braten des Fleisches, beim Kochen oder Anrichten des Salates geht schnell etwas daneben. Dann brauchen Sie Ersatz, wenn Sie Ihr Vorhaben nicht abbrechen möchten. Darüber hinaus können Sie, wenn Sie mehrere gebratene Fleischstücke haben, das schönste für Ihr Foto wählen.

    Die anderen nehmen Sie für die Probefotos vorab. Mit den optisch minderwertigen Fleischstücken haben Sie dann viel Zeit zum Anrichten und um das passende Licht und die Perspektive zu finden. Erst wenn alles stimmt, verwenden Sie das vorher ausgesuchte optimale Stück Fleisch, um das gewünschte Foto zu machen.

  • Kräuter kaufen Sie am besten im Topf, dann halten sie sich sogar ein paar Tage frisch.

  • Achten Sie beim Transport von empfindlichem Obst und Gemüse darauf, dass es zu keinen Druckstellen und Macken kommt.

Ersatz- und Stand-In-Produkte

Häufig kommt es auf schnelles Arbeiten an, weil Eiswürfel schmelzen, Wassertropfen trocknen oder Kräuter auf den Gerichten schlaff und unansehnlich werden. Dann müssen Sie entweder Ihr Shooting so planen, dass Sie alles vorbereitet haben, die Speisen nur noch anrichten müssen und sofort fotografieren können. Oder Sie müssen Ersatzprodukte nutzen, bei denen das Problem nicht besteht.

Ersatzprodukte müssen aber nicht immer Attrappen sein, etwa künstliche statt echter Eiswürfel. Sie können auch mit mehreren echten Motiven nacheinander arbeiten. Wenn Sie ausreichend Zutaten gekauft haben, bietet es sich an, die Aufnahme zunächst mit einem Stand-In-Motiv vorzubereiten.

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