Food-Styling für die Food-Fotografie

Von: Helma Spona
Stand: 30. Juni 2009
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Food-Styling: Die Grundlagen

Salat, Kräuter und Gemüse fürs Fotografieren anrichten

Typische Probleme

Salat und Kräuter kommen in der Food-Fotografie sehr häufig zum Einsatz, schon als Farbtupfer und Dekoelemente. Gleichzeitig sind sie mit das schwierigste Feld der Food-Fotografie. Salat und Kräuter haben die unangenehme Eigenschaft, bei Wärme schnell zu welken und "schlapp" zu werden. Bei einigen Kräutern, wie Petersilie und Melisse, haben Sie oft nur wenige Minuten für die Fotos.

Gemüse verliert beim Kochen häufig die Farbe. Roh passt es aber auch nicht aufs Bild, wenn es wie gekocht aussehen soll.

Darüber hinaus ist bei manchen Obst- und Gemüsesorten, wie Äpfel, Birnen, Trauben, Tomaten, Auberginen, in Food-Fotos ein gewisser Glanz gefragt, den viele Obst- und Gemüsesorten nicht von sich aus haben. Auch hier müssen Sie nachhelfen.

Allgemeine Praxistipps

  • Generell gilt, dass Sie bei Kräutern, Obst und Gemüse ganz besonderen Wert auf Frische legen sollten. Kräuter sollten Sie daher besser im Topf kaufen und nicht im Supermarkt, sondern eher im Gartencenter. Dort bekommen Sie erfahrungsgemäß frische, gut gepflegte Kräuter, die Sie bei guter Pflege auch noch ein paar Tage später für das nächste Shooting nutzen können. Kräuter im Topf aus dem Supermarkt halten leider oft nicht sonderlich lange, sind aber immer noch besser als fertig geschnittene im Bund.

  • Wenn die Produkte nun doch nicht mehr so ganz perfekt frisch sind oder Sie schnellem Welken von frischen Kräutern vorbeugen möchten, können Sie Kräuter, Gemüse, Salat, aber auch Obst, wie Äpfel und Birnen ca. 10 Minuten in Eiswasser legen (eiskaltes Wasser aus dem Hahn oder Eiswürfel in die Schüssel geben). Das Gemüse wird dann wieder prall, schrumpelige Paprikas, Möhren und Tomaten werden wieder glatt und Kräuter und Salatblätter schön fest und steif.

    Aber Vorsicht: Für sehr kälteempfindliche Obstsorten ist das nicht zu empfehlen. Dasselbe gilt für Weintrauben, sie platzen dann sehr leicht.

    Gemüse in Eiswasser

  • Für leichten Glanz auf Gemüse und Obst können Sie sorgen, indem Sie sie mit etwas Speiseöl einreiben. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass kein dicker Fettfilm entsteht, das fällt auf. Am besten befeuchten Sie ein Küchentuch mit Öl, reiben damit das Gemüse gleichmäßig ein und nehmen dann ein sauberes Küchentuch, mit dem Sie es noch mal gleichmäßig abwischen. So entsteht auf Tomaten, Auberginen, Paprika, Äpfeln und Birnen ein schöner gleichmäßiger Glanz.

    Glanz durch Ölschicht auf Gemüse.

  • Sie können das Obst, vor allem wenn es geölt ist, mit einer Sprühflasche mit Wasser einsprühen. Dann perlt dieses besonders gut ab und sorgt für einen frischen Eindruck.

    Bild vergrößernÖlschicht und Wasser: Tropfen perlen

  • Apfel- und Birnensorten, die gewachst sind und eine eher matte Schale haben, sollten Sie vorher mit einem Handtuch ordentlich polieren. Manchmal, etwa bei Granny-Smith-Äpfeln, ist dann gar kein Öl mehr notwendig, damit sie schön glänzen und Wasser abperlt.

  • Statt Wasser aufzusprühen, können Sie das Obst und Gemüse auch vorher im Kühlschrank gut kühlen. Bei Zimmertemperatur bildet sich dann sehr schönes Kondenswasser, zumindest bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Dieses perlt - v.a. auf vorher gut poliertem oder geöltem - Gemüse und Obst sehr schön ab.

    Diese Tropfen wurden nicht aufgesprüht, sondern sind Kondenswasser, weil die Tomaten im Kühlschrank lagen.

  • Bei Gemüse und Obst trocknen Schnittflächen schnell und sehen dann unansehnlich aus. Benötigen Sie für die Fotos etwas mehr Zeit, ist es sinnvoll, die Schnittflächen mit einem Glycerin-Wasser-Gemisch zu befeuchten. Das hält sie länger feucht als Wasser pur. (Essen können Sie es dann natürlich nicht mehr.)

Salat und Kräuter

  • Salat ist in der Regel schon von sich aus sehr fotogen. Natürlich sollten Sie ihn waschen sowie braune oder gelbe Stellen entfernen.

    Wenn Sie einen Salatteller anrichten wollen, sollten Sie ölhaltiges Dressing unbedingt vermeiden, denn es führt dazu, dass der Salat schnell zusammenfällt. Generell gilt: Blattsalat und Kräuter sollten Sie strikt getrennt von Fett und Öl halten.

    Wenn Sie ein Dressing benötigen, dann machen Sie es selbst. Dazu nehmen können Sie z. B. Buttermilch. Diese enthält fast kein Fett. Dicken Sie die Buttermilch mit Gelatine oder Guakernmehl an. Bei einem Dressing aus Essig und Öl lassen Sie das Öl einfach weg oder ersetzen es - der Optik wegen - durch Glycerin. (Essen können Sie den Salat dann natürlich nicht mehr.)

  • Kräuter sollten Sie erst unmittelbar vor dem Foto an die vorgesehene Stelle legen. Heben Sie bis dahin die gewaschenen Kräuter in einem Glas mit eiskaltem Wasser auf. Tropfen Sie die Kräuter dann vor Gebrauch gut ab, wenden Sie sie einmal auf einem Geschirrtuch oder einem Küchentuch und legen Sie sie dann an Ort und Stelle. Dann haben Sie optimal frische Kräuter, die durch ihre Feuchtigkeit sehr frisch wirken und schön glänzen.

    Salat nur mit Wasser befeuchten, damit der frisch wirkt.

    Für Öl und Fett gilt bei den meisten Kräutern das gleiche wie für Salat: Nicht damit in Kontakt bringen. Lediglich Schnittlauch und Salbei sind etwas unempfindlicher. Wenn Ihnen der Schnittlauch zu wenig Glanz hat, können Sie den ausnahmsweise mit einer dünnen Ölschicht überziehen.

Gemüse

Benötigen Sie rohes Gemüse, dann gilt hier im Prinzip das, was im Abschnitt "Allgemeine Praxistipps" (s.o.) gesagt wurde. Weitere Besonderheiten gibt es nicht. Achten Sie beim Schneiden von Gemüse allerdings unbedingt auf scharfe Klingen, denn nur dann bekommen Sie schöne gleichmäßig Schnittflächen ohne Druckstellen.

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