Forderungsmanagement: die 20 häufigsten Irrtümer bei Mahnen, Inkasso & Co.

Von: Dr. Ellen Ulbricht
Stand: 2. August 2010
3.5
(2)
Beitrag bewerten
Anmelden um Kommentare zu schreiben

Irrtum Nr. 1: Forderungsmanagement, Mahnen, Inkasso - ist doch alles dasselbe?

Häufig werden diese Begriffe synonym verwendet, wenn es darum geht, offene Forderungen beim Kunden geltend zu machen. Doch schon hier beginnt einer der größten Irrtümer.

Richtig ist: Das Mahnwesen kann nur dann effektiv sein, wenn im Vertrag oder in den AGB eine klare Regelung hinsichtlich des Zahlungstermins vereinbart worden ist. Es setzt sich im konsequenten Mahnen bei Zahlungsverzug des Kunden fort.

Wie wichtig ein konsequentes Mahnwesen ist, zeigt sich spätestens dann, wenn ein Kunde nicht oder viel zu spät zahlt. Schon ein einziger Forderungsausfall in beträchtlicher Höhe kann das Unternehmen in Schieflage bringen. Die eigene Liquidität gerät dann ganz schnell ins Wanken.

Wer den Einzug von Forderungen dagegen lieber einem Profi überlassen will, der kann ein Inkassounternehmen mit dieser Aufgabe beauftragen. Mit dem Begriff "Inkasso" wird umgangssprachlich meist der Einzug von Forderungen durch Unternehmen bezeichnet, die diese Aufgabe geschäftsmäßig für ihre Auftraggeber durchführen. Da der Einzug fremder Forderungen Vertrauenssache ist, hat der Gesetzgeber die Inkassotätigkeit an eine Erlaubnispflicht gemäß dem Rechtsdienstleistungsgesetz geknüpft. Die Zusammenarbeit zwischen dem Inkassounternehmen und dem Auftraggeber kann dabei im Rahmen des gesetzlich Erlaubten recht individuell ausgestaltet werden.

Welche Leistungen Sie von einem Inkassounternehmer erwarten können und worauf Sie bei der Vertragsgestaltung achten sollten, können Sie im Beitrag "Inkasso-Unternehmen oder Anwaltsinkasso: Wer bringt Sie schneller zu Ihrem Geld?" nachlesen.

Das Inkasso ist damit genauso wie das Mahnen Teil des Forderungsmanagements. Ziel eines effizienten Forderungsmanagements ist es, Forderungsausfälle so gering wie möglich zu halten und damit die Liquidität des Unternehmens sicherzustellen. Das Forderungsmanagement beginnt deshalb nicht erst dann, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen ist". Die Auswahl der Kunden, die Einräumung von Zahlungszielen und deren Überwachung, die untrennbar damit verbundene Bonitätsprüfung gehören genauso zu einem effektiven Forderungsmanagement wie das hauseigene Mahnwesen oder das Outsourcing der vor- wie nachgerichtlichen Forderungsbeitreibung an ein Inkassounternehmen.

Dieser Beitrag ist öffentlich.
Zugriff auf alle Inhalte haben Sie als Mitglied

Werden Sie Probemitglied - kostenlos.

Ohne finanzielles Risiko haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Die Anmeldung dauert drei Minuten. Sie können während der ersten 14 Tage ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail genügt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zur Mitgliedschaft und in unseren AGB.

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Probemitglied werden
Ich kann in den 14 Tagen Probezeit formlos z.B. per E-Mail stornieren. Wenn ich das nicht tue, entscheide ich mich für ein