Fotos verkleinern für E-Mail und Office

Von: Jacqueline Esen
Stand: 15. Januar 2008
4.333335
(6)
Beitrag bewerten
Anmelden um Kommentare zu schreiben

Bildergröße, Dateigröße und Höflichkeit

Anzeigegröße und Datenmenge

Warum Zippen nicht hilft

"Aber ich habe meine Fotos doch in eine ZIP-Datei gepackt!" Mit Programmen wie WinZIP oder WinRAR kann man Dateien komprimieren. Das funktioniert vor allem bei Office-Dateien wie Powerpoint-Präsentationen gut, doch bei Bildern ist es sinnlos. Digitalkameras erzeugen Fotos im JPG-Format - das bereits ein komprimiertes Format darstellt. Es lässt sich, wie wir später noch sehen werden, nur in einem Bildbearbeitungsprogramm weiter komprimieren, was dann auch mit Qualitätsverlusten einhergeht.

ZIP-Programme können die Bilddaten nicht beeinflussen. Der einzige Vorteil des Zippens vieler Dateien besteht darin, dass man nur eine einzige Datei als Anhang hoch laden muss, und dass der Anhang für den Empfänger überschaubar bleibt. Das, worauf es wirklich ankommt - die Datenmenge - lässt sich aber mit ZIP nicht oder nur unwesentlich beeinflussen.

Bild vergrößernMan sieht am Komprimierungsgrad in Winzip, dass die JPGs überhaupt nicht oder nur zu 1-2% komprimiert werden können.

Fotoposter-Qualität oder kleiner Urlaubsgruß per E-Mail? Der Zweck bestimmt die erforderliche Dateigröße

Die Empfehlung für das Aufnehmen digitaler Fotos lautet: An der Kamera das größtmögliche Bildformat und die beste Qualität wählen. Das liefert die größtmögliche Menge an Daten - und die kann man später tatsächlich benötigen. Allerdings nicht in jedem Fall, sondern in erster Linie für die Nachbearbeitung im Bildbearbeitungsprogramm, für den Ausdruck hochwertiger Fotos auf Papier, für Poster oder Fotobücher. Für den E-Mail-Versand oder die Anzeige am Bildschirm werden jedoch weit weniger Daten benötigt.

Nehmen wir als Beispiel ein Foto aus einer 8,2 Megapixel-Kamera, das 3504 x 2336 Pixel groß ist und eine Auflösung von 72 ppi (Pixel pro Zoll = 2,54 cm) hat. Das ergibt eine Ausgabegröße von 90 x 120 Zentimetern und eine Dateigröße von z.B. 2,5 Megabyte - bezogen auf 72 ppi.

Mit dieser Qualität können Sie ein Poster drucken lassen, aber wenn jemand sowieso nur einen kleinen Ausdruck im Format 10x15 cm haben möchte, braucht er weitaus weniger Daten. Von einem Foto mit 1600x1200 Pixel und einer Auflösung von 72 dpi lassen sich immer noch ordentliche Abzüge im Format 10x15 Zentimeter drucken.

Noch weniger Daten braucht man, wenn die Fotos nur am PC angeschaut werden sollen. Die Größe des Bildes, das man per Mail verschickt, sollte also dem angemessen sein, was der Empfänger tatsächlich braucht. Viele Leute machen den Fehler, unaufgefordert gigantische Datenmengen in fremde Mailboxen zu pumpen und schaffen es selbst im Zeitalter von Breitband-DSL, ihre Empfänger zu verärgern. Gerade Redakteure und Presseleute, aber auch Webdesigner beklagen sich zu Recht über sinn- und wahllos verschickte Mailings mit fetten Datei-Anhängen. Auch in Firmennetzwerken kann man durch den Versand von vielen Bildern und ähnlich großen Datenmengen den Mailverkehr unnötig blockieren.

Günstiger ist es, sich vorher zu erkundigen, welche Formate wirklich benötigt werden. Wenn man Fotos unaufgefordert verschickt, dann bestenfalls schlanke Dateien, denen man - nach entsprechender Aufforderung - hoch auflösende Bilder folgen lassen kann. Für eine angemessene Beurteilung am Bildschirm sind 1200 - 1600 Pixel (längere Bildkante) völlig ausreichend.

Welche Bildgröße wofür?

Hoch auflösende Daten aus der Kamera gehören in Ihr Bildarchiv. Benutzen Sie sie wie ein digitales Negativ, auch wenn es sich "nur" um JPGs handelt. Die Originale sind das ideale Ausgangsmaterial für Bildbearbeitungen.

Nach dem Bearbeiten des Originals erstellen Sie verkleinerte Kopien ("Abzüge") Ihres Originals

  • für den Mailversand

  • fürs Web

  • um sie in Office-Dokumente einzubinden

Die Originale brauchen Sie, falls Sie irgendwann einmal große Poster, Fotobücher, hochwertige Drucke o.ä. anfertigen wollen.

Angenommen, Sie wollen Fotos verschicken oder in Office-Dokumenten weitergeben - welche konkreten Größenmaße sind dann sinnvoll?

  • E-Mail:

    Für den Mailversand eignen sich Fotos in der Größe von 640 x 480 Pixel* sehr gut. Die Datenmenge ist gering und der Empfänger kann gut sehen, was auf den Fotos abgebildet ist.

    Wenn Sie dem Empfänger erlauben wollen, die Fotos auch zu drucken, oder wenn er bei einem Online-Anbieter Abzüge im Postkartenformat bestellen möchte, sollten die Bilder eine Abmessung von 1600 x 1200* Pixel haben.

    Damit ein in Bildbearbeitung unerfahrener Empfänger eines kleinen Bildes keine pixelig aufgeblasenen Dateien am Bildschirm sieht, können Sie ihn beim Mailversand darauf hinweisen, dass er die Anzeigeoptionen seines Bildbetrachters eventuell verändern muss (siehe nächsten Abschnitt).

    *Die Angaben beziehen sich jeweils auf eine Bildschirmauflösung von 72 ppi, so wie sie auch von den Digitalkameras erzeugt werden.

  • Office-Dokumente:

    In einem Office-Dokument werden Fotos bis zu A4-Größe (ca. 21x29 cm) benötigt. Skaliert man das Foto auf ein Format von 1200 x 800 Pixel, dürfte dies in den meisten Fällen ausreichen. Auch kleinere Bildformate bis zu 640x480 können genügen, wenn das Foto halbseitig oder noch kleiner abgebildet wird.

Dieser Beitrag ist öffentlich.
Zugriff auf alle Inhalte haben Sie als Mitglied

Werden Sie Probemitglied - kostenlos.

Ohne finanzielles Risiko haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Die Anmeldung dauert drei Minuten. Sie können während der ersten 14 Tage ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail genügt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zur Mitgliedschaft und in unseren AGB.

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Probemitglied werden
Ich kann in den 14 Tagen Probezeit formlos z.B. per E-Mail stornieren. Wenn ich das nicht tue, entscheide ich mich für ein