Fotos verkleinern für E-Mail und Office

Von: Jacqueline Esen
Stand: 15. Januar 2008
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Bildergröße, Dateigröße und Höflichkeit

Warum Sie Bilder verkleinern sollten

Grundlagen: Megapixel und Megabyte

Megapixel, Megabyte, Auflösung - jeder hat diese Begriffe schon einmal gehört. Was sie in der Praxis bedeuten, wissen jedoch die wenigsten.

Je mehr Megapixel eine Kamera "kann", desto größer werden die Bilder, umso mehr Daten werden erzeugt. Eine Digitalkamera mit 8 Megapixeln erzeugt Fotos mit einer Dateigröße von 1,5 bis zu 4 Megabyte. Die Dateigröße hängt aber nicht nur von der Megapixel-Qualität der Kamera ab, sondern auch von den Kameraeinstellungen, vom fotografierten Motiv und den ISO-Einstellungen eines jeden Bildes.

Viele Anwender wissen leider nicht, dass man Fotos für den E-Mail-Versand oder für den Import in Office-Anwendungen verkleinern sollte. Wenn Sie Bilder per E-Mail versenden, hängt die Versandgeschwindigkeit oder das Mailbox-Limit von der Datenmenge, also der Dateigröße ab. Das, was aus Ihrer Kamera heraus kommt, ist für den Mailversand immer zu groß. Das Foto muss in diesem Fall bearbeitet und in einer verkleinerten Form gespeichert werden.

Das ist nicht zu verwechseln mit der Anzeigegröße eines Fotos. Ein Grund für die Ahnungslosigkeit in Bezug auf große Fotos ist die scheinbar gleich bleibende Anzeigegröße der Fotos auf dem Bildschirm. Dort werden Fotos von den handelsüblichen Programmen automatisch verkleinert dargestellt und der Bildschirmgröße angepasst. Diese Anzeigegröße am Bildschirm kann man variieren, dabei werden die Bilddaten nicht verändert. Das Foto wird nur vorübergehend gestreckt oder gestaucht.

Fachbegriffe im Überblick:

  • Megapixel: Anzahl von 1 000 000 (=mega) Bildpunkten, steht für eine Million Bildpunkte (Pixel) und ist die gebräuchliche Einheit zur Angabe der Sensor- und Bildauflösung in der Digitalfotografie. Für die Angabe der physikalischen Auflösung zählen die Kamerahersteller jeden Pixel, also jeden Rot-, Blau und Grün-Sensor eines Bayer-Sensors einzeln.

  • Megabyte: Maß für die Datenmenge einer Datei, ihre Dateigröße. Diesen Wert können Sie sich beispielsweise im Windows Explorer anzeigen lassen, er wird auch angezeigt, wenn Sie eine E-Mail empfangen.

  • Auflösung: Die Angabe 72 dpi/ppi bedeutet 72 Pixel pro Inch (Zoll), d.h. dass auf einer Länge von 2,54 cm 72 Bildpunkte (Pixel) oder Druckpunkte (Dots) aufgetragen sind. Eine höhere Auflösung z. B. 300 dpi würde bedeuten: es werden auf die gleiche Strecke von 2,54 cm insgesamt 300 Punkte (Pixel oder Druckpunkte) aufgebracht. Ein höher aufgelöstes Bild ist also "feiner", es enthält mehr Details; deshalb erhöht sich auch die Datenmenge (in Megabyte).

  • Ausgabegröße: Die Ausgabegröße eines Bildes gibt die Abmessungen eines gedruckten Bildes in Zentimetern an. Ein Bild mit 72 ppi Auflösung kann eine Ausgabegröße von 10x15 cm haben, ein Bild mit 300 ppi ebenfalls. Der Unterschied zwischen beiden besteht in der Dichte der Pixel und damit auch in der Dateigröße, und zunächst nicht in der Größe, in der es gedruckt (ausgegeben) wird. Jedoch kann das Bild mit 300 ppi, weil es mehr Bildinformationen enthält, problemlos auch größer gedruckt werden, als die Version mit 72ppi.

Ladezeiten minimieren

Auch wenn es wünschenswert wäre: DSL-Anschlüsse gibt es selbst in Deutschland nicht flächendeckend. Auch hierzulande müssen immer noch viele Menschen mit dem langsameren ISDN, manche vielleicht sogar mit analogen Modemanschlüssen ins Internet gehen.

Die Datenübertragungsgeschwindigkeit, also die Zeit, die benötigt wird, um ein einzelnes Bild mit einem Megabyte Dateigröße ins Postfach zu laden, kann stark variieren: Bei schnellem DSL wird die Nachricht mit Bild in Sekundenbruchteilen angezeigt, bei einem ISDN-Anschluss kann es bereits ein bis zwei Minuten dauern, und der Nutzer eines alten Modems kann sich inzwischen mehr als einen Kaffee kochen.

Mit dem Trend zu immer mehr Megapixels sind auch die digitalen Bilddateien immer größer geworden. Zwei bis vier Megabyte pro Aufnahme sind keine Seltenheit. Auch wenn Ihre Freunde und Bekannten alle mit der neuesten Technik ausgestattet sind: Sobald man E-Mails im Urlaub im Internetcafe versendet oder empfängt, steht die schnelle Technik womöglich nicht zur Verfügung. Und man bezahlt nach Zeit. Je geringer die Datenmenge, desto schneller geht's - für alle.

In der Spalte "Größe" können Sie ablesen, wie groß die Mail inklusive Dateianhänge ist. Die Nachricht mit einem angehängten Foto (1 Megabyte) sticht aus der Liste winziger Textnachrichten (6 bis 17 Kilobyte) hervor.

Mailbox-Limits

Eine weitere Falle ist die Größe der Mailbox. Viele Internetnutzer verwenden kostenlose E-Mail-Accounts - viele davon bieten nach wie vor nur Speicherplatz für Nachrichten bis zu insgesamt 20 oder 50 Megabyte.

Bei normalen Textnachrichten dauert es mitunter Jahre, bis das Mindestkontingent ausgeschöpft ist, manche erreichen es nie. Eine normale E-Mail enthält vielleicht 10 bis 50 Kilobyte an Daten. Sobald jedoch Fotos (oder andere Media-Dateien wie Präsentationen, Videos oder Audio-Dateien) angehängt werden, sieht die Sache schnell ganz anders aus: Mailbox voll, Sie können nichts mehr an den Empfänger senden und dieser kann auch keine anderen - vielleicht wichtigen - Nachrichten mehr erhalten.

Erst wenn er das "dicke Ding" aus dem Posteingang gelöscht hat, funktioniert die Mail wieder. Alles was dazwischen kam, ist verloren, was bei Leuten, die Ihre Nachrichten nur gelegentlich abrufen, ein großes Dilemma sein kann. Bei einem Mailbox-Limit von 50 MB (Megabyte) reichen bereits 20-25 Fotos aus einer 8 Megapixel-Kamera, um das Postfach zu blockieren.

Ein weiteres Problem: Viele Mailprogramme oder Provider erlauben nur den Versand von Dateigrößen bis maximal 10 Megabyte pro E-Mail. Das kann man bereits mit 4 Bilddateien erreicht haben. Bilder zu verkleinern ist also nicht nur eine Frage der Netiquette, sondern eine absolute Notwendigkeit.

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