Unterrichten an der VHS: Das müssen Sie wissen!

Was Sie beachten müssen, wenn Sie freiberuflich an der Volkshochschule arbeiten möchten

Von: Rainer Alexander Spallek
Stand: 25. September 2009
4.333335
(3)
Anmelden um Kommentare zu schreiben

Downloads zu diesem Beitrag

Über den Autor: Rainer Alexander Spallek

bild117557

Rainer Alexander Spallek, geb. 1956, ist Diplom-Sozialwissenschaftler, Industriekaufmann und Betriebswirt sowie ausgebildeter Suggestopäde. Seit sieben Jahren arbeitet er freiberuflich als Dozent (Deutsch als Fremdsprache, Alphabetisierung für Deutsche), Referent (Reisen und Buddhismus), Seminarleiter (Berufliche Neu-Orientierung und Persönliche Entwicklung), Exkursionsleiter sowie als Journalist (Schwerpunkte: Reisen, Gesellschaft und Individuum, Leben als Freiberufler). Gelegentlich ist er in der Eine-Welt-Arbeit aktiv.

Der Autor ist Mitglied in der ver.di-Arbeitsgruppe für Freiberufler; im Netzwerk Kreativer Therapeuten; im CONVENT-Beraternetzwerk für Selbständige sowie in der Initiative Aufbruch - anders besser leben.

Beiträge des Autors als Atom-Feed Atom-Feed: Neues von akademie.de

Honorar, Steuern, Versicherung

Das liebe Geld

Um es klar zu sagen: Honorartätigkeiten an einer VHS machen mehr arm als reich. Ein Freiberufler an einer Volkshochschule, der allein mit Honorareinkommen seinen Lebensunterhalt bestreiten will, hat nämlich finanziell nichts zu lachen. Es herrscht ein eindrucksvolles Missverhältnis zwischen Arbeitsaufwand und Einkommen.

Honorare: Aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen kann der Autor zum Thema Honorarhöhe an Volkshochschulen in NRW folgende Orientierung geben (alles brutto):

  • eine Unterrichtsstunde als Dozent = ca. 18 Euro

  • ein Vortrag als Referent (2 Unterrichtsstunden)= ca. 120 Euro

  • ein Seminar als Leiter (8 Unterrichtsstunden)= ca. 140 Euro

  • eine Tagesexkursion als Leiter = ca. 220 Euro

Zu beachten ist, dass es von VHS zu VHS unverständlich große Unterschiede geben kann - auch innerhalb desselben Bundeslandes. So kann ein und dasselbe Seminar mit 200 oder auch mit 400 Euro honoriert werden! Ähnlich verhält es sich mit Vortrags- bzw. Unterrichtsstundenhonoraren.

Fahrtkosten werden je nach VHS, Entfernung und Verhandlungsgeschick vollständig, nur unwesentlich oder gar nicht erstattet.

18 Euro Stundenlohn - brutto. Soviel erhält ein Dozent im Durchschnitt an einer VHS in NRW. Und er muss sich auf mindestens drei Monate Ferien einstellen (muss! schon allein dieses Wort sagt einiges aus über das Freiberufler-Schicksal!), in denen in der Regel nichts verdient werden kann. Das erklärt, warum viele Dozenten bei einem möglichen Auftrag sofort zusagen, um in schlechten Zeiten davon zehren zu können - oder sich mal vorübergehend ein wenig mehr leisten zu können. Es laugt aber auf die Dauer aus, wenn man bis zu zehn Unterrichtsstunden am Tag wochenlang unterrichtet. Kommt es zu Erschöpfung und Krankheit, steht der Freiberufler ohne jede Einnahme da.

Diese Seite ist für Mitglieder von akademie.de reserviert.

Möchten Sie die Mitgliedschaft 14 Tage kostenlos testen und den Beitrag komplett lesen?

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Probemitglied werden
Ich kann in den 14 Tagen Probezeit formlos z.B. per E-Mail stornieren. Wenn ich das nicht tue, entscheide ich mich für ein

Kommentar-Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare aus und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Zwei Anmerkungen:

1. Nicht alle Dozenten an der vhs sind Freiberufler. Die Tätigkeit könnte auch gewerblich sein. Hier bitte die einschlägigen Infos zur Abgrenzung von Freien Berufen (§18 EStG) und gewerblichen Tätigkeiten beachten. (Freiberufler ist nicht gleich freier Mitarbeiter!)

2. Die Honorare der vhs sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. D.h. vom Honorar muss man noch die USt abziehen und an das FA abführen, wenn man nicht die Kleinunternehmeregelung hat.