Praxisleitfaden: Die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige

Was die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige bringt, was sie kostet und für wen sie sich (noch) lohnt

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Stand: 14. März 2014 (aktualisiert)

Auch Selbstständige können sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern - vorausgesetzt, sie stellen innerhalb von drei Monaten nach der Gründung den erforderlichen Antrag. Die monatlichen Beiträge sind in den letzten Jahren allerdings dramatisch gestiegen: Zurzeit kostet die Arbeitslosenversicherung 82,95 Euro in den alten Bundesländern und 70,35 Euro in den neuen Ländern (Stand: 2014). Für manche Selbstständige kann die freiwillige Versicherung trotzdem ein sinnvolles Instrument der Risikovorsorge sein.

Dieser Ratgeber stellt die Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige vor. Sie erfahren, wer beitreten kann, und welche Nachweise erforderlich sind. Außerdem sagen wir Ihnen, wie hoch die Beiträge ausfallen, wie und unter welchen Bedingungen Sie sich im Falle einer Geschäftsflaute arbeitslos melden können und mit wie viel Arbeitslosengeld Sie rechnen können.

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Soll ich mich im Voraus arbeitsuchend melden?

Guten Tag, ich bin selbständig und gegen Arbeitlosigkeit freiwillig versichert. Aus gesundheitlichen Grunden werde ich mein Geschäft aufgeben, zurzeit bin ich krankgeschrieben. Muss ich mich jetzt arbeitsuchend melden, obwohl ich mein Geschäft erst in einem Monat aufgeben werde, oder reicht es, wenn ich mich ein Tag nach der Aufgabe persönlich arbeitlos melde? Selbstverständlich möchte ich das Arbeitlosengeld ohne Sperrzeit bekommen. Vielen Dank!

Antwort: Soll ich mich im Voraus arbeitsuchend melden?

Guten Tag,
ja, gemäß § 38 SGB III
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__38.html
... sind Sie verpflichtet, sich 3 Monate vor Ende der Beschäftigung (in Ihrem Fall: der Selbstständigkeit) arbeitslos / arbeitssuchend zu melden. Und:

------------ Zitat ----------------
Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, haben sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu melden.
----------Zitat-Ende --------------
In Ihrem Fall kann Ihnen aus der Vorschrift zwar m. E. kein Nachteil erwachsen, da Sie die Entscheidung über die Beendigung der Selbstständigkeit ja selbst treffen / getroffen haben. Da die Arbeitslosigkeit aber bereichts in einem Monat eintritt, sollten Sie sich möglichst bald arbeitslos melden.

Eine sofortige Arbeitsvermittlung müssen Sie nicht befürchten, da Sie ja krank geschrieben sind.
Gute Besserung, viel Glück für die Zukunft und freundliche Grüße
Robert Chromow

Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Guten Tag,
ich zahle seit 2011 in die freiwillige Arbeitslosenversicherung ein. Die Beiträge sind mittlerweile recht hoch, deshalb überlege ich, zu kündigen.

Meine Frage: Verfallen die bereits gezahlten Beiträge? Oder könnte ich theoretisch in einigen Jahren trotzdem das Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen, weil ich einmal über mehrere Jahre eingezahlt habe?

Ich freue mich über ein Feedback. Beste Grüße,

A.

Antwort: Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Guten Abend,
Beiträge im Rahmen der "Antragspflichtversicherung" (sog. freiwillige Arbeitslosenversicherung) verfallen nach dem Ende der Versicherung nicht sofort. Zeiten der Antragspflichtversicherung werden außerdem bei der "Anwartschaftszeit" berücksichtigt: Um Anspruch auf Arbeitslosenversicherung zu haben, müssen Sie ...

1. arbeitslos sein
2. arbeitslos gemeldet sein und
3. die Anwartschaftszeit erfüllen, das heißt: während der letzten 24 Monaten mindestens 360 Kalendertage pflichtversichert in der Arbeitslosenversicherung gewesen sein.

Sobald Sie Ihre Beitragszahlungen einstellen und die Antragspflichtversicherung endet, besteht also mindestens noch ein Jahr lang Versicherungsschutz. Falls Sie in der Zeit eine Beschäftigung aufnehmen oder auf andere Weise Ihre Anwartschaftszeit verlängern, bleiben Ihnen die zuvor erworbenen Ansprüche aus Ihren vorherigen Beitragszahlungen auch noch darüber hinaus erhalten.

Weitere Informationen zum Thema Rahmenfrist, Anwartschaftszeit und Ansprüche auf ALG I finden Sie zum Beispiel im "Merkblatt 1" der Bundesagentur für Arbeit:
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdat...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Herzlichen Dank für die sehr

Herzlichen Dank für die sehr schnelle Antwort. A.

Übergang zur hauptberuflichen Selbständigkeit: 2 Fragen

Lieber Herr Chromow,

Vielen Dank zunächst für den hilfreichen und ausführlichen Beitrag. Ich hätte noch 2 Fragen hierzu:

1. Wie ist die Lage, wenn man von einem versicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis mit nebenberuflicher Selbständigkeit in hauptberufliche Selbständigkeit übergeht - gilt da die 3-Monats-Frist zur Anmeldung der freiwilligen Arbeitslosenversicherung ab Wegfall des Angestelltenverhältnisses (=hauptberufliche Selbständigkeit), oder ist in diesem Fall überhaupt keine freiwillige Arbeitslosenversicherung möglich, auch wenn die Selbständigkeit zuvor weniger als 15h/Woche ausgeübt wurde?

2. Wie berechnet sich ein möglicher ALG-Anspruch innerhalb der ersten Monate nach Übergang vom versicherungspflichtigen zum freiwillig versicherten Verhältnis? Ich habe irgendwo gelesen, dass es eine Frist gibt, innerhalb derer sich die Berechnung von ALG-Bezügen noch nach dem vorherigen Gehalt richtet, nicht nach dem fiktiven (am Ausbildungsstand bemessenen). Ist das richtig? Falls ja, wie sind da die Fristen?

Herzlichen Dank,
M.

Antwort: Übergang zur hauptberuflichen Selbständigkeit: 2 Fragen

Liebe/r Herr / Frau M.,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Einzelfallberatungen sind an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein zu Ihren Fragen:

1.
Die Übergangsvorschriften beim "Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag" gem. § 28a SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__28a.html
gilt auch dann, wenn Sie aus einer hauptberuflichen Beschäftigung in eine hauptberufliche Selbstständigkeit übergehen, die zuvor nebenberuflich ausgeübt wurde.

2.
Berechnungsgrundlage des ALG I ist grundsätzlich das beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das Sie im
letzten Jahr vor der Entstehung Ihres Leistungsanspruches
zuletzt erzielt haben. Die Berechnung aufgrund tatsächlicher Einkünfte aus einer vorangegangenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hat Vorrang vor der Berechnung eines fiktiven Arbeitsentgeltes auf Basis von Qualifikationsgruppen.

3.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im "Merkblatt 1 für Arbeitslose"
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdat...
(S. 40ff).

4.
Rechtsgrundlagen sind die Paragrafen 149 bis 154 SGB III:
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/BJNR059500997.html#BJNR059500997...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbe abmelden bei Inanspruchnahme FAV?

Sehr geehrter Herr Chromow,
ich habe ein Gewerbe angemeldet und 2 Angestellte und zahle seit vielen Jahren in die FAV ein. Wie verhält sich das nun, wenn ich unter 15 Std. arbeite und die FAV in Anspruch nehmen möchte? Oder muss man erst die Angestellten entlassen, die ja voll arbeiten?

Mit freundlichem Gruß

Elmar

Antwort: Gewerbe abmelden bei Inanspruchnahme FAV?

Hallo Elmar,
entscheidend für die Feststellung der Arbeitslosigkeit wegen Arbeitsmangels ist grundsätzlich die persönliche Wochenarbeitszeit inklusive aller Vor- und Nacharbeiten.

Liegt die persönliche Arbeitszeit insgesamt unter 15 Wochenstunden, gelten Sie als arbeitslos. Da Arbeitslose auch "nebenberuflich" selbstständig sein dürfen, muss ein bestehendes Gewerbe nicht unbedingt abgemeldet werden. Pauschale Forderung von AA-Mitarbeitern nach einer Gewerbeabmeldung haben keine rechtliche Grundlage.

Das gilt theoretisch selbst dann, wenn ein arbeitsloser Selbstständiger Mitarbeiter beschäftigt. Die Möglichkeit der Arbeitslosigkeit eines freiwillig versicherten Arbeitgebers bei Weiterbeschäftigung seiner Mitarbeiter war früher sogar ausdrücklich in einer Durchführungsanweisung der Bundesagentur vorgesehen. Die Beweislage ist dann jedoch ziemlich schwierig.

Andererseits: Wenn die Mitarbeiter sozialversichert sind, haben Sie eine recht gute Verhandlungsposition: Wenn Sie Ihr Gewerbe abmelden, werden gleich drei Menschen arbeitslos. Vielleicht finden Sie ja eine Möglichkeit, mit der Arbeitsagentur eine Vereinbarung für eine Übergangszeit zu treffen!?

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Letzte Rechnungen und Anspruch auf Arbeitslosengeld im Ausland

Hallo Herr Chromow

Vielen dank für die ganze Infos auf akademie.de.
Ich würde gern ein paar Fragen stellen:
Ich war mehrere Jahren auf die Freiwillige Arbeitslosenversicherung angemeldet und leider werde ich ab Anfang September meine Gewerbe abmelden und mich als Arbeitslos anmelden um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben. Meine letzten Rechnungen werde ich ende August vorliegen, aber bis Mitte September werde ich mit Sicherheit nicht die Beträge erhalten.
Werden dann solche Beträge auf das Arbeitslosengeld angerechnet?
Soll ich warten um mich als Arbeitslos anzumelden bis ich alle die Rechnungen schon erhalten habe?
Wie lange dauert es normalerweise bis man die erste Arbeitslosengeld bekommt?

Ich habe noch eine bitte, ich überlege ob ich mein Glück in Spanien versuche. Kann ich die Arbeitslosengeld (gleich wie beim ALG I) dahin mitbringen?
Danke im Voraus.
Anna

Antwort: Letzte Rechnungen und Anspruch auf Arbeitslosengeld im

Hallo Anna,
vielen Dank für die freundliche Rückmeldung. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Einkünfte aus Ansprüchen, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit entstanden sind, werden normalerweise nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

2.
Die Frage habe ich nicht verstanden:
------------ Zitat ----------------
Ich habe noch eine bitte, ich überlege ob ich mein Glück in Spanien versuche. Kann ich die Arbeitslosengeld (gleich wie beim ALG I) dahin mitbringen?
----------Zitat-Ende --------------
Das Arbeitslosengeld aus der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige _ist_ ALG I. Darauf haben Sie grundsätzlich nur Anspruch, wenn Sie vermittelbar sind, d.h. dem Arbeitsmarkt in Deutschland zur Verfügung stehen. Unter bestimmten Umständen wird aber auch die Suche nach Beschäftigungen im Ausland unterstützt. Informationen zum Thema "Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung" finden Sie im gleichnamigen "Merkblatt 20" der Bundesagentur für Arbeit:
http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdate...

Alles Gute und viel Glück in Spanien
Robert Chromow

Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung mit 57 Jahren?

Guten Tag Herr
bin seit vielen Jahren Freiberuflerin und, seitdem sich die Möglichkeit dafür bot, auch freiwillig arbeitslosversichert. Habe dann in den vergangenen 1,5 Jahren wegen schlechter Auftragslage AlG1 bezogen und bin nun seit kurzem wieder vollständig selbstständig und überlege, ob ich erneut einen Antrag auf Mitgliedschaft in der freiwilligen Arbeitslosenversicherung stellen soll, - ob das rein rechnerisch überhaupt Sinn macht.

Inzwischen bin ich nämlich 57 Jahre (Jahrgang 1957), könnte AlG1 also frühestens, falls das notwendig werden sollte, mit 60 Jahren in Anspruch nehmen. Gibt es eine altsmäßige Deadline bis wann AlG1 gezahlt wird? Oder richtet sich das nach dem offiziell errechneten Eintritt ins Rentenalter?
Ich danke für eine Antwort
Mit herzlichem Gruß M.L.

Antwort: Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung mit 57

Guten Tag, Frau M.L.,
Sie vermuten richtig: Mit Erreichen der Regelaltersgrenze endet der Anspruch auf ALG I. Geregelt ist das in § 136 SGB III:
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__136.html
Alles gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Zusatzfrage: Offene Ansprüche Voraussetzung für Begründung von f

Lieber Herr Chromow,
eine Zusatzfrage, - weil ich irgendwie Knoten in den Kopf kriege beim Verstehen der eigentlich ja gut formulierten zur Verfügung stehenden Informationen.

Wie oben geschrieben habe ich bis vor Kurzem - zum ersten Mal - AlG 1 aus der Pflichtversicherung auf Antrag bezogen und war weiterhin nebenberuflich selbstständig. Jetzt bin ich wieder vollumfänglich in meine Selbstständigkeit zurückgekehrt.

Nun die Frage:
Muss ich noch Ansprüche auf AlG1 offen haben, damit mein erneuter Antrag auf die Freiwillige Weiterversicherung problemlos durchgeht, oder können alle Ansprüche aufgebraucht sein, was in meinem Fall der Fall ist?

Vielen Dank für die Antwort

M.L.

Antwort: Zusatzfrage: Offene Ansprüche Voraussetzung für ...

Hallo M.L.,
nein, Restansprüche auf ALG I sind _nicht_ Voraussetzung für eine erneute "Pflichtversicherung auf Antrag".
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Danke

Lieber Herr Chromow,
danke für Ihre schnelle Antwort!!
akademie.de ist insgesamt echt eine wertvolle Hilfe für mich!

M.L.

Einkommensanrechnung

Lieber Herr Chromow,
meine Frage geht in dieselbe Richtung wie die von "Gast": Ich überlege, mich vorübergehend arbeitslos zu melden. Kleinere Aufträge laufen weiter, Umfang und Einnahmen sind nicht so hoch. Doch ein Termin drückt mich: ein Seminar ist jetzt auf den Sommer verschoben worden. Ich möchte die Einnahmen dafür nicht gern abgeben, schließlich habe ich das Konzept in der hauptberuflichen Selbstständigkeit entwickelt und viel Arbeit reingesteckt. Sollte ich mich für diese Zeit beim Arbeitsamt abmelden? Und komme ich bei einer kurzzeitigen Abmeldung (auch mehrfach) wieder problemlos in den Status als Selbstständige? Vielen Dank für Ihre Antwort und herzliche Grüße,
AE

Antwort: Einkommensanrechnung

Guten Tag, AE,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Unterbrechung der Arbeitslosigkeit zwecks Erledigung eines Auftrags als Selbstständige/r ist rechtlich zulässig und wird häufig praktiziert.

2.
Allgemeine Informationen zur vorübergehenden Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit finden Sie in den vorangegangenen Antworten anderer Fragesteller sowie in unserem Gründerleitfaden - dort insbesondere im Kapitel "Arbeitsloser Unternehmer auf Zeit"
http://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit/arb...

3.
Sofern von vornherein klar ist, dass eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit nicht länger als sechs Wochen (= 42 Kalendertage) dauert, handelt es sich lediglich um eine Unterbrechung. In dem Fall ermöglicht die Geschäftsanweisung zu § 141 SGB III eine anschließende automatische "Weiterbewilligung von Amtswegen" - vgl. GA 141, Seite 7:
http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc?IdcService=GET_FILE&dDocName=L6...
Eine erneute persönliche Arbeitslosmeldung ist in dem Fall nicht erforderlich. Nachteile für eine eventuelle freiwillige Arbeitslosenversicherung ("Antragspflichtversicherung") ergeben sich bei solchen kurzzeitigen Unterbrechungen der Arbeitslosigkeit normalerweise auch nicht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Guten Abend, ich habe eine

Guten Abend, ich habe eine Verständnisfrage: wenn ich mich (seit 4 Jahren freiwillig arbeitslosversichert) bspw.ab 01.06.2015 vorübergehend arbeitslos melden muss, dann vorkäufig keine Aufträge mehr habe, jedoch noch Einnahmen für Tätigkeiten aus dem Vormonat Mai habe (z.B. Zahlungseingang 15.06.2015), gelten diese dann als meldungspflichtige Einnahmen während der Arbeitslosigkei? Also gilt bei der Bewertung der Einnahmen die Zeit der Verursachung oder die des Zahlungseingangs?
Ich bedanke mich schon jetzt für ihre Bemühungen.

Antwort: Guten Abend, ich habe eine

Guten Tag,
bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

Zentrales Kriterium für das Eintreten von Arbeitslosigkeit (und damit Anspruch auf Versicherungsleistungen) ist das Unterschreiten einer wöchentlichen (Gesamt-)Arbeitszeit von 15 Stunden. Wenn Arbeitslose während des Bezugs von Arbeitslosengeld (ALG I) Zahlungen aufgrund von Ansprüchen erhalten, die nachweislich aus früheren Beschäftigungen oder selbstständigen Tätigkeiten resultieren, mindert das den Anspruch auf Arbeitslosengeld grundsätzlich nicht.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen dank für die schnelle

Vielen dank für die schnelle und klare antwort!

Arbeitslosengeld bei Wiederkehr nach Auslandsaufenthalt?

Guten Tag,
ich wuerde gerne wissen, ob in folgendem Fall ein Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend gemacht werden kann.

Seit 2002 bin ich als Freiberuflerin in der freiwilligen Arbeitslosengeldversicherung regelmaessig versichert. Der monatliche Beitrag liegt derzeit bei dem Hoechstsatz, ueber 90 EUR.

Vor einingen Jahren bin ich ins Ausland gegangen, wo ich mich bis jetzt dauerhaft aufhalte (Wohnsitz ist jedoch in Deutschland gemeldet). Anfangs konnte ich online meiner Taetigkeit ungehindert nachgehen, allerdings wurde das im Laufe der Jahre immer weniger und ist seit langer Zeit vollstaendig zum Erliegen gekommen.

Seit dem lebe ich von Erspartem und zahle weiterhin regelmaessig in die freiwillige ALV ein. Die Ersparnisse werden jedoch kleiner und der monatliche ALV Beitrag schlaegt empfindlich zu Buche? Kann ich die ALV in Anspruch nehmen, falls ich mich dafuer entscheide wieder nach Deutschland zu kommen und es hoechswahrscheinlich nicht direkt Auftraege hagelt?

Vielen Dank fuer Ihre Stellungnahme

Antwort: Arbeitslosengeld bei Wiederkehr nach Auslandsaufenthalt

Guten Tag,
wenn ich Sie richtig verstanden haben, waren Sie in den letzten Jahren durchgängig in Deutschland gemeldet und haben ununterbrochen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt. Deshalb spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass Sie sich arbeitslos melden - vorausgesetzt natürlich, Sie gelten als arbeitslos, weil ...

* Ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit (inklusive aller Vor- und Nacharbeiten, Buchführung und interne Verwaltung) weniger als 15 Stunden beträgt oder weil Sie

* Ihr Geschäft endgültig aufgeben.
Ausführliche Informationen zur Arbeitslosmeldung von Selbstständigen finden Sie auf folgenden Seiten von akademie.de
http://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-... und
http://www.akademie.de/wissen/status-arbeitslos-selbststaendige

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage zur Bemessungsgrundlage

Lieber Herr Chromow,
vielen Dank fuer Ihre schnelle und konkrete Antwort! Es ist richtig, dass ich in den letzten Jahren durchgaengig meine ALV Beitraege gezahlt habe und auch in Deutschland gemeldet bin.

Meine Bedenken bestehen eher darin, dass ob der mehrjaehrigen Auftragsflaute (ich lebe in Fernost, da kommt man mit Erspartem laenger aus...) sich der kuenftige Bezug des ALG an den eigenen Einkuenften der letzten Jahre orientieren koennte und dieser dann plus minus Null ausfaellt.

Richtet sich das ALG bei freiwillig Versicherten nach einer Pauschale oder steht dies in Verbindung mit den eigenen Einkuenften der letzten 1-2 Jahre? (so wie dies ja bei Pflichtversicherten ist)

Ganz vielen Dank fuer Ihre Rueckmeldung

Antwort: Frage zur Bemessungsgrundlage

Guten Tag,
nein, bei freiwillig Versicherten richtet sich das Arbeitslosengeld nicht nach dem bisherigen Einkommen: Da bei Selbstständigen eine eindeutige Berechnungsgrundlage (wie das Bruttogehalt eines Arbeitnehmers) fehlt, wird ein sogenanntes "fiktives Bemessungsentgelt" zugrunde gelegt, das sich nach der Berufsausbildung richtet (sog. "Qualifikationsgruppen"). Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite
http://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-...
... im Abschnitt "Die monatliche Höhe des Arbeitslosengeldes für freiwillig versicherte Selbstständige".
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
Ausführliche Informationen

eingeschränkte selbständige Tätigkeit während Bezug von ALG I

Guten Tag,
vorab vielen Dank für diese hilfreiche Seite mit gut erklärenden Texten.
Meine Situation ist die folgende: Ich arbeite seit Herbst 2009 freiberuflich als freie Redakteurin und zahle seitdem in die freiwillige AV ein.
Ich habe mich im Dezember 2014 arbeitslos gemeldet, da die Auftragslage gerade nicht gut ist.
Mein Plan sieht nun so aus, dass ich langfristig aus der Freiberuflichkeit wieder raus und in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchte. Bis dahin würde ich gerne auch weiterhin Aufträge bearbeiten (diese umfassen i.d.R. mehrere Tage bis Wochen).
Ein ebenfalls freiberuflich arbeitender Freund sagte mir, es gäbe die Möglichkeit, sich während des Bezugs von ALG I für kleine/kurze Aufträge "vorübergehend aus dem Leistungsbezug abzumelden", ohne dass dies als Unterbrechung der freiwilligen AV gilt, da in dieser Zeit keine Beiträge in die freiwillige AV eingezahlt würden.
Können Sie mir dazu mehr sagen? Ich habe dazu bisher leider nirgends etwas finden können. Weder hier noch anderswo.
Ich habe das erste Gespräch mit der Agentur vor mir und habe - so wie Sie hier auch bereits an mehreren Stellen angemerkt haben - den Eindruck, die verschiedenen Abteilungen dort wissen nichts voneinander. Sprich die Arbeitsvermittler haben keine Ahnung davon, wie die Konditionen und Konsequenzen der freiwilligen AV sich auswirken.
Ganz herzlichen Dank
und viele Grüße

Antwort: eingeschränkte selbständige Tätigkeit während Bezug von

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung!

Vorweg: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Eine "kurzfristige" (= bis zu 6-wöchige) Unterbrechung der Arbeitslosigkeit gilt als "Zwischenbeschäftigung". Dazu heißt es auf Seite 17 des aktuellen BA-"Merkblatt 1" für Arbeitslose:
------------ Zitat ----------------
Unterbrechung des Leistungsbezuges, Zwischenbeschäftigung
Um sich vor leistungsrechtlichen Nachteilen zu schützen,
teilen Sie bitte Ihrer Agentur für Arbeit jede Unterbrechung
Ihrer Arbeitslosigkeit vorher mit. Im Einzelnen gilt
Folgendes:

Unterbrechung der Arbeitslosigkeit von höchstens 6 Wochen:

* Wird Ihre Arbeitslosigkeit oder Ihr Leistungsbezug
planmäßig für einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen
unterbrochen, weil Sie z. B. Ihrer Agentur für Arbeit
nicht zur Verfügung stehen, bekommen Sie die Leistung
nach der Unterbrechung ohne erneute persönliche
Arbeitslosmeldung und Antragstellung weitergezahlt.

* Das Gleiche gilt, wenn Sie eine Beschäftigung von
mindestens 15 Stunden wöchentlich oder eine
Tätigkeit als Selbständige/r oder als mithelfende/r
Familienangehörige/r in entsprechendem Umfang
aufnehmen. Voraussetzung ist, dass Sie Ihrer Agentur
für Arbeit die Arbeitsaufnahme und die Dauer der
Beschäftigung unverzüglich mitgeteilt haben.
----------Zitat-Ende --------------
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkb...

Da die vorübergehende Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit zwecks Zwischenbeschäftigung nicht als Beendigung der Arbeitslosigkeit gewertet wird, ist keine neue Arbeitslosmeldung erforderlich. Daraus ergibt sich dann aus meiner Sich zwangsläufig, dass auch keine wiederholte (Wieder-)Aufnahme in die Antrags-Pflichtversicherung erfolgt. Die erfolgt erst dann, wenn die Arbeitslosigkeit länger als sechs Wochen unterbrochen oder ganz beendet wird.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche, völlig unmaßgebliche Ansicht. Eine BA-Dienstanweisung oder sonstige Veröffentlichung der Bundesagentur zu diesem Thema kann ich Ihnen auf Anhieb leider nicht nennen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

danke

Werter Herr Chromow,
ganz herzlichen Dank für die rasche Antwort!
Mit besten Grüßen

Inanspruchnahme der freiwilligen Arbeitslosenversicherung

Seit 2004 bin ich selbständig - gegründet als "ICH-Ag" aus der Arbeitslosigkeit heraus und zahle seit Beginn und Mgl. der freiwilligen Arbeitslosenversicherung auch fleissig meine Beiträge ein. In Anspruch nahm ich die Versicherung bereits einmal von 04/2009 bis 11/2009 und von 04/2012 bis 12/2012. Dazwischen/Jetzt war/bin ich wieder selbständig. Seit 2011 gilt ja die Regelung dass man die Versicherung nur 2mal in Anspruch nehmen kann, danach ist ein 3tes Mal nicht mgl.
Worauf bezieht sich die "Anzahl 2mal"???? Generell nur insgesamt 2 mal? Also auf mich bezogen könnte ich jetzt im Notfall nur noch einmal die Versicherung in Anspruch nehmen, da ich ja 2012 schonmal arbeitslos war. Oder bezieht sich die "Anzahl 2 mal" auf den Zeitraum "Arbeitslos ohne dass ich wieder einen neuen Anspruch auf ALG 1 eingezahlt habe"?
Bsp. ich melde mich jan 2016 arbeitslos bleibe bis April 2016 arbeitslos danach geht es dem Unternehmen wieder besser, melde mich ab, zahle wieder Beiträge zur freiw. AL Vers....... und im Nov. 2016 kommt nochmal eine Durststrecke, zwischenzeitlich habe ich wieder beiträge eingezahlt, aber mit der Dauer der Beitragszahlung habe ich ja noch keinen neuen Anspruch auf alg 1 erworben.
Wenn sich wer aus meinen Kauderwelsch rausfindet, danke für die Antwort. Ich habe da voriges Jahr schonmal beim Arbeitsamt nachgefragt, aber die MA wollte/oder konnte mir da keine Antwort geben.
Was ist falls ich nicht mehr in die freiwillige Versicherung einzahlen darf, mit nicht genutztes restansprüchen von dem ALG1, bleibt das einen genauso wie beim normalen Arbeitnehmer 4 Jahre lang erhalten, sollte nochmal "Bedarf" sein, oder verfällt das dann?

Antwort: Inanspruchnahme der freiwilligen Arbeitslosenversicheru

Guten Tag,
ich fürchte, Sie können die Arbeitslosenversicherung noch genau einmal in Anspruch nehmen. Da Sie seit der Gesetzesnovelle (Anfang 2011) sich bereits einmal arbeitslos gemeldet (im Jahr 2012) und anschließend wieder gegen Arbeitslosigkeit versichert haben, greift die Bestimmung in § 28a Abs. 2 SGB III. Dort heißt es:
------------ Zitat ----------------
"Die Begründung eines Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag (...) ist ausgeschlossen, wenn der Antragsteller (...) die zu dieser Versicherungspflicht führende Tätigkeit bereits zweimal unterbrochen hat und in den Unterbrechungszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend gemacht hat."
----------Zitat-Ende --------------

Erworbene Ansprüche auf Arbeitslosengeld bleiben Ihnen erhalten. Weitere Antworten auf "Zweifelsfragen zur Arbeitslosenversicherung für Selbstständige" finden Sie hier:
http://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

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