Praxisleitfaden: Die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige

Was die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige bringt, was sie kostet und für wen sie sich (noch) lohnt

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Stand: 14. März 2014 (aktualisiert)

Auch Selbstständige können sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern - vorausgesetzt, sie stellen innerhalb von drei Monaten nach der Gründung den erforderlichen Antrag. Die monatlichen Beiträge sind in den letzten Jahren allerdings dramatisch gestiegen: Zurzeit kostet die Arbeitslosenversicherung 82,95 Euro in den alten Bundesländern und 70,35 Euro in den neuen Ländern (Stand: 2014). Für manche Selbstständige kann die freiwillige Versicherung trotzdem ein sinnvolles Instrument der Risikovorsorge sein.

Dieser Ratgeber stellt die Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige vor. Sie erfahren, wer beitreten kann, und welche Nachweise erforderlich sind. Außerdem sagen wir Ihnen, wie hoch die Beiträge ausfallen, wie und unter welchen Bedingungen Sie sich im Falle einer Geschäftsflaute arbeitslos melden können und mit wie viel Arbeitslosengeld Sie rechnen können.

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Einkommensanrechnung

Lieber Herr Chromow,
meine Frage geht in dieselbe Richtung wie die von "Gast": Ich überlege, mich vorübergehend arbeitslos zu melden. Kleinere Aufträge laufen weiter, Umfang und Einnahmen sind nicht so hoch. Doch ein Termin drückt mich: ein Seminar ist jetzt auf den Sommer verschoben worden. Ich möchte die Einnahmen dafür nicht gern abgeben, schließlich habe ich das Konzept in der hauptberuflichen Selbstständigkeit entwickelt und viel Arbeit reingesteckt. Sollte ich mich für diese Zeit beim Arbeitsamt abmelden? Und komme ich bei einer kurzzeitigen Abmeldung (auch mehrfach) wieder problemlos in den Status als Selbstständige? Vielen Dank für Ihre Antwort und herzliche Grüße,
AE

Antwort: Einkommensanrechnung

Guten Tag, AE,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Unterbrechung der Arbeitslosigkeit zwecks Erledigung eines Auftrags als Selbstständige/r ist rechtlich zulässig und wird häufig praktiziert.

2.
Allgemeine Informationen zur vorübergehenden Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit finden Sie in den vorangegangenen Antworten anderer Fragesteller sowie in unserem Gründerleitfaden - dort insbesondere im Kapitel "Arbeitsloser Unternehmer auf Zeit"
http://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit/arb...

3.
Sofern von vornherein klar ist, dass eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit nicht länger als sechs Wochen (= 42 Kalendertage) dauert, handelt es sich lediglich um eine Unterbrechung. In dem Fall ermöglicht die Geschäftsanweisung zu § 141 SGB III eine anschließende automatische "Weiterbewilligung von Amtswegen" - vgl. GA 141, Seite 7:
http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc?IdcService=GET_FILE&dDocName=L6...
Eine erneute persönliche Arbeitslosmeldung ist in dem Fall nicht erforderlich. Nachteile für eine eventuelle freiwillige Arbeitslosenversicherung ("Antragspflichtversicherung") ergeben sich bei solchen kurzzeitigen Unterbrechungen der Arbeitslosigkeit normalerweise auch nicht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Guten Abend, ich habe eine

Guten Abend, ich habe eine Verständnisfrage: wenn ich mich (seit 4 Jahren freiwillig arbeitslosversichert) bspw.ab 01.06.2015 vorübergehend arbeitslos melden muss, dann vorkäufig keine Aufträge mehr habe, jedoch noch Einnahmen für Tätigkeiten aus dem Vormonat Mai habe (z.B. Zahlungseingang 15.06.2015), gelten diese dann als meldungspflichtige Einnahmen während der Arbeitslosigkei? Also gilt bei der Bewertung der Einnahmen die Zeit der Verursachung oder die des Zahlungseingangs?
Ich bedanke mich schon jetzt für ihre Bemühungen.

Antwort: Guten Abend, ich habe eine

Guten Tag,
bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

Zentrales Kriterium für das Eintreten von Arbeitslosigkeit (und damit Anspruch auf Versicherungsleistungen) ist das Unterschreiten einer wöchentlichen (Gesamt-)Arbeitszeit von 15 Stunden. Wenn Arbeitslose während des Bezugs von Arbeitslosengeld (ALG I) Zahlungen aufgrund von Ansprüchen erhalten, die nachweislich aus früheren Beschäftigungen oder selbstständigen Tätigkeiten resultieren, mindert das den Anspruch auf Arbeitslosengeld grundsätzlich nicht.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen dank für die schnelle

Vielen dank für die schnelle und klare antwort!

Arbeitslosengeld bei Wiederkehr nach Auslandsaufenthalt?

Guten Tag,
ich wuerde gerne wissen, ob in folgendem Fall ein Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend gemacht werden kann.

Seit 2002 bin ich als Freiberuflerin in der freiwilligen Arbeitslosengeldversicherung regelmaessig versichert. Der monatliche Beitrag liegt derzeit bei dem Hoechstsatz, ueber 90 EUR.

Vor einingen Jahren bin ich ins Ausland gegangen, wo ich mich bis jetzt dauerhaft aufhalte (Wohnsitz ist jedoch in Deutschland gemeldet). Anfangs konnte ich online meiner Taetigkeit ungehindert nachgehen, allerdings wurde das im Laufe der Jahre immer weniger und ist seit langer Zeit vollstaendig zum Erliegen gekommen.

Seit dem lebe ich von Erspartem und zahle weiterhin regelmaessig in die freiwillige ALV ein. Die Ersparnisse werden jedoch kleiner und der monatliche ALV Beitrag schlaegt empfindlich zu Buche? Kann ich die ALV in Anspruch nehmen, falls ich mich dafuer entscheide wieder nach Deutschland zu kommen und es hoechswahrscheinlich nicht direkt Auftraege hagelt?

Vielen Dank fuer Ihre Stellungnahme

Antwort: Arbeitslosengeld bei Wiederkehr nach Auslandsaufenthalt

Guten Tag,
wenn ich Sie richtig verstanden haben, waren Sie in den letzten Jahren durchgängig in Deutschland gemeldet und haben ununterbrochen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt. Deshalb spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass Sie sich arbeitslos melden - vorausgesetzt natürlich, Sie gelten als arbeitslos, weil ...

* Ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit (inklusive aller Vor- und Nacharbeiten, Buchführung und interne Verwaltung) weniger als 15 Stunden beträgt oder weil Sie

* Ihr Geschäft endgültig aufgeben.
Ausführliche Informationen zur Arbeitslosmeldung von Selbstständigen finden Sie auf folgenden Seiten von akademie.de
http://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-... und
http://www.akademie.de/wissen/status-arbeitslos-selbststaendige

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage zur Bemessungsgrundlage

Lieber Herr Chromow,
vielen Dank fuer Ihre schnelle und konkrete Antwort! Es ist richtig, dass ich in den letzten Jahren durchgaengig meine ALV Beitraege gezahlt habe und auch in Deutschland gemeldet bin.

Meine Bedenken bestehen eher darin, dass ob der mehrjaehrigen Auftragsflaute (ich lebe in Fernost, da kommt man mit Erspartem laenger aus...) sich der kuenftige Bezug des ALG an den eigenen Einkuenften der letzten Jahre orientieren koennte und dieser dann plus minus Null ausfaellt.

Richtet sich das ALG bei freiwillig Versicherten nach einer Pauschale oder steht dies in Verbindung mit den eigenen Einkuenften der letzten 1-2 Jahre? (so wie dies ja bei Pflichtversicherten ist)

Ganz vielen Dank fuer Ihre Rueckmeldung

Antwort: Frage zur Bemessungsgrundlage

Guten Tag,
nein, bei freiwillig Versicherten richtet sich das Arbeitslosengeld nicht nach dem bisherigen Einkommen: Da bei Selbstständigen eine eindeutige Berechnungsgrundlage (wie das Bruttogehalt eines Arbeitnehmers) fehlt, wird ein sogenanntes "fiktives Bemessungsentgelt" zugrunde gelegt, das sich nach der Berufsausbildung richtet (sog. "Qualifikationsgruppen"). Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite
http://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-...
... im Abschnitt "Die monatliche Höhe des Arbeitslosengeldes für freiwillig versicherte Selbstständige".
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
Ausführliche Informationen

eingeschränkte selbständige Tätigkeit während Bezug von ALG I

Guten Tag,
vorab vielen Dank für diese hilfreiche Seite mit gut erklärenden Texten.
Meine Situation ist die folgende: Ich arbeite seit Herbst 2009 freiberuflich als freie Redakteurin und zahle seitdem in die freiwillige AV ein.
Ich habe mich im Dezember 2014 arbeitslos gemeldet, da die Auftragslage gerade nicht gut ist.
Mein Plan sieht nun so aus, dass ich langfristig aus der Freiberuflichkeit wieder raus und in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchte. Bis dahin würde ich gerne auch weiterhin Aufträge bearbeiten (diese umfassen i.d.R. mehrere Tage bis Wochen).
Ein ebenfalls freiberuflich arbeitender Freund sagte mir, es gäbe die Möglichkeit, sich während des Bezugs von ALG I für kleine/kurze Aufträge "vorübergehend aus dem Leistungsbezug abzumelden", ohne dass dies als Unterbrechung der freiwilligen AV gilt, da in dieser Zeit keine Beiträge in die freiwillige AV eingezahlt würden.
Können Sie mir dazu mehr sagen? Ich habe dazu bisher leider nirgends etwas finden können. Weder hier noch anderswo.
Ich habe das erste Gespräch mit der Agentur vor mir und habe - so wie Sie hier auch bereits an mehreren Stellen angemerkt haben - den Eindruck, die verschiedenen Abteilungen dort wissen nichts voneinander. Sprich die Arbeitsvermittler haben keine Ahnung davon, wie die Konditionen und Konsequenzen der freiwilligen AV sich auswirken.
Ganz herzlichen Dank
und viele Grüße

Antwort: eingeschränkte selbständige Tätigkeit während Bezug von

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung!

Vorweg: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Eine "kurzfristige" (= bis zu 6-wöchige) Unterbrechung der Arbeitslosigkeit gilt als "Zwischenbeschäftigung". Dazu heißt es auf Seite 17 des aktuellen BA-"Merkblatt 1" für Arbeitslose:
------------ Zitat ----------------
Unterbrechung des Leistungsbezuges, Zwischenbeschäftigung
Um sich vor leistungsrechtlichen Nachteilen zu schützen,
teilen Sie bitte Ihrer Agentur für Arbeit jede Unterbrechung
Ihrer Arbeitslosigkeit vorher mit. Im Einzelnen gilt
Folgendes:

Unterbrechung der Arbeitslosigkeit von höchstens 6 Wochen:

* Wird Ihre Arbeitslosigkeit oder Ihr Leistungsbezug
planmäßig für einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen
unterbrochen, weil Sie z. B. Ihrer Agentur für Arbeit
nicht zur Verfügung stehen, bekommen Sie die Leistung
nach der Unterbrechung ohne erneute persönliche
Arbeitslosmeldung und Antragstellung weitergezahlt.

* Das Gleiche gilt, wenn Sie eine Beschäftigung von
mindestens 15 Stunden wöchentlich oder eine
Tätigkeit als Selbständige/r oder als mithelfende/r
Familienangehörige/r in entsprechendem Umfang
aufnehmen. Voraussetzung ist, dass Sie Ihrer Agentur
für Arbeit die Arbeitsaufnahme und die Dauer der
Beschäftigung unverzüglich mitgeteilt haben.
----------Zitat-Ende --------------
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkb...

Da die vorübergehende Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit zwecks Zwischenbeschäftigung nicht als Beendigung der Arbeitslosigkeit gewertet wird, ist keine neue Arbeitslosmeldung erforderlich. Daraus ergibt sich dann aus meiner Sich zwangsläufig, dass auch keine wiederholte (Wieder-)Aufnahme in die Antrags-Pflichtversicherung erfolgt. Die erfolgt erst dann, wenn die Arbeitslosigkeit länger als sechs Wochen unterbrochen oder ganz beendet wird.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche, völlig unmaßgebliche Ansicht. Eine BA-Dienstanweisung oder sonstige Veröffentlichung der Bundesagentur zu diesem Thema kann ich Ihnen auf Anhieb leider nicht nennen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

danke

Werter Herr Chromow,
ganz herzlichen Dank für die rasche Antwort!
Mit besten Grüßen

Inanspruchnahme der freiwilligen Arbeitslosenversicherung

Seit 2004 bin ich selbständig - gegründet als "ICH-Ag" aus der Arbeitslosigkeit heraus und zahle seit Beginn und Mgl. der freiwilligen Arbeitslosenversicherung auch fleissig meine Beiträge ein. In Anspruch nahm ich die Versicherung bereits einmal von 04/2009 bis 11/2009 und von 04/2012 bis 12/2012. Dazwischen/Jetzt war/bin ich wieder selbständig. Seit 2011 gilt ja die Regelung dass man die Versicherung nur 2mal in Anspruch nehmen kann, danach ist ein 3tes Mal nicht mgl.
Worauf bezieht sich die "Anzahl 2mal"???? Generell nur insgesamt 2 mal? Also auf mich bezogen könnte ich jetzt im Notfall nur noch einmal die Versicherung in Anspruch nehmen, da ich ja 2012 schonmal arbeitslos war. Oder bezieht sich die "Anzahl 2 mal" auf den Zeitraum "Arbeitslos ohne dass ich wieder einen neuen Anspruch auf ALG 1 eingezahlt habe"?
Bsp. ich melde mich jan 2016 arbeitslos bleibe bis April 2016 arbeitslos danach geht es dem Unternehmen wieder besser, melde mich ab, zahle wieder Beiträge zur freiw. AL Vers....... und im Nov. 2016 kommt nochmal eine Durststrecke, zwischenzeitlich habe ich wieder beiträge eingezahlt, aber mit der Dauer der Beitragszahlung habe ich ja noch keinen neuen Anspruch auf alg 1 erworben.
Wenn sich wer aus meinen Kauderwelsch rausfindet, danke für die Antwort. Ich habe da voriges Jahr schonmal beim Arbeitsamt nachgefragt, aber die MA wollte/oder konnte mir da keine Antwort geben.
Was ist falls ich nicht mehr in die freiwillige Versicherung einzahlen darf, mit nicht genutztes restansprüchen von dem ALG1, bleibt das einen genauso wie beim normalen Arbeitnehmer 4 Jahre lang erhalten, sollte nochmal "Bedarf" sein, oder verfällt das dann?

Antwort: Inanspruchnahme der freiwilligen Arbeitslosenversicheru

Guten Tag,
ich fürchte, Sie können die Arbeitslosenversicherung noch genau einmal in Anspruch nehmen. Da Sie seit der Gesetzesnovelle (Anfang 2011) sich bereits einmal arbeitslos gemeldet (im Jahr 2012) und anschließend wieder gegen Arbeitslosigkeit versichert haben, greift die Bestimmung in § 28a Abs. 2 SGB III. Dort heißt es:
------------ Zitat ----------------
"Die Begründung eines Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag (...) ist ausgeschlossen, wenn der Antragsteller (...) die zu dieser Versicherungspflicht führende Tätigkeit bereits zweimal unterbrochen hat und in den Unterbrechungszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend gemacht hat."
----------Zitat-Ende --------------

Erworbene Ansprüche auf Arbeitslosengeld bleiben Ihnen erhalten. Weitere Antworten auf "Zweifelsfragen zur Arbeitslosenversicherung für Selbstständige" finden Sie hier:
http://www.akademie.de/wissen/freiwillige-arbeitslosenversicherung-fuer-...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage:"Erworbene Ansprüche auf Arbeitslosengeld bleiben erhalten

Ich habe die gleiche Situation wie der Gast am 4. November 2014 - 12:37, Ich hatte sogar ein persönliches Gespräch und alle Zweifel angebracht, dass die Versicherung nur zweimal unterbrochen werden kann. Antwort: Nein, Sie melden nur ein neues Gewerbe an und damit bleibt alles beim Alten! - Leider Nein-
Widerspruch werde ich einlegen und darauf pochen, das mir ein Restanspruch von 264 Tagen bleibt.

Welches Prinzip wird hier verfolgt, besteht weiter kein Interesse, dass es die ICH-AG gibt, sind wir am Ende zu teuer; daher auch die drastische Beitragserhöhung.

Gibt es noch andere Weg wieder in die Versicherung einzutreten, Anmeldung eines Neuen Gewerbes (was auch immer)?

Danke für Ihre Mühe und Zeit
Gruss aus Aachen

Antwort: Frage:"Erworbene Ansprüche auf Arbeitslosengeld bleiben

Guten Abend nach Aachen,
ich bin nicht sicher, ob wir über den gleichen Sachverhalt sprechen: Dass nach zweimaligem Bezug von Arbeitslosengeld die Rückkehr zur "freiwilligen Arbeitslosenversicherung" (= Antragspflichtversicherung) nicht mehr möglich ist, hat mit dem Erhalt von Restansprüchen auf Arbeitslosengeld aus meiner Sicht unmittelbar nichts zu tun: Bestehende ALG-I_Ansprüche bleiben Ihnen erhalten - Sie können allerdings keine neuen Ansprüche erwerben.

Auf Ihre Frage zur Aufnahme einer anderen Tätigkeit / eines anderen Gewerbes antwortete die Bundesagentur für Arbeit Anfang 2011 nach Inkrafttreten der Neuregelung:
------------ Zitat ----------------
"Selbständige die schon einmal nach § 28a SGB III versichert waren, können sich nur dann noch einmal versichern, wenn sie eine andere neue Tätigkeit ausüben. Die Anspruchsvoraussetzungen sind dann erneut zu prüfen."
----------Zitat-Ende --------------
Wichtig ist jedoch, dass es sich tatsächlich um eine erkennbar _andere_ neue Tätigkeit handelt. Bei deren Planung und Formulierung lassen Sie sich am besten von einem Gründungsberater unterstützen, der die Gepflogenheiten der Arbeitsagentur bei Ihnen vor Ort kennt.

Alles Gute und lassen Sie uns bitte wissen, was aus Ihrem Vorhaben geworden ist!

Viele Grüße
Robert Chromow

Wiederspruch statt gegeben

Hier meine Antwort zu der Anfrage.
Sie war erfolgreich!!!
Ich habe Wiederspruch eingelegt und Heute den'Abhilfebescheid' erhalten. Dadurch muss ich zwar eine Nachzahlung von 2014 hinnehmen aber das werde ich wohl tragen können ;-)))
In meinem Schreiben habe ich darauf hingewiesen, dass ich letztendlich eine Neue Tätigkeit ausführe. Ich bin natürlich Ing. aber habe in einer Ausbildung einen neuen Titel erworben (Sicherheits- Ing.). Daher auch das neue Gewerbe. Dieses wurde scheinbar anerkannt.

Danke für die Hilfe und Unterstützung.
Gruss aus Aachen
Frank

Danke

Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort.
Sobald ich etwas erfahre melde ich mich umgehend wieder.
Gruss aus Aachen

Abgelehnter Antrag für freiwillige ALV

Vielen Dank für die ausführliche Informationen auf Ihrer Seite.
Ich habe dazu noch ein Paar Fragen, bezogen auf eine bestimmte Situation:

Mein Mann war im Jahr 2009 Existenzgründer und hat in die "freiwillige ALV" eingezahlt. Danach hat er die Selbständigkeit abgebrochen und ende 2009 und bis 07.2011 war er in ganz normalem sozial-versichertem Arbeitsverhältnis.
Als ihm gekündigt wurde, hat er einen Angebot bekommen: für eine Firma für 2 Monate bei einem Projekt mitzumachen. Das haben wir AA auch mitgeteilt und die haben uns gesagt das er das auch so machen kann und dann erst nach diesen 2 Monaten sich Arbeitslos melden sollte (verzögerte Arbeitslosmeldung?). In diesen 2 "selbständigen Monaten" hat er wieder in die "freiwillige ALV" eingezahlt.
Als dieses Projekt zu Ende war, hat er für 3 Monate ALG-1 bezogen.
Von der neuen Regelung, dass wenn man die Selbständigkeit 2 mal abbricht, kann man nicht mehr in die freiwillige ALV rein - haben wir gar nichts von dem AA-Berater gehört.
vom 01.2012 bis ende 05.2014 war mein Mann wieder ganz normal sozial-pflichtig angestellt.
Daraufhin hat er wieder das Angebot von der anderen Firma bekommen: für mindestens 4 Monate für einen Projekt zu arbeiten. Deswegen hatten wir wieder bei AA angerufen und Einzelheiten geklärt:
Er solle ganz normal als Selbständiger arbeiten, und sobald das Projekt zu Ende ist, einfach bei der Agentur arbeitslos melden. Natürlich wollten wir auch die freiwillige ALV wieder haben und laut telefonischen Auskunft sollte es kein Problem sein, also haben wir einen Antrag gestellt.

Nun haben wir von der AA den Brief erhalten, das die Wiederaufnahme in die freiwillige ALV nicht möglich ist, da er schon 2 mal die Selbständigkeit abgebrochen hat und ALG-1 bezogen hat.

Nun ist die Frage ob mein Mann einen Widerspruch mit Erfolgsaussicht einlegen kann, weil, als er erstes mal in die freiwillige ALV eingezahlt hat, es noch die "alte Regelung" gab?
2. Mal im 2011 haben wir das auch nur gemacht, weil AA-Berater uns das geraten hat. Wir wussten schon das die Arbeitslosigkeit nicht lange dauert und spätestens 01.2012 er eine Anstellung bekommt. Und wenn wir gewusst hätten das es die "letzte Möglichkeit" war in die freiwillige ALV zu kommen, würden wir es uns auch eventuell anders überlegen.

Oder was können wir in diesem Fall noch tun?

Ich hoffe das ich die Situation verständlich dargestellt habe. Wenn nicht, kann ich das gerne ausführlicher erläutern.

Antwort: Abgelehnter Antrag für freiwillige ALV

Guten Tag,
den konkreten Einzelfall kann ich leider nicht beurteilen - ganz allgemein entspricht der Bescheid m. E. aber der Rechtslage, fürchte ich. Ob der AA-Berater Ihren Mann auf die Folgen der kurzzeitigen freiwilligen ALV hätte hinweisen müssen, wage ich auch zu bezweifeln. Die Details besprechen Sie am besten aber mit einem Rechtsanwalt, der sich mit dem SGB III auskennt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für Ihre

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Wir haben die Situation mit der Agentur geklärt und vielleicht kann diese Information jemandem nützlich sein.

Am Montag haben wir die AA-Hotline angerufen und der Callcenter Mitarbeiter konnte uns gar nicht helfen. Der verstand nichts von der freiwilligen ALV und konnte nur den Text von dem Brief, was wir auch gekriegt haben, lesen. Ich habe ihm gebeten mich weiter zu verbinden, mit jemandem der sich auskennt. Er hat mir gesagt, dass einer der Mitarbeiter meldet sich innerhalb von 2 Tagen bei uns.
Heute Morgen haben wir einen Anruf bekommen und eine nette Dame, die sich damit auskennt, hat uns gesagt das es wohl ein Fehler unterlaufen ist. Mein Mann wird doch in die freiwillige ALV genommen. Die Regelung von "2 mal" bezieht sich wohl eher auf "2 mal ALG-1 kriegen" und nicht "2 mal ALV beantragen". Und da er in letzen 2,5 Jahren sozalversicherungspflichtig angestellt war, und ein neues Anspruch auf ALG-1 usw hat, sollte es überhaupt kein Problem sein. Jetzt sollten wir einen neuen Brief von der Agentur bekommen.

Mit freundlichem Gruß,
Marina

Gewerbe während eines Angestelltenverhältnisses

Hallo,

bei mir war der Ablauf wie folgt:

-komplettes Kalenderjahr 2013 Angestellt (versicherungspflichtig)
-Oktober 2013 Anmeldung eines Gewerbes
-01.01.14 Wechsel in die Selbstständigkeit, sprich Arbeitsverhältnis wurde zum 31.12.13 gekündigt

Bis wann habe ich nun die Möglichkeit mich freiwillig in der Aloversicherung zu versichern?

Gilt die 3 Monatsfrist vom Tag der Anmeldung?! Eher nein würde ich schätzen, da ich ja noch pflichtet war....
Also gehe ich davon aus, dass ich ab dem 1.1.14 eine 3 Monatige Frist habe, richtig?

Vielen Dank im Voraus

Antwort: Gewerbe während eines Angestelltenverhältnisses

Hallo,
und ja, so sehe ich das auch. In § 28a Abs. 3 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__28a.html
heißt es:
------------ Zitat ----------------
(3) Der Antrag muss spätestens innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit oder Beschäftigung, die zur Begründung eines Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag berechtigt, gestellt werden.
----------Zitat-Ende --------------
Die Tätigkeit, die "zur Begründung eines Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag berechtigt," (das ist bei Ihnen eine "selbständige Tätigkeit mit einem Umfang von mindestens 15 Stunden wöchentlich") begann in Ihrem Fall ja erst am 1.1.2014. Aufgrund der vorhergehenden nebenberuflich selbstständigen Tätigkeit hätten Sie kein "Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag" beantragen können, weil Sie in Ihrem damaligen Hauptberuf ja noch pflichtversichert waren.

Bitte beachten Sie: Eine abschließende Beurteilung Ihres Einzelfalls ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Am besten fragen Sie direkt bei der Arbeitsagentur nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Krankheit und Bezug von ALG I

Sehr geehrter Herr Chromow,

Ich bin seit 2007 Selbständig und von Beginn an in der FAV versichert. Nun werde ich aufgrund einer unerwarteten Krankheit und OP mit anschließender Reha einige Wochen/Monate ausfallen und meine Tätigkeit nicht ausführen können (evtl. danach auch nur eingeschränkt). Ein Anspruch auf Krankengeld besteht nicht.

Kann bzw. sollte ich nun ab sofort ALG I beantragen? Ich bin mir unsicher, da es zum einen absehbar ist, dass ich für einen längeren Zeitraum meine Tätigkeit nicht ausführen und zunächst nicht mehr als 15h arbeiten kann, andererseits bin ich ja aktuell krank (geschrieben) und stehe dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Gibt es einen Konflikt zwischen meiner derzeitigen Krankheit und dem Antrag bzw. Bezug von ALG I? Wird das ALG I auch über 6 Wochen Krankheit hinaus gezahlt, wenn ich keinen Anspruch auf Krankengeld habe?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort: Krankheit und Bezug von ALG I

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle weder möglich noch zulässig ist. Meines Wissens sieht die allgemeine Rechtslage so aus:

1. Wenn eine Erkrankung bereits vor der Arbeitslosigkeit eintritt, ist eine Arbeitslosmeldung aus den von Ihnen genannten Gründen nicht möglich.

2. Falls Sie gesund sind, Ihre Wochenarbeitszeit (inklusive Vor- und Nachbereitungszeiten, Präsenzzeiten etc.) unter 15 Stunden liegt und Sie dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen, können Sie sich gemäß § 138 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__138.html
arbeitslos melden.

3. Auch Arbeitslose können und dürfen krank werden.

4. Sofern Arbeitslose während des Leistungsbezugs krank werden und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ("gelber Zettel") vorlegen, haben sie bis zu sechs Wochen lang Anspruch Leistungsfortzahlung.

Gute Besserung und herzliche Grüße
Robert Chromow

Dauer bis FAV greift / Qualifikationsgruppen / Flaute überwunden

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank erstmal für die sehr ausführlichen Informationen rund um das Thema "freiwillige ALV". Da bleiben ja (fast) keine Fragen offen.

In der Hoffnung nichts überlesen zu haben erlaube ich mir ihnen meine Fragen zu stellen, deren Antworten sicherlich auch für die Allgemeinheit interessant sind:

1. Ich bin seit 2007 Selbständig und habe seit Beginn in die FAV eingezahlt. Aufgrund einer Auftragsflaute werde ich wahrscheinlich meine Versicherung demnächst in Anspruch nehmen müssen. Wenn ich dies tue, wie schnell würde die Versicherung tendenziell greifen und wie viel zeitlicher Puffer sollte man einkalkulieren? Gibt es da Erfahrungswerte z. B. zwischen 6-8 Wochen Bearbeitungszeit etc...

2. Zum Thema "Qualifikationsgruppen": meine Berufsausbildung, die ich vorher ausgeübt habe, hat nichts mit der Tätigkeit zu tun, die ich in der Selbstständigkeit ausübe. Demnach bin ich eher ein Quereinsteiger, der sein Hobby zu Beruf gemacht hat und durch mit der Zeit erlernte Berufspraxis viele anspruchsvolle Jobs und Aufträge erledigt hat. Daher möchte ich die Chance nicht ungenutzt lassen durch Erfahrungswerte meiner Berufspraxis in der Qualifikationsgruppe aufzusteigen. Welche Nachweise muss / sollte man generell dafür erbringen (vielleicht Rechnungen, Schreiben vom Auftraggeber, Arbeitsproben) und wie oder nach welchen Kriterien entscheidet der (branchenfremde) Bearbeiter dann, ob die Aufträge wirklich Anspruchsvoll waren und somit eine höhere Qualitätsgruppen-Einstufung rechtfertigen?

3. Falls ich die FAV in Anspruch nehme und z. B. nach 4 Monaten das Geschäft wieder läuft, kann man das ALG I das man bezieht "abmelden" und sich wieder als Berufstätig melden oder wie wird sowas i. d. R. gehandhabt.

Vielen Dank für Ihre Hilfe und viele Grüße

Antwort: Dauer bis FAV greift ...

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Vorweg: Es gibt keine spezielle "FAV": bei der sogenannten freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige handelt es sich vielmehr um ein "Pflichtversicherungsverhältnis auf Antrag". Insofern gelten bei Fristen und Voraussetzungen grundsätzlich dieselben Vorschriften wie bei der Arbeitslosigkeit von zuvor Angestellten.

1.
Verallgemeinerbare Bearbeitungszeiten gibt es nicht. Viel wichtiger jedoch: Als Versicherter sind Sie verpflichtet, die Arbeitsagentur unaufgefordert zu informieren, sobald die Arbeitslosigkeit sich abzeichnet. Damit haben Sie gleichzeitig aber auch Einfluss auf den Beginn der Zahlung von ALG.

2.
In Bezug auf den Aufstieg in eine höhere Qualifizierungsgruppe würde ich mir an Ihrer Stelle keine Allzu großen Hoffnungen machen. Am besten Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten, der sich im Sozialversicherungsrecht auskennt.

3.
Ja, sobald die Arbeitslosigkeit endet (z.B. durch Eingang eines größeren Auftrags), können bzw. müssen Sie sich wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Solange Ihre wöchentliche Gesamtarbeitszeit 15 Stunden nicht überschreitet, können Sie als Arbeitsloser aber auch "nebenberuflich selbstständig" sein. Sie müssen Ihre Einkünfte (abzüglich der laufenden Ausgaben) dann aber der Arbeitsagentur offenlegen offenlegen. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag "Selbstständig statt arbeitslos"
http://www.akademie.de/wissen/existenzgruendung-aus-arbeitslosigkeit

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Auswirkungen einer abhängigen Beschäftigung auf freiwillige ALV

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich bin selbständig tätig und habe bisher etwas mehr als 9 Monate in die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige eingezahlt.

Ferner beziehe ich theoretisch noch bis Anfang Dezember Gründungszuschuss in Höhe von monatlich 300 Euro.

Zum 1. Juli habe ich auf Teilzeitbasis eine abhängige Beschäftigung aufgenommen, die aber bis Ende Oktober befristet ist.

Meine Fragen:
1. Muss ich / sollte ich die Arbeitslosenversicherung für Selbständige aktiv kündigen oder passiert das automatisch in dem Moment, wo mein neuer Arbeitgeber Beiträge in die Arbeitslosenversicherung an die Bundesagentur überweist? Was passiert nach Ende der befristen Beschäftigung? Kann ich dann wieder in die freiwillige ALV einsteigen? Oder muss ich dafür erst wieder arbeitssuchend gemeldet sein?

2. Ich beabsichtige, ggf. neben meiner abhängigen Teilzeit-Beschäftigung auch noch - je nach Arbeitsaufkommen - weiterhin Selbständig tätig zu sein. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in den vier Monaten, in denen ich das abhängige Beschäftigungsverhältnis haben werde, die abhängige Beschäftigung hinsichtlich der Bezahlung überwiegt - auf das Jahr gesehen, werden die Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit überwiegen, da ich Anfang des Jahres das Glück hatte, auf selbständiger Basis einen recht großen Auftrag bearbeiten zu können.

3. Wie die Lage im November / Dezember aussieht, ist noch nicht klar - ich stehe dann vor der Frage, entweder wieder in die Selbständigkeit "zurück" zu wechseln oder mich ggf. auf die Suche nach einer anschliessenden abhängigen Beschäftigung zu machen.

Gibt es angesichts diese Unsicherheit die Möglichkeit, den Gründungzuschuss noch bis Anfang Dezember weiter zu beziehen?
Ich gehe davon aus, dass das davon abhängt, ob ich in den kommenden vier Monaten meiner befristeten abhängigen Beschäftigung per Definition hauptberuflich "Selbständig" oder hauptberuflich "Angestellt" bin... Was ist aus Ihrer Sicht "sinnvoller"?

Vielen Dank im Voraus !

Kündigung Arbeitslosenversicherung für Selbständige

Hallo!

Zu Ihrer Frage 1 kann ich folgende Erfahrungen beisteuern:

Wenn Sie dem Arbeitslosenversicherungsträger die neue sozialversicherungspflichtige hauptberufliche Tätigkeit nicht proaktiv melden UND die Überweisungen weiter leisten, fällt dies dort nicht automaisch auf. Es handelt sich offenbar um zwei unterschiedliche Bereiche / Einträge und es findet derzeit wohl kein Abgleich statt.
Sie können aber wohl nur mit einer, Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit arbeitslosenversichert sein.

Sobald Sie dem Arbeitslosenversicherungsträger (nachträglich) melden, dass Sie eine andere sozialversicherungspflichtige hauptberufliche Tätigkeit ausüben und dies nachweisen, werden Ihnen die für die freiwillive ALV parallel bezahlten Beträge rücküberwiesen.

Wenn Sie neben der sozialversicherungspflichtigen hauptberuflichen Tätigkeit eine selbständige Nebentätigkeit ausüben, hat dies auf die Arbeitslosenversicherung keinerlei Auswirkungen.

Vielleicht sind für Sie ja noch einige interessante Informationen enthalten.

Antwort: Auswirkungen einer ..

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

zu 1: Entscheidend für die Versicherungspflicht ist, welche Tätigkeit den Hauptberuf darstellt. Als Empfänger des Gründungszuschusses muss Ihre Selbstständigkeit per Definition der Hauptberuf sein. Falls die abhängige Beschäftigung hauptberuflich ausgeübt wird, wechseln Sie automatisch im die AV-Pflichtversicherung. Eine Rückkehr in die freiwillige AV ist anschließend genau ein Mal möglich.Mehr dazu weiter oben im Leitfaden.

zu 2: Die Abgrenzung zwischen Haupt- und Nebenberuf ist unter den von Ihnen genannten Rahmenbedingugnen ausgesprochen schwierig. Die Entscheidungskriterien der Sozialversicherungsträger finden Sie im Beitrag
"Selbstständigkeit als Haupt- oder im Nebenberuf?"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf

zu 3: Voraussetzng für die Verlängerung des GZ ist die hauptberufliche Ausübung der selbstständigen Tätigkeit. Eine nebenberufliche Beschäftigung ist grundsätzlich zulässig, nährt aber eventuelle Zweifel an der Tragfähigkeit der Slebstständigkeit, was wiederum einer Zuschussverlängerung im Wege steht.

Welche Variante unterm Trich für Sie persönlich am günstigsten ist, kann ich nicht beurteilen. Am besten sprechen Sie mit einem Steuerberater, der sich auch im Sozialversicherungsrecht auskennt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

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