Praxisleitfaden: Die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige

Was die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige bringt, was sie kostet und für wen sie sich (noch) lohnt

4.466665
(15)
Beitrag bewerten
Stand: 14. März 2014 (aktualisiert)

Auch Selbstständige können sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern - vorausgesetzt, sie stellen innerhalb von drei Monaten nach der Gründung den erforderlichen Antrag. Die monatlichen Beiträge sind in den letzten Jahren allerdings dramatisch gestiegen: Zurzeit kostet die Arbeitslosenversicherung 82,95 Euro in den alten Bundesländern und 70,35 Euro in den neuen Ländern (Stand: 2014). Für manche Selbstständige kann die freiwillige Versicherung trotzdem ein sinnvolles Instrument der Risikovorsorge sein.

Dieser Ratgeber stellt die Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige vor. Sie erfahren, wer beitreten kann, und welche Nachweise erforderlich sind. Außerdem sagen wir Ihnen, wie hoch die Beiträge ausfallen, wie und unter welchen Bedingungen Sie sich im Falle einer Geschäftsflaute arbeitslos melden können und mit wie viel Arbeitslosengeld Sie rechnen können.

Inhaltsverzeichnis

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielleicht können Sie auch mir einen Rat geben:

Ich habe mich 2006 aus der Arbeitslosigkeit heraus erstmalig selbständig gemacht und führe seither die Arbeitslosenversicherung der Arbeitsagentur auf freiwilliger Basis weiter. Nun habe ich vor, ab April 2011 noch einmal zu studieren. Um das zu finanzieren, werde ich natürlich weiterhin meiner selbständigen Tätigkeit nachkommen müssen. In welchem Umfang ich arbeiten können werde, läßt sich allerdings im Augenblick noch schlecht einschätzen.

Nach mehreren Stunden der Internet-Recherche haben sich jetzt folgende zwei Varianten herauskristallisiert:

a) ich zahle meine Beiträge während des Studiums weiter; das darf ich, sofern ich weiterhin mindestens 15 Stunden pro Woche selbständig arbeite. Damit erhalte ich mir alle meine jetzigen Sicherheiten, habe aber die monatliche Belastung von knapp 40 €, ab 2012 knapp 80 € trotz Studium zu tragen.

b) ich melde mich vor meinem Studium 1 Tag arbeitslos und dann sofort wieder ab, um Vollzeit zu studieren. Damit behalte ich den Anspruch auf Arbeitslosengeld I für weitere 364 Tage, die ich nach Abschluss des 3jährigen Studiums (insgesamt innerhalb von 4 Jahren) geltend machen könnte. Innerhalb dieser 364 Tage könnte ich mich dann erneut selbständig machen und auch wieder neu die freiwillige Arbeitslosenversicherung bei der Agentur abschließen. Auf diese Art und Weise könnte ich die Versicherung quasi „aussetzen“, müsste dann aber auch wieder 12 Monate Beiträge zahlen, um erneut einen Anspruch auf ALG I zu erwerben.

Meine Fragen:

1) Habe ich das soweit richtig verstanden?

2) Komme ich im Fall b) auch dann wieder in die freiwillige AL-Versicherung hinein, wenn die dann erneute Aufnahme der selbständigen Tätigkeit mit meiner jetzigen übereinstimmt?

3) Um die Selbständigkeit für einen Tag zu beenden und sich arbeitssuchend zu melden, ist keine Angabe von Gründen nötig, oder?

4) Muß ich die Entscheidung ob a) oder b) definitiv VOR dem Studium treffen oder kann ich die Entscheidung auch um z.B. ein Semester verschieben, um erst einmal abschätzen zu können, wir groß die Doppel-Belastung Studium/Selbständigkeit wirklich ist? Ich fürchte, ich werde mich nicht während des Studiums für einen Tag arbeitslos melden können, weil die Immatrikulationszeiten ja nahtlos in einander übergehen, oder?

Mit freundlichen Grüßen

Chellisa

Guten Tag,

ich habe Erfahrungen mit der freiwilligen Versicherung gegen Arbeitslosigkeit gemacht, die ich gern anderen Betroffenen mitteilen möchte.

Ich habe es geschafft, aufgrund meiner Klage gegen die Ablehnung meines Antrages auf Beitritt in die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige rückwirkend ab Juni 2006 aufgenommen zu werden, nachdem die Regierung diese Möglichkeit am 1. Juni 2006 gesetzeswidrig ausgehebelt hat.

Von Dezember 2009 bis Mitte Februar 2010 war ich arbeitslos. Das Problem ist nun, dass die Krankenkasse mich plötzlich als Existenzgründer behandelt und mir meinen Beitragsbescheid nur noch vorläufig erlässt. Dies hätte zur Folge, dass die Krankenkasse rückwirkend höhere Beiträge einfordern kann, wenn ich mehr verdienen sollte. Dies ist allerdings laut Bundessozialgericht nur zulässig bei Existenzgründern, wenn diese noch keinen Nachweis über die Höhe der Einnahmen in Form eines Einkommensteuerbescheides vorlegen können. Ich aber bin seit 1992 selbstständig und wahrlich kein Existenzgründer mehr. Der Krankenkasse liegen auch aktuelle Einkommensteuerbescheide über die letzten Jahre vor, so dass durchaus eine Prognose über die Höhe meiner Einnahmen möglich ist.

Dies würde in der Konsequenz bedeuten, dass man als Selbstständiger nicht arbeitslos werden kann beziehungsweise darf, da nach jeder Arbeitslosigkeit dann nur noch vorläufige Bescheide seitens der Krankenkasse berechnet werden würden, was bei einer evtl. rückwirkenden Erhöhung erhebliche Nachteile mit sich bringen kann.

Das Arbeitsamt allerdings sieht mich nicht als Existenzgründer. Ein Anspruch auf einen Existenzgründerzuschuss hätte ich nicht, da ich als Alt-Selbstständiger gelte - nur eben bei der Krankenkasse nicht.

Das bedeutet, dass sich jedes Amt praktisch selbst meinen Status definiert, je nachdem, was für das Amt am vorteilhaftesten ist.

Übrigens: Bisher waren meine Beitragsbescheide bei der Krankenkasse endgültig; es liegen ja auch Einkommensteuerbescheide vor. Diesen Status habe ich durch meine kurze Arbeitslosigkeit also verloren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies rechtmäßig ist, und werde auf jeden Fall gerichtlich dagegen vorgehen. Es würde mich trotzdem interessieren, welche Erfahrungen andere Selbstständige möglicherweise gemacht haben, so dass ich mich im Vorfeld meiner Klage schon einmal informieren kann.
Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Meine schlechten Erfahrungen habe ich mit der BKK Gildemeister/Seidensticker gemacht.
Mit freundlichen Grüßen

DCS

P. S. Zunächst löse ich den Konflikt "mit den Füßen" und gehe zu einer anderen Krankenkasse, wo mir nach Vorlage meines Einkommenteuerbescheides mit Sicherheit ein endgültiger Bescheid gegeben wird.

Am 04.03.2009 12:09:40 schrieb :
Ich habe als Selbstständiger Beiträge in die freiwillige Arbeitslosen-Weiterversicherung gezahlt und dann arbeitlos gemeldet ohne meine Selbständigkeit aufzugeben (unter 15 Stunden). Während dieser Arbeitslosigkeit bin ich für mehrere Monate erkrankt und habe entsprechend Krankengeld aus der freiwilligen Krankenversicherung bezogen. Kann ich nach der Krankheit mich wieder weiterversichern? Was ist ggf. zu beachten.
Vielen Dank für die Hilfe!

Antwort: In der Zeit in der Sie arbeitslos waren und Arbeitslosengeld beziehen, konnten Sie sich ja nicht freiwillig weiterversichern. Dies gilt auch für die Krankenzeit in der Arbeitslosigkeit. Wenn Sie wieder gesund sind, wären Sie zunächst weiter arbeitslos, da Sie sich nicht wieder selbstständig gemacht haben. Um die freiwillige Arbeitslosenversicherung wieder aufnehmen zu können, müssten Sie sich zunächst bei der Arbeitsagentur wegen Wiederaufnahme der Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Danach sollten Sie - möglichst am gleichen Besuchstag in der Arbeitsagentur - dort einen Antrag auf Fortsetzung der freiwilligen Arbeitslosenversicherung stellen (Formblatt). Dafür brauchen Sie den Beleg, dass Sie sich aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet haben. Die Wiederanmeldung in die freiwillige ALV müssen Sie binnen eines Monats vornehmen, sonst haben Sie die gesetzlich vorgesehene Anmeldefrist verpasst.

Ich vermute mal, dass sich die Arbeitsagentur ein Bild machen
will, wie lange Sie schon krank sind, etc.

Das ist z.B. für die Agentur von Bedeutung, wenn nach einiger
Krankheitszeit die Zahlungspflicht von der Agentur auf die Krankenkasse übergeht. Wann, das
hängt ja auch von Ihrem Vertrag mit der Krankenkasse ab, für den die Agentur
ja die Beitragszahlung übernimmt. Die Agentur will einfach wissen, ab
wann die PKV einspringt. Wenn alles ordnungsgemäß bei Ihnen lief denke
ich brauchen Sie sich hier keine Sorgen machen. Außerdem sind Sie eh verpflichtet,
der Agentur für Arbeit die entsprechenden Infos, Erklärungen von der PKV
und die Krankschreibung zu übermitteln.

Ansonsten könnte die AAgentur womöglich Ihnen das ALG sperren, um die Bescheinigungen
zu "erzwingen

Ich habe mich als Selbstständiger Arbeitslos gemeldet, der Agentur
möchte von mir eine Bescheinigung nach §312 Abs. 3 Drittes Buch, wegen
des Bezugs von Krankentagegeld, von meiner Krankenkasse ausgefüllt
haben. Sowie eine AUB (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung)von meinem Arzt.
Warum fordert die Agentur für Arbeit von einem Privatversicherten so
etwas? Vielleicht können Sie mir einen Rat geben.

Ja, wenn Sie Ihre Arbeitslosigkeit beenden und sich wieder selbstständig machen, können Sie sich auch wieder freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern.
Gute Besserung und viel Erfolg
Robert Chromow

Ich habe als Selbstständiger Beiträge in die freiwillige Arbeitslosen-Weiterversicherung gezahlt und dann arbeitlos gemeldet ohne mien Selbständigkeit aufzugeben (unter 15 Stunden). Während dieser Arbeitslosigkeit bin ich für mehrere Monate erkrankt und habe entsprechend Krankengeld aus der freiwilligen Krankenversicherung bezogen. Kann ich nach der Krankheit mich wieder weiterversichern? Was ist ggf. zu beachten.
Vielen Dank für die Hilfe!

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage: Anhand der vorliegenden Informationen lässt sie sich leider nicht beantworten: Mit welcher Begründung wurde die Bewilligung von ALG abgelehnt? Hat der Arbeitgeber Ihres Gleitzonen-Jobs Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt? Dass Sie *gar keinen* Anspruch auf ALG haben, halte ich für abwegig: Laut Bundesagentur werden "die Zeiten der freiwilligen Weiterversicherung
wie Zeiten einer versicherungspflichtigen Beschäftigung
berücksichtigt. Sie sind anwartschaftsbegründend für
das Arbeitslosengeld."
Ich vermute, dass Ihre Arbeitsagentur die Hauptberuflichkeit Ihrer Selbstständigkeit in Zweifel zieht und daher anstelle der fiktiven Einstufung in eine der Qualifikationsgruppen die Einkünfte aus Ihrem Midijob zur ALG-Berechnung heranziehen will - aber das ist wie gesagt nur eine Vermutung. Am besten wenden Sie sich mit den Deteils Ihres Einzelfalls an die öffentliche Rechts- oder Sozialberatung Ihrer Kommune - oder, besser noch, an eine Arbeitsloseninitiative vor Ort. Bei der Suche helfen Ihnen zum Beispiel:
http://www.bag-shi.de/
http://www.erwerbslos.de/
http://www.erwerbslosenforum.de/
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ich finde die Beiträge sehr interessant und aufschlußreich, wenn sie auch bei meinem speziellen Problem nicht helfen. Ich-AG von 10/2005 bis 12/2008. Eintritt in die Vers. 11/2006. Hatte wegen Auftragsmangel seit ca. 12/06 geringf. Besch. zu 400 €, die im Feb. 2008 in Gleitzone umgewandelt wurde. Freiw. Versicherung wurde bis Dez. 08 eingezahlt, also mehr als 25 Monate. Jetzt nach Arbeitslosmeldung ab Jan. 09 wird das vom AA nicht anerkannt und eine fiktive Einstufung abgelehnt. Nach Meinung AA steht mir eigentlich gar kein Alg zu. Was kann ich tun?

Guten Morgen,
ich habe mich "Arbeitslos aufgrund Arbeitsmangel" gemeldet. In einem ersten Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass ich meine Selbständigkeit aufgeben müsse, da ich sonst nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würde. Ein endgültiger Bescheid liegt zwar noch nicht vor, mich würden aber die rechtlichen Grundlagen für die in Ihren Artikel aufgeführten 2 Möglichkeiten (Aufgabe/Arbeitsmangel)interessieren.
Vielen Dank

Hallo "ratlos",
um Ihr Anliegen richtig zu verstehen: Wie wollen Sie bei hauptberuflicher Selbstständigkeit mithilfe eines Midijobs die Voraussetzung für eine freiwillige Arbeitslosenversicherung schaffen? Wenn diese Frage geklärt ist, sollte das Einzugsverfahren das geringere Problem sein: Selbstständige zahlen die Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung direkt an die Bundesagentur für Arbeit.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Da ich seit fast 10 Jahren selbstständig bin würde ich gerne eine 12 monatige Tätigkeit über einen 401 Euro-Midijob aufnehmen,um damit die Voraussetzungen für den Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung, das heißt Abführung von Sozialbeiträgen zu schaffen.Ich bin privat krankenversichert und da meine Selbstständigkeit überwiegt, brauche ich keine Beiträge an die gesetzliche KV abführen. Alle Sozialbeiträge werden aber über die gesetz.KV weiterverteilt,wie soll das in diesem Fall erfolgen? Die gesetz.KV ist dafür nicht zuständig wenn ich dort nicht versichert bin und meine private Kasse will damit auch nichts zu tun haben. Alle Parteien sind mit dieser Variante überfordert.In der Hoffnung dass Sie mir weiterhelfen können verbleibe ich mit freundlichen Grüßen ratlos

Sehr geehrter Herr Chromow, vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Für mich besteht aber noch folgende Frage: Wie werden der Gewinn in der Zeit, wo ich mich arbeitslos gemeldet habe (aber weiterhin mit bis zu 15 Stunden wöchentlich selbständig tätig bin), berechnet? Zählen lediglich die Einnahmen und Ausgaben, die durch die Arbeit in dieser Zeit entstehen? Oder sind auch Zahlungseingänge, die in diesem Zeitraum zu verzeichnen sind, aber von Arbeiten aus der Zeit, als ich noch nicht arbeitslos (im Sinne der Definition des § 28 a III SGB) zu berücksichtigen? Was mir persönlich nicht sachgerecht erscheinen will, dieses aber natürlich für Verordnungen kein Kriterium ist.
Vielen Dank!
Angelika

Hab' bestimmt 'ne Stunde oder länger im Web recherchiert, weil ich rauskriegen wollte, was denn für den Selbsständigen nun konkret eintreten muss, damit der Leistungsfall (Versicherungsfall) eintritt.
Bei Euch hab' ich die doch eigentlich recht wichtige Antwort auf meine Frage endlich gefunden.
Vielen Dank!

Hallo Mabi,
freiwillige Beiträge zur Arbeitslosenversicherung "verfallen" nicht einfach. Zusammen mit späteren (freiwilligen oder "pflichtgemäßen") Folgebeiträgen können sie die Anwartschaftszeit für Ansprüche auf Leistungen nach dem SGB III begründen. Die wichtigsten Eckdaten entnehmen Sie am besten dem "Merkblatt 1" der BA:
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkb...
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
Kostenlose Newsletter-Abonnements:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14334

Hallo Herr Hase, hallo Herr Chromow - einmal mehr herzlichen Dank für die guten Infos :-). Eine Frage bleibt mir - und vermutlich auch anderen: Ich habe mich noch aus der alten Arbeitslosenhilfe selbständig gemacht; wenn ich also scheitere, falle ich sofort in ALGII. Was passiert mit meinen bis dann - mutmasslich - ca. 6 eingezahlten Beiträgen zur freiw. Arbeitslosenversicherung? Verfallen diese dann einfach? Oder werden diese angehäuften Beiträge bei einer ev. späteren Neugründung/Anstellung als Anwartszeit (beides ggf. wieder arbeitslosigkeits-versichert) für eine spätere ev. Arbeitslosenunterstützung mitgezählt?
Viele Grüße, Mabi

Laut mediafon (ver.di-"Freienberatung") gibt es bereits eine ganze Reihe laufender Klagen in Sachen Fristverkürzung für die Aufnahme von "Altfällen" in die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige. Die Möglichkeit einer "Sammelklage" besteht jedoch nicht.
Einzelheiten finden Sie im aktuellen mediafon-"Kurzinfo"
http://www.mediafon.net/upload/kurzinfo_klage_freiwillige_ar
beitslosenversicherung.pdf (PDF, 103 KB)
(kurz: http://tinyurl.com/y9ffm6)
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
Kostenlose Newsletter-Abonnements:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14334

Habe gestern die Ablehnung meines Widerspruchs erhalten. Werde mich jetzt an das Sozialgericht wenden. Gibt es eigentlich schon neue Informationen zum Stand der Dinge?

Leider gibt es kein Sammelforum für Betroffene. Wir geben hier jedoch gerne Ihre Erfahrungsberichte weiter und freuen uns über Zuschriften!

Hallo, an alle Betroffenen. Ich habe meinen Antrag bei der Bundesagentur f.Arbeit gestellt und einen Ablehnungsbescheid erhalten, wie vorausangekündigt. Jetzt habe ich mit vorgegebenem Text, empfohlen durch Vortrag von Volkshochschule, Beschwerde eingereicht.

Frage : Gibt es inzwischen eine Anlaufstelle für eine evtl.Sammelklage für Alt- Selbständige, die aufgenommen werden müssen ?
Dann bitte ich herzlich darum, mir diese Adresse mit e-mail o.ä. so schnell wie möglich mitzuteilen,
mfG...

Die Ablehnung des Antrags ist wohl weniger durch die Art des Nachweises verursacht als dadurch, dass das Arbeitsamt inzwischen alle Anträge von "Alt-Selbstständigen" (d.h. von allen, die vor Anfang 2004 gegründet haben) ablehnt, weil hier die gesetzliche Antragsfrist schon abgelaufen sei. Wie an anderer Stelle bei akademie.de zu lesen ist diese Praxis höchstwahrscheinlich verfassungswidrig, was inzwischen u.a. auch ein Bundessozialrichter meint. Lassen Sie sich nur nicht beirren. Diese Praxis soll nur abschrecken, damit die Betroffenen auf ihre Rechte auf Arbeitslosengeld verzichten. Es bleibt leider nichts übrig, als Widerspruch einzulegen und gegebenenfalls Klage beim Sozialgericht zu erheben.

Unter „Nachweis des Gründungsdatums:“ schreiben Sie: ... "In solchen Fällen kann man das Startdatum in die Selbstständigkeit auch durch eine eigene eidesstattliche Versicherung oder durch schriftliche Erklärungen von Zeugen belegen (beispielsweise ehemalige Mitarbeiter, Geschäftspartner, Steuerberater, Verwandte). Für den Nachweis sind also nicht immer unbedingt die Urdokumente (Gewerbeanmeldung, Steuernachweis, etc.) erforderlich."

In meinem Fall hat das Arbeitsamt keinerlei Schriftliches anerkannt. Ich habe Klage eingereicht. Was kann ich noch tun? Kennen Sie Präzedenzfälle? MFG

Von Robert Chromow stammt die Auskunft:

Im Fall von "KSK und freiwilliger AV" ist es wie sonst bei Pflichtversicherten auch, schließlich ist die KSK ja auch eine "Pflichtversicherung", auch wenn jeder rein will. Andererseits endet die KSK-Pflichtversicherung nicht automatisch beim Bezug von AA-Leistungen. Näheres finden Sie auf der KSK-Website:

"Künstlersozialversicherung und Leistungsbezug von der Agentur für Arbeit"
http://tinyurl.com/s8dgx

Allgemeine Tipps zur KSK stehen hier:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14698

Vielleicht hilft das ja schon fürs Erste!?

Die Arbeitsagentur übernimmt bei arbeitslosen Selbstständigen - genauso wie bei den anderen Arbeitslosen - die Sozialbeiträge für Krankenkasse, Pflege- und Rentenversicherung. Insofern dürfte die KSK bei einem arbeitslosen Künstler keine Beiträge mehr zahlen, sondern nur noch die Arbeitsagentur.

Können Sie Auskunft geben, wie das mit der Übernahme der Beiträge zur Krankenkasse und Altersvorsorge durch das Arbeitsamt bei Arbeitslosigkeit von Selbstständigen im Falle einer Versicherung über die KSK (Künstlersozialkasse) aussieht?

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen

Inhalt

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren