Praxisleitfaden: Die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige

Was die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige bringt, was sie kostet und für wen sie sich (noch) lohnt

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Stand: 14. März 2014 (aktualisiert)

Auch Selbstständige können sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern - vorausgesetzt, sie stellen innerhalb von drei Monaten nach der Gründung den erforderlichen Antrag. Die monatlichen Beiträge sind in den letzten Jahren allerdings dramatisch gestiegen: Zurzeit kostet die Arbeitslosenversicherung 82,95 Euro in den alten Bundesländern und 70,35 Euro in den neuen Ländern (Stand: 2014). Für manche Selbstständige kann die freiwillige Versicherung trotzdem ein sinnvolles Instrument der Risikovorsorge sein.

Dieser Ratgeber stellt die Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige vor. Sie erfahren, wer beitreten kann, und welche Nachweise erforderlich sind. Außerdem sagen wir Ihnen, wie hoch die Beiträge ausfallen, wie und unter welchen Bedingungen Sie sich im Falle einer Geschäftsflaute arbeitslos melden können und mit wie viel Arbeitslosengeld Sie rechnen können.

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Ich finde die Beiträge sehr interessant und aufschlußreich, wenn sie auch bei meinem speziellen Problem nicht helfen. Ich-AG von 10/2005 bis 12/2008. Eintritt in die Vers. 11/2006. Hatte wegen Auftragsmangel seit ca. 12/06 geringf. Besch. zu 400 €, die im Feb. 2008 in Gleitzone umgewandelt wurde. Freiw. Versicherung wurde bis Dez. 08 eingezahlt, also mehr als 25 Monate. Jetzt nach Arbeitslosmeldung ab Jan. 09 wird das vom AA nicht anerkannt und eine fiktive Einstufung abgelehnt. Nach Meinung AA steht mir eigentlich gar kein Alg zu. Was kann ich tun?

Guten Morgen,
ich habe mich "Arbeitslos aufgrund Arbeitsmangel" gemeldet. In einem ersten Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass ich meine Selbständigkeit aufgeben müsse, da ich sonst nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würde. Ein endgültiger Bescheid liegt zwar noch nicht vor, mich würden aber die rechtlichen Grundlagen für die in Ihren Artikel aufgeführten 2 Möglichkeiten (Aufgabe/Arbeitsmangel)interessieren.
Vielen Dank

Hallo "ratlos",
um Ihr Anliegen richtig zu verstehen: Wie wollen Sie bei hauptberuflicher Selbstständigkeit mithilfe eines Midijobs die Voraussetzung für eine freiwillige Arbeitslosenversicherung schaffen? Wenn diese Frage geklärt ist, sollte das Einzugsverfahren das geringere Problem sein: Selbstständige zahlen die Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung direkt an die Bundesagentur für Arbeit.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Da ich seit fast 10 Jahren selbstständig bin würde ich gerne eine 12 monatige Tätigkeit über einen 401 Euro-Midijob aufnehmen,um damit die Voraussetzungen für den Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung, das heißt Abführung von Sozialbeiträgen zu schaffen.Ich bin privat krankenversichert und da meine Selbstständigkeit überwiegt, brauche ich keine Beiträge an die gesetzliche KV abführen. Alle Sozialbeiträge werden aber über die gesetz.KV weiterverteilt,wie soll das in diesem Fall erfolgen? Die gesetz.KV ist dafür nicht zuständig wenn ich dort nicht versichert bin und meine private Kasse will damit auch nichts zu tun haben. Alle Parteien sind mit dieser Variante überfordert.In der Hoffnung dass Sie mir weiterhelfen können verbleibe ich mit freundlichen Grüßen ratlos

Sehr geehrter Herr Chromow, vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Für mich besteht aber noch folgende Frage: Wie werden der Gewinn in der Zeit, wo ich mich arbeitslos gemeldet habe (aber weiterhin mit bis zu 15 Stunden wöchentlich selbständig tätig bin), berechnet? Zählen lediglich die Einnahmen und Ausgaben, die durch die Arbeit in dieser Zeit entstehen? Oder sind auch Zahlungseingänge, die in diesem Zeitraum zu verzeichnen sind, aber von Arbeiten aus der Zeit, als ich noch nicht arbeitslos (im Sinne der Definition des § 28 a III SGB) zu berücksichtigen? Was mir persönlich nicht sachgerecht erscheinen will, dieses aber natürlich für Verordnungen kein Kriterium ist.
Vielen Dank!
Angelika

Hab' bestimmt 'ne Stunde oder länger im Web recherchiert, weil ich rauskriegen wollte, was denn für den Selbsständigen nun konkret eintreten muss, damit der Leistungsfall (Versicherungsfall) eintritt.
Bei Euch hab' ich die doch eigentlich recht wichtige Antwort auf meine Frage endlich gefunden.
Vielen Dank!

Hallo Mabi,
freiwillige Beiträge zur Arbeitslosenversicherung "verfallen" nicht einfach. Zusammen mit späteren (freiwilligen oder "pflichtgemäßen") Folgebeiträgen können sie die Anwartschaftszeit für Ansprüche auf Leistungen nach dem SGB III begründen. Die wichtigsten Eckdaten entnehmen Sie am besten dem "Merkblatt 1" der BA:
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkb...
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
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http://www.akademie.de/direkt?pid=14334

Hallo Herr Hase, hallo Herr Chromow - einmal mehr herzlichen Dank für die guten Infos :-). Eine Frage bleibt mir - und vermutlich auch anderen: Ich habe mich noch aus der alten Arbeitslosenhilfe selbständig gemacht; wenn ich also scheitere, falle ich sofort in ALGII. Was passiert mit meinen bis dann - mutmasslich - ca. 6 eingezahlten Beiträgen zur freiw. Arbeitslosenversicherung? Verfallen diese dann einfach? Oder werden diese angehäuften Beiträge bei einer ev. späteren Neugründung/Anstellung als Anwartszeit (beides ggf. wieder arbeitslosigkeits-versichert) für eine spätere ev. Arbeitslosenunterstützung mitgezählt?
Viele Grüße, Mabi

Laut mediafon (ver.di-"Freienberatung") gibt es bereits eine ganze Reihe laufender Klagen in Sachen Fristverkürzung für die Aufnahme von "Altfällen" in die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige. Die Möglichkeit einer "Sammelklage" besteht jedoch nicht.
Einzelheiten finden Sie im aktuellen mediafon-"Kurzinfo"
http://www.mediafon.net/upload/kurzinfo_klage_freiwillige_ar
beitslosenversicherung.pdf (PDF, 103 KB)
(kurz: http://tinyurl.com/y9ffm6)
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
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Habe gestern die Ablehnung meines Widerspruchs erhalten. Werde mich jetzt an das Sozialgericht wenden. Gibt es eigentlich schon neue Informationen zum Stand der Dinge?

Leider gibt es kein Sammelforum für Betroffene. Wir geben hier jedoch gerne Ihre Erfahrungsberichte weiter und freuen uns über Zuschriften!

Hallo, an alle Betroffenen. Ich habe meinen Antrag bei der Bundesagentur f.Arbeit gestellt und einen Ablehnungsbescheid erhalten, wie vorausangekündigt. Jetzt habe ich mit vorgegebenem Text, empfohlen durch Vortrag von Volkshochschule, Beschwerde eingereicht.

Frage : Gibt es inzwischen eine Anlaufstelle für eine evtl.Sammelklage für Alt- Selbständige, die aufgenommen werden müssen ?
Dann bitte ich herzlich darum, mir diese Adresse mit e-mail o.ä. so schnell wie möglich mitzuteilen,
mfG...

Die Ablehnung des Antrags ist wohl weniger durch die Art des Nachweises verursacht als dadurch, dass das Arbeitsamt inzwischen alle Anträge von "Alt-Selbstständigen" (d.h. von allen, die vor Anfang 2004 gegründet haben) ablehnt, weil hier die gesetzliche Antragsfrist schon abgelaufen sei. Wie an anderer Stelle bei akademie.de zu lesen ist diese Praxis höchstwahrscheinlich verfassungswidrig, was inzwischen u.a. auch ein Bundessozialrichter meint. Lassen Sie sich nur nicht beirren. Diese Praxis soll nur abschrecken, damit die Betroffenen auf ihre Rechte auf Arbeitslosengeld verzichten. Es bleibt leider nichts übrig, als Widerspruch einzulegen und gegebenenfalls Klage beim Sozialgericht zu erheben.

Unter „Nachweis des Gründungsdatums:“ schreiben Sie: ... "In solchen Fällen kann man das Startdatum in die Selbstständigkeit auch durch eine eigene eidesstattliche Versicherung oder durch schriftliche Erklärungen von Zeugen belegen (beispielsweise ehemalige Mitarbeiter, Geschäftspartner, Steuerberater, Verwandte). Für den Nachweis sind also nicht immer unbedingt die Urdokumente (Gewerbeanmeldung, Steuernachweis, etc.) erforderlich."

In meinem Fall hat das Arbeitsamt keinerlei Schriftliches anerkannt. Ich habe Klage eingereicht. Was kann ich noch tun? Kennen Sie Präzedenzfälle? MFG

Von Robert Chromow stammt die Auskunft:

Im Fall von "KSK und freiwilliger AV" ist es wie sonst bei Pflichtversicherten auch, schließlich ist die KSK ja auch eine "Pflichtversicherung", auch wenn jeder rein will. Andererseits endet die KSK-Pflichtversicherung nicht automatisch beim Bezug von AA-Leistungen. Näheres finden Sie auf der KSK-Website:

"Künstlersozialversicherung und Leistungsbezug von der Agentur für Arbeit"
http://tinyurl.com/s8dgx

Allgemeine Tipps zur KSK stehen hier:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14698

Vielleicht hilft das ja schon fürs Erste!?

Die Arbeitsagentur übernimmt bei arbeitslosen Selbstständigen - genauso wie bei den anderen Arbeitslosen - die Sozialbeiträge für Krankenkasse, Pflege- und Rentenversicherung. Insofern dürfte die KSK bei einem arbeitslosen Künstler keine Beiträge mehr zahlen, sondern nur noch die Arbeitsagentur.

Können Sie Auskunft geben, wie das mit der Übernahme der Beiträge zur Krankenkasse und Altersvorsorge durch das Arbeitsamt bei Arbeitslosigkeit von Selbstständigen im Falle einer Versicherung über die KSK (Künstlersozialkasse) aussieht?

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