Geschäftlich genutztes Fahrrad? So sparen Sie Steuern.

Selbstständige können das Finanzamt an den Kosten für Fahrrad oder E-Bike beteiligen.

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Stand: 3. Juli 2013

Sie sind selbstständig und fahren regelmäßig mit dem Fahrrad oder dem E-Bike ins Büro oder zu Ihren Kunden? Wenn Sie Ihr Fahrrad geschäftlich nutzen, dann können und sollten Sie das Finanzamt an den Anschaffungs- und Betriebskosten beteiligen. Hier lesen Sie, wie Sie dank Fahrrad Steuern sparen.

Gegenüber Autos und Motorrädern haben Fahrräder viele Vorteile - im Stadtverkehr sind sie flexibler und oft schneller, sie brauchen keinen Parkplatz und sind kostengünstiger als jedes andere Verkehrsmittel - Bus und Bahn inbegriffen. Und wer nicht verschwitzt beim Kunden anrollen möchte, kann dank moderner E-Bikes (Pedelecs) mit Batterieunterstützung in die Pedale treten.

So beteiligen Sie das Finanzamt

Die steuerliche Berücksichtigung der entstehenden Anschaffungs- und Betriebskosten entspricht im Wesentlichen der eines Firmenwagens.

Wenn Fahrrad oder E-Bike Ihr Fortbewegungsmittel der Wahl für geschäftliche „Auswärtstätigkeiten“ wie Kundenbesuche ist, dann sind die Kosten für das Zweirad geschäftliche Betriebskosten:

  • Befindet sich das Fahrzeug im Privatvermögen, setzen Sie pro gefahrenen Kilometer die (magere) Kilometerpauschale von 0,05 Euro an.

  • Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen, machen Sie die tatsächlichen Betriebsausgaben geltend - im Gegenzug müssen Sie den Wert des privaten Nutzungsanteils aber auch versteuern.

Für den Weg zur Arbeit und zurück, also für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb gilt: Sie dürfen pro Entfernungskilometer die Entfernungspauschale von 0,30 Euro ansetzen - egal ob das Fahrrad zum Privat- oder zum Betriebsvermögen gehört.

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Zwei Fahrräder, eins im Betriebsvermögen

Hallo Herr Chromow,

Sie haben dieses Thema wieder einmal sehr informativ und praktisch erläutert, dafür vielen Dank.

Ich habe trotzdem eine Frage: Angenommen, man hat dieses Jahr gegründet und besitzt zwei Fahrräder (beides alte Dinger ohne Rechnung). Eines davon bringt man ins Betriebsvermögen ein. Kann man dann davon ausgehen, dass man dieses ohne privaten Nutzungsanteil komplett als Betriebsausgabe abziehen kann? Man besitzt ja ein Zweitrad für den Privatbedarf, nur - wie weist man das in der Steuererklärung nach bzw. gibt das an?

Nehmen wir für unser Szenario an, dass es nicht um geschäftlich veranlasste Fahrten zum betrieblichen Einkauf oder sowas geht, da das Fahrrad nur für den Weg ins Büro genutzt wird und das wird ja per Entfernungspauschale abgegolten. Aber die häufigen Reparaturkosten - die kann man in so einen Szenario voll ansetzen, sowohl umsatz- wie einkommensteuerlich.

Vermute ich das richtig?

Vielen Dank für die Antwort, schöne Grüße SAH

Antwort: Zwei Fahrräder, eins im Betriebsvermögen

Hallo SAH,
ehrlich gesagt habe ich mit diesem Szenario bislang keine eigenen Erfahrungen gesammmelt - daher kann ich nur folgendes vermuten:

1. Analog zur steuerlichen Beurteilung zweier Pkw (1 x Betriebsvermögen, 1 x Privatvermögen) dürfte die schiere Existenz eines Zweitfahrrades noch kein Beweis der ausschließlichen Nutzung des Betriebs-Drahtesels sein.

2. Die ausschließlich betriebliche Nutzung wäre - ebenfalls analog zum Geschäftswagen - von vornherein vermutlich nur dann zu unterstellen, wenn es sich um eine Spezialkonstruktion (z. B. Auslieferungs-Lastenfahrrad einer Bäckerei?) oder z. B. ein besonders ausgestattetes Fahrzeug (z. B. eines Fahrradkuriers) handelt.

3. Um auf Nummer Sicher zu gehen, müssten Sie - zumindest in einem repräsentativen Zeitraum - ein "Fahrtenbuch" führen, um zu versuchen, die ausschließlich betriebliche Nutzung plausibel zu machen.

4. Da Sie ja nichts zu verlieren haben, können Sie angesichts der überschaubaren Kostenvolumens aber einfach die Probe aufs Exempel machen: Schlimmstenfalls wird der Betriebsausgabenabzug im Rahmen einer Steuerprüfung um einen privaten Nutzungsanteil gemindert oder ganz gestrichen. Ins Minus können Sie dabei (aufgrund der 1%-Regelung in Verbindung mit einem vom Finanzamt angesetzten exorbitanten fiktiven Anschaffungspreises) zum Glück nicht rutschen.

5. Im Übrigen: Ja, Sie vermuten richtig: Die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten eines betrieblich genutzten Fahrzeugs dürfen Sie sowohl bei der Umsatzsteuer als auch bei der Gewinnermittlung im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigen.

Und was die Berücksichtigung ursprünglich privater Anschaffungskosten der "alten Dinger ohne Rechnung" angeht, lohnt sich ein Blick auf den Beitrag
"Abschreibungen: Private Gegenstände nicht vergessen!"
http://www.akademie.de/wissen/privatgegenstaende-abschreiben

Allzeit gute Fahrt wünscht
Robert Chromow

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