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Gründungs- und Geschäftsideen zum Nachmachen und Weiterentwickeln

Alleinstellungsmerkmal: Findige Ideen für Ihren USP

Prinzip Prosuming (Kunden zu Mitarbeitern machen)

Prosuming ist die Mitarbeit des Kunden am Wertschöpfungsprozess. Er übernimmt Teilleistungen in der Prozesskette und erhält dafür einen reduzierten Preis. Dieses Prinzip erobert immer mehr Branchen. Zuerst waren es die SB-Läden, wo die Käufer nicht mehr die Ware vom Verkäufer bekamen, sondern sich diese selbst aus Regalen nehmen, zur Kasse schleppen und einpacken mussten. Bald folgten andere Branchen: Tankstellen, Waschsalons, Möbelhäuser, (Ikea) Kfz-Werkstätten, Backshops, SB-Restaurants etc.

Auch im Internet wird Prosuming erfolgreich eingesetzt. Der Kunde gestaltet sein T-Shirt oder seine Schuhe und lässt sie individuell fertigen. Müsli und Tee werden nach den Angaben des Bestellers gemischt und Oberbekleidung nach Maß ist schon lange eine Selbstverständlichkeit. Die Beispiele zeigen, dass der Einbeziehung des Kunden in die (individualisierte) Wertschöpfung keine Grenzen gesetzt sind.

Ein weiteres Beispiel bietet die Internetseite der Firma Procter & Gamble. Unter der Schlagzeile "Connect + Develop" schreibt der internationale Konsumgüter-Konzern: "Haben Sie eine vielversprechende Innovation, die helfen könnte, das Leben unserer Verbraucher zu verbessern? Wir suchen Sie als unseren Innovationspartner!" Diese Aufforderung zeigt, dass inzwischen auch internationale Großkonzerne erkannt haben, dass die Zusammenarbeit mit Kunden Geld spart und die Fehlerquote bei Neuentwicklungen dramatisch senkt.

Im Internet ist die unbezahlte Mitarbeit in der Wertschöpfungskette mehr und mehr auf dem Vormarsch. Das bekannteste Beispiel ist Wikipedia, wo Millionen Menschen unentgeltlich ihr Wissen ins Netz stellen. Oder immer öfter sind Fragende im Internet zu finden, die Hilfe bei Problemen, Wissenslücken, bei der Ideenfindung etc. suchen und erhalten.

Und so könnten Sie das Prinzip übernehmen

Einige Ideen: Beim Friseur kann der Kunde seine Haare selbst waschen, bei Handwerkern kann der Auftraggeber die Arbeitsstelle vorbereiten und anschließend reinigen und möglicherweise sogar bei der Arbeit assistieren bzw. Handreichungen übernehmen. Oder der Auftraggeber übernimmt Planungsleistungen, wenn es sich um Modernisierungs- oder Ausbauarbeiten, Installationen etc. handelt. Das hat zusätzlich noch den Vorteil, dass bei korrekter Übernahme der Vorgaben Reklamationen zwangsläufig ausgeschlossen sind.

Autohäuser mit angeschlossenen Werkstätten stellen bei Reparaturarbeiten den Kunden teilweise kostenlos Leihwagen zur Verfügung oder bringen sie mit einem eigenen Shuttle-Dienst an den Arbeitsplatz oder zurück nach Hause. Hier könnten zum Beispiel alternativ Vergütungen in Form von

  • Punkten (für eine bestimmte Punktzahl gibt es z. B. einen Wagen vom Betrieb übers Wochenende, wenn er für die Werkstattkunden nicht benötigt wird),

  • Gutschriften,

  • Tankgutscheinen etc. erfolgen.

Es gibt noch immer Pizza-Dienste, die eine Preisliste haben, egal ob die Pizza gebracht oder abgeholt werden muss. Warum gibt es keine Vergütung, wenn der Kunde die Pizza selbst abholt?

Fazit: Die Möglichkeiten, Kunden so einzubinden, dass sie (notwendige) Leistungen übernehmen und an den gewonnenen Vorteilen partizipieren, sind vielfältig.

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Über den Autor:

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Hans-Jürgen Borchardt ist seit 1967 selbstständiger Marketingberater. Er berät mittelständische Unternehmen, vorwiegend im Handel und Handwerk in Deutschland, Schweiz und den Niederlanden. Seit über ...

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