Gesunde Ernährung ganz einfach

Welche Ernährung ist die beste?

Unsere Ernährung bestimmen andere

1. Die Werbung

Was in der Werbung toll, verlockend und gesund klingt und aussieht, sollten Sie schlicht und ergreifend ausblenden. Indem Sie Augen und Ohren verschließen oder ganz einfach (den Fernseher) abschalten. Werbung dient nur einem einzigen Zweck: Verkaufen. Schützen Sie sich vor diesen unsinnigen und teilweise unseriösen Versprechungen.

Natürlich sind Vollkorn, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien gesund. Daran zweifelt auch niemand ernsthaft. Nur: Wo bleibt die Konsequenz? Etwa in dem Vital-Müsliriegel voller Zucker und Fett? In der Kindersüßigkeit "mit dem Besten aus Milch" und ansonsten wiederum viel Zucker und Fett? In den Gummibärchen, die ja kein Fett enthalten, aber dafür reichlich Zucker? In dem Low-Fat-Kochbuch? Wenn Sie Fett sparsam einsetzen und dazu auch noch gutes Fett verwenden, haben Sie bereits Low Fat.

Wenn Werbung nicht funktionieren würde, würde es sie nicht geben - das gilt auch und besonders für Werbung im TV. Jeder, auch derjenige, der gegen Werbung immun zu sein glaubt, lässt sich von den schönen Bildern aus der TV-Werbung beeinflussen. Und plötzlich haben Sie einen Joghurt mit Stollengeschmack im Einkaufswagen und sind davon überzeugt, dass Sie diese Entscheidung aus freiem Willen getroffen haben.

Seien Sie clever und entziehen Sie sich all den angeblich so leckeren und gesunden Sachen: Die 5 Minuten Werbepause können Sie besser nutzen.

  • Stellen Sie den Ton aus und unterhalten Sie sich lieber mit Ihrem Partner. Sehen Sie dabei aber auch nicht auf den Bildschirm - allein die bunten Bilder machen schon Appetit.

  • Stehen Sie auf und erledigen Sie kleine Arbeiten im Haus. In 5 Minuten können Sie: Wäsche zusammenlegen, 1 Paar Schuhe putzen, die Hausaufgaben Ihres Kindes nachsehen, den Frühstückstisch für den nächsten Tag decken etc.

  • Tun Sie etwas für Ihre Fitness! Trampolinspringen zum Beispiel ist eine tolle Sache. Bereits diese 5 Minuten schenken Ihnen mehr Gesundheit als all die ach so gesunden Produkte, die Ihnen in der Werbung angepriesen werden.

2. Die Experten

Etwas schwieriger ist die Sache mit den Experten - bei richtigen, bei so genannten, bei selbst ernannten oder bei Pseudo-Experten. Und auch bei denen, die eine "abweichende Lehrmeinung" vertreten.

Was von solchen Expertenmeinungen zu halten ist, zeigen die vielen unterschiedlichen und oft gegensätzlichen Theorien. Jeder Experte propagiert seine Erkenntnis, ausbaden muss/soll es der Verbraucher. Wie sollen Sie als Verbraucher nachvollziehen, ob eine zitierte Studie korrekt abgelaufen ist oder von der Industrie gesponsert wurde, ob die Fragestellung der aktuellen Diskussion angemessen ist, ob alle Faktoren ausreichend berücksichtigt wurden, ob genügend Menschen untersucht wurden, ob die Studie inzwischen widerlegt wurde und und und ...?

Hinzu kommen manipulierende Auswertungen der Ergebnisse. "60 %" klingt gut. Jedenfalls besser als "Wir haben 5 Leute befragt. 3 davon haben damit abgenommen".

Kennen Sie den Spruch "3 Experten - 4 Meinungen"? Halten Sie sich in Sachen Expertenmeinungen einfach an den Dichter Jean Paul (1763 - 1825), der einmal sagte: "Jeder Fachmann ist in seinem Fach ein Esel".

Ernährungsempfehlungen: widersprüchlich und verunsichernd

Die Expertenmeinungen zum Thema Ernährung in den letzten 50 Jahren sind so zahlreich, unterschiedlich und gegensätzlich, dass man schier verzweifeln könnte, wollte man alles "richtig" machen.

Das Resultat: Die Menschen sind verunsichert und ändern ihre Ernährung ständig - gerade so, wie die neusten Erkenntnisse gerade lauten. Doch diese Haltung ist fatal. Wer so fremdbestimmt isst und lebt, der kann nicht mehr hören, was ihm sein Körper eigentlich sagt. Wir machen uns abhängig und sind nicht mehr in der Lage, allein zu entscheiden.

Der Spruch "Die Erkenntnisse von heute sind die Irrtümer von morgen" beinhaltet schon ein wenig Wahrheit: Oft werden innerhalb kürzester Zeit Ernährungsempfehlungen völlig über den Haufen geworfen, und man stellt fest, dass Erkenntnisse einfach falsch oder nicht ausreichend waren.

Stellen wir im Folgenden einfach einige dieser Experten-Meinungen unkommentiert gegenüber:

Das behaupten die Ernährungsgurus

  • Die Vegetarier sagen: Essen Sie nichts Tierisches.

  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Essen Sie viele Kohlenhydrate.

  • Low Fat: Essen Sie alles, Hauptsache es ist fettarm. Qualität spielt keine Rolle, Hauptsache fettarm!

  • Weight Watchers: So lange Sie nach unserem Punktesystem essen, ist alles gut.

  • Diät-Guru Atkins: Meiden Sie Kohlenhydrate wie die Pest.

  • Logi-Methode: Ein bisschen Kohlenhydrate dürfen Sie schon.

  • Dr. Strunz sagt: Essen Sie wenig Fett und viel Eiweiß - und am Besten essen Sie das Eiweißpulver, das ich in meinem Shop verkaufe.

  • Prof. Dr. Pudel sagt: Gummibärchen machen nicht dick, denn sie enthalten kein Fett. Kaufen Sie in meinem Delemi-Shop und werden Sie schlank.

So gehen Sie mit Expertenmeinungen um

Experten ziehen ihre Reputation aus Titeln, werbewirksamen Auftritten, Publikationen etc. Deshalb wirken sie auf uns vertrauenswürdig. Besonders, wenn das, was sie zu sagen haben, schwarz auf weiß (meist eher bunt auf weiß) gedruckt vor uns liegt.

Wenn Sie künftig mit einer solchen Expertenmeinung konfrontiert werden, denken Sie an die Geschichte von dem Elefanten und den Wissenschaftlern.

Hier die Kurzfassung: Einer Gruppe von Wissenschaftlern wurden die Augen verbunden und ein "neu entdecktes Tier" vorgeführt. Jeder der Wissenschaftler ertastete einen anderen Körperteil und meinte, damit bereits das Wesen des Tieres erfasst zu haben: Der eine hielt es für eine Schlange, der andere für eine Wand, wieder ein anderer für eine Säule und so fort. Und dann begannen sich die Wissenschaftler zu streiten. Bis ein kleines Kind das Rätsel auflöste.

Unser Tipp: Hören Sie nicht (nur) auf die Wissenschaftler. Hören Sie auf das kleine Kind (in Ihnen selbst). Es weiß genau, was Sie brauchen.

Eine ganze Sammlung von diesen Geschichten finden Sie unter http://www.coforum.de/?Wahrnehmung.

Zwei interessante Varianten dieser Geschichte mit philosophischem Hintergrund bietet Annette Schlemm auf http://www.thur.de/philo/hegel/elefant.htm.

Die grundlegende Art und Weise, mit solchen Expertenmeinungen umzugehen, lautet ganz einfach: Dies ist vielleicht interessant, aber es ist mit Sicherheit nur ein Teil der ganzen Wahrheit. Und denken Sie immer daran: Auch Experten können irren (sie tun es sogar sehr häufig...).

Bleiben Sie entspannt. Der einzige Experte für Ihren Körper sind Sie allein.

action!

Überlegen Sie einmal kurz: Welche Personen halten Sie für kompetent, Ihnen gesunde Ernährung zu erklären? Richten Sie sich danach, wenn neue Empfehlungen durch die Presse geistern? Falls das der Fall ist, entziehen Sie sich dem ganz bewusst. Achten Sie einfach nicht mehr auf solche Meldungen - ganz bestimmt wird Ihnen nichts Schlimmes passieren, wenn Sie für 8 Wochen einmal nicht erfahren, ob nun Fette oder Kohlenhydrate dick machen oder ob Kaffee nun schädlich ist oder nicht.

Seien Sie von nun an wachsam und kritisch - es geht schließlich um Ihre Gesundheit.

3. Unsere Umwelt

Eine besondere Bedeutung kommt den Menschen in unserer Umwelt zu. Ihnen vertrauen wir, weil sie uns nahe stehen, weil sie in unserem Leben eine bedeutsame Rolle spielen, sei es als Elternteil, als Partner, als Arbeitskollege, als Nachbarin oder als beste Freundin.

Jeder hat so seine Ernährungstipps auf Lager - und in den meisten Fällen widersprechen sie sich. Unser Tipp: Schalten Sie Ihre Ohren auf Durchzug!

Auf die gängigen Diskussionen wie "Du isst zu wenig" oder "Du solltest mehr auf deine Linie achten" sollten Sie erst gar nicht einsteigen. Hier geht es meist nur vordergründig um das Thema Ernährung, sondern eher um Recht haben, Macht und gewinnen. Und Ihre Rolle dabei ist ohnehin vorprogrammiert: die des Verlierers.

Beispiel: Besuch bei der Schwiegermutter - eine Chance, das "Nein-sagen" zu lernen

Eine heikle Sache. Schwiegermutter meint es gut und nimmt lieber einen Löffel Schweineschmalz mehr als zu wenig. Was tun? Die wenigsten Köchinnen sind nicht beleidigt, wenn man ihr Essen ablehnt - für Schwiegermütter gilt das in ganz besonderem Maße.

Wenn Ihnen das Essen mit der Extra-Portion Schweineschmalz schmeckt, dann greifen Sie zu und lassen Sie es sich schmecken. Falls nicht, bleibt nur eines: ein liebevolles, höfliches, aber bestimmtes "Nein".

Vor dem "Nein" könnten Sie versuchen, bei Schwiegermutter ein gutes Wort für einen leckeren Salat und ein wenig Gemüse einlegen. Davon essen Sie dann reichlich und das Schwein landet nur als Beigabe auf Ihrem Teller. Beharrt Ihre Gastgeberin allerdings auf ihrer Meinung, kommt das "Nein" ins Spiel.

Wie Sie das verpacken und wie viel Ehrlichkeit Ihnen wichtig ist (und Ihrer Schwiegermutter gut tut), müssen Sie entscheiden. Notfalls argumentieren Sie mit einem Gallenproblem ("Vertrage nicht so viel Fett") oder Sie behaupten, Sie seien auf Diät. Bringen Sie sich eine Kleinigkeit mit (wie gesagt: eine Rohkost oder eine Gemüsebeilage peppen jedes Essen auf) und loben Sie Schwiegermami für Ihr gutes Essen.

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Über die Autorin:

Angelika Stein ist Lerntrainerin und Journalistin. Sie ist Expertin für Lerntechniken, als Journalistin beschäftigt sie sich mit den Bereichen Gesundheit, Ernährung und ganzheitliche Lebensführung. ...

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