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Google+ für Ihr Unternehmen einsetzen

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Stand: 1. Juni 2016

Google+ in der Praxis

Personenprofile versus Unternehmensseiten/Markenseiten

Personenprofile

Personenprofile sind dazu da, dass sich Personen miteinander vernetzen. Im Vordergrund eines Personenprofils steht die Person, nicht deren Dienstleistungsangebot, Unternehmen oder Marke – auch wenn das Personenprofil hauptsächlich zu beruflichen Zwecken genutzt werden soll. Dementsprechend wird als Profilfoto ein Bild der Person und nicht das Firmenlogo verwendet. Personenprofile bieten Freiberuflern und "Firmenrepräsentanten" (Social-Media-Kommunikatoren und Mitarbeitern, die als Ansprechpartner und Experten agieren sollen) eine gute Möglichkeit, sich mit ihren Kompetenzen sowohl fachlicher Art als auch bezüglich ihrer Softskills darzustellen. Wer ein Personenprofil vor allem geschäftlich nutzt, der sollte im Über-mich-Bereich seines Profils offenlegen, für wen er arbeitet bzw. wie die eigene Firma heißt, denn fehlende Transparenz kann von (potenziellen) Kunden und Geschäftspartnern übel genommen werden.

Über das Personenprofil kann man sich wunderbar einfach vernetzen. Allerdings sollte man erst anfangen, andere in Kreise aufzunehmen, wenn man das eigene Profil sorgfältig ausgefüllt hat, denn der oder die Eingekreiste wird darüber informiert, dass Sie ihn in Ihre Kreise aufgenommen haben, und er schaut dann mit großer Wahrscheinlichkeit in Ihr Profil, um festzustellen, ob Sie umgekehrt auch für ihn interessant sind. Was man tunlichst vermeiden sollte: den Beitragsstrom mit Werbung für die eigenen Angebote und Produkte überfrachten. Davon fühlen sich die meisten Leser abgestoßen und entfernen Sie aus ihren Kreisen oder schieben Sie in einen Kreis ("Spammer" o. Ä.), den sie nie lesen. Nutzen Sie das Personenprofil lieber, um sich und/oder Ihre Mitarbeiter als kompetente und eventuell unterhaltsame Ansprechpartner zu zeigen und um sich mit anderen interessanten Personen zu vernetzen. "Werben" Sie lieber nur sehr dosiert – oder indirekt, indem Sie beispielsweise über einen geschäftlichen Erfolg schreiben, der Sie als Mensch besonders gefreut hat.

Unternehmens- und Markenseiten

Bei Unternehmensseiten/Markenseiten (Google+ Business Pages) stehen das Unternehmen, die Marke, die Produkte oder Dienstleistungen im Vordergrund. Auf die Seite gehört also unbedingt das Firmen- oder Markenlogo. Dennoch schätzen es viele Nutzer zu wissen, mit wem sie kommunizieren, wenn sie auf einer Unternehmensseite lesen oder kommentieren. Es ist daher zu empfehlen, die Person im Profil der Unternehmensseite namentlich vorzustellen.

Auf der Unternehmens- bzw. Markenseite wird Werbung zwar eher toleriert, doch verbinden sich Personen ("Zielgruppe") weniger aus Sympathie zu einer Marke oder einem Unternehmen mit deren Präsenz in einem sozialen Netzwerk, sondern weil sie dort etwas vorfinden, was ihnen ansonsten nicht oder weniger bequem geboten wird, z. B. exklusive Nachrichten aus dem Unternehmen bzw. der Branche, Anwendungsbeispiele (z. B. per Videotipp), Ergebnisse von Produkttests, Online-Beratung, Online-Schulung, Ankündigungen von Aktionen (z. B. Kundenbefragung mit Verlosung) etc.

Bei der Entwicklung solcher Angebote muss man sich im Klaren sein, dass es bei Google+ keine Pinnwand (Wall) gibt, an die Kunden von sich aus Wünsche oder Beschwerden posten können (die Möglichkeit kann man aber über eine Community anbieten), sondern dass sie hier nur Ihre Beiträge (Posts) kommentieren, also reagieren können. Um mit Kunden ins Gespräch zu kommen, müssen Sie diese immer wieder durch Fragen und Anregungen dazu auffordern, sich mittels Kommentaren zu äußern.

Versuchen Sie, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was die Besucher mögen. In Social Media geht es um Zuhören, Vertrauen, Informieren, Sympathie wecken etc.

Sie erhalten Feedback – und Sie benötigen eine Strategie, wie Sie professionell damit umgehen, wenn es einmal nicht so ausfällt, wie Sie es sich wünschen. Platte Werbesprüche stoßen ab, aber alles mit einem tatsächlichen Informationsgehalt oder anderem zusätzlichen Nutzen interessiert Kunden.

Google+ Unternehmens-/Markenseiten gibt es für

  • lokale Geschäfte (z. B. Hotels, Restaurants, Geschäfte, Dienstleister)

  • Produkte oder Marken (z. B. Mode, Autos, Elektronik, Finanzdienstleistungen)

  • Unternehmen, Einrichtungen oder Organisationen

  • Kunst, Sport und Unterhaltung (z. B. Filme, Fernsehen, Musik, Bücher, Sport, Theater)

  • Sonstiges (für diejenigen, die sich in keines der obigen Fächer einsortieren können)

Der Ersteller einer Google+-Unternehmensseite kann über den Navigationsmenüpunkt My Business/Untermenü Administratoren bis zu 49 weitere Administratoren einladen
(Multi-Admin-Feature), allerdings pro Tag nur maximal 20.

Unterschiede zwischen Personenprofilen und Unternehmensseiten

Auch wenn sie sehr ähnlich aussehen, gibt es doch einige Unterschiede zwischen Personenprofilen und Unternehmensseiten, beispielsweise:

  • Auf Personenprofilen gibt es unterhalb des Bildes und des Personennamens ein Symbol für Nachricht senden und Hangout – jedenfalls dann, wenn der Nutzer diese Kommunikationsmöglichkeiten in den Einstellungen unter Profil nicht abgewählt hat.

  • Eine Unternehmensseite kann man teilen, ein Personenprofil nicht.

  • Unternehmens-/Markenseiten haben einen Bereich für die Verwaltung (Navigationsmenü My Business mit eigenem Untermenü), Personenprofile nicht. Dort kann man z. B. weitere Administratoren ernennen und dort findet man auch den Zugang zu den Einstellungen für die Unternehmens-/Markenseiten. Bei Personenprofilen ist Einstellungen ein Menüpunkt der Navigationsleiste.

  • Nur bei Unternehmens-/Markenseiten werden die Kontaktdaten im Profil (Google+ Seite) unter Info angezeigt.

Was ist mit Gewinnspielen?

Gewinnspiele sind auf Google+ nicht gestattet. Doch kann man natürlich Gewinnspiele auf der eigenen Website realisieren und über Google+ und andere Social-Media-Plattformen dazu einladen.

Sprechende URL – auf dem Umweg

Das Fehlen einer sprechenden URL für das Firmenprofil kann man mit einer Weiterleitung in der .htaccess-Datei des eigenen Servers kompensieren. Richten Sie einfach dort eine Weiterleitung für eine griffige URL ein, die sich dann verbreiten lässt. Die sprechende URL zu einer meiner Google+-Markenseiten ist z. B. www.tinto.de/+

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Über die Autorin:

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Eva Schumann ist Journalistin, Bloggerin, technische Redakteurin und erfahrene Fachfrau für Social Media. Mit ihrer Firma Eva Schumann Text & Kommunikation berät und unterstützt sie Firmen bei deren M ...

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