Basiswissen 'Bilder und Web': Grafiken und Fotos fürs Web beschaffen, erstellen, optimieren und einbinden

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Stand: 6. Februar 2012

Bildauswahl: Woher die Bilder nehmen - und welche dürfen Sie überhaupt verwenden?

Bei einer Foto-Agentur kaufen oder selber machen?

In den Anfängen des Internets war dieses de facto oft ein rechtsfreier Raum - zumindest war es gang und gäbe, sich Bilder für die Website von anderen Internetseiten zu besorgen. Das war zwar auch damals schon ein Rechtsverstoß, denn auch Bilder unterliegen dem Urheberrecht. Heute jedoch kann Sie die Grafik-Beschaffung nach der Methode "schnell mal kopiert" schnell auch richtig viel Geld kosten: Dazu bedarf es nur einer Abmahnung durch den Betreiber der Seite, bei der Sie sich bedient haben. Sie denken, das merkt eh keiner? Es gibt inzwischen diverse Such-Dienste, die in der Lage sind, Bilder in Internetseiten nach einem Pixelmuster zu finden. Wenn Sie nicht ständig unter dem Damoklesschwert eines anwaltlichen Schreibens mit Kostennote leben wollen, müssen Sie andere Grafikquellen finden.

Wo Sie Bilder für die Website erhalten

Auf dem vermeintlich einfachen Weg des "Copy & Paste" an ein Bild für eine Internetseite zu kommen, kostet unter Umständen deutlich mehr, als wenn Sie das Bild

  • selbst gemacht hätten und dazu extra eine Kamera kaufen würden;

  • von einem Fotografen hätten machen lassen;

  • bei einer Online-Agentur für Stock-Fotos gekauft hätten.

Damit wären auch schon die drei wichtigsten Möglichkeiten genannt.

Einen Fotografen zu beauftragen lohnt für eine Website oft nicht, denn wer nicht gerade mit seiner Website wirklich große Umsatzzahlen erzielt, kann nicht ein paar hundert Euro in einen Fotografen investieren. Das kommt eigentlich nur in Frage, wenn Sie sehr spezielle Aufnahmen benötigen, etwa Produktaufnahmen Ihrer eigenen Produkte oder bspw. Portraits von den eigenen Mitarbeitern, die Sie selbst mangels Studioausrüstung nicht machen können.

Geht es dagegen um Landschaftsaufnahmen, Bilder aus Ihrem Heimatort, vielleicht ein paar Schnappschüsse von Menschen oder Produktfotos von Lebensmitteln oder Gerichten für eine Rezeptseite, sind das alles Bereiche, in denen Sie Bilder entweder selbst machen oder bei Agenturen kaufen können. Mit diesen beiden Möglichkeiten befassen sich daher die nachfolgenden Abschnitte.

Bilder kaufen oder selbst machen?

Benötigen Sie Bilder, die Sie nicht selbst machen können oder möchten, können Sie Bilder bei Bildagenturen kaufen. Diese sind mittlerweile auch im Internet vertreten und ermöglichen Ihnen oft den Kauf per Kreditkarte oder Paypal, manche auch auf Rechnung oder Bankeinzug und Sie können die Bilder direkt online suchen, bezahlen, herunterladen und einsetzen.

Alltägliche Motive sind im Kauf billiger

Dies lohnt sich gerade bei alltäglichen Motiven, denn davon haben die Bildagenturen eine große Auswahl. Möchten Sie bspw. eine Seite mit Kochrezepten mit ein paar Bildern von Zutaten wie Tomaten oder Nudeln auflockern, lohnt es sich kaum, dafür zur Kamera zu greifen und das selbst zu fotografieren. Denn die Bildagenturen haben davon reichlich Auswahl und Sie bekommen Bilder in webtauglicher Auflösung schon für 1 bis 5 EUR. Das ist preiswerter, als die Tomaten und Nudeln zu kaufen, zu fotografieren und zu bearbeiten, von den Kosten für die Kamera mal ganz abgesehen.

Wann lohnt es sich aber, Bilder selbst zu machen? Im Prinzip immer dann, wenn Sie bereits über eine gute Kamera verfügen, diese grundlegend bedienen können und darüber hinaus ein Gespür für Bildaufbau und Gestaltung haben, denn schön aussehen sollen die Bilder ja auch.

Auch bei eigenen Bildern sind professionelle Ergebnisse gefragt

Wenn Sie die Bilder selbst machen, gelten dafür natürlich die gleichen qualitativen Anforderungen wie an Bilder vom Fotografen oder aus Bildagenturen. Das heißt, Sie sollten sich schon mit Ihrer Kamera und dem Bildaufbau sowie der Fototechnik im Allgemeinen gut auskennen, um akzeptable Ergebnisse zu erzielen.

Selber machen lohnt sich unter diesen Umständen vor allem, wenn Sie eher nicht in einer weltbekannten Stadt wohnen, aber trotzdem Bilder Ihres Ortes oder der Umgebung benötigen oder wenn es Bilder sein sollen, die ganz spezielle Motive zeigen, wie Ihre Geschäftsräume, die Mitarbeiter oder spezielle Sonderanfertigungen, die Ihr Unternehmen herstellt. Im Prinzip also immer dann, wenn Sie sonst einen Fotografen beauftragen würden, aber dies aus Kostengründen nicht tun möchten.

Auch kleinere Orte sind bei Bildagenturen verfügbar

Es gibt nicht nur Berlin und London: Da viele gerade der preiswerten Bildagenturen mit Amateuren und semiprofessionellen Fotografen zusammen arbeiten und damit eine sehr große Anzahl von Fotografen haben, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass Sie auch Bilder zu einem 300-Seelen-Ort finden. Suchen Sie einfach mal nach einem kleinen Ort. Sie werden sehr häufig ein paar passende Bilder finden.

Viele Bildagenturen bieten auch die Möglichkeit, eine Bildanfrage zu starten. Wenn Sie also nicht finden, was Sie suchen, können Sie damit Fotografen auffordern, entsprechendes Bildmaterial bis zu einem bestimmten Termin hochzuladen und erhöhen damit Ihre Chance, passende Bilder zu bekommen.

Lizenzmodelle von Bildagenturen

Wenn Sie sich entschlossen haben, Bilder bei einer Agentur zu kaufen, sollten Sie natürlich nicht vergessen, einen kurzen Blick in das Kleingedruckte und die Lizenzbedingungen zu werfen. Denn Sie kaufen nicht das Bild an sich, sondern eine Nutzungslizenz, die abhängig von den Vertragsbedingungen und dem Lizenzmodell an ganz bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Generell werden zwei grundlegende Lizenzmodelle unterschieden:

  • RF=Royalty Free

  • RM=Rights Managed

Die meisten preiswerten Agenturen nutzen das Royalty-Free-Modell. Das heißt, Sie erwerben einmal eine Nutzungslizenz für ein bestimmtes Bild in einer bestimmten Größe, können dann dieses Bild für viele Zwecke unbegrenzt oft und lange nutzen. Sie können es auf ein einzelnes T-Shirt drucken oder ein Poster davon anfertigen lassen, es in Ihrem Firmenprospekt drucken oder es auf eine Website stellen. Sie bezahlen das Bild aber nur einmal mit einem fixen Preis.

Einschränkungen kann es abhängig von den AGB der Bildagentur geben

Es gibt leider zahlreiche Varianten des RF-Modells. So kann es zeitliche Beschränkungen geben, aber auch Einschränkungen bei der gedruckten Auflage oder der Verwendung auf Produkten wie T-Shirts und Mauspads. Lesen Sie also die Lizenzbedingungen durch. Hinsichtlich der Verwendung auf Websites sind diese Einschränkungen aber in der Regel unproblematisch.

Beim RM-Modell werden die Preise abhängig vom Verwendungszweck festgelegt. Die Verwendung auf dem Titel einer Zeitschrift mit einer Auflage von 100.000 oder mehr ist dann in der Regel teurer als der Druck in einem Prospekt mit einer Auflage von 1.000 Stück. Dafür gibt es oft die Möglichkeit, ein Bild auch exklusiv zu kaufen. Sie bezahlen dann zwar mehr Geld für die Nutzung des Bildes, gehen aber sicher, dass Ihre Konkurrenz nicht dasselbe Bild verwendet. Aufgrund der kostenaufwändigeren Verwaltung der Bilder und Bildrechte sind RM-Bilder meist deutlich teurer und lohnen daher für Websites nur in Ausnahmefällen.

Ausführliche Tipps zum Thema Stockfotos

Informationen über Stockfoto-Agenturen aus Sicht von Fotografen liefert unser Beitrag Nebenjob Stockfotografie: Geld verdienen mit Fotos und anderen Bildern.

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Über die Autorin:

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Helma Spona ist Fachautorin und Expertin im Bereich Digitalfotografie, Bildbearbeitung, (Website-)Programmierung und Webdesign. Seit einigen Jahren fotografiert sie für verschiedene Bildagenturen vor ...

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