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Große Websites selbst bauen

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Stand: 13. Oktober 2011

Vorbereitungen

Domain-Name

Das erste, was die zukünftige Internet-Präsenz braucht, ist ein Name, so etwas wie www.akademie.de. Hinter diesem Namen verbirgt sich eigentlich eine Nummer (IP-Adresse), die aus vier Teilen besteht, z. B. 83.223.92.24, aber das kann und will sich ja niemand merken.

Daher gibt es im Internet diverse Computer, so genannte DNS (= Domain Name System)-Server, welche zu den im Browser eingetippten Domain-Namen die entsprechende Nummer finden. Damit haben aber weder Sie jetzt als Ersteller noch andere später als Benutzer zu tun, denn das passiert automatisch im Hintergrund.

Wie finden Sie die Nummer zu einer Internet-Adresse?

Starten Sie das DOS-Fenster, indem Sie beispielsweise in der Task-Leiste mit Start/Ausführen cmd eingeben. Geben Sie dort im DOS-Fenster ping www.akademie.de ein und bestätigen Sie mit Return:

Bild vergrößernDas Ergebnis der ping-Anfrage

Der ping-Befehl sendet vier Anfragen an die Internet-Adresse und diese antwortet mit einer Bestätigung. Er dient vor allem dazu festzustellen, ob überhaupt ein Internet-Zugriff möglich ist und wie viel Zeit dieser braucht.

Die erstmalige Zuordnung einer solchen Nummer zu einem Namen erledigt für Sie der Provider. Bei diesem melden Sie Ihren Wunsch-Domain-Namen an und mit der Bestätigung erfahren Sie, wo und wie Sie Ihre Dateien fürs Internet bereitstellen können.

Die Nummer (die offiziell IP-Adresse heißt, IP für Internet Protocol) brauchen Sie dazu gar nicht. Sie erhalten durch den Provider vor allem Speicherplatz auf einem Computer (Server), der unter Ihrem Wunschnamen öffentlich erreichbar ist. Öffentlich bedeutet: Jeder kann dort lesen (denn das macht ein Browser), aber schreiben/ändern/löschen können nur Sie selbst mit Ihrem Passwort.

Typische große Massenprovider sind 1&1, T-Home, strato oder web.de (eine Liste finden Sie bei wikipedia). Dort gibt es unterschiedlichste Angebote, mal nur eine E-Mail-Adresse oder auch zusätzliche Leistungen, wie spezielle Datenbanken oder mehr Speicherplatz.

Fangen Sie ruhig klein an, aber achten Sie darauf, dass Sie eine echte Domain erhalten. Mit Adressen wie meineDomain.Providername.de oder www.Providername.de/meineDomain haben Sie immer fremde Werbung in der Adresse und es wirkt nicht so professionell wie www.meineDomain.de. Und schließlich: Wer soll sich eine Adresse merken wie beispielsweise www.rot-weiss-dinslaken.homepage.t-online.de?

Wie funktioniert ein Domain-Name?

Die Domain-Namen sind von rechts nach links zu lesen. Die "Endung" .de heißt offiziell Top-Level-Domain. In vielen Fällen können Sie daran das Land ablesen: .de für Deutschland, .at für Österreich, .ch für die Schweiz oder .fr für Frankreich.

Lediglich für die USA gibt es stattdessen mehrere Top-Level-Domains wie beispielsweise:

  • .com für commercial (Firmen)

  • .gov für government (Regierungsinstitutionen)

  • .edu für education (Bildung)

Deren inhaltliche Trennung ist aber inzwischen recht durchlässig geworden.

Da Ihre Internet-Präsenz voraussichtlich auf Deutsch zu lesen ist, erwarten Ihre zukünftigen Benutzer ziemlich sicher eine .de-Domain. Das sollte Sie jedoch nicht daran hindern, über die gleichzeitige Reservierung einer .com- oder .info-Domain nachzudenken.

Knapp daneben ist auch vorbei

Ein typisches Beispiel für eine solchermaßen enttäuschte Erwartungshaltung ist das Anfang 2011 eingeführte Portal GoHandwerk, mit dem für einen deutschen Ort die passenden Handwerker ermittelt werden sollen. Aber wie lautet die Top-Level-Domain? www.gohandwerk.com! Das ist nicht nur unerklärlich, weil die Suche offensichtlich auf deutsche Handwerker beschränkt ist, sondern auch, weil intern eigentlich nur auf www.goyellow.de umgeleitet wird.

Es kommt aber noch schlimmer, denn im März 2011 hat sich jemand die Domain www.gohandwerk.de gesichert und leitet alle Aufrufe sofort auf seine eigene Domain um. Es ist zwar nicht nachvollziehbar, warum jemand auf der Suche nach einem Handwerker ein interessanter Kunde für eine Touristenzentrale sein soll, aber die Anzahl der entgangenen Kunden für das Portal dürfte erheblich sein.

Welchen Namen wählen?

Damit sind wir beim Hauptteil des Domain-Namens: Wie soll er denn nun heißen? Unsere fiktive Internet-Präsenz beschäftigt sich mit der wunderbaren Welt der Wolpertinger. Mögliche Namen könnten also sein:

  • www.WunderbareWeltDerWolpertinger.de

  • www.die-wunderbare-Welt-der-Wolpertinger.de

  • www.wunderbare_Welt_der_Wolpertinger.de

Aber mal im Ernst: Glauben Sie wirklich, auch nur ein einziger Benutzer möchte so eine Monster-Adresse eintippen? Groß-/Kleinschreibung wird zwar ignoriert (das gilt nicht für evt. Unterordner!), aber jeder Tippfehler führt zu dieser oder einer ähnlichen Meldung:

Bild vergrößernZugriff-nicht-möglich-Meldung bei Tippfehlern in der Adresse

Es muss also kürzer werden. Die bisher geltende Mindestlänge von drei Zeichen ist seit einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom Juni 2009 nicht mehr gültig (siehe www.ct.de), aber Leerzeichen sind nicht erlaubt. Sie können jedoch sicher sein, dass fast jede 3-Buchstaben-Kombination bereits vergeben ist. Noch freie 3-Buchstaben-Domains finden Sie hier.

Blockierte Adressen

Viele 3-Buchstaben-Domains werden von spezialisierten Firmen angemeldet und nicht genutzt. Sie warten darauf (bzw. vermarkten das durchaus offensiv), dass jemand genau an dieser Adresse Interesse hat und sie diese dann für viel Geld weiterverkaufen können. Das nennt sich domainparking oder deutlicher domaingrabbing und ist verständlicherweise nicht besonders beliebt.

Kurz und knackig für unser Beispiel wäre www.wolpertinger.de. Probieren Sie das doch einfach mal aus:

Bild vergrößernebenfalls eine Zugriff-nicht-möglich-Meldung, im InternetExplorer lediglich durch viel Werbung überspielt

Das sieht Erfolg versprechend aus, weil wieder eine Zugriff-nicht-möglich-Meldung erscheint, die ja normalerweise ein Hinweis auf nicht registrierte Domain-Namen ist.

Am besten fragen Sie mal bei jemandem nach, der etwas davon versteht: bei der DENIC (Deutsches Network Information Center). Das ist die Organisation, welche alle deutschen Domain-Namen verwaltet. Auch die Provider leiten Ihre Anmeldung dorthin weiter, weil eine direkte Privatanmeldung dort nicht möglich ist.

Auf http://www.denic.de können Sie für einen beliebigen deutschen Domain-Namen herausfinden, ob (und von wem!) er schon angemeldet wurde:

Bild vergrößernDomainabfrage bei der DENIC

Es gibt diese Adresse tatsächlich schon. Also weist die vorherige Fehlermeldung darauf hin, dass der zugehörige Server derzeit wirklich nur nicht erreichbar war.

Im Internet, aber nicht erreichbar?

Internet-Präsenzen müssen ja keineswegs nur auf den rund um die Uhr erreichbaren Servern großer Provider eingerichtet werden. Technisch ist das ebenso auf Ihrem Home-PC möglich, wenn Sie den damit verbundenen administrativen Aufwand betreiben möchten. Der jeweilige Rechner muss selbstverständlich angeschaltet sein, damit Internet-Benutzer darauf zugreifen können.

Anstatt Ihre Wunsch-Domain im Adressfeld Ihres Browsers durchzuprobieren, können Sie ihn auch gleich bei der DENIC prüfen. Das sind zwar ein paar Klicks mehr, aber so haben Sie gleich sichergestellt, dass er nicht doch schon registriert wurde.

Die meisten Provider bieten zudem einen Domain-Check ("Ist Ihr Wunschname noch frei?") an.

Mehrere Namen

Der perfekte Name scheint also schon weg zu sein. Dann müssen Sie eben nach der zweitbesten Lösung suchen. Besser gesagt: nach mehreren Lösungen. Denn es ist ja durchaus üblich und sinnvoll, mehrere Domain-Namen für eine Internet-Präsenz einzusetzen.

Beispielsweise gab es lange Zeit keine Möglichkeit, Umlaute im Namen zu benutzen, weil das ursprüngliche amerikanische Konzept (siehe ArpaNet) diese nicht benötigte. Inzwischen geht das. So ist die bayerische Hauptstadt beispielsweise sowohl unter www.muenchen.de als auch unter www.münchen.de zu erreichen.

Auch häufige Schreibfehler sind ein gutes Argument. Die Stadt Düsseldorf etwa ist notfalls auf www.dueseldorf.de mit nur einem "s" erreichbar und Köln auf www.koln.de ohne Umlaut.

Bei Städten kommt deren eventuell ausländische Namensgebung hinzu. Daher finden Sie bei www.cologne.de direkt das Kölner und bei www.munich.de das Münchner Angebot in Englisch vor.

Wer zu spät kommt...

Wenn Franzosen die Stadt Aachen unter ihrem französischen Namen auf www.Aix-la-chapelle.de suchen, finden sie dort allerdings nur die Werbung eines Autohändlers.

Sobald Sie Trennzeichen im Domain-Namen benutzen, sollten Sie auch die verschiedenen Schreibweisen mit und ohne Trennzeichen reservieren. Sonst müssen sich Ihre zukünftigen Benutzer merken, ob und welche Trennzeichen enthalten sind.

Meldet später ein Mitbewerber so einen ähnlichen Domain-Namen mit anderen Trennzeichen an, verlieren Sie Ihre Kunden an ihn, wenn diese den Schreibfehler nicht bemerken. Bei anklickbaren Links ist das unproblematisch, aber es soll ja auch ausgedruckt oder am Telefon funktionieren.

Mehrfacher Aufwand und mehrfache Kosten?

Sie machen sich wahrscheinlich nun langsam Sorgen, dass diese mehrfachen Domain-Namen sowohl den Aufwand als auch die Kosten nach oben treiben.

Da kann ich Sie beruhigen, denn Sie müssen nicht für jede Domain eigene Seiten anlegen. Eine der Domains nimmt alle Dateien auf, alle anderen leiten die Benutzer nur dorthin um. Das kann für den Benutzer offensichtlich geschehen (wie bei www.trier.de) oder ohne dass man es am geänderten Domain-Namen sieht (wie bei http://www.Software-Dozent.de und www.SoftwareDozent.de). Sie werden die passende Technik nachher kennenlernen.

Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht, wenn Sie vermuten, dass mehrere Domains auch mehrfach Geld kosten. Aber zum einen gibt es viele Angebote, bei denen bis zu fünf Domains im Preis enthalten sind. Und zum anderen geht es hier um Preise in der Größenordnung von etwa ein bis fünf Euro im Monat, was wohl kaum als ernsthafter Kostenfaktor bezeichnet werden kann.

Servername

Vor dem Domainnamen steht in der Regel der Servername. Dieser heißt oft www, sodass Internetadressen üblicherweise mit www. beginnen. Das kann aber auch anders sein; so heißt der Webserver, auf dem die deutsche Wikipedia läuft, "de" (de.wikipedia.org), der Wörterbuchserver von leo.org "dict" (dict.leo.org). Oft werden auch alle Anfragen ohne Angabe des Servernamens an den Webserver weitergeleitet.

WWW

Die hier benutzte fiktive Website für die "Wunderbare Welt der Wolpertinger" hat nicht ganz zufällig die Abkürzung WWW. Sein w3-Logo zitiert ebenfalls das für Internet-Standards zuständige W3-Consortium, aber selbstverständlich ein anders aussehendes.

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