Fazit
Fazit
Durch die Berücksichtigung einiger weniger Regeln lässt sich ein Internetauftritt barrierearm gestalten. Als Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen sollte es sich kein Unternehmer oder Freiberufler leisten, potentielle Kunden von seinem Angebot auszuschließen.
Dies bedeutet, dass eine Internet-Präsenz nicht nur für ein bestimmtes Betriebssystem mit einem einzigen Browser ausgerichtet sein darf, sondern dass plattformübergreifend und unabhängig von der verwendeten Hard- und Software alle wichtigen Inhalte zugänglich sind. Denken Sie auch an die zunehmende Anzahl mobiler Endgeräte, wie Handy, iPhone und iPad.
Internetseiten, die viele Regeln der Barrierefreiheit erfüllen, sind automatisch auch suchmaschinenfreundlicher.
Die Investition in den Abbau von Barrieren lohnt sich also in jedem Fall.
Alle Regeln für eine barrierefreie, allgemein zugängliche Website haben Sie in unserem Beispiel natürlich nicht kennengelernt. Das war auch nicht unser Ziel: Wir wollten Sie stattdessen für typische Barrieren im Web sensibilisieren und Ihnen ein wenig dabei helfen, den "barrierefreien Blick" zu entwickeln.

Also wer im Jahr 2010 noch empfiehlt, auf den Einsatz von Javascript zu verzichten, hat die letzten zehn Jahre Entwicklung im Web wohl verpennt. Selbstverständlich sind auch Websites, die Javascript einsetzen, problemlos barrierefrei zu gestalten und auch von Suchmaschinen ohne Probleme zu spidern (Dafür gibt es wirklich genug Beispiele -> google). Es gibt wohl kaum noch eine moderne Seite, die komplett auf Javascript verzichtet. Was die Anforderungen an Design und Funktionalität anbetrifft ist das auch kaum noch möglich, meine Kunden wollen sich schließlich im Web modern und nicht altbacken auf dem Stand von vor 10 Jahren präsentieren.
Ein iPad kann (noch) keine Flash Inhalte darstellen, sicher. Aber alles andere geht genauso gut wie auf jedem anderen halbwegs modernen Browser. Der Behauptung, das Flash-Plugin wäre nur auf ca. 55% der Systeme installiert, stehen diverse andere Quellen entgegen, in denen die Verbreitung von ca. 80 - 90% und mehr beobachtet wurde.
Auch die Aussage, dass Inhalte von Flash Websites nicht selber geändert werden können, ist falsch. Unsere Flash Projekte können selbstverständlich mit einem moderen Content Management System selber verwaltet werden. Unsere Flash Websites haben immer ein automatisiertes XHTML-Gerüst im Hintergrund, welches NICHT separat gepflegt werden muss. Die Inhalte können durch dieses System von Google erfasst, von Screenreadern gelesen und von iPad Benutzern angezeigt werden. Flash Websites sind da, wo der Einsatz wirklich Sinn ergibt, also alles andere als problematisch. Selbst wenn man auf den Einsatz von Flash komplett verzichten würde, wären derartige Projekte - wenn auch mit enormen Mehraufwand verbunden - nur mit Einsatz von Javascript möglich.
Für den Beitrag kann ich nur einen Stern vergeben, sorry...
S.Sievert
Mouseevent
www.mouseevent.com
Hallo Herr Sievert,
das war ein Missverständnis: Ich sage nicht, dass man komplett auf Javascript verzichten muss - nur, dass es eine mögliche Hürde darstellt, wenn man sich nicht an die BITV-Kriterien hält, Zitat: "Nach Abschalten von Skripten sollen die Seite weiterhin funktionsfähig sein. Die wesentlichen Inhalte sollen weiterhin vorhanden sein, Navigations- und Formularelemente sollen funktionieren. Von Skripten erzeugte Inhalte müssen durch ein gleichwertiges alternatives Angebot zugänglich gemacht werden."
Es geht durchaus nicht darum, altbackene Standards festzuschreiben, sondern zu garantieren, dass die Site auch ohne CSS und mit ausgeschaltetem Javascript und ohne entsprechende Player funktioniert bzw. funktionierende Alternativen bereithält.
Dass die Adobe-Angaben zur Flash-Verbreitung höher ausfallen, ist keine echte Überraschung. :-) Jedenfalls: Die Angaben schwanken, und dürfte je nach Zielgruppe ganz unterschiedlich ausfallen.
Ich bin keine Flash-Entwicklerin - und Ihr Konzept der Flash-Umsetzung ist mir neu. Das ist sehr begrüßenswert. Nur machen es ja längst nicht alle so! Ich hatte schon mehrere Kunden, die mit ihren Flash-Sites unzufrieden waren, weil sie keine Änderungen vornehmen konnten und die Inhalte nicht von Google indiziert wurden. Es geht mir auch bei Flash nicht darum, irgendetwas zu verbieten, sondern auf das Risiko hinzuweisen, damit Nutzergruppen auszuschließen.
mit freundlichen Grüßen
Martina Rüter