Weitere Regeln
Regel 6: Intuitive Bedienung und Orientierung
Ein übersichtliches und gut strukturiertes Web-Angebot macht es dem Nutzer möglich, sich intuitiv auf den Seiten zu bewegen und zu jeder Zeit zu wissen, wo er sich innerhalb der Website gerade befindet.
Mittels CSS lässt sich leicht farblich kennzeichnen, auf welcher Seite der Nutzer gerade ist. Hilfreich zur Orientierung und zum Finden dessen, was der Nutzer gerade sucht, sind eine Volltextsuche und eine Sitemap. Für tiefstrukturierte und inhaltsreiche Seiten ist eine Breadcrump-Navigation (Brotkrumen-Navigation) zu empfehlen.
Screenshot: Beispiel für Breadcrumbs
Die Hauptnavigation sollte aus sprechenden Begriffen bestehen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht z. B. Ihre firmeninternen Bezeichnungen für Produktgruppen oder Abteilungen enthalten. Wählen Sie stattdessen Schlagworte, die die Kunden erwarten.
Die Navigation sollte sich deshalb auch an etablierte Standards halten. Der Begriff des Warenkorbs oder das entsprechende Symbol des Einkaufswagens ist ein Standardelement innerhalb eines Shops. Ohne zwingenden Grund sollte man für solche Elemente keine neuen Bezeichnungen einführen. Der Link zur Startseite sollte ebenfalls auf jeder Seite sichtbar und immer an der gleichen Stelle zu finden sein.
Merke:
Orientieren Sie sich an etablierten Standards und führen Sie Usability-Tests durch.
Regel 7: Einfache Sprache, klar gegliederter Text
Die verwendete Sprache sollte möglichst einfach und klar sein. Vermeiden Sie komplizierte Bandwurmsätze, aber auch branchenübliche Fachbegriffe, die Ihre Besucher nicht verstehen. Lassen sich Fachbegriffe nicht vermeiden, so empfiehlt sich ein Glossar, das sich auch durch den zusätzlichen Content positiv auf das Suchmaschinen-Ranking auswirkt.
Verwenden Sie viele Listen und Zwischenüberschriften. Das macht den Bildschirmtext übersichtlicher; er lässt sich leichter "scannen".

Also wer im Jahr 2010 noch empfiehlt, auf den Einsatz von Javascript zu verzichten, hat die letzten zehn Jahre Entwicklung im Web wohl verpennt. Selbstverständlich sind auch Websites, die Javascript einsetzen, problemlos barrierefrei zu gestalten und auch von Suchmaschinen ohne Probleme zu spidern (Dafür gibt es wirklich genug Beispiele -> google). Es gibt wohl kaum noch eine moderne Seite, die komplett auf Javascript verzichtet. Was die Anforderungen an Design und Funktionalität anbetrifft ist das auch kaum noch möglich, meine Kunden wollen sich schließlich im Web modern und nicht altbacken auf dem Stand von vor 10 Jahren präsentieren.
Ein iPad kann (noch) keine Flash Inhalte darstellen, sicher. Aber alles andere geht genauso gut wie auf jedem anderen halbwegs modernen Browser. Der Behauptung, das Flash-Plugin wäre nur auf ca. 55% der Systeme installiert, stehen diverse andere Quellen entgegen, in denen die Verbreitung von ca. 80 - 90% und mehr beobachtet wurde.
Auch die Aussage, dass Inhalte von Flash Websites nicht selber geändert werden können, ist falsch. Unsere Flash Projekte können selbstverständlich mit einem moderen Content Management System selber verwaltet werden. Unsere Flash Websites haben immer ein automatisiertes XHTML-Gerüst im Hintergrund, welches NICHT separat gepflegt werden muss. Die Inhalte können durch dieses System von Google erfasst, von Screenreadern gelesen und von iPad Benutzern angezeigt werden. Flash Websites sind da, wo der Einsatz wirklich Sinn ergibt, also alles andere als problematisch. Selbst wenn man auf den Einsatz von Flash komplett verzichten würde, wären derartige Projekte - wenn auch mit enormen Mehraufwand verbunden - nur mit Einsatz von Javascript möglich.
Für den Beitrag kann ich nur einen Stern vergeben, sorry...
S.Sievert
Mouseevent
www.mouseevent.com
Hallo Herr Sievert,
das war ein Missverständnis: Ich sage nicht, dass man komplett auf Javascript verzichten muss - nur, dass es eine mögliche Hürde darstellt, wenn man sich nicht an die BITV-Kriterien hält, Zitat: "Nach Abschalten von Skripten sollen die Seite weiterhin funktionsfähig sein. Die wesentlichen Inhalte sollen weiterhin vorhanden sein, Navigations- und Formularelemente sollen funktionieren. Von Skripten erzeugte Inhalte müssen durch ein gleichwertiges alternatives Angebot zugänglich gemacht werden."
Es geht durchaus nicht darum, altbackene Standards festzuschreiben, sondern zu garantieren, dass die Site auch ohne CSS und mit ausgeschaltetem Javascript und ohne entsprechende Player funktioniert bzw. funktionierende Alternativen bereithält.
Dass die Adobe-Angaben zur Flash-Verbreitung höher ausfallen, ist keine echte Überraschung. :-) Jedenfalls: Die Angaben schwanken, und dürfte je nach Zielgruppe ganz unterschiedlich ausfallen.
Ich bin keine Flash-Entwicklerin - und Ihr Konzept der Flash-Umsetzung ist mir neu. Das ist sehr begrüßenswert. Nur machen es ja längst nicht alle so! Ich hatte schon mehrere Kunden, die mit ihren Flash-Sites unzufrieden waren, weil sie keine Änderungen vornehmen konnten und die Inhalte nicht von Google indiziert wurden. Es geht mir auch bei Flash nicht darum, irgendetwas zu verbieten, sondern auf das Risiko hinzuweisen, damit Nutzergruppen auszuschließen.
mit freundlichen Grüßen
Martina Rüter