Geringwertige Wirtschaftsgüter abschreiben: 410-Euro-Regel oder Sammelposten?

Wir lichten den Abschreibungs-Dschungel

Von: Robert Chromow
Stand: 13. Juli 2012 (aktualisiert)
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Wie setzt man kleinere Anschaffungen steuerlich ab? Die Lage ist kompliziert, denn Sie haben die Wahl:

  • Wirtschaftsgüter im Nettowert bis 410 Euro dürfen seit 2010 wieder im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden. Darüber hinaus greift die klassische Abschreibung über die Nutzungsdauer.

  • Wer will, darf aber auch an den im Jahr 2008 eingeführten Sammelposten festhalten.

Aber kein Grund zur Verzweiflung: Wir lichten den Abschreibungs-Dschungel.

Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter bis zu 410 Euro

Seit 2010 dürfen Selbstständige und Unternehmer anstelle des umstrittenen GWG-Sammelpostens wieder die GWG-Sofortabschreibung bis zu 410 Euro in Anspruch nehmen. Das geht aus § 6 Abs. 2 EStG hervor.

Für geringwertige Wirtschaftsfüter (GWG) im Wert zwischen 150 Euro und 410 Euro muss demnach ein GWG-Verzeichnis angelegt werden, aus dem folgende Angaben hervorgehena:

  • Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage ins Betriebsvermögen sowie

  • die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Das GWG-Verzeichnis braucht nicht geführt zu werden, wenn die Angaben ohne Weiteres aus der Buchführung ersichtlich sind (z. B. in Form eines Kontoblattes).

Bitte beachten Sie: Unverändert gilt, dass GWG "zu einer selbstständigen Nutzung fähig" sein müssen. Ein neuer Drucker etwa wird als Teil einer Computeranlage angesehen, weil er für sich genommen herzlich wenig bringt.

Fortbestand der Sammelposten-Grauzone

Die klassische lineare oder degressive Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beginnt also normalerweise wieder bei Anschaffungskosten ab 410 Euro aufwärts. Wer will, darf aber auch an der Sammelposten-Regelung festhalten, wie sie in den Jahren 2008 und 2009 vorgeschrieben war. Beim Sammelposten werden alle Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 1.000 Euro jahresweise zu einem GWG-Pool zusammengefasst und dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben.

Im Einzelfall kann das durchaus vorteilhaft sein: So werden Wirtschaftsgüter, deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer länger als fünf Jahre ist, als Teil eines Sammelpostens schneller abgeschrieben als bei der klassischen Abschreibung. Besonders spürbar ist das zum Beispiel bei Büro- und anderen Einrichtungsgegenständen, die standardmäßig erst nach 13 Jahren komplett abgeschrieben sind.

Wenn Sie sich für die Sammelposten-Regelung entscheiden, gelten die folgenden Wertgrenzen:

  • Alle selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter mit einem Nettokaufpreis von bis zu 150 Euro dürfen sofort und in voller Höhe als Betriebsausgabe gebucht werden.

  • Alle Anschaffungen mit einem Nettokaufpreis zwischen 150 Euro und 1.000 Euro müssen jahresweise zu einem einheitlichen Sammelposten zusammengefasst werden. Unabhängig von der Nutzungsdauer der einzelnen Pool-Bestandteile wird der Gesamtwert dieses Sammelpostens dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben - pro Jahr also mit 20 Prozent der Anschaffungskosten.

    Ist ein Wirtschaftsgut erst einmal in den Sammelposten aufgenommen, verliert es in den Augen des Finanzamts seine eigenständige Existenz. Der Sammelposten besteht dadurch in unveränderter Höhe fort - selbst wenn das betreffende Wirtschaftsgut defekt, verkauft worden oder verloren gegangen ist!

  • Wenn Sie sich für die Beibehaltung der Sammelposten-Variante entscheiden, beginnt die klassische Abschreibung über die Nutzungsdauer erst ab einem Nettopreis von über 1.000 Euro.

Bitte beachten Sie: Die Entscheidung für die Abschreibungsart von Wirtschaftsgütern im Bereich bis zu 1.000 Euro gilt einheitlich für all Anschaffungen eines Jahres. Sie kann aber in jedem Jahr wieder neu getroffen werden. Unabhängig davon werden Vorjahres-Sammelposten bis zum Ende der 5-Jahresfrist nach und nach abgeschrieben.

Generelle Netto-Wertgrenzen

Wichtig: Bei den genannten Wertgrenzen (150 Euro / 410 Euro / 1.000 Euro) handelt es sich grundsätzlich um Nettobeträge. Das gilt für alle Abschreibungsarten. Die Nettowerte sind ausnahmsweise auch für "Kleinunternehmer" im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und andere nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Selbstständige bindend.

Angenommen, ein Kleinunternehmer hat sich für die GWG-Grenze von 410 Euro entschieden und kauft sich einen neuen Schreibtisch für 475 Euro (netto 399,16 Euro + 75,84 Euro Mehrwertsteuer): Dann gehört das Möbelstück zu den GWG und darf im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden - obwohl es in der Einnahmenüberschussrechnung als Betriebsausgabe in Höhe von 475 Euro auftaucht!

Anschaffungen im Wert von unter 150 Euro gleich als Aufwand buchen

Da Sie über GWG im Wert bis zu 150 Euro keinen Nachweis in Form eines GWG-Verzeichnisses erbringen müssen, können Sie in beiden GWG-Varianten sämtliche Anschaffungen bis zu 150 Euro gleich als betrieblichen Aufwand buchen (z. B. Büromaterial, Werkzeuge oder sonstige Betriebsausgaben). Der buchhalterische Umweg über die Buchung auf ein Aktivkonto / Vermögenskonto (zum Zeitpunkt der Anschaffung) und einer separaten Abschreibungsbuchung (am Jahresende) ist nicht erforderlich.

Fazit

Das Festhalten am Sammelposten hat die Abschreibungsregelungen noch unübersichtlicher gemacht. Andererseits kann die Entscheidung für den GWG-Pool bei Anschaffungen bis 1.000 Euro und langen Abschreibungsfristen unter Umständen vorteilhaft sein. Erfreulich ist auch, dass die Wahl der GWG-Abschreibungsart freigestellt ist.

Crash-Kurs zu den verschiedenen Abschreibungsarten

Ausführliche Informationen zum Thema GWG und Sammelposten finden Sie in unserem Grundlagenkurs "Steuer-Abschreibungen sinnvoll nutzen: Was Sie von GWG, AfA und Sonderabschreibung wissen sollten".

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Anlagegüter, die kein GWG sind und unter 150 Euro kosten?

Das obige System ist gut erklärt - mir bleibt allerdings noch die Frage, wie es sich mit Anschaffungen verhält, die KEIN GWG darstellen und unter 150 Euro kosten? Beispiel: Anrufbeantworter (der ja für sich ohne Telefon nicht selbständig genutzt werden kann) und z.B. 80 Euro kostet. Werden die 80 Euro aufgrund des Betrags auch sofort als Betriebsausgaben abgeschrieben, oder gilt hier (da es sich um kein GWG handelt) um eine Afa völlig unabhängig vom Kaufpreis? Vielleicht gibt es auch ein besseres Beispiel - mir geht es nur prinzipiell darum, wie Anlagegüter zu behandeln sind, die kein GWG darstellen, aber im unteren Preissegment anzusiedeln sind.

Zweite Frage: Wie verhält es sich mit immateriellen Wirtschaftsgütern? Beispiel: Eintragung einer Marke beim Patentamt für 290 Euro. Dies ist ja nicht "beweglich", also sicher kein GWG. Wie werden solche Werte abgeschrieben? In der Afa-Tabelle habe ich das nicht gefunden.

Vielen Dank!

Antwort: Anlagegüter, die kein GWG sind und unter 150 Euro koste

Vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Zu Ihren Fragen:

1.
Wirtschaftsgüter im Wert bis zu 150 Euro können Sie grundsätzlich gleich als betrieblichen Aufwand buchen. Wie ein nicht selbstständig nutzbarer Anrufbeantworter behandelt wird, hängt m. E. von der dazugehörigen Telefonanlage ab: Handelt es sich beim Telefon um ein bereits abgeschriebenes GWG, würde ich den Anrufbeantworter komplett als Aufwand abschreiben. Anderenfalls handelt es sich m. E. um Wertzuwachs der Telefonanlage, die als "Zuschreibung" behandelt und über die Restlaufzeit der Telefonanlage abgeschrieben würde.

2.
Was die Patentgebühren betrifft: Da im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung ohnehin keine Aktivierungspflicht für immaterielle Vermögenswerte besteht, würde ich diesen Aufwand in voller Höhe als Betriebsausgabe ("Gebühren") behandeln. Selbst wenn ein Betriebsprüfer diese Verfahrensweise bei einer späteren Betriebsprüfung moniert, hält sich das Risiko angesichts des vergleichsweise geringen Wertes in Grenzen.

Die Details besprechen Sie trotzdem am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

kurze Nachfrage

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort - eine kurze Frage habe ich noch: Sie schreiben, es gibt keine Aktivierungspflicht für immaterielle Vermögenswerte bei der EÜR - aber die Anlage EÜR sieht unter Zeile 9 doch immaterielle Wirtschaftsgüter vor? Lt. gängiger Praxis werden ja auch z.B. die Kosten für eine extern erstellte Website über 3 Jahre abgeschrieben und die Website als "immaterielles Wirtschaftsgut" geführt. Dies gilt doch auch für die EÜR oder sitze ich jetzt gerade auf der Leitung...

Antwort: kurze Nachfrage

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Keine Sorge, Sie sitzen nicht auf der Leitung - Sie haben recht: Im "Anlageverzeichnis" zur "Anlage EÜR" werden Angaben zu immateriellen Wirtschaftsgütern verlangt. Das betrifft aber keinesfalls die von Ihnen genannte Ausgabengrößenordnung von 290 Euro. Die Patentgebühr würde ich unter "Beiträge, Gebühren, Abgaben und Versicherungen" (Seite 2, Zeile 44 Anlage EÜR) verbuchen. Aber wie gesagt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Steuerberater oder das Finanzamt. :-)

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sammelposten

Guten Tag,

der GWG Sammelposten wird ja über 5 Jahre abgeschrieben. Wie verhält man sich nach 5 Jahren? Alle WG's, die in den 5 Jahren als verschrottet gemeldet wurden, werden verschrottet. Bleiben alle
anderen WG's als Sammelposten stehen oder ist es möglich auch diese WG's zu verschrotten?

Andreas Diry

GWG Grenze und SonderAfA

Wenn ich berechtigt bin, SonderAfA von 20% in Anspruch zu nehmen, reduziert diese dann den steuerlich relevanten Betrag der Anschaffungskosten, so dass u.U. die Grenze von 410€ unterschritten wird? Konkret: wäre mit SonderAfA auch ein selbständig nutzbares WG mit einem Bruttopreis von 609€ sofort abschreibbar (ich bilde keinen Sammelposten)?

Danke und Gruß,
Achim

Antwort: GWG Grenze und SonderAfA

Hallo Achim,
vielen Dank für Ihre ebenso interessante wie berechtigte Nachfrage. Vorweg: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Bitte besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls mit einem Steuerberater oder fragen Sie direkt beim Finanzamt nach.

Hier nur allgemein: Mit der 20-prozentigen Sonderabschreibung gemäß § 7g Abs. 5 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__7g.html
... lassen sich die Anschaffungskosten m. W. zwar nicht unter die GWG-Grenze drücken. Wer seine Vorjahres-Steuererklärung noch nicht abgegeben haben, kann das gewünschte Ergebnis aber mithilfe eines für das Vorjahr zu bildenden "Investitionsabzugsbetrags" erreichen. Im Jahr der Anschaffung können die Anschaffungskosten auf diese Weise um bis zu 40 % herabgesetzt werden. Nachzulesen in § 7g Abs. 2 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__7g.html
------------ Zitat ----------------
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts können in dem in Satz 1 genannten Wirtschaftsjahr um bis zu 40 Prozent [...] gewinnmindernd herabgesetzt werden; die Bemessungsgrundlage für die Absetzungen für Abnutzung, erhöhten Absetzungen und Sonderabschreibungen sowie die Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Sinne von § 6 Absatz 2 und 2a verringern sich entsprechend.
----------Zitat-Ende --------------

Allgemeine Informationen zum Investitionsabzugsbetrag (nicht jedoch den gerade skizzierten "GWG-Trick") finden Sie im Beitrag "Investitionsabzugsbetrag: gewinnmindernde Rücklage für künftige Anschaffungen"
http://www.akademie.de/wissen/investitionsabzugsbetrag-ansparabschreibung

Noch einmal herzlichen Dank für Ihre Anregung und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kamera als GwG, später Zukauf objektiv

Guten Abend,

ich plane die Anschaffung einer Spiegelreflexkamera. Die Kamera mit Standardobjektiv ist unter 410€ zu haben und wäre somit als GwG abschreibbar. Meine Frage wäre nun wie spätere Zukäufe von Objektiven unter 410€ zu behandeln wären? Die Kamera wäre ja zu dem Zeitpunkt bereits abgeschrieben. Wird dann das Objektiv über die Nutzungsdauer von 7 Jahren abgeschrieben?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Patrick Braun

Und der Fotohintergrund?

hallo,
ist auch ein fotohintergrund von zb 200,- ein gwg?

Selbstständig nutzbar

hallo,

warum nicht - schließlich ist der Hintergrund ja wohl selbstständig nutzbar, könnte in verschiedenen Studios oder Settings etc. zum Einsatz kommen und ist, falls Sie beruflich fotografieren, ja auch eindeutig ein Wirtschaftsgut.

beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Antwort: Kamera als GWG ...

Hallo Herr Braun,
Ihre Einschätzung des Abschreibungsverfahrens teile ich gundsätzlich: Wenn Sie das Objektiv in einem der Folgejahre anschaffen, beträgt der Wert des GWG zwar 0 Euro - es befindet sich aber noch in dem separat zu führenden GWG-Verzeichnis. Die Anschaffung des Objektivs führt zu einer Zuschreibung - der resultierende Gesamtwert von dann 300 Euro ist daraufhin über die Restlaufzeit abzuschreiben.

Bitte beachten Sie: Bei meiner Antwort handelt es sich um meine völlig unmaßgebliche Privatmeinung. Eine Einzelfallberatung kann nur ein Steuerberater bieten.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

GWG Wahlrecht

Guten Abend.
Ich finde Ihren Kommentar zu den Geringwertigen Wirtschaftsgütern absolut aufschlussreich. Nur eine Frage steht für mich immernoch im Raum:

Wenn ich 4 Stühle für das Betriebsvermögen anschaffe, die insgesamt 600,- € Netto kosten, gehen diese dann je Stück (also in die Sofort-Abschreibung als Betriebsausgaben) oder mit dem Wert des Gesamt-Netto in die entsprechende Abschreibung (Sammelposten oder Abschreibung über die Nutzungsdauer) ein???
Vielen Dank für eine kurzfristige Antwort.

Beste Grüße - Kerstin (Gast)

Antwort: GWG-Wahlrecht

Hallo Kerstin,
entscheidend ist in diesem Fall der Wert des einzelnen Stuhls: Jeder einzelne Stuhl ist zweifellos "einer selbständigen Nutzung fähig". So lautet die einschlägige Voraussetzung für die Einstufung als GWG, die in Paragraf 6 Abs. 2 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__6.html
festgelegt ist.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

GWG-Wahlrecht

Hallo Herr Chromow,

danke für die schnelle Antwort. Verstehe ich den Gesetzestext so richtig?

Wenn jeder der 4 Stühle 150,-€ kostet, können alle 4 gerade noch als Aufwand gebucht werden.

Wenn 1 Stuhl 180,-€ kostet und die anderen 3 jeweils 140,-€, dann kommt der 1 ins Sammelkonto (alternativ ins GWG bis 410,-€) und die anderen 3 in den Aufwand.

Spielt bei den Buchungen bis 410,-€ bzw. 1000,-€ der Erinnerungswert eine Rolle? Denn die Stühle verbleiben doch für einige Jahre im Betrieb.

Betse Grüße - Kerstin

Antwort: GWG-Wahlrecht

Hallo Kerstin,
Ihre Interpretation des Gesetzestextes teile ich.

Die Frage nach dem Erinnerungswert habe ich nicht verstanden: Der Wert abgeschriebener GWG beträgt 0 Euro - die "Erinnerungsfunktion" wird durch das separat zu führende GWG-Verzeichnis erfüllt.

Viele Grüße
Robert Chromow

Grafikkarte unter 150,-Euro GWG, AfA oder "Büromaterial"?

Hallo Her Chromow,

mich verwirrt etwas diese Aussage: "Anschaffungen im Wert von unter 150 Euro gleich als Aufwand buchen"(Und die Erklärung dazu).

Bedeutet das, dass eine neue Grafikkarte unter 150,-Euro für meinen Rechner nun sofort Absetzbar ist? Oder muss ich es als AfA über 3(?)-Jahre abschreiben lassen? Eine Grafikk. ist ja nicht selbstständig einsetzbar...
Genauso verhält es sich ja bei Maus, Tastatur, usw. Ich benötige das Alles immer mal wieder neu, da ich freiberuflicher Webdesigner bin.

Vielen Dank für ihre Antwort!
A.Schneider

Keine Abschreibung für Güter unter 150 € - auch nicht als GWG

Hallo A.Schneider,

die Grafikkarte - die sie ohnehin nicht als eigenständigen GWG-Posten abschreiben können, weil nicht selbstständig genutzt werden kann - müssen Sie, wenn der Preis unter 150 Euro liegt, gar nicht abschreiben. Sie können den vollen Kaufpreis in der nächsten Steuererklärung als betrieblichen Aufwand geltend machen.

beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

:)

Vielen Dank!

Notebook + Garantiekosten

Hallo und vielen Dank für diesen guten Artikel!

Ich bin mir trotzdem unsicher, wie ich (bin Kleinunternehmerin) mein Notebook samt zusätzl. Garantie richtig abschreiben kann.

Das Notebook hat (leider :-) 445,00 Euro Netto gekostet . Gleichzeitig habe ich die zusätzl. Garantie für mein Notebook in Höhe von 90,00 Euro und eine Maus gekauft; alles ist in einer Rechnung zusammengefasst.

Kann ich die Kosten für die Garantie/Maus jeweils getrennt als GWG abschreiben oder muss ich sie zu den Notbook-Kosten addieren und das Ganze über 3 Jahre abschreiben?

Und noch: Wenn ich das richtig verstehe, ist die gesetzlich vorgeschriebene Abschreibungsdauer gewichtiger (in meinem Fall sind es 3 Jahre für Notebooks) als der Nettopreis des Wirtschaftsgutes. Ich glaube, ich darf mein Notebook über 3 und nicht 5 Jahre abschreiben, obwohl der Nettopreis 410,00 Euro übersteigt. Ist es so?

Ellen

Antwort: Notebook + Garantiekosten

Hallo Ellen,
da die Maus nicht "selbstständig nutzbar" ist, gehört sie auf jeden Fall zu den Anschaffungkosten des Notebooks. Auch die Garantieverlängerung gilt m. W. grundsätzlich als "Anschaffungsnebenkosten". (Hier könnte man mit Unterstützung eines Steuerberaters im Einzelfall aber auch anders argumentieren ...)

Diese Überlegung spielt in diesem Fall aber gar keine Rolle: Angesichts des Netto-Anschaffungspreises von 445 Euro stellt das Notebook von vornherein kein GWG dar. Bleibt die Frage nach "Sammelposten" oder klassischer linearer Abschreibung: Auch hier ist die Antwort eindeutig: Angesichts der 3-jährigen Nutzungsdauer, ist das Notebook bei der linearen Abschreibung schneller abgeschrieben als wenn sie es in den Sammelposten aufnehmen. Hier gilt ja die 5-Jahresfrist.

Bitte beachten Sie aber, dass die Entscheidung für die Abschreibungsart von Wirtschaftsgütern im Bereich bis zu 1.000 Euro einheitlich für _alle_ Anschaffungen eines Jahres gilt! Sie kann allerdings in jedem Jahr wieder neu getroffen werden. (Unabhängig davon werden Vorjahres-Sammelposten bis zum Ende der 5-Jahresfrist nach und nach abgeschrieben.)

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Notebook + Garantiekosten

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort, Herr Chromow!

Ich bin nicht vorsteuerabzugsberechtigt, deswegen schreibe ich die Bruttokosten des Notebooks ab. Richtig?

Ellen

Antwort: Notebook + Garantiekosten

Hallo Ellen,
ja, das ist richtig.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Abschreibung Firmenhandy

Hallo, ich habe Ihren sehr guten Beitrag intensiv gelesen, bin aber nicht wirklich schlauer geworden.

Ich hab am 01.04.2013 ein Gewerbe angemeldet und ich bin in der Kleinunternehmerregelung! Nun will ich im Juli 2013 ein Firmenhandy (iPhone) anschaffen, da ich mit meinem Sony Erricson nicht ausreichend mit meinen Kunden kommunizieren kann (email etc.).
Beim Finanzamt hat man mir gesagt das ich die kompletten Kosten, also Nettopreis + Mwst., über 3 Jahre in die EÜR aufnehmen kann. Hier steht aber was von 5 Jahren. Es geht um Kosten von ca. 800€.

Warum fünf Jahre?

hallo,

sind die Kosten von 800 Euro netto oder brutto? Die Wertgrenzen für geringwertige Güte sind immer netto, ggf. müssten sie also die Mehrwehrtsteuer herausrechnen (und wären dann bei ca. 670 Euro).

Das ist für normale GWG-Abschreibung (volle Abschreibung im Jahr des Kaufs) immer noch zu viel, denn die Obergrenze liegt bei 410 Euro. Die Sammelposten-Regelung _können_ sie zwar in Anspruch nehmen, aber dann müssen sie alle kleineren Anschaffungen (zwischen 150 und 1000 Euro) des Jahres in diesen Sammelposten mit einbringen, nicht nur das iPhone. Die werden dann alle zusammenüber _5_ Jahre abgeschrieben - während das iPhone für sich nur 3 Jahre braucht. Das scheint also zunächst einaml wenig sinnvoll zu sein (allerdings können und dürfen wir keine Einzelberatung leisten - für verlässliche Aussagen sollten Sie einen Steuerberater fragen, der alle Details Ihres Falls kennt.)

Die Abschreibungsfrist auf ein Smartphone (AfA) beträgt drei Jahre. Das Finanzamt hat also völlig recht - auch damit, dass Sie als Kleinunternehmer ausnahmsweise den Umsatzsteueranteil mit abschreiben dürfen.

Noch ein Tipp: Es kann Sinn machen, das alte Handy zu behalten, z.B. mit einer Prepaid-Karte, selbst wenn sie es gar nicht benutzen. Sie sparen so u.U. Steuern, mehr dazu steht hier:
http://www.akademie.de/wissen/telefone-geschaeftlich-privat-versteuern-t...

beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
S. Hengel

nachträgliche Anschaffungskosten 2013

Für einen Fotoapparat, der sich im Privatvermögen befindet aber betrieblich genutzt wird, wird nachträglich ein Objektiv speziell für diese Kamera im Wert von 700,00 EUR gekauft. Ein spezielles Schienensystem abgestimmt auf diese Kamera im Wert von nochmals 700,00 EUR wurde ebenfalls zur gleichen Zeit angeschafft. Sinn und Zweck dieser Anschaffung ist eine verbesserte Fotografie von Produkten, die für den Verkauf bestimmt sind. ES wurde bisher bei GWG die Sofortabschreibung (410,00 EUR)angewendet. Meine Frage wie werden die nachträglichen Anschaffungskosten bilanziert / abgeschrieben, wenn der Fotoapparat im Privatvermögen bleibt?
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Ulrike

Antwort: nachträgliche Anschaffungskosten 2013

Hallo Ulrike,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
Bevor Sie die Anschaffungskosten des (nicht selbstständig nutzbaren) Zubehörs geltend machen, müssen Sie m. E. erst die Kamera ins Betriebsvermögen einbringen. Wie das geht, erfahren Sie in folgendem Beitrag:
http://www.akademie.de/wissen/privatgegenstaende-abschreiben
Erst dann können Sie die Anschaffungskosten des Zubehörs als "Zuschreibungen" buchen und den Gesamtwert über die verbliebene betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben. Kameras und Zubehör werden normalerweise über 7 Jahre abgeschrieben. Ob Sie Ihre gebrauchte Kamera mit den Neuanschaffungen über 7 Jahre abschreiben oder über einen kürzeren Zeitraum, hängt von Alter und Zustand der Kamera ab. Die Details besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Wie setzt man dann E-Bike ab?

1. Arbeitsunfall als Putzfrau, ohne Pkw.
2. Freundin ist eh behindert, nun operiert & Miniskus raus.
3. Fährt aber jeden Tag mit Rad, hat keine Kfz-Fahrerlaubnis.
4. Wir (4 Leute) legen wegen Armut finanziell zusammen und kaufen E-Bike zur Schmerzlinderung, weil hier geht es um Berglandschaft zum Job und zurück, was heftig, unerträglich schmerzen kann.
5. Ich bin selbständig und benötige leider Harz 4 (habe aber Produkte die jeder braucht und viele Mitbewerber mit heftigen Preisdumping, auch bei eBay aus fern Ost), gebe aber auch 200 Euro zum E-Bike dazu, hatte 3 Monate für div. Warenumlaufmittel vom Munde abgespart, alles andere ist privater finanzieller Zulauf für das E-Bike!
6) Kann ich das E-Bike voll in die Kosten nehmen. Wie denn?
7) Freundin ist mein Lebensgefährte und wird via H4 mit angerechnet!
8) Diese komplizierten Steuergesetze produzieren nur noch Ängste! = Soll man wirklich noch selbständig sein?

Danke für alle Eure Beiträge, alles ist gut gemacht!

Antwort: E-Bike

Hallo,
leider geht aus Ihrer Frage nicht hervor, um welche "Kosten"-Abrechnung es geht. Die steuerliche Berücksichtigung unterscheidet sich nämlich von der Abrechnung gegenüber der Arbeitsagentur/ARGE.
Ganz allgemein lässt sich aber sagen: Da das Fahrzeug gemeinschaftliches Eigentum von vier Personen ist, handelt es sich nicht um einen Teil des Betriebsvermögens. Ihre Aufwendungen können daher m. E. nicht als Abschreibungen in die Gweinnermittlung eingehen.

Das muss aber kein Nachteil sein: Wenn es sich bei Ihrem Fahhrad um ein echtes E-Bike handelt, das über 25km/h schnell fahren kann, dann ist es steuerlich dem Kfz gleichgestellt. Bei der steuerlichen Gewinnermittlung können Sie dann die Kilometerpauschale von 0,30 Euro pro betrieblich veranlasstem gefahrenem Kilometer ansetzen. Bei regelmäßiger betrieblicher Nutzung dürften Sie die Anschaffungskosten schnell wieder hereinbekommen.

Bitte beachten Sie: Bei den Abrechnungen mit der Arbeitsagentur werden m.W. 0,10 Euro als Kilometerpauschale anerkannt. Handelt es sich "nur" um ein sog. Pedelec (max. 25km/h, Hilfsmotor nur als Unterstützung beim Treten), beträgt die steuerliche Kilometerpauschale leider nur 0,05 Euro.
Gute Fahrt und viel Erfolg
Robert Chromow

Super Beitrag, dass hat mir sehr geholfen bei meiner Präsentation !!!!!

Wie so oft: Das kommt darauf an. :-)
In diesem Fall hängt die richtige Antwort davon ab, welcher Kontenrahmen zum Einsatz kommt und für welche Art der GWG-Abschreibung sich der Betrieb entscheidet.
Ganz allgemein lässt sich lediglich sagen: Eine direkte Aufwandsbuchung (z. B. auf dem Konto "Büromaterial") ist nur bei GWG im Wert bis zu 150 Euro zulässig. Sämtliche Wirtschaftgüter, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten höher als 150 Euro (netto) sind, müssen im Rahmen der doppelten kaufmännischen Buchführung (nicht bei der vereinfachen Einnahmenüberschussrechnung) zunächst auf den passenden GWG-Vermögenskonten gebucht und dann am Jahresende über die AfA-Aufwandskonten abgeschrieben werden.
Mit allen weiteren Fragen wenden Sie sich am besten an Ihre Buchführungslehrkraft: Die freut sich bestimmt über Ihr Interesse. :-)
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

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