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Geringwertige Wirtschaftsgüter abschreiben: 410-Euro-Grenze oder Sammelposten?

Wir lichten den Abschreibungs-Dschungel

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Stand: 11. Mai 2017 (aktualisiert)

Bei der steuerlichen Absetzung kleinerer Anschaffungen haben Sie die Wahl:

  • Wirtschaftsgüter im Nettowert bis 410 Euro dürfen im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden. Darüber hinaus greift die klassische Abschreibung über die Nutzungsdauer.

  • Wer will, darf aber auch an den im Jahr 2008 eingeführten "Sammelposten" festhalten.

Bitte beachten Sie: Die Anfang 2017 in Aussicht gestellte Erhöhung der GWG-Grenze auf 800 Euro tritt erst im Steuerjahr 2018 in Kraft. Wie es dann mit den Sammelposten weitergehen wird, ist noch offen.

Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter bis zu 410 Euro

Zurück zur geltenden Rechtslage: Seit 2010 dürfen Selbstständige und Unternehmer anstelle des umstrittenen GWG-Sammelpostens wieder die GWG-Sofortabschreibung bis zu 410 Euro in Anspruch nehmen. Das geht aus § 6 Abs. 2 EStG hervor.

Unverändert gilt dabei, dass GWG "zu einer selbstständigen Nutzung fähig" sein müssen. Wird hingegen ein anderes Wirtschaftsgut lediglich ergänzt oder bloß dessen Funktionsumfang erweitert, stellt eine Anschaffung kein GWG dar.

Typisches Beispiel ist ein Drucker, der nur im Zusammenspiel mit einem PC oder Notebook Sinn ergibt. Wird der Drucker zusammen mit dem PC gekauft, gehört er von vornherein zum Anschaffungspreis der gesamten Computeranlage. Bei einer späteren Anschaffung erhöht der Kaufpreis des Druckers den verbliebenen Restwert des bereits vorhandenen PC und wird mit ihm zusammen abgeschrieben. Anders verhält es sich zum Beispiel bei einem Multifunktionsgerät aus Drucker, Kopierer, Scanner und Fax-Gerät: Da sich manche Funktionen solcher Geräte ohne angeschlossenen Computer nutzen lassen, dürfen sie im Jahr der Anschaffung in voller Höhe als GWG abgeschrieben werden.

Obligatorisches GWG-Verzeichnis

Für geringwertige Wirtschaftsfüter (GWG) im Wert zwischen 150 Euro und 410 Euro muss ein GWG-Verzeichnis angelegt werden, aus dem folgende Angaben hervorgehena:

  • Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage ins Betriebsvermögen sowie

  • die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Das GWG-Verzeichnis braucht nicht geführt zu werden, wenn die Angaben ohne Weiteres aus der Buchführung ersichtlich sind (z. B. in Form eines Kontoblattes).

Bitte beachten Sie: Zusammen mit der in Aussicht gestellten Erhöhung der GWG-Grenze auf 800 Euro wird die Wert-Untergrenze für die Aufnahme von Anschaffungen in das GWG-Verzeichnis von 150 Euro auf 250 Euro angehoben.

Fortbestand der Sammelposten-Grauzone

Bis einschließlich Geschäftsjahr 2017 beginnt die klassische Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer normalerweise bei Anschaffungskosten ab 410 Euro aufwärts. Sie dürfen aber auch die Sammelposten-Regelung in Anspruch nehmen, wie sie in den Jahren 2008 und 2009 vorgeschrieben war. Beim Sammelposten werden alle Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 1.000 Euro jahresweise zu einem GWG-Pool zusammengefasst und dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben.

Im Einzelfall kann das durchaus vorteilhaft sein: So werden Wirtschaftsgüter, deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer länger als fünf Jahre ist, als Teil eines Sammelpostens schneller abgeschrieben als bei der klassischen Abschreibung. Besonders spürbar ist das zum Beispiel bei Büro- und anderen Einrichtungsgegenständen, die standardmäßig erst nach 13 Jahren komplett abgeschrieben sind.

Wenn Sie sich für die Sammelposten-Regelung entscheiden, gelten die folgenden Wertgrenzen:

  • Alle selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter mit einem Nettokaufpreis von bis zu 150 Euro dürfen sofort und in voller Höhe als Betriebsausgabe gebucht werden.

  • Alle Anschaffungen mit einem Nettokaufpreis zwischen 150 Euro und 1.000 Euro müssen jahresweise zu einem einheitlichen Sammelposten zusammengefasst werden. Unabhängig von der Nutzungsdauer der einzelnen Pool-Bestandteile wird der Gesamtwert dieses Sammelpostens dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben - pro Jahr also mit 20 Prozent der Anschaffungskosten.

    Ist ein Wirtschaftsgut erst einmal in den Sammelposten aufgenommen, verliert es in den Augen des Finanzamts seine eigenständige Existenz. Der Sammelposten besteht dadurch in unveränderter Höhe fort - selbst wenn das betreffende Wirtschaftsgut defekt, verkauft worden oder verloren gegangen ist!

  • Wenn Sie sich für die Beibehaltung der Sammelposten-Variante entscheiden, beginnt die klassische Abschreibung über die Nutzungsdauer erst ab einem Nettopreis von über 1.000 Euro.

Bitte beachten Sie: Die Entscheidung für die Abschreibungsart von Wirtschaftsgütern im Bereich bis zu 1.000 Euro gilt einheitlich für alle Anschaffungen eines Jahres. Sie kann aber in jedem Jahr wieder neu getroffen werden. Unabhängig davon werden Vorjahres-Sammelposten bis zum Ende der 5-Jahresfrist nach und nach abgeschrieben.

Generelle Netto-Wertgrenzen

Wichtig: Bei den genannten Wertgrenzen (150 Euro / 410 Euro / 1.000 Euro) handelt es sich grundsätzlich um Nettobeträge. Das gilt für alle Abschreibungsarten. Die Nettowerte sind ausnahmsweise auch für "Kleinunternehmer" im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und andere nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Selbstständige bindend.

Angenommen, ein Kleinunternehmer hat sich für die GWG-Grenze von 410 Euro entschieden und kauft sich einen neuen Schreibtisch für 475 Euro (netto 399,16 Euro + 75,84 Euro Mehrwertsteuer): Dann gehört das Möbelstück zu den GWG und darf im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden - obwohl es in der Einnahmenüberschussrechnung als Betriebsausgabe in Höhe von 475 Euro auftaucht!

Anschaffungen im Wert von unter 150 Euro gleich als Aufwand buchen

Da Sie über GWG im Wert bis zu 150 Euro keinen Nachweis in Form eines GWG-Verzeichnisses erbringen müssen, können Sie in beiden GWG-Varianten sämtliche Anschaffungen bis zu 150 Euro gleich als betrieblichen Aufwand buchen (z. B. Büromaterial, Werkzeuge oder sonstige Betriebsausgaben). Der buchhalterische Umweg über die Buchung auf ein Aktivkonto / Vermögenskonto (zum Zeitpunkt der Anschaffung) und einer separaten Abschreibungsbuchung (am Jahresende) ist nicht erforderlich.

Fazit

Die Beibehaltung der Sammelposten-Regelung hat die Abschreibungsregelungen noch unübersichtlicher gemacht. Andererseits kann die Entscheidung für den GWG-Pool bei Anschaffungen bis 1.000 Euro und langen Abschreibungsfristen unter Umständen vorteilhaft sein. Erfreulich ist auch, dass die Wahl der GWG-Abschreibungsart freigestellt ist. Viel wichtiger: Die längst überfällige und nun für 2018 endlich in Aussicht gestellte Anhebung der GWG-Wertgrenze auf 800 Euro wird das kleinkarierte Abschreibungs-Hickhack hoffentlich endgültig beenden.

Crash-Kurs zu den verschiedenen Abschreibungsarten

Ausführliche Informationen zum Thema GWG und Sammelposten finden Sie in unserem Grundlagenkurs "Steuer-Abschreibungen sinnvoll nutzen: Was Sie von GWG, AfA und Sonderabschreibung wissen sollten".

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Notebook + Garantiekosten

Hallo und vielen Dank für diesen guten Artikel!

Ich bin mir trotzdem unsicher, wie ich (bin Kleinunternehmerin) mein Notebook samt zusätzl. Garantie richtig abschreiben kann.

Das Notebook hat (leider :-) 445,00 Euro Netto gekostet . Gleichzeitig habe ich die zusätzl. Garantie für mein Notebook in Höhe von 90,00 Euro und eine Maus gekauft; alles ist in einer Rechnung zusammengefasst.

Kann ich die Kosten für die Garantie/Maus jeweils getrennt als GWG abschreiben oder muss ich sie zu den Notbook-Kosten addieren und das Ganze über 3 Jahre abschreiben?

Und noch: Wenn ich das richtig verstehe, ist die gesetzlich vorgeschriebene Abschreibungsdauer gewichtiger (in meinem Fall sind es 3 Jahre für Notebooks) als der Nettopreis des Wirtschaftsgutes. Ich glaube, ich darf mein Notebook über 3 und nicht 5 Jahre abschreiben, obwohl der Nettopreis 410,00 Euro übersteigt. Ist es so?

Ellen

Antwort: Notebook + Garantiekosten

Hallo Ellen,
da die Maus nicht "selbstständig nutzbar" ist, gehört sie auf jeden Fall zu den Anschaffungkosten des Notebooks. Auch die Garantieverlängerung gilt m. W. grundsätzlich als "Anschaffungsnebenkosten". (Hier könnte man mit Unterstützung eines Steuerberaters im Einzelfall aber auch anders argumentieren ...)

Diese Überlegung spielt in diesem Fall aber gar keine Rolle: Angesichts des Netto-Anschaffungspreises von 445 Euro stellt das Notebook von vornherein kein GWG dar. Bleibt die Frage nach "Sammelposten" oder klassischer linearer Abschreibung: Auch hier ist die Antwort eindeutig: Angesichts der 3-jährigen Nutzungsdauer, ist das Notebook bei der linearen Abschreibung schneller abgeschrieben als wenn sie es in den Sammelposten aufnehmen. Hier gilt ja die 5-Jahresfrist.

Bitte beachten Sie aber, dass die Entscheidung für die Abschreibungsart von Wirtschaftsgütern im Bereich bis zu 1.000 Euro einheitlich für _alle_ Anschaffungen eines Jahres gilt! Sie kann allerdings in jedem Jahr wieder neu getroffen werden. (Unabhängig davon werden Vorjahres-Sammelposten bis zum Ende der 5-Jahresfrist nach und nach abgeschrieben.)

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Notebook + Garantiekosten

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort, Herr Chromow!

Ich bin nicht vorsteuerabzugsberechtigt, deswegen schreibe ich die Bruttokosten des Notebooks ab. Richtig?

Ellen

Antwort: Notebook + Garantiekosten

Hallo Ellen,
ja, das ist richtig.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Abschreibung Firmenhandy

Hallo, ich habe Ihren sehr guten Beitrag intensiv gelesen, bin aber nicht wirklich schlauer geworden.

Ich hab am 01.04.2013 ein Gewerbe angemeldet und ich bin in der Kleinunternehmerregelung! Nun will ich im Juli 2013 ein Firmenhandy (iPhone) anschaffen, da ich mit meinem Sony Erricson nicht ausreichend mit meinen Kunden kommunizieren kann (email etc.).
Beim Finanzamt hat man mir gesagt das ich die kompletten Kosten, also Nettopreis + Mwst., über 3 Jahre in die EÜR aufnehmen kann. Hier steht aber was von 5 Jahren. Es geht um Kosten von ca. 800€.

Warum fünf Jahre?

hallo,

sind die Kosten von 800 Euro netto oder brutto? Die Wertgrenzen für geringwertige Güte sind immer netto, ggf. müssten sie also die Mehrwehrtsteuer herausrechnen (und wären dann bei ca. 670 Euro).

Das ist für normale GWG-Abschreibung (volle Abschreibung im Jahr des Kaufs) immer noch zu viel, denn die Obergrenze liegt bei 410 Euro. Die Sammelposten-Regelung _können_ sie zwar in Anspruch nehmen, aber dann müssen sie alle kleineren Anschaffungen (zwischen 150 und 1000 Euro) des Jahres in diesen Sammelposten mit einbringen, nicht nur das iPhone. Die werden dann alle zusammenüber _5_ Jahre abgeschrieben - während das iPhone für sich nur 3 Jahre braucht. Das scheint also zunächst einaml wenig sinnvoll zu sein (allerdings können und dürfen wir keine Einzelberatung leisten - für verlässliche Aussagen sollten Sie einen Steuerberater fragen, der alle Details Ihres Falls kennt.)

Die Abschreibungsfrist auf ein Smartphone (AfA) beträgt drei Jahre. Das Finanzamt hat also völlig recht - auch damit, dass Sie als Kleinunternehmer ausnahmsweise den Umsatzsteueranteil mit abschreiben dürfen.

Noch ein Tipp: Es kann Sinn machen, das alte Handy zu behalten, z.B. mit einer Prepaid-Karte, selbst wenn sie es gar nicht benutzen. Sie sparen so u.U. Steuern, mehr dazu steht hier:
http://www.akademie.de/wissen/telefone-geschaeftlich-privat-versteuern-t...

beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
S. Hengel

nachträgliche Anschaffungskosten 2013

Für einen Fotoapparat, der sich im Privatvermögen befindet aber betrieblich genutzt wird, wird nachträglich ein Objektiv speziell für diese Kamera im Wert von 700,00 EUR gekauft. Ein spezielles Schienensystem abgestimmt auf diese Kamera im Wert von nochmals 700,00 EUR wurde ebenfalls zur gleichen Zeit angeschafft. Sinn und Zweck dieser Anschaffung ist eine verbesserte Fotografie von Produkten, die für den Verkauf bestimmt sind. ES wurde bisher bei GWG die Sofortabschreibung (410,00 EUR)angewendet. Meine Frage wie werden die nachträglichen Anschaffungskosten bilanziert / abgeschrieben, wenn der Fotoapparat im Privatvermögen bleibt?
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Ulrike

Antwort: nachträgliche Anschaffungskosten 2013

Hallo Ulrike,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
Bevor Sie die Anschaffungskosten des (nicht selbstständig nutzbaren) Zubehörs geltend machen, müssen Sie m. E. erst die Kamera ins Betriebsvermögen einbringen. Wie das geht, erfahren Sie in folgendem Beitrag:
http://www.akademie.de/wissen/privatgegenstaende-abschreiben
Erst dann können Sie die Anschaffungskosten des Zubehörs als "Zuschreibungen" buchen und den Gesamtwert über die verbliebene betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben. Kameras und Zubehör werden normalerweise über 7 Jahre abgeschrieben. Ob Sie Ihre gebrauchte Kamera mit den Neuanschaffungen über 7 Jahre abschreiben oder über einen kürzeren Zeitraum, hängt von Alter und Zustand der Kamera ab. Die Details besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Wie setzt man dann E-Bike ab?

1. Arbeitsunfall als Putzfrau, ohne Pkw.
2. Freundin ist eh behindert, nun operiert & Miniskus raus.
3. Fährt aber jeden Tag mit Rad, hat keine Kfz-Fahrerlaubnis.
4. Wir (4 Leute) legen wegen Armut finanziell zusammen und kaufen E-Bike zur Schmerzlinderung, weil hier geht es um Berglandschaft zum Job und zurück, was heftig, unerträglich schmerzen kann.
5. Ich bin selbständig und benötige leider Harz 4 (habe aber Produkte die jeder braucht und viele Mitbewerber mit heftigen Preisdumping, auch bei eBay aus fern Ost), gebe aber auch 200 Euro zum E-Bike dazu, hatte 3 Monate für div. Warenumlaufmittel vom Munde abgespart, alles andere ist privater finanzieller Zulauf für das E-Bike!
6) Kann ich das E-Bike voll in die Kosten nehmen. Wie denn?
7) Freundin ist mein Lebensgefährte und wird via H4 mit angerechnet!
8) Diese komplizierten Steuergesetze produzieren nur noch Ängste! = Soll man wirklich noch selbständig sein?

Danke für alle Eure Beiträge, alles ist gut gemacht!

Antwort: E-Bike

Hallo,
leider geht aus Ihrer Frage nicht hervor, um welche "Kosten"-Abrechnung es geht. Die steuerliche Berücksichtigung unterscheidet sich nämlich von der Abrechnung gegenüber der Arbeitsagentur/ARGE.
Ganz allgemein lässt sich aber sagen: Da das Fahrzeug gemeinschaftliches Eigentum von vier Personen ist, handelt es sich nicht um einen Teil des Betriebsvermögens. Ihre Aufwendungen können daher m. E. nicht als Abschreibungen in die Gweinnermittlung eingehen.

Das muss aber kein Nachteil sein: Wenn es sich bei Ihrem Fahhrad um ein echtes E-Bike handelt, das über 25km/h schnell fahren kann, dann ist es steuerlich dem Kfz gleichgestellt. Bei der steuerlichen Gewinnermittlung können Sie dann die Kilometerpauschale von 0,30 Euro pro betrieblich veranlasstem gefahrenem Kilometer ansetzen. Bei regelmäßiger betrieblicher Nutzung dürften Sie die Anschaffungskosten schnell wieder hereinbekommen.

Bitte beachten Sie: Bei den Abrechnungen mit der Arbeitsagentur werden m.W. 0,10 Euro als Kilometerpauschale anerkannt. Handelt es sich "nur" um ein sog. Pedelec (max. 25km/h, Hilfsmotor nur als Unterstützung beim Treten), beträgt die steuerliche Kilometerpauschale leider nur 0,05 Euro.
Gute Fahrt und viel Erfolg
Robert Chromow

Super Beitrag, dass hat mir sehr geholfen bei meiner Präsentation !!!!!

Wie so oft: Das kommt darauf an. :-)
In diesem Fall hängt die richtige Antwort davon ab, welcher Kontenrahmen zum Einsatz kommt und für welche Art der GWG-Abschreibung sich der Betrieb entscheidet.
Ganz allgemein lässt sich lediglich sagen: Eine direkte Aufwandsbuchung (z. B. auf dem Konto "Büromaterial") ist nur bei GWG im Wert bis zu 150 Euro zulässig. Sämtliche Wirtschaftgüter, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten höher als 150 Euro (netto) sind, müssen im Rahmen der doppelten kaufmännischen Buchführung (nicht bei der vereinfachen Einnahmenüberschussrechnung) zunächst auf den passenden GWG-Vermögenskonten gebucht und dann am Jahresende über die AfA-Aufwandskonten abgeschrieben werden.
Mit allen weiteren Fragen wenden Sie sich am besten an Ihre Buchführungslehrkraft: Die freut sich bestimmt über Ihr Interesse. :-)
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

ICh habe eine Frage es gibt ja verschiede Güter und zwar Büromaterial und GWG auf welchen KOnten werden diese gebucht.

In der schule bringen sie mich total durch einander.

Danke für die Antwort im Vorraus

Danke für das freundliche Feedback! Zu Ihrer Frage: Bei Software handelt es sich um ein "immaterielles Wirtschaftsgut", das meines Wissens normalerweise über drei Jahre (Standard-Software, z. B. Office- oder Buchführungsprogramme), bei umfangreichen Spezial-Installationen (z. B. SAP-Systeme) sogar über 5 Jahre - abgeschrieben werden muss. Einzelheiten erfragen Sie bei Ihrem Steuerberater oder direkt beim Finanzamt.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Danke für diesen guten Artikel!
Eine Frage hätte ich noch zur Abschreibungsproblematik: Wie sieht es eigentlich mit Software aus? Bislang galt die doch als sog. "nicht abnutzbares Wirtschaftsgut" und konnte, egal, wie teuer, sofort abgeschrieben werden. Oder irre ich mich?
Wie ist es ab 2008?
Danke für eine hilfreiche Antwort!
Stefan

Noch was, Siegfried,
nun weiß ich auch, _wann_ wir Post bekommen :-)
------------ Zitat ----------------
Voraussichtlich im ersten Quartal 2008.
-----------Zitatende --------------
(Quelle: BMF-Pressestelle)
Schöne Grüße
Robert Chromow

Hallo Siegfried,
wir dürfen uns mal wieder auf Post vom Finanzministerium freuen. Was drin stehen wird, kann ich Ihnen leider noch nicht sagen. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums teilte heute auf Anfrage mit:
------------ Zitat ----------------
die angesprochene Frage ist noch nicht abschließend geklärt und wird im Rahmen eines geplanten BMF-Schreibens zur neuen Regelung der geringwertigen Wirtschaftsgüter erörtert werden.
-----------Zitatende --------------
Business as usual: Schaunmermal... :-)
Schöne Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow
besten Dank für Ihre Antwort (zur Frage nachträgliche Anschaffung eines nicht selbstständig nutzbaren Wirtschaftsguts, die zur Wert-Zuschreibung eines Sammelpostens führt, wodurch das betreffende Wirtschaftsgut nachträglich die Sammelpostengrenze überschreitet).
Mal sehen was sich die Experten einfallen lassen. Nur in einen Sammelposten darf es ja eigentlich gerade nicht, denn zumindest dieser Wortlaut von §6 IIa ist ja eindeutig:"für abnutzbare bewegliche Wirtschaftgüter die einer selbständigen Nutzung fähig sind. . ."
Bin gespannt wie es weitergeht
Siegfried

Guten Tag und vielen Dank für Ihre spannende Nachfrage: Mit Ihrer Frage (nachträgliche Anschaffung eines nicht selbstständig nutzbaren Wirtschaftsguts, die zur Wert-Zuschreibung eines Sammelpostens führt, wodurch das betreffende Wirtschaftsgut nachträglich die Sammelpostengrenze überschreitet) befinden Sie sich in bester Gesellschaft: Selbst Experten von Oberfinanzdirektionen stehen vor einem Rätsel. :-) Eindeutige Verwaltungsanweisungen gibt es noch nicht. Mein Tipp: Um die eigenwillige Fiktion des Sammelpostens nicht zu gefährden, wird es möglicherweise darauf hinauslaufen, dass Sie das Peripheriegerät in den Sammelposten des Folgejahres aufnehmen dürfen. Alle anderen Lösungen (nachträgliche Entnahme aus dem Sammelposten und Abschreibung auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer) erscheinen unverhältnismäßig aufwendig. Das würde ja theoretisch dazu führen, dass andauernd korrigierte Steuerbescheide erstellt werden müssten...
Wir bleiben am Ball und berichten bei nächster Gelegenheit über neue Entwicklungen in dieser Angelegenheit.
Schöne Grüße
Robert Chromow

Mir ist nur noch nicht klar, was mit den nachträglichen Anschaffungskosten passiert: der berühmete PC mit 900€ angeschafft, im Sammelposten abgeschrieben, erhält nach 1 Jahren eine Scanner zum Preis von 200 oder gar 400 € ?
In einen erneuten Sammelposten kann der Scanner ja nicht, da nicht selbstständig nutzbar - kostet der scanner gar 400€ müsste der PC vielleicht wieder aus dem Sammelposten raus, weil er jetzt insgesamt über der Grenze liegt ???

Gute und übersichtliche Darstellung

Prima, als Selbständiger im Bereich Mobilesoftwaredevelopement muss ich für eine ausreichende QA konstant neue Geräte kaufen (min. 20-30 pro Jahr) die mich jetzt ein halbes Jahrzehnt durch die Steuererklärungen begleiten.

Hat man regelmässige Investitionen zu tätigen balanciert es sich ja nach dem 4. Jahr aus - aber bis dahin ist es doch ein deutlicher Nachteil - ausserdem wird den Verantwortlichen bis dahin sicher schon wieder eine neue Änderung eingefallen sein ;-(

Sammelabschreibung: Sammelklage!!

hilfreicher Beitrag, danke!
Zeigt deutlich was da für neidgetriebene Sozialisten an der Macht sind

na ja es gibt schon triks womit ich ein wirtschaftsgut aus der 150 euro kiste bekomme und nicht in diesen sammelordner (5 Jahre) eingeordnet werde fragt euren steuerberater und danach euren händler für GWG (150euro güter die mal eine insp. oder rep. brauchen )....

natürlich ist das MAL WIEDER ein erheblicher mehraufwand für kleinigkeiten wie o.g. PDA oder einen accuschrauber der max. 1.5 jahre hält
aber wie wollen wir uns als klein und mittelständige betriebe sonst das überleben sichern wenn die hohen herren wieder mal einen geistesblitz haben ......

ich kann nur bei der ganzen sache mit dem kopf schütteln

Die Bürokratie in DE wird immer weiter aufgebläht, wenn man daran erstickt und denkt "mehr geht nicht" wird man immer wieder aufs Neue überrascht. Z.B. Computer, Software, Handys, PDAs auf 5 Jahre abschreiben – die Innovationszyklen werden immer kürzer, die Gerätschaften sind immer schneller veraltet – dieser TATSACHE sollte man Rechnung tragen und gleichzeitig entbürokratisieren. Wird mir mein Mobiltelefon nach 4 Monaten im Schwimmbad gestohlen bin ich noch 5 Jahre später damit beschäftigt und durch die Sammelabschreibung daran erinnert. Dass man solche Abschreibungen im Verlustfall bzw. im Schadensfall nicht auflösen kann halte ich für einen Skandal der übelsten Sorte! Ich bin keine Bank die zinslose Kredite verteilt - gleichzeitig ist das ganze ein Massenkredit für unsere Finanzbehörden, ich zahle noch für ein PDA obwohl dieser nach 3 Jahren durch einen neuen ersetzt wurde. Ich denke das wird die Investitionsfreude deutlich hemmen und das Kaufverhalten nachhaltig verändern. Neue Vertriebsmodelle werden entstehen (Leasing/Mietkauf oder ähnlich wird nun auch für den Einzelkämpfer interessanter.)
Diese Bürokratie in DE schnürt einem langsam den Hals zu, bei jeder Investition muss den Steuerberater konsultieren, die ersten Utensilien werden noch nicht abgeschrieben sein dann gebt es schon wieder neue Regeln.
Eines habe ich bereits sofort abgeschrieben: Diese lügnerische Regierung die so einen Mist verzapft. (Ich sage nicht unfähig, ich halte diese Regierung für durchaus fähig – nur man will genau das tun was man tut.)
Dieses Land braucht dringend folgende Änderungen im Steuerrecht:
1. Minimaler notwendiger Verwaltungsaufwand
2. Transparent und überschaubar, damit das Kerngeschäft im Focus bleiben kann.
3. Vorschriften die der Realität entsprechen. (ich sage nur -> PDA für 230 € dann 5 Jahre abschreiben…)
An die Redaktion:
Ein Interessanter Artikel wäre einmal „Der große Vergleich – Wo die Bürokratie am meisten hemmt“.
Wie geht es den unseren europäischen Nachbarn oder den Firmen in den USA? Eine Gegenüberstellung der Steuerregeln in Bezug auf Transparenz, Fairness, Realitätsbezogenheit und Aufwand. Entscheidungshilfe zum Auswandern ;-) – oder – vielleicht geht es einem gar nicht so schlecht wie man denkt?
An Euch Politiker:
Den großen Firmen nette Zugeständnisse machen, den kleinen ohne Lobby den Hals abschnüren zur Gegenfinanzierung.
Viel Glück bei Euren „nach amtlichen“ Positionen in der Wirtschaft, die Ihr in unserer Bananenrepublik für den o.g. Mist hinterher „zugeschoben“ bekommt. Viel Geld für minimalen Aufwand als Aufsichtsrat – und das am besten gleich mehrfach.

Also gleich 2 Brecher die einen das Jahr 2008 wieder beschert.

Die Gesetzesänderung ist ein Desaster - insbesondere, wenn man Teil eines US-amerikanischen Konzerns ist. Die GWG-Grenze hätte angehoben werden müßen. Das wäre der richtige Weg gewesen. So gibt es einen immensen zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Typisch deutsche Bürokratie. Der Beitrag ist sehr verständlich geschrieben, insbesondere der Teil mit den Sammelabschreibungen.

Ich bin zwar kein Steuerberater, sehe die Sache aber so: Bei der Aufnahme in das Betriebsvermögen ist nicht die voraussichtliche anteilige private oder geschäftliche Nutzung von Bedeutung, sondern die Höhe der Anschaffungskosten. Insofern muss ein Wirtschaftsgut im Wert von 820 Euro bis einschließlich 2007 über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden, ab 2008 über 5 Jahre.
Freundliche Grüße
R. Chromow

Wenn ich einen Computer für bis zu 820 Euro netto kaufe und diesen zu 50 % beruflich und zu 50 % privat nutze, liegt die berufliche Nutzung unter 410 Euro netto. Kann ich diese dann als GWG absetzen?
Danke für den Beitrag und die Antworten.

Hallo,
die Regelungen des Steuerrechts lassen sich nicht direkt auf Leistunge nach dem Sozialgesetzbuch übertragen: Bei der Abrechnung von selbstständigen (Neben-)Einkünften von Arbeitslosen (meinten Sie die?) orientieren sich die Arbeitsagenturen / ARGEs zwar grundsätzlich am Steuerrecht. In Bezug auf die "Abschreibungen" war die Verwaltungspraxis in der Vergangenheit jedoch sehr unterschiedlich: Manche Ämter ließen - entgegen den Bestimmungen des EStG - Komplettabschreibung bereits im Monat der Anschaffung zu (inklusive eines daraus sich ergebenden Verlustvortrags!), andere lehnten die Anschaffung von Betriebsvermögen auch dann ab, wenn die betriebliche Notwendigkeit offenkkundig war.
Was nun die ab 2008 geltenden Neuregelungen betrifft, lässt sich aus meiner Sicht noch gar keine Aussage über die zu erwartenden Konsequenzen beim ALG I / II machen. Andererseits: In Ihrem Einzelfall (betriebsnotwendiger PC-Neukauf) gelten ja noch die bisherigen Vorschriften. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arbeitsberater / Fallmanager.
Viel Erfolg und Glück dabei und freundliche Grüße
Robert Chromow

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