Ein häusliches Arbeitszimmer ist für viele Berufstätige – für Selbstständige ebenso wie für Arbeitnehmer – ein Muss. Dennoch wird ein häusliches Arbeitszimmer nur noch dann steuerlich anerkannt, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet. Damit wird es für viele schwierig bis unmöglich, das häusliche Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen.

Betroffen von dieser Verschärfung sind insbesondere diejenigen, die beruflich mobil sein müssen – also auch außerhalb ihres Arbeitszimmers tätig sind – und gleichzeitig auch zu Hause arbeiten. Denn bei dieser gemischten, auch heimbüro-externen Tätigkeit fällt es in der Praxis mitunter nicht leicht, gegenüber dem Finanzamt zu begründen, dass der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer liegt.

Steuerfachmann Josef Ellenrieder erklärt, welche Gestaltungsspielräume Sie haben und welche Steuervorteile Sie nutzen können.

Grundlagen

Bei einem häuslichen Arbeitszimmer handelt es sich um einen Raum, der in die häusliche Sphäre eingebunden ist und der ausschließlich oder überwiegend der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen dient.

Die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer sind nur unbeschränkt abzugsfähig, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen bzw. betrieblichen Tätigkeit bildet. (Bis einschließlich 2006 galt darüber hinaus eine auf 1.250 Euro begrenzte Abzugsfähigkeit der Aufwendungen, wenn die Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50 % der gesamten beruflichen bzw. betrieblichen Tätigkeit betrug oder kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand. Ab dem Jahr 2007 wurde die begrenzte Abzugsfähigkeit durch das Steueränderungsgesetz 2007 abgeschafft.)

Das Bundesverfassungsgericht hat die rigiden Regelungen über die steuerliche Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers dann im Jahr 2010 teilweise für verfassungswidrig erklärt (Details dazu im Beitrag "Bundesverfassungsgericht kippt Abzugsverbot für häusliche Arbeitszimmer: Was Sie jetzt tun sollten").

Rückwirkend zum 01.01.2007 wurde daraufhin § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b EStG angepasst: Steht für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 Euro je Wirtschaftsjahr oder Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar. Der Betrag von 1.250 Euro ist kein Pauschalbetrag. Es handelt sich um einen objektbezogenen Höchstbetrag, der nicht mehrfach für verschiedene Tätigkeiten oder Personen in Anspruch genommen werden kann, sondern ggf. auf die unterschiedlichen Tätigkeiten oder Personen aufzuteilen ist.

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ich finde das recht interessant und brauchbar.
Es ist die Frage, ob es ohne Steuerberater
durchfechtbar ist.

das ist wenig hilfreich

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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