Häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen

Aktuelle steuerrechtliche Fragen

Bei einem häuslichen Arbeitszimmer handelt es sich um einen Raum, der in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und der ausschließlich oder überwiegend der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen dient. Eine private Mitbenutzung darf nur von völlig untergeordneter Bedeutung sein.

Ist die Aufteilung der Kosten für ein Arbeitszimmer in einen abziehbaren und einen nichtabziehbaren Teil möglich? Ist ein anteiliger Abzug von Aufwendungen für Küche, Diele, Bad und WC möglich?

Beim BFH ist derzeit die Frage anhängig, ob nach Aufgabe der Rechtsprechung zum Aufteilungs- und Abzugsverbot durch den Bundesfinanzhof (BFH GrS, Beschluss v. 21.09.2009, BStBl. 2010 II S. 672) die Kosten für ein Arbeitszimmer, dessen private Mitbenutzung nicht von untergeordneter Bedeutung ist, in einen abziehbaren und einen nichtabziehbaren Teil aufzuteilen sind.

Liegt jedoch das Arbeitszimmer außerhalb der Wohnung und außerhalb der baulichen Einheit des Wohngebäudes des Steuerpflichtigen, können die Aufwendungen in voller Höhe anzuerkennen sein, wenn es sich um ein "außerhäusliches" Arbeitszimmer handelt (BFH, Urteil v. 26.02.2003, BStBl. 2003 II S. 515).

Ein außerhäusliches Arbeitszimmer kommt beispielsweise dann in Betracht, wenn es in einem Mehrfamilienhaus liegt und die Räume nicht auf derselben Etage oder direkt neben der Wohnung liegen (BFH, Urteil v. 18.08.2005). Arbeitszimmer, die sich in einem selbst genutzten Einfamilienhaus befinden, sind dagegen grundsätzlich häusliche Arbeitszimmer (BFH, Urteil v. 26.02.2003, BStBl. 2004 II S. 75).

Die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind nur unbeschränkt abzugsfähig, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen bzw. betrieblichen Tätigkeit bildet.

Mit dem BMF-Schreiben vom 02.03.2011 können rückwirkend zum 01.01.2007 Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 Euro je Wirtschaftsjahr oder Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Das Abzugsverbot für die Fälle, in denen die Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50 % der gesamten beruflichen bzw. betrieblichen Tätigkeit betrug, war vom Urteil des BVerfG aufgrund der Fallkonstellation nicht betroffen und besteht daher weiterhin.

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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