Häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen

Betriebsausgabenabzug

Abzugsfähige Aufwendungen

Zu den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gehören folgende Aufwendungen:

· Miete,

· Gebäude-AfA/Sonder-AfA,

· Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,

· Reinigungskosten,

· Wasser- und Energiekosten,

· Grundsteuer, Müllabfuhr, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherungen,

· Renovierungskosten, die das Arbeitszimmer betreffen,

· Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers wie Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge; allerdings keine Luxusgegenstände, die hauptsächlich zur Dekoration gedacht sind – die Kosten hierfür sind nicht abziehbar.

In voller Höhe abzugsfähig sind dagegen die Kosten für Arbeitsmittel wie Schreibtische, Regale oder das Klavier eines Musiklehrers. Voraussetzung ist, dass diese Gegenstände ausschließlich beruflich und betrieblich genutzt werden. Dann sind die Kosten hierfür nach § 4 Abs. 4 EStG in voller Höhe abzugsfähig, auch wenn die Arbeitsmittel gleichzeitig Ausstattungsgegenstände darstellen.

Wird die Wohnfläche durch Baumaßnahmen, die mittels Kredit finanziert werden, erweitert, können die für diesen Kredit anfallenden Schuldzinsen selbst dann dem häuslichen Arbeitszimmer zugeordnet werden, wenn das Arbeitszimmer von den Baumaßnahmen nicht betroffen ist.

Die Kosten einer Gartenerneuerung können anteilig den Kosten des häuslichen Arbeitszimmers zuzurechnen sein, wenn bei einer Reparatur des Gebäudes, zu dem das Arbeitszimmer gehört, Schäden am Garten verursacht worden sind. Zu berücksichtigen sind allerdings nur diejenigen Aufwendungen, die der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands dienen.

Aufteilungsmaßstab

Ebenso wie bei der Frage, ob ein Arbeitszimmer dem Betriebsvermögen zuzuordnen ist, ist bei der Frage nach der Ermittlung der dem Arbeitszimmer zuzuordnenden Kosten auf die Nutzungsverhältnisse abzustellen. Ist ein Gebäude aufgrund verschiedener Nutzungen (eigenbetrieblich, fremdbetrieblich, eigene Wohnzwecke oder fremde Wohnzwecke) in verschiedene Wirtschaftsgüter unterteilt, sind die Kosten zunächst auf diese verschiedenen Wirtschaftsgüter aufzuteilen. Das häusliche Arbeitszimmer zählt hier zunächst zu der eigenen Wohnung. Sind mehrere Gebäudeeigentümer vorhanden, müssen die auf den jeweiligen Gebäudeanteil entfallenden Kosten noch weiter aufgeteilt werden.

Es gibt verschiedene Methoden, die Kosten aufzuteilen:

· Verteilung der Kosten nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zu der Wohnfläche der Wohnung einschließlich des Arbeitszimmers. Nebenräume wie Keller, Waschküche, Abstellräume und Dachböden bleiben hierbei unberücksichtigt.

· Verteilung der Kosten nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zu der Gesamtfläche der Wohnung einschließlich des Arbeitszimmers;

· Verteilung der Kosten anhand des Rauminhalts (m³) oder eines anderen geeigneten Maßstabs, falls die Aufteilung nach Nutzflächen nicht zu einem sachgerechten Ergebnis führt.

Aus der Rechtsprechung zur Aufteilung nach Nutzflächen ergeben sich folgende Grundsätze:

· Gehört das Arbeitszimmer zu den (Haupt-)Wohnräumen, so erfolgt Verteilung der Kosten nach dem Verhältnis der Wohnfläche unter Einbeziehung des Arbeitszimmers zur Fläche des Arbeitszimmers.

· Wird dagegen ein Nebenraum (zum Beispiel Kellerraum) betrieblich genutzt, so sind bei der Berechnung des Aufteilungsmaßstabs neben den Wohnräumen alle Nebenräume einzubeziehen.

· Bislang nicht geklärt ist, ob ein im Keller gelegenes häusliches Arbeitszimmer zu den Wohn- oder zu den Nebenräumen gehört und wie in diesem Fall die abziehbaren Kosten zu ermitteln sind.

Aufzeichnungspflichten

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer müssen einzeln und getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen müssen fortlaufend, zeitnah und bei der Gewinnermittlung auf besonderen Konten in der Finanzbuchhaltung gebucht werden. In der Einnahmenüberschussrechnung müssen die Aufwendungen von Anfang an getrennt von den anderen Betriebsausgaben einzeln aufgezeichnet werden.

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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