Tierfotografie: Haustiere professionell fotografieren

Tierfotografie: Allgemeine Tipps zum Handling Ihres "Motivs"

Der richtige Umgang mit dem Tier

Der Umgang mit dem Tier ist die Basis für schöne Tierfotos, denn Sie müssen nicht nur den Tierhalter im Griff haben und dazu animieren mitzuarbeiten, sondern auch ein richtiges Händchen für das Tier selbst.

Das Tier kennenlernen

Ein längeres Gespräch mit dem Tierhalter vor dem Fotoshooting ist sehr wichtig. Jedes Tier ist anders. Jedes hat ein individuelles Wesen. Auch Haustiere, die schon alt sind und lange bei ihrem Menschen leben, sind Fremden gegenüber nicht immer zutraulich. Fragen Sie den Besitzer, wie das Tier auf Blitz und Geräusche von der Kamera reagiert und wie es sich Fremden gegenüber verhält.

Wenn Sie Ihr Hintergrundsystem und die Studiobeleuchtung transportieren können, ist ein Shooting beim Tierhalter oft sinnvoller, als wenn dieser mit seinen Tieren zu Ihnen kommt. In gewohnter Umgebung sind die Tiere meist viel entspannter und lassen sich daher besser fotografieren.

Sie müssen das Tier beim Shooting nicht zwingend anfassen. Wenn es aber gleich den Rückzug antritt, sobald Sie ihm zu nahe kommen, werden Sie nicht viele schöne Bilder machen können.

Wie zutraulich oder scheu Ihr Motiv ist, beeinflusst auch den Abstand, den Sie beim Fotografieren einhalten müssen und damit die Brennweite, die Sie benötigen. Deshalb sollten Sie vorher den Besitzer danach fragen.

Für ein Leckerchen oder ein kleines Spiel sind viele Hunde und Katzen empfänglich und es lockert die Situation auch etwas auf, so dass sie sich in ungewohnter Umgebung schnell ganz natürlich und locker verhalten. Gerade bei Hunden und Katzen ist es aber von Vorteil, etwas reserviert zu sein, wenn Sie sich kurz vor dem Shooting mit ihnen anfreunden.

Mitbringsel

Sie sollten zum Shooting unbedingt Leckerchen in verschiedenen Sorten sowie Spielzeug in verschiedenen Varianten mitbringen. Auch wenn die Tierhalter so etwas oft selbst haben, gibt es gerade bei Hundehaltern viele, die gar nicht wissen, womit sich ihr Tier motivieren und aktivieren lässt. Nicht immer kennen die Besitzer ihre Tiere also gut genug.

Eine typische Erfahrung: Auf die Frage, ob der Hund "Spielzeug" mag, kommt als Antwort "Nein". Kaum zieht man jedoch das erste Quietsche-Spielzeug aus der Tasche, ist der Hund hoch interessiert und aufmerksam.

Fragen Sie den Tierhalter vor allem folgendes:

  • Wie lässt sich das Tier animieren und aufmerksam machen?

  • Wie gut hört das Tier? Wie kann man es dazu bewegen, eine bestimmte Position einzunehmen und zu halten? Bei Hunden: Kennt es Kommandos für "Sitz" und "Platz"?

  • Wie lange kann man das Shooting ausdehnen? Wie lange lässt sich das Tier zum Stillhalten, Posieren etc. bewegen?

Wenn das Tier nicht erzogen ist, müssen Sie trotzdem einen Weg finden, es in die gewünschte Position zu bringen. Das ist vor allem bei Welpen und jungen Katzen ein Problem, die naturgemäß noch keine Kommandos beherrschen und sich auch nicht lange konzentrieren können. Auch Reptilien, die allgemein ja eher weniger Erziehung genossen haben, sind in dieser Hinsicht oft Problemfälle.

Hier ist in jedem Fall eine Hilfsperson erforderlich, vor allem, wenn Sie mehrere Tiere gleichzeitig fotografieren möchten. Die Hilfsperson kann natürlich der Eigentümer sein, aber auch eine dritte Person, die ein gewisses Einfühlungsvermögen für die Tiere hat.

Wenn alles nichts hilft und ohnehin vor weißem oder einfarbigen Hintergrund fotografiert wird, können Sie, wenn mehrere Tiere fotografiert werden sollen, diese einzeln fotografieren und später am PC zusammen montieren. Das ist deutlich unkomplizierter als echte Gruppenfotos.

Puggle-Welpen

Nach dem Gespräch mit dem Tierhalter, dem ersten Kennenlernen des Tieres und der Umgebung, in der das Shooting stattfinden soll, sollten Sie Ihre Ausrüstung aufbauen bzw. einstellen.

Testen Sie auch unbedingt die Beleuchtung vorab, damit gleich das erste Bild gelingt. Stellen Sie dazu an die Stelle, an der später das Tier liegen oder sitzen soll, einen Gegenstand ähnlicher Farbe und Größe und machen Sie damit ein paar Probeaufnahmen.

Allgemeine Verhaltensregeln

Wenn Sie sich mit Tieren nicht so wirklich auskennen, werden Sie zumindest am Anfang Probleme beim Umgang mit den Tieren haben, vor allem im Studio. In diesem Fall können Sie sich an die folgenden kleinen Verhaltensregeln halten, die Ihnen vor allem beim Umgang mit Hunden und Katzen helfen.

  • Wenn das Tier ängstlich ist und Sie mit Blitz fotografieren möchten, blitzen Sie vor den ersten Fotos ein paar Mal und geben Sie ihm unmittelbar nach dem Blitz ein Leckerchen, um ihm die Angst vor dem Blitz zu nehmen.

  • Einige Studioblitzgeräte piepsen, wenn sie geladen sind. Stellen Sie den Piepton ab, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben: Er ist recht schrill und kann empfindliche Tiere erschrecken.

  • Vermeiden Sie hektische und plötzliche Bewegungen. Sie erschrecken damit die Tiere oder animieren sie zum Spielen, was im Studio eher ungünstig ist. Einen vom Spieltrieb erfassten jungen Hund wieder an seine gewünschte Position zu navigieren, ist im Studio, aber auch draußen ein kleines Problem.

  • Machen Sie zwischendrin immer wieder kurze Pausen, damit die Tiere entspannen können und keine Langeweile aufkommt.

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Über die Autorin:

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Helma Spona ist Fachautorin und Expertin im Bereich Digitalfotografie, Bildbearbeitung, (Website-)Programmierung und Webdesign. Seit einigen Jahren fotografiert sie für verschiedene Bildagenturen vor ...

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