Tagesgeld-Konto für Selbstständige, Freiberufler, Firmen und Vereine

Tipps für die Optimierung von Tagesgeldzinsen - auch für eingetragene Firmen und Vereine

Von: Dietrich von Hase
Stand: 31. August 2010 (aktualisiert)
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Verfügt Ihr Betrieb oder Verein zeitweise oder laufend über liquide Mittel? Dümpelt das Guthaben etwa - wie so häufig - auch zu null Prozent Zinsen auf dem Firmenkonto der Hausbank vor sich hin? Oder auf einem mies verzinsten Tagesgeld-Firmenkonto der Hausbank? Schluss damit! In Zukunft wird kein Geld mehr an die Bank verschenkt. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten:

Aktueller Überblick über beste Tagesgeld-Zinsen des Monats: Der folgende Artikel bietet Ihnen Grundwissen zum Thema Tagesgeldkonto zur Verzinsung von Cash im Betrieb. Eine Übersicht über die monatlich aktuellen Spitzenzinsen beim Tagesgeld finden Sie hier: www.fmh.de

Dieser Link verweist auf eine externe Übersicht von Banken mit den aktuell höchsten Tagesgeldzinsen. Besonders bei im Ausland ansässige Banken sollten Sie die Einlagesicherheit prüfen, da dort oft nur die minimale Einlagesicherheit nach EU-Recht garantiert wird, d. h. dass im Insolvenzfall einer Bank die Einlage nur mit 90 Prozent des Einzahlbetrages von maximal 20.000 Euro Anlagebetrag gesichert ist. Unter Modern-Banking.de finden sich für viele Banken Erfahrungsberichte zur Service-Qualität etc.

Das Tagesgeldkonto: Zinsen für Liquidität im Betrieb

Ein Tagesgeld-Konto ist für jeden kaufmännisch klug geführten Betrieb oder Verein ein "Muss": Zunächst ist das Konto kostenlos: Man kann es also bei vielen Banken - insbesondere in Form eines Online-Kontos - kostenlos einrichten und führen. Daher bedeutet ein Tagesgeld-Konto kaum Verwaltungsaufwand: Wird Cash auf dem Geschäftskonto benötigt, kann notfalls sofort das gesamte Guthaben vom Tagesgeldkonto - bis auf einen Euro als notwendiges Restguthaben zur Vermeidung einer Kontoauflösung - auch langfristig abgezogen werden. Ein Tagesgeld-Konto im Winterschlaf stört nicht und verursacht keine Kosten. Zugleich kann es jederzeit ins Leben gerufen werden, um seine zinsbringenden Dienste erfüllen.

Zwei Verwendungsarten bei Tagesgeld: Als Cash-Kuh und als Form der Kapitalanlage. Für ein Tagesgeld-Konto im Unternehmen oder im Verein bestehen prinzipiell zwei unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten:

Tagesgeld-Konto, um betrieblich flüssige Mittel optimal zu verzinsen. Hierbei handelt es sich um den häufigsten Fall: Verfügt der Betrieb über Zeiträume von mehreren Tagen über liquide Mittel, werden diese vom laufenden Geschäftskonto auf ein Tagesgeld-Konto mit möglichst hohem Zinssatz überwiesen. Für Guthaben auf Geschäftskonten zahlen Banken nämlich meist keine oder nur geringe Guthabenzinsen.

Tagesgeldkonten bieten hingegen teilweise ganz gute Guthabenzinsen und Zinseszinsen und tragen so zum Betriebsergebnis bei. Tagesgeld sollte dabei jederzeit täglich abrufbar sein, um auf dem Geschäftskonto als Referenzkonto fällige Zahlungen auszugleichen. Die hohe Verfügbarkeit beim Tagesgeld-Konto erspart dem Betrieb teure Überziehungs- oder Kreditzinsen, die bei einem längerfristigen Anlagehorizont - beispielsweise bei Festgeld - entstehen würden. Hier würde der Bankkunde zwar ggf. höhere Festgeld-Zinsen erhalten. Wird das Geld aber benötigt, berechnet die Bank meist mehrfach höhere Dispo- oder Überziehungszinsen auf dem Geschäftskonto. Diese Kreditzinsen würden dann schnell die Tagesgeld-Zinsen "auffressen".

Wie Sie die vielfach überhöhten Zinsen für einen Dispokredit vermeiden können, lesen Sie hier: "Dispo- und Überziehungskredit: So beenden Sie die Dispo-Falle".

Tagesgeld-Konto als spezielle Form der Kapitalanlage. Sind im Betrieb Rückstellungen zu bilanzieren - beispielsweise für die betriebliche Altersvorsorge, Prozessrisiken oder für im voraus bezahlte, aber noch nicht erbrachte Leistungen - so ist dieses Kapital ertragsbringend und sicher anzulegen. Je nach Gesamtsituation auf dem Kapitalanlagemarkt kann auch ein Tagesgeld-Konto hier durchaus einmal interessant sein: Ist beispielsweise eine ständig wachsende, überhöhte Geldmenge im Umlauf, entsteht in solchen Phasen der Niedrigzinspolitik eine so genannte "Asset-Inflation": In die steigenden Kurse von Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien wird immer mehr Luft gepumpt. Damit steigt das Kursrisiko, da die steigenden Kurse nicht durch tatsächliche Wertschöpfung, sondern durch eine Geldschwemme auf dem Kapitalmarkt verursacht sind. Wehe, wenn dann die Luft aus der Finanzblase entweicht. Hier ist man beim Tagesgeld mit den Zinsen auf der sicheren Seite. Man liegt hier "im Geld" und ist daher vor einem Absturz der Börsenkurse sicher. Somit verbleibt nur noch ein Währungsrisiko, wobei der Euro vergleichsweise recht gut abschneidet. Zeitweise kann es durchaus sinnvoll sein, auch betrieblich notwendige Kapital-Rückstellungen über ein Tagesgeld-Konto als vorübergehenden "Finanzanlage-Parkplatz" vorzunehmen. Dabei wird abgewartet, bis auf dem Kapitalmarkt neue lukrative Investitionschancen bei annehmbarem Risiko gefunden wurden. Eine Alternative wäre beispielsweise der gebührenfreie Kauf von Geldmarktfonds über ein Fonddepot. Derartige Geldmarktfonds enthalten meist Kurzläufer, also einen Mix von Anleihepapieren mit kurzen Restlaufzeiten. Daher sind Geldmarktfonds mit gemischtem Kurzläufer-Portfolio von Schuldnern mit gutem Rating ähnlich wie Tagesgeld verzinst und zugleich wertstabil und risikoarm.

Tagesgeld-Kontoführung erfordert vorausschauendes Verhalten. Wer Gelder als Guthaben auf dem Geschäftskonto bei meist fast null Prozent Zinsen liegen lässt, verliert zwar inflationsbedingt Geld, statt Zinserträge zu erzielen. Jedermann kann zwar zwischen dem Geschäftskonto als Referenzkonto und dem Tagesgeld-Konto jederzeit das gesamte Guthaben oder Teilbeträge davon überweisen. Wer seine künftigen Zahlungen auf dem Geschäftskonto nicht einigermaßen im Überblick hält und es vergisst, regelmäßig seinen Kontostand auf dem Geschäftskonto zu verfolgen, überzieht unversehens sein Geschäftskonto und handelt sich Dispo- oder Überziehungszinsen in exorbitanter Höhe ein. Oder es gibt Ärger mit der Bank, mit Kunden oder Geschäftspartnern, weil das Geschäftskonto nur im Plus geführt werden darf und die Bank vor einer Überziehung dann Abbuchungen und Überweisungen platzen lässt und womöglich dafür auch noch Gebühren berechnet. Merke: Ein Tagesgeld-Konto trägt kaufmännisch immer nur dann zum betrieblichen Erfolg bei, wenn es jederzeit so geführt wird, dass auf dem Geschäftskonto kein Minus entsteht:

Ein Minus auf dem Geschäftskonto bei gleichzeitigem Plus auf einem Tagesgeldkonto stellt oft eine kaufmännische Fehlleistung dar. Die an die Bank gezahlten Schuldzinsen fürs überzogene Geschäftskonto sind in der Regel mehrfach so hoch wie die Zinsen fürs Tagesgeld. Schlampereien beim Kontoausgleich zwischen Tagesgeldkonto und Referenzkonto raffen den Vorteil der Tagesgeldzinsen dann schnell dahin. Wer nicht willens oder fähig ist, auf einen regelmäßigen Kontoausgleich zwischen Geschäftskonto und Tagesgeldkonto zu achten, ist womöglich besser dran, wenn er auf ein Tagesgeld-Konto und dortige Zinsen verzichtet!

Niedrigzins-Strategie der Hausbank beim Tagesgeld abwehren. Die meisten Hausbanken bieten speziell Inhabern von Geschäftskonten oder Girokonten häufig nur Tagesgeld-Zinsen weit unter den Zinssätzen guter Tagesgeld-Anbieter am Markt an:

Der erste Grund ist: Viele Kunden sind einfach zu bequem oder unwissend, um sich eine andere Bank fürs Tagesgeld-Konto zu suchen und dort ein kostenloses Konto aufzumachen. So bleibt das Plus beim Cash bei der Hausbank "hängen".

Ein zweiter Grund ist: Viele Geschäftskunden wollen sich bei der Hausbank positiv ins Licht setzen. Die stille Hoffnung dieser Kunden lautet: Indem sie eine Brosamen-Verzinsung auf dem Tagesgeldkonto hinnehmen, der Bank also Geld schenken, würde sie die Bank später nicht im Stich lassen, wenn es im eigenen Betrieb mal finanzkritisch knirschen sollte. Welch eine naive Weltsicht! Warum sollte die Bank denn mit einem Kunden in einer Finanzkrise gnädiger umspringen, weil der Kunde der Bank vorher jahrelang bei den Zinsen Geld geschenkt hat? So wie man auch im Kaufhaus später keinen Sonderkredit bekommt, weil man vorher immer überteuerte Produkte gekauft hat, ist auch eine Bank kein Wohltätigkeitsverein. Natürlich wird dieses Image der persönlichen Nähe und Zuwendung häufig von den Banken à la "die Bank an Ihrer Seite" verbreitet. Warum sollte denn eigentlich die Bank ihren dummen Kunden - die an die Bank Geld verschenken - später Solidarität in einer Finanzkrise gewähren? Das Verhalten des Kunden zeigt der Bank doch eher, dass dieser mit Geld nicht umgehen kann, was nicht unbedingt die Kreditwürdigkeit erhöhen dürfte.

Zinspoker mit der Hausbank. Bei Tagesgeldbeträgen ab etwa 10.000 Euro lassen auch die Hausbanken mit sich reden. Wer nachfragt, dem wird vom Geschäftskundenbetreuer meist ein höherer Zinssatz angeboten als der in der öffentlichen Listung der Konditionen. Die erhöhten Tagesgeldzinsen sind regulär aber immer noch niedriger als bei den besten Fremdanbietern. Wenn Ihre Bank nicht mitzieht, sollten Sie keine Minute mehr zögern und für Ihr Tagesgeld bei einer anderen Bank schnell ein Konto eröffnen.

Bei Auswahl des Finanzdienstleisters unbedingt Insolvenzrisiko und garantierte Ausfall-Sicherheit beachten! Generell besteht innerhalb der EU auch für Tagesgeld-Konten ein genereller Anlegerschutz für Anlagebeträge nur bis maximal 20.000 Euro. Sollte eine Bank zahlungsunfähig werden, sind diese ersten 20.000 Euro abgesichert - mehr aber nicht! Denken Sie an die Geschichte: Immer wieder werden in Finanz- und Börsenkrisen gerade die Banken schnell von galoppierender Schwindsucht erfasst. Bankencrashs haben schon viele Millionen Anleger schwer geschädigt!

Wer mehr als 20.000 Euro aufs Tagesgeld-Konto packen will, sollte unbedingt darauf achten, dass die Bank dem Einlagensicherungsfonds deutscher Banken beigetreten ist. Darüber werden weitaus höhere Beträge abgesichert, falls die jeweilige Bank pleite gehen sollte. Dies hat durchaus einen kleinen Preis: Oft werden hier minimal niedrigere Höchstzinsen geboten, als bei Banken, die keine Ausfallgarantie ab 20.000 Euro im Insolvenzfall bieten. Auch wenn derzeit noch die Sonne am blauen Finanzhimmel scheinen sollte: Stellen Sie sich einfach den Finanzschaden vor, wenn Ihre Bank doch mal in einem kommenden Unwetter pleite gehen sollte.

Tipp: Tagesgeld notfalls sicher auf mehrere Konten verteilen.

Sollten verschiedene Anbieter mit auf 20.000 Euro begrenzter Einlagensicherung besonders interessante Zinsen bieten und Sie über 20.000 Euro anzulegen wollen, eröffnen Sie einfach mehrere Tagesgeldkonten. Dann verteilen Sie Ihre Anlagebeträge so, dass nirgendwo mehr als 20.000 Euro angelegt sind.

Beim Festgeldkonto unterschiedliche Strategien für Einzelunternehmer, Freiberufler bzw. für eingetragene Firma, Gesellschaft oder Verein beachten!

Einzelunternehmer und Freiberufler nutzen einfach ein Privat-Festgeldkonto mit Höchstzinsen für die betriebliche Liquidität. Freiberufler und Einzelunternehmer können einfach ein als Privatperson geführtes Tagesgeldkonto für Höchstzinsen von liquiden betrieblichen Mitteln benutzen. Man muss der Bank ja nicht bei der Kontoanmeldung unbedingt auf die Nase binden, dass es sich hier um ein Festgeldkonto handelt, das letztlich für betriebliche Liquiditätsüberschüsse genutzt wird. Tatsächlich ist der Kontoinhaber als Einzelunternehmer oder Freiberufler ja eine Privatperson - auch wenn diese Privatperson selbstständig tätig ist. Betrachten Sie das Festgeldkonto einfach als privat geführtes Konto. Betrachten Sie die vom Geschäftskonto aufs Festgeldkonto überwiesenen Beträge dabei buchhalterisch als Privatentnahme. Das ist logisch und inhaltlich sauber - auch gegenüber der Bank. Steuerlich gesehen bestehen beim Einzelunternehmer oder Freiberufler zwischen betrieblichen und privaten Zinserträgen sowieso keine Unterschiede.

Gesellschaften oder Vereine nutzen spezielle Firmen-Tagesgeld-Angebote. Soll für eine Gesellschaft (GbR, GmbH, GmbH & Co. KG, Limited, KG oder OHG) ein Festgeld-Konto geführt werden, kommen die meisten Top-Anbieter für Tagesgeld leider nicht in Frage! Die meisten Anbieter bieten diese Zinsen nur für personengebundene, private Konten an. Eingetragene Firmen, Gesellschaften und Vereine werden jedoch wiederum bei anderen Geschäftsbanken umworben, indem dort speziell für diese Höchstzinsen auf Tagesgeld angeboten werden.

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Die Umweltbank, www.umweltbank.de bietet gerade für Kapitalgesellschaften sehr gute Konditionen, Kontoauszug jeden Monat für die Buchhaltung, und man kann sicher sein, dass das Geld auch noch sinnvoll angelegt wird (keine Waffen, Gentechnik, Agrochemie)

Ich kann die Umweltbank nur empfehlen!

Silvan Rehberger,
youngbrain GmbH

Die comdirekt schließt Geschäftskonten explizit aus! (FAQ auf der website)

Die Commerzbank bietet auch ein Business-Konto mit automatischem Management an. Da wird wohl das Geld automatisch aus das Tagesgeldkonto überwiesen und man braucht sich darum nicht zu kümmern. Soweit die Theorie...

Die Commerzbank gibt aber erst Zinsen ab 10.000 € Guthaben auf dem Tagesgeldkonto.

Wenn ich mir die Liste mit den Banken oben ansehe und dort auf das I für weitere Informationen gehe, steht dort bei jeden "nur für Privatkunden"... Also ich finde dieser Link könnte auch gelöscht werden..

LG
Benni

Hallo,
die Umweltbank sagte mir soeben, dass sie kein Tagesgeldkonto für eine GmbH anbieten!
S.H.
Finetronics GmbH