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Arbeit im Home Office: Ergonomie am Arbeitsplatz - Computer, Stuhl und Schreibtisch

Der Rücken wird's Ihnen danken!

Computer, Stuhl und Schreibtisch

Das Arbeiten im Home-Office geht oft einher mit einem gesundheitlichen Raubbau. Ungesunde Sitzhaltung, zu kleiner Bildschirm - dabei gibt es Richtwerte und Verordnungen, die bei der Gestaltung eines Bildschirmarbeitsplatzes dafür sorgen, dass das Arbeiten beschwerdefrei bleibt.
Teil 2 unserer kleinen Serie für Tele- und Heimarbeiter. Die Tipps entstammen dem Ratgeber "Zu Hause und doch im Büro: Arbeiten im Home Office".

Monitor

Achten Sie auf die richtige Positionierung. Lichtquellen sollten möglichst seitlich zum Monitor plaziert sein um Spiegelungen im Monitor bzw. zu starke Kontraste zwischen Monitor und Hintergrund zu vermeiden. Verwenden Sie die so genannte "positive Darstellung" auf dem Bildschirm, d.h. dunkle Schrift auf hellem, nicht zwingend weißem, Untergrund.

Faustformeln für die Diagonale

Wenn der gesamte Bildschirminhalt auf einen Blick erfasst werden soll, dann gibt es folgende Faustformeln bezüglich der Diagonale:

  • Sehabstand 50 cm: 15" Röhre oder 15" TFT (Zeichenhöhe 3,2 bis 4,5 mm)

  • Sehabstand 60 cm: 17" Röhre oder 15" TFT (Zeichenhöhe 3,9 bis 5,5 mm)

  • Sehabstand 70 cm: 19" Röhre oder 17" TFT (Zeichenhöhe 4,5 bis 6,4 mm)

  • Sehabstand 80 cm: 21" Röhre oder 19" TFT "(Zeichenhöhe 5,2 bis 7,3 mm)

  • Wird mit mehreren Fenstern gearbeitet, dann sollten die Diagonalen entsprechend größer sein.

Eine höhere Auflösung bei gleicher Bildschirmdiagonale sorgt dafür, dass die Zeichen kleiner werden. Anders herum: Die gleiche Auflösung bei unterschiedlichen Diagonalen führt zu höheren Zeichen bei der größeren Diagonale. Hier hilft im Einzelfall nur der persönliche Test, ob die Darstellung angenehm und gut leserlich ist. Die in der obigen Auflistung angegebenen Zeichenhöhen sind die offiziellen Empfehlungen.

Bildschirmauflösungen und TFT

Achten Sie besonders bei Laptop-Displays auf das Auflösungsverhältnis. Eine 1400er Auflösung auf einem 14" Laptop-Bildschirm ist schlicht ungeeignet.

Gerade bei einem TFT ist es nicht zu empfehlen, den Monitor abweichend von seiner Standardauflösung zu betreiben, da dies zu einer unscharfen Zeichendarstellung führt. Daher sollte man dies vorher testen.

Finden Sie keine passende Auflösung, dann können Sie in den Darstellungseigenschaften von Windows die Schriftgröße verstellen. Das hat vom Platzgefühl her eine ähnliche Wirkung wie eine niedrigere Auflösung. Allerdings kann es Ihnen dann passieren, dass in einigen ungeschickt programmierten Anwendungen nicht mehr alle Informationen in ein Dialogfeld passen.

Stuhl und Schreibtisch

Zwischen vorderer Tischkante und Tastatur sollte ein Abstand von 20 cm sein. Nutzen Sie Tastaturen mit Handballenauflage und ergonomisch geformte Mäuse.

Die Oberflächen von Tischplatte, Tastatur und Maus sollten reflexionsarm sein. Gerade billige Möbel und Geräte nutzen sich hier im Laufe der Jahre ab. Das gilt gerade für den Schreibtischstuhl.

Wie sollte daher ein optimaler Schreibtischstuhl aussehen?

  • Fünf Rollen: Rollen sollten auf den Bodenbelag abgestimmt werden. Auch Ihr Parkett wird es Ihnen danken. Der Stuhl sollte nicht von selbst wegrollen, wenn Sie darauf sitzen.

  • Verstellbare Sitz- und Lehnenhöhe: Die Rückenlehne sollte mindestens bis zur Unterkante der Schultern reichen, besser höher.

  • Neigung von Rückenlehne und Sitzfläche: Ihr Sitzwinkel von Ober- und Unterkörper sollte am besten leicht geöffnet, mindestens 90 Grad, sein. Versuchen Sie das dynamische Sitzen, etwa indem Sie nur die Sitzfläche feststellen.

  • Je nachdem wie weit sich die Rückenlehne nach hinten verstellen lässt, können Sie auch halb liegend arbeiten. Besorgen Sie sich dazu am besten einen zusätzlichen gepolsterten Schemel oder eine Fußstütze zum Hochlegen der Füße. Versuchen Sie es mal. Sie werden sehen, dass so ein entspanntes, konzentriertes Arbeiten möglich ist.

  • Widerstand der Rückenlehne für dynamisches Sitzen: Dabei sollte der Widerstand so sein, dass die Rückenlehne Ihren Oberkörper an der jeweiligen Position hält, ohne dass Sie diese feststellen müssen. Das ermöglicht dynamisches Sitzen.

  • Verstellbare Sitztiefe: Die Sitzfläche sollte man für ein schonendes und ermüdungsfreies Sitzen möglichst weit in Richtung Kniekehlen verschieben können. Andererseits sollten Sie bei kurzen Oberschenkeln darauf achten, dass Sie mit dem Becken bequem die Rückenlehne erreichen.

  • Armlehnen: Achten Sie beim Kauf von Armlehnen darauf, dass sie Sie beim Sitzen nicht behindern und sie in der Höhe verstellen kann. Ideal sind mehrdimensional verstellbare Armlehnen, bei denen Sie beispielsweise die Tiefe und den Winkel ebenfalls einstellen können.

Stuhl und Schreibtisch sollten in der Höhe zusammen passen. Richten Sie sich zunächst den Bürostuhl so ein, dass Sie bequem sitzen. Passen Sie dann die Höhe des Schreibtisches an, so dass Ober- und Unterarme einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden. Dabei sollten die Unterarme locker auf der Arbeitsfläche aufliegen, die Schultern dabei entspannt sein und die Oberarme locker herab hängen.

Die ideale Tiefe für einen Schreibtisch mit Laptop-Nutzung ist 80 cm. Wenn Sie einen Röhrenmonitor verwenden, sollte die Tiefe 100 cm betragen. Die Breite hängt von Ihrem Bedarf an zusätzlichem Material ab. 160 cm haben sich bewährt, wenn Sie beispielsweise noch einen zweiten Monitor, etwas Werkzeug und ein paar Blätter Papier auf dem Schreibtisch haben.

Sorgen Sie dafür, dass Container und Ablagen in Griffweite sind. Darin sollten Sie die Dinge aufbewahren, die sich häufiger im schnellen Zugriff brauchen. Sei es Büromaterial, Lexika, aktuelle Bücher, Ordner usw.

Ergonomie für Skeptiker

Gehören Sie eher zu den Skeptikern, die sich fragen, ob sich der ganze Aufwand auch lohnt? Dann empfehlen wir Ihnen den Erfahrungsbericht:

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