"Immerdrauf"-Filter für die Kamera - nützlich oder überflüssig?

Kleine Filter-Kunde für Digital-Fotografen

Von: Jacqueline Esen
Stand: 5. Oktober 2011
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Über die Autorin:

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Jacqueline Esen ist seit mehr als zehn Jahren als freiberufliche Fotografin tätig und mit den analogen und digitalen Arbeitsweisen vertraut. Ihre Bücher "Rezepte für bessere Fotos" und "Der große Fotokurs" sind Bestseller.

Für akademie.de schreibt sie Beiträge zu Digitalfotografie, zu Bildgestaltung und zum Einsatz von Fotografien auf Webseiten oder im Marketing. Homepage: www.betrachtenswert.com

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Die Filter-Diskussion

Hat man Ihnen auch ein UV- oder Skylight-Filter zu Ihrer neuen Digitalkamera empfohlen? Wer heute von einem Kompaktmodell auf eine Kamera mit Wechselobjektiven umsteigt, steht mitunter ratlos im Fotogeschäft und weiß nicht, wie er auf die Frage des freundlichen Verkäufers reagieren soll. Braucht man das als "Objektivschutz" angepriesene Immerdrauf-Zubehör wirklich oder ist das nur ein genialer Verkaufstrick?

Immer drauf: UV- und Skylight-Filter in der Diskussion

Die Sache ist gar nicht so trivial, wie es erscheinen mag. Schauen wir also einmal etwas genauer hin. Folgende Fragen gilt es zu beantworten:

  • Woher kommt der Gedanke, man solle bestimmte Filter ständig auf dem Objektiv lassen?

  • Welchen Nutzen haben UV- und Skylight-Filter im digitalen Zeitalter?

  • Wie schützt man das Objektiv am besten?

  • Welche Filter sollte man als Fotograf dabei haben?

Wirkung auf die Farbe

In der Zeit der analogen Fotografie waren bei Farbnegativfilmen Filter vor dem Objektiv nicht so wichtig, weil die Farbigkeit der Bilder erst im Entwicklungsprozess (Negativfilm > Positiv-Abzug) endgültig festgelegt wurde. Wer jedoch Schwarzweiß-Negativfilme oder Farbdiafilme benutzte, brauchte verschiedene Filter, um die Kontraste und Graustufen bzw. die Farben des Bildes gestalterisch zu beeinflussen.

Weil das fotografische Material für UV-Licht empfindlich ist, wurden Aufnahmen am Meer und im Gebirge ohne dieses Filter oft blaustichig. Man setzte daher UV-Filter ein, um die für das menschliche Auge unsichtbaren UV-Anteile des Lichts auszufiltern. Das Skylight-Filter dient dem gleichen Zweck: Es verhindert, dass die UV-Strahlung den Film erreicht. Filter mit der Typbezeichnung 1B wirken dabei anders als Skylight-Filter Typ 1A, weil sie dem Licht noch eine leichte Rottönung mitgaben: Dias bekommen eine wärmere Farbstimmung. Für die Schwarzweiß-Fotografie gibt es Rot-, Grün-, Gelb- und Blaufilter, mit denen man die Kontraste und Umsetzung von Grautönen je nach fotografiertem Motiv stark beeinflussen kann.

Farbtemperaturfilter wurden in der analogen Fotografie verwendet, um die Farben des Bildes (Dia) zu beeinflussen. Bei Digitalkameras übernimmt der Weißabgleich diese Funktion.

Seit einigen Jahren ist alles anders, wir fotografieren ja schließlich überwiegend digital. Das Licht, das je nach Tageszeit oder Lichtquelle ganz unterschiedliche Farbnuancen aufweisen kann, wird durch den so genannten Weißabgleich (White Balance, WB) korrigiert. Eine digitale Kamera "sieht" das Farbspektrum des Lichts sehr viel nuancierter. Daher müssen sich alle digitalen Aufnahmen einer Farbkorrektur unterziehen, damit die Bilder für den Betrachter am Ende "natürlich" aussehen und unseren Erwartungen entsprechen.

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gute Zusammenfassung, vor allen Dingen für Anfänger hilfreich

Diese Fotografin, welche diesen sehr gut und verständlichen Artikel schrieb ein grosses Lob: endlich wird so manches wieder nachvollziehbar einsichtig in den Fotographie-Zusammenhängen. Für Laien und Halbprofis ein Muss!

Danke der Frau E. in München für den leicht lesbaren Artikel

Vielleicht noch ein kleiner Zusatzhinweis: In diesem Artikel steht nichts zu Nahlinsen, die den Filtern äußerlich recht ähnlich sehen. Nahlinsen sind keine Filter im klassischen Sinn, sondern ein preiswertes Hilfsmittel, um Makro- bzw. Nahaufnahmen machen zu können. Für deren Qualität gilt das gleiche: achten Sie auf hochwertiges Glas, gute Verarbeitung und (Mehrfach-)Vergütung. Wer nur gelegentlich mal ein paar Detailaufnahmen machen will, kann die Nahlinsen benutzen, aber sie sind keine echte Alternative zu einem richtigen Makro-Objektiv.

Filter vor der Kameraoptik?

von Marcus Lurati aus dem FB: Ausser auf dem 50mm 1:1.4 habe ich überall qualitativ hochstehende Filter drauf und zwar als Schutz. Der Vorteil, dass ich überall und jederzeit mit einem feuchten Einweg-Brillenputztuch reinigen kann ohne um das teure Objektiv Angst zu haben, überwiegt für mich die Argumente der evtl. schlechteren Bildqualität...