Der Preis macht's - wie sich der "optimale" Kaufpreis bestimmen lässt
Informationsbeschaffung und Frage nach dem angemessenen Kaufpreis
Wer kauft schon "die Katze im Sack": Informationsbeschaffung als Voraussetzung für den "deal"
Wer sich für Vermögenswerte eines insolventen Unternehmens interessiert, will natürlich nicht die "Katze im Sack" kaufen. Erst wenn hinreichende Informationen vorliegen, lässt sich ermitteln, welcher Preis für die Vermögenswerte überhaupt in Betracht kommt. Deshalb steht am Anfang erst einmal das Sammeln von Informationen über die wirtschaftlichen, finanziellen, organisatorischen, steuer-, arbeits- und ggf. auch umweltrechtlichen Verhältnisse des Unternehmens (wobei die letzten beiden Punkte besonders gern vernachlässigt werden).
Meist stellt der Verkäufer die notwendigen Unterlagen zusammen. Dazu gehören unter anderem
die Bilanzen,
die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) der letzten drei, besser noch fünf Jahre,
Verträge über derzeitige Miet-, Pacht-, und Leasingvereinbarungen,
ein Verzeichnis über Maschinen, Anlagen, Werkzeuge und Geräte etc. und
Gutachten über Grundstücke und Gebäude.
Zwar ist wohl niemand über alle wichtigen Punkte besser informiert als die Geschäftsführung bzw. die Gesellschafter des insolventen Unternehmens. Doch wer lässt sich in solch einer Situation schon gerne in die Bücher schauen? Der Verkäufer mag zudem den Missbrauch dieser sensiblen Daten befürchten. Bevor der Verkäufer einem Interessenten Einblick in diese Daten gewährt, wird deshalb meist sowohl eine Verschwiegenheitserklärung als auch eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet. Letztere soll den Verkäufer nicht nur vor dem Missbrauch seiner Daten, sondern auch vor einem grundlosen Abbruch der Vertragsverhandlungen schützen.
Unternehmensbewertung und Kaufpreisfindung: Gibt es den "richtigen" Kaufpreis überhaupt?
Um es gleich vorweg zu sagen, "den" Kaufpreis für ein Unternehmen bzw. dessen wesentliche Vermögenswerte gibt es nicht. Das liegt zum einen daran, dass Verkäufer und Kaufinteressent ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Der Eine will möglichst viel für sein Unternehmen erzielen, der andere möchte möglichst günstig ein Unternehmen oder zumindest wesentliche Teile daraus erwerben.
Der Verkäufer, der sein Unternehmen vielleicht aufgebaut und über viele Jahre hinweg erfolgreich geführt hat, sieht nicht nur die Sachwerte, sondern auch die Mühe, die er in das Unternehmen gesteckt hat. Der Käufer will mit dem Kauf in erster Linie "Geld machen". Ihn interessiert in erster Linie, wie viel das Unternehmen abwirft und ob er damit den Kaufpreis auf Sicht realisieren kann.
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