Kennzahlen-Überwachung für Kleinbetriebe

Von: Robert Chromow
Stand: 6. Juni 2011
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Zahlungsfähigkeit sichern

Geldfluss und offene Postenverwaltung

Als nächstes erfahren Sie, wie Sie einen Eindruck von "unterjährigen" Geldflüssen bekommen und weshalb Sie eine Verwaltung offener Posten brauchen.

Unterjähriger Geldfluss

Um einen Eindruck von den Geldflüssen während des laufenden Geschäftsjahres zu bekommen, tragen Sie die Liste Ihrer planmäßigen Einnahme- und Ausgabepositionen in eine Tabelle ein, verteilen die dazugehörigen Eurobeträge auf die einzelnen Monate und stellen diesen Werten die tatsächlichen (=Ist-)Zahlen aus der Buchhaltung gegenüber.

Sonderfälle

Nicht in die Liquiditätsplanung gehören die Abschreibungen. Umgekehrt muss die "Umsatz- und Rentabilitätsvorschau" um einige wichtige Ausgabepositionen ergänzt werden, vor allem die laufenden Investitionen, Tilgungszahlungen sowie alle Privatentnahmen. Ob Sie nichts vergessen haben, erkennen Sie daran, dass sämtliche Konto- und Kassenbewegungen erfasst sind.

Typische Bestandteile einer einfachen Liquiditätsrechnung:

Einzahlungen:

  • Dienstleistungshonorare

  • Verkaufserlöse

  • Sonstige Erlöse

  • Darlehensgutschriften

  • Umsatzsteuer-Erstattungen vom Finanzamt

  • Privateinlagen

Auszahlungen:

  • Wareneinkäufe

  • Miete

  • Löhne, Gehälter, abgeführte Lohn- und Kirchensteuern

  • Kfz-Kosten

  • Büromaterial

  • Telefon, Porto

  • Werbung

  • Versicherungen

  • Reisekosten

  • Investitionen

  • Zinsen und Tilgung

  • Umsatzsteuerzahlungen an das Finanzamt

  • Sonstige Betriebsausgaben

  • Privatentnahmen

Bild vergrößernEinfache Liquiditätsrechnung auf Excel-Basis

Muster-Tabelle im Excel-Format

Damit Sie sich eine Vorstellung von einer Liquiditätsübersicht machen können, stellen wir Ihnen ein exemplarisches Excel-Tabellenblatt zum Download bereit.

Offene-Posten-Verwaltung

Je nach Anzahl Ihrer Kunden und Ausgangsrechnungen benötigen Sie außerdem eine Offene-Posten-Verwaltung. Sofern Ihr Buchführungsprogramm kein solches "Debitoren-Modul" hat, sollten Sie auf jeden Fall eine einfache "OP-Liste" führen.

Darin halten Sie zumindest fest, ...

  • wann Sie an welche Kunden Rechnungen in welcher Höhe gestellt haben,

  • wann die Beträge spätestens fällig sind,

  • wann sie notfalls gemahnt werden müssen und

  • wann sie letztlich bezahlt worden sind.

Auf diese Weise behalten Sie laufend den Überblick darüber, wann Einzahlungen in welcher Höhe zu erwarten sind. Außerdem sammeln Sie Erfahrungswerte über das Zahlungsverhalten Ihrer Kunden und wie es sich im Einzelfall sowie im Durchschnitt entwickelt. Sofern Sie wachsende Außenstände beobachten, liefert Ihnen die OP-Verwaltung zugleich wichtige Anhaltspunkte z. B. für Zahlungsanreize bei Verhandlungen über neue Aufträge.

So kommen Sie zu Ihrem Geld

Mit guter Arbeit und anschließendem Rechnungschreiben ist es leider nicht immer getan. Die folgenden Grundlagenartikel helfen Ihnen dabei, einen Bogen um schwarze Schafe zu machen und berechtigte Ansprüche in schwarze Zahlen zu verwandeln:

Ausblick

Im zweiten Kapitel dieses Kurses geht es um die wichtigsten "Erfolgskennzahlen": "Gewinnermittlung, Erfolg und Wirtschaftlichkeit".