"Kleinunternehmer" ohne Umsatzsteuer? Den Preisvorteil klug nutzen.

Kalkulieren Sie vorausblickend - das ist für "Kleinunternehmer" besonders wichtig.

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Stand: 24. März 2014 (aktualisiert)

Kleinunternehmer: Vorteil oder Nachteil?

Bis zu einem Jahresumsatz von 17.500 Euro sind Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit. Bei Geschäften mit Verbrauchern können sie ihre Produkte und Dienstleistungen dadurch spürbar günstiger anbieten als umsatzsteuerpflichtige Unternehmer. Ob sie sich damit auf längere Sicht einen Gefallen tun, steht auf einem anderen Blatt. Wir zeigen, warum das so ist und wie sich der Steuervorteil anders nutzen lässt.

Als Kleinunternehmer haben Sie's gut: Solange Ihr Jahresumsatz ....

  • im Vorjahr unter 17.500 Euro lag und

  • im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird,

... brauchen Sie keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abzuführen und können sich die monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldungen sparen.

Bitte beachten Sie: Genau genommen sind Lieferungen und Leistungen von Kleinunternehmern im Sinne des § 19 UStG nicht "steuerfrei". Vielmehr wird die Umsatzsteuer bis zu den genannten Jahresgrenzwerten vom Fiskus bloß "nicht erhoben". Am Ergebnis ändert das normalerweise aber nichts: Kleinunternehmer dürfen auf ihren Ausgangsrechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, bekommen dafür aber auch den Vorsteueranteil ihrer eigenen Eingangsrechnungen nicht erstattet.

Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer: Die Details

Details des Kleinunternehmerstatus und Antworten auf wichtige Zweifelsfragen der Umsatzsteuer-Ausnahmeregelung finden Sie in unserem Beitrag "Überschreiten der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze". Eine praxisorientierte Einführung in das Umsatzsteuersystem bietet der Praxiskurs "Steuer-Grundlagen lernen - Umsatzsteuer, Vorsteuer und Mehrwertsteuer".

In diesem Artikel geht es dagegen darum, wie Sie die Umsatzsteuer"befreiung" bei Ihrer Preiskalkulation optimal berücksichtigen.

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Ein paar grundlegende Fragen

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich habe mich nun gerade Selbstständig gemacht. Schwerpunkte liegen auf Messe und Promotion, werde also überwiegend mit Geschäftskunden zu tun haben. Doch groß Geld scheffeln werde ich wahrscheinlich nicht - doch man weis ja nie. Nun steht noch der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an und somit die Frage, ob ich die 17500 € Grenze überschreite.
Wenn ich noch eine Nebentätigkeit habe, sagen wir einen Teilzeitjob, zählt dieser Verdienst dort auch mit hinein?
Und kann ich gleichzeitig auch Jobs über die Lohnsteuerkarte abrechnen, und wenn ja, wie viel?
Und habe ich das richtig verstanden, wenn ich unter den 17500 € bleibe, kann ich nichts absetzen?

Ich danke Ihnen schon für Ihre Mühe!
Eine sehr informative Website - sehr gut.

Sophie Geisl

Antwort: Ein paar grundlegende Fragen

Sehr geehrte Frau Geisl,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Zu Ihren Fragen:

1.
Bei der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze von 17.500 Euro werden nur _umsatzsteuerpflichtige_ Lieferungen und Leistungen berücksichtigt. Einkünfte aus Teilzeitjobs und sozialversicherungspflichtigen Angestellten-Tätigkeiten zählen nicht dazu.

2.
Was das "absetzen" betrifft: Sie können keine Vorsteuer geltend machen: Das ist die Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer), die Sie selbst bei Ihren Einkäuffen für Ihren Betrieb bezahlen. Bei der Gewinnermittlung (= Einnahmenüberschussrechnung, EÜR) dürfen Sie Ihre Betriebsausgaben aber sehr wohl "absetzen". Und zwar mit den Bruttowerten, also inklusive Umsatzsteuer.

Ausführliche Informationen zu den Themen Umsatzsteuer und Einkommensteuer finden Sie zum Beispiel in folgenden Infopaketen

"Praxiskurs Umsatzsteuer, Vorsteuer und Mehrwertsteuer"
http://www.akademie.de/wissen/lernen-umsatzsteuer-mehrwertsteuer-vorsteu...

"EÜR ganz praktisch: So geht Einnahme-Überschussrechnung"
http://www.akademie.de/wissen/kurs-einnahme-ueberschussrechnung

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Grundfreibetrag "anheben" durch Sonderausgaben?

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich habe aufgrund meines Hauptberuflichen Studierens in dem Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung nur eine Eintragung im Gewerbejahr der Betriebseröffung und im Folgejahr.

Dort habe ich den maximalen Grundfreibetrag von 8130€ im Folgejahr angegeben
und im Jahr der Betriebseröffung auf 3 Monate (Start 1.10.) aufgeteilt, also 2032,2€.

Ich denke, dass ist korrekt?!

Meine Frage ist aber:

Darf ich durch die Angabe meiner Krankenkasse bei Sonderausgaben
in Höhe von 942€ im Jahr einen maximalen Freibetrags Gewinn
von 9072€(942€+8130€) haben bzw. sogar im Formular angeben?

Vielen Dank und viele Grüße

PS: Ich möchte keine Steuern bezahlen/im Grundfreibetrag bleiben

Antwort: Grundfreibetrag "anheben" durch Sonderausgaben?

Guten Tag,
Ihre Überlegung ist grundsätzlich zutreffend. Es gibt allerdings überhaupt keinen Anlass, auf den Euro genau zu rechnen. Wenn Sie sicherheitshalber mit z. B. 75 % Ihrer erwarteten Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit rechnen, ist das auch in Ordnung.

Davon abgesehen: Bei Ihren Grundfreibetrags-Überlegungen geht es um die Einkommensteuer: mit der Umsatzsteuer (um die es in diesem Kommentarbereich eigentlich geht) hat das nichts zu tun. Das nur zur Sicherheit. :-)

Gute Geschäfte und ein erfolgreiches Studium wünscht
Robert Chromow

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