Kleinunternehmer, aber Umsatzgrenze überschritten: Was ist nun mit der Umsatzsteuer?

Mehr als 17.500 Euro Umsatz sind kein Beinbruch. Hier lesen Sie, wie Sie reagieren sollten.

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Stand: 21. März 2014 (aktualisiert)

Wer nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr macht, gilt als Kleinunternehmer und braucht seinen Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Doch was tun, wenn der laufende Umsatz die Kleinunternehmergrenze zu überschreiten "droht"? Keine Sorge: Eine positive Einnahme-Entwicklung ist auch dann Anlass zur Freude - und nicht etwa zur Panik.

Viele Gründerinnen und Gründer starten als "umsatzsteuerliche Kleinunternehmer": Als solche brauchen sie bis zu einem Jahresumsatz (nicht: Gewinn!) bis 17.500 Euro auf ihren Ausgangsrechnungen keine Umsatzsteuer (= Mehrwertsteuer) auszuweisen bzw. aufzuschlagen. Eine Sonderregelung in § 19 Umsatzsteuergesetz erspart ihnen die monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen und senkt die Preise für Endverbraucher.

Im Gegenzug können sie sich dann allerdings auch nicht die "Vorsteuer" vom Finanzamt zurückholen: Vorsteuer nennt man den Mehrwertsteuer-Anteil, der in den eigenen betrieblichen Ausgaben enthalten ist.

Was gehört zum Jahresumsatz?

Die gute Nachricht: Bei der Jahresumsatz-Grenze von 17.500 Euro werden ausschließlich umsatzsteuerpflichtige Einnahmen berücksichtigt - steuerfreie Erlöse hingegen nicht. Zu den steuerfreien Lieferungen und Leistungen gehören zum Beispiel ...

  • Heilbehandlungen,

  • berufsqualifizierende Lehre an öffentlichen Bildungseinrichtungen oder auch

  • bestimmte Exporte.

Auch der private Nutzungsanteil an den Kosten des Geschäftswagens (und andere private Nutzungsanteile) werden nicht als Umsatz im Sinne des § 19 UStG gewertet - vorausgesetzt, bei der Anschaffung der betreffenden Wirtschaftsgüter wurde keine Umsatzsteuer geltend gemacht.

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Missverständnis des Steuerberaters

Liebe Sachkundige,

Ich versuche mich kurz zu fassen:
Ich gründete im November 2014 eine Galerie als Kleinunternehmer. Im Jahr 2014 gab es gar keine Umsätze.
In 2015 wendete ich also wieder die Kleinunternehmerregelung an. Umsatz in 2015 ca. 40.000 €.
Mein Steuerberater ging nun (leider irrtümlich) davon aus, dass ich die Kleinunternehmerregelung auch in 2016 wieder anwenden kann, solange ich unter 50.000 € Umsatz bleibe.
Nach Abgabe der Steuererklärung für 2015 kam nun jetzt im August 2016 die Aufforderung zum Wechsel in die Regelbesteuerung ab Januar 2016 und die damit verbundene Nachzahlung der "vereinnahmten" Umsatzsteuer.
Mein Steuerberater fiel aus allen Wolken und gab auch zu, mich falsch beraten zu haben. Nun soll ich ca. 8.000 € für die Nachzahlung der Umsatzsteuer aufbringen und das natürlich auch noch unter Zeitdruck. Mein Steuerberater meinte, er sei dafür nicht haftbar, da es sich bei der Umsatzsteuer nicht um einen "Schaden" im juristischen Sinne handelt.
Das ich die Umsatzsteuer nun abführen muss weiß ich. Ich würde nun aber gerne wissen, ob der Steuerberater wirklich überhaupt nicht für seinen Fehler belangt werden kann, obwohl ich ihn sowohl Ende 2015 als auch im laufenden Geschäftsjahr mehrmals gefragt hatte, ob ich die Kleinunternehmerregelung tatsächlich noch anwenden darf und er mir darauf hin jedes Mal geraten hat für 2016 noch den "Wettbewerbsvorteil" auszunutzen?
Ich bin Ihnen für einen schnellen Rat sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Missverständnis des Steuerberaters

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ihr Steuerberater scheint es sich da viel zu einfach zu machen: Wenn er Sie trotz wiederholter Nachfrage nicht darauf hingewiesen hat, dass Sie seit Januar 2016 der Regelbesteuerung unterliegen (und nicht mehr der Kleinunternehmer-Regelung), hat er aus meiner Sicht sehr wohl seine Beratungspflichten verletzt (sofern sich der Beratungsauftrag auch auf Umsatzsteuer-Angelegenheiten erstreckt, versteht sich).

2.
Dass bei der Umsatzsteuer kein materieller Schaden entsteht, trifft nur zu, wenn es gelänge, alle Rechnungen aus dem Zeitraum 1/2016 bis 8/2016 zu korrigieren und die Kunden nachträglich zu veranlassen, die zusätzlichen Rechnungsbeträge in Höhe des Umsatzsteueranteils zu zahlen.

3.
Aus der Tatsache, dass Sie zuvor einen "Wettbewerbsvorteil" hatten, schließe ich jedoch, dass Sie überwiegend mit Privatleuten zu tun hatten. Dass Privatleute im Nachhinein höhere Preise bezahlen, weil der Unternehmer (bzw. sein Steuerberater) die Steuerpflichten nicht richtig eingeschätzt und die Preise falsch kalkuliert hat, halte ich für wenig wahrscheinlich. Insofern wird Ihnen Ihnen voraussichtlich ein Schaden in der Umsatzsteuer-Nachzahlung. Das ist aber nur meine völlig unmaßgebliche persönliche Einschätzung: Ich bin weder Steuerberater noch Rechtsanwalt!

4.
Zur Nachzahlung der Steuer sind Sie auf jeden Fall verpflichtet - fraglich ist nur, ob Ihr Steuerberater (bzw. seine Berufshaftpflicht) Ihnen den entstandenen Schaden ersetzen muss. Ob er Ihnen gegenüber seine Beratungspflichten verletzt hat, hängt m. E. letztlich vom Pflichtenheft des konkreten Mandatsvertrags ab.

4.
Am besten wenden Sie sich an die für Ihren Standort zuständige Steuerberaterkammer: Dort gibt es eine Stelle, bei der ein außergerichtliches Vermittlungsverfahren eingeleitet werden kann. Zwar sagt man, dass "eine Krähe der anderen kein Auge aushackt" - aber bei einem solch eklatanten Fall inklusive Schuldeingeständnis sollten Sie diesen Weg auf jeden Fall beschreiten.

5.
Falls Sie damit nicht erfolgreich sind, bleibt Ihnen immer noch der Klageweg.

Viel Erfolg und lassen Sie uns bitte wissen, was aus der Sache geworden ist.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

kleinunternehmer

Hallo,

hab folgende Frage hab im Dez. 2050 Euro Umsatz.

Davon gehen jedoch doch Beträge runter für die Einkäufe und Gebühren.

Nun ist meine Frage ist und bleibt man da noch Kleinunternehmer?

LG

Antwort: kleinunternehmer

Guten Tag,
bitte beachten Sie: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Sie grundsätzliche Antwort auf Ihre Frage finden Sie weiter oben im Text unter der Überschrift "Gründer-Sonderfall 'Rumpfjahr'".

2.
Ihre Betriebsausgaben ("...Beträge runter für die Einkäufe und Gebühren") spielen bei der Umsatzbetrachtung keine Rolle: Es zählen allein Ihre umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen (= Kundenerlöse).

3.
Wenn Sie Ihr Geschäft tatsächlich erst im Dezember 2015 aufgenommen und in dem einen Monat 2.050 Euro Umsatz gemacht haben, liegen Sie über der Kleinunternehmergrenze (2.050 x 12 = 24.600 Euro).

4.
Für 2015 ist das kein Problem - in 2016 unterliegen Sie der Regelbesteuerung: Sie sind dann kein Kleinunternehmer mehr, dürfen/müssen Umsatzsteuer in Rechnung stellen und ans Finanzamt abführen.

Mehr dazu im Beitrag
"Kleinunternehmer, aber Umsatzgrenze überschritten: Was ist nun mit der Umsatzsteuer?"
https://www.akademie.de/wissen/kleinunternehmer-umsatzgrenze

Weiter viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umsatzsteuer auf Rechnung für Dezember ausweisen?

Hallo,
seit 2015 bin ich selbstständig tätig und habe die Kleinunternehmerregelung und Ist-Besteuerung gewählt.
- In 2015 habe ich mehr als 17.500€ Umsatz gehabt, bin also ab 2016 kein Kleinunternehmer mehr
- 2016 werde ich nun Umsatzsteuer ausweisen und voranmelden. Soweit so gut.
- Allerdings steht noch eine Rechnung für erbrachte Leistungen im Q4 2015 aus. Diese Rechnung werde ich nun im März 2016 stellen, das Geld werde ich auch erst 2016 erhalten.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass ich auf dieser Rechnung dann auch schon Umsatzsteuer ausweisen muss?
- Da ich 2016 kein Kleinunternehmer mehr bin und Rechnungsstellung und Geldzufluss/Umsatz in 2016 fallen
- Oder zählt der Zeitpunkt der Leistungserbringung (2015), zu dem ich ja noch Kleinunternehmer war?

Vielen Dank
Lorenz

Antwort: Umsatzsteuer auf Rechnung für Dezember ausweisen?

Hallo Lorenz,
zum Thema "Wechsel der Besteuerungsform" heißt es in Abschnitt 19.5. des aktuellen Umsatzsteuer-Anwendungserlasses:
------------ Zitat ----------------
(1) Umsätze, die der Unternehmer vor dem Übergang zur Regelbesteuerung ausgeführt hat, fallen auch dann unter § 19 Abs. 1 UStG, wenn die Entgelte nach diesem Zeitpunkt vereinnahmt werden.
----------Zitat-Ende --------------
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben...

Da es um eine Leistung des Jahres 2015 geht, müssen / dürfen Sie also auch im März 2016 keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen.

Tipp: Falls es sich um einen Stammkunden handelt, der in 2016 von Ihnen auch Rechnungen _mit_ ausgewiesener Umsatzsteuer erhält, schicken Sie am besten ein kurzes Begleitschreiben, in dem Sie den vermeintlichen Widerspruch aufklären.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für die

Vielen Dank für die kompetente Antwort inkl. Quelle!

1. Das ist ja interessant, das bedeutet ja faktisch eine Soll-Besteuerung bei Kleinunternehmern (da der Umsatz dem Zeitpunkt der Leistungserbringung und nicht Vereinnahmung zugerechnet wird)

2. Dies bedeutet, dass ich den besprochen Umsatz also auch in der Jahressteuererklärung 2015 und nicht etwas 2016 angebe?

3. Ich habe erst sehr spät in 2015 mit der Tätigkeit gestartet, das "Rumpfjahr" ist also sehr kurz. Zähle ich nun den besprochenen Umsatz zu 2015 dazu, so bin ich 2015 zwar noch deutlich unter 50.000€, jedoch aufs Jahr "hochgerechnet" über 50.000€. Hat dies Konsequenzen? Oder gilt die Rumpfjahr Logik nur für die 17.500€ und nicht die 50.000€ Grenze?

Antwort: Vielen Dank für die

Vielen Dank für die freundliche Rückmeldung. Zu Ihren Fragen:

1.
Die Vorschrift über die Behandlung von Umsätzen beim Übergang von der Kleinunternehmerregelung zur Regelbesteuerung entspricht den Regeln der Sollversteuerung - hat inhaltlich damit aber nichts zu tun: Es geht lediglich darum, einen sauberen "Schnitt" zu machen.

2.
Jein:
a) Wenn Sie mit der Jahressteuererklärung Ihre Umsatzsteuererklärung meinen, dann liegen Sie richtig.
b) Wenn Sie mit der Jahressteuererklärung Ihre Einkommensteuererklärung meinen, dann liegen Sie falsch: Sämtliche Betriebseinnahmen und -ausgaben des Jahres 2016 gehören in die Einnahmenüberschussrechnung 2016.

3.
Entscheidend ist die Schätzung zum Zeitpunkt der Aufnahme Ihres Gewerbes bzw. Ihrer selbstständigen Tätigkeit: Wenn Sie damals realistischerweise geschätzt haben, dass der aufs Jahr hochgerechnete Umsatz 17.500 Euro nicht überschreitet, durften Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Dass Ihr Umsatz tatsächlich darüber lag, bringt Ihnen dann keine Nachteile.

Viele Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmer-Regelung

Hallo,
ich bin Kleinunternehmerin und habe dieses Jahr einiges mehr an Umsatz. Nun ist mir nicht klar, ob es bei der 50.000 Euro Umsatz-grenze der Nettobetrag ist? Eigentlich weise ich ja keine USt aus, un mein Nettoumsatz wäre vorausichtlich unter 50.000 Euro. Zuzüglich USt wäre es aber drüber, d.h. ich müßte schon dieses Jahr USt ausweisen, oder? In jedem Forum steht das mit den 50.000 Euro, aber nirgends, ob es incl USt ist oder nicht. Wer weiß was genaues?
Gruß, Chris

Lesen hilft

Was steht im Beitrag?

"Bei den genannten Grenzwerten (17.500 Euro Umsatz im Vorjahr und 50.000 Euro im laufenden Jahr) handelt es sich aus Sicht von Kleinunternehmern grundsätzlich um Nettowerte."

Noch Fragen?

Umsatz überschritten

Hallo

bin seit Februar 2015 Kleinunternehmer und habe Umsatzgrenze überschritten, ein mal dachte ich die 17500 gelten fürs ganze Jahr und zweitens habe ich zu spät reagiert.
Laut meiner Beraterin, zählt Januar nicht mit, also dürfte ich max. 16100 Umsatz haben und habe 18900 gemacht.
Jetzt hat Sie mir geraten ins Finanzamt zu gehen und mit denen reden usw., bringt es was überhaupt?
Ich kaufe meine Ware bei eBay Kleinanzeigen und verkaufe die dann bei eBay weiter, wenn ich ab jetzt Umst. zahlen soll, dann muss ich die Firma schließen.
Dazu kommt noch, das ich zu 60% Behindert bin und keine Vollzeit Arbeit aufnehmen kann, diese kleine Firma war meine einzige Geldquelle. Habe Familie, jetzt im Januar wird ein zweites Kind geboren und ohne meine Einnahmen, könner wir nicht wirklich überleben.
Geht es irgendwie einen Ausweg?

Vielen Dank L.

Antwort: Umsatz überschritten

Hallo L.,
Sie können es versuchen - am besten mit Unterstützung Ihrer Steuerberaterin. Sie kann Ihnen vor allen Dingen sagen, ob alle von Ihnen berücksichtigten Einkünfte tatsächlich umsatzsteuerpflichtig sind.

Wenn ja, gilt grundsätzlich jedoch: Wenn Sie im Vorjahr über der Kleinunternehmerumsatzgrenze gelegen haben, unterliegen Sie ab Januar automatisch der Regelbesteuerung und müssen Umsatzsteuer in Rechnung stellen und ans Finanzamt abführen.

Es tut mir leid, dass Sie in einer so schwierigen Situation sind und ich Ihnen keine günstigere Auskunft geben kann. Trotzdem alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
PS: Falls Sie eine Lösung gefunden haben, lassen Sie es uns bitte wissen!

Danke für Ihr Antwort. Ich

Danke für Ihr Antwort. Ich habe Anfang Dezember schon aufgehört mit dem Verkauf bei Ebay.
Sollten die meinen Kulanz Antrag ablehnen, mache ich die Firma zu, da beim Einkauf der Waren von privaten Personen kein Ust. möglich ist.

grüße l

Differenzbesteuerung als Ausweg

Guten Tag,
vielleicht hilft das Stichwort "Differenzbesteuerung", ein wenig Licht in deine Situation zu bringen. Gebrauchtwarenhändler habe das gleiche Problem, wenn von Privat angekauft wird. Da keine korrekte Vorsteuer ausgewiesen werden kann, wird in dem Fall wird die Umsatzsteuer aus dem Differenzbetrag errechnet.

Beispiel:
12.000 Euro Wareneingang und 20.000 Euro Verkaufserlös

Umsatzsteuerzahllast: 19 % aus 8.000 = 1.520 Euro

Das ist immer noch viel, aber besser als 19 % aus 20.000 ;-)

Umsatz aber keine Einnahme....

Hallo,
ich bin Kleinunternehmerin (ca. 10.000€ Umsatz jährlich) und mir ist etwas ganz Dummes passiert: ich habe im Zusammenhang mit einer Sportveranstaltung die einzelnen Startgebühren über mein Konto laufen lassen, da mein Kunde sich den Aufwand für 900 Einzelbuchungen ersparen wollte und ich die vereinnahmten Startgebühren deshalb in EINEM Betrag an den Veranstalter (meinen Kunden) weiterleiten sollte. Diese Dienstleistung wurde von mir mit 300€ in Rechnung gestellt.
Problem: zählen die (20.000€ !!!) Startgebühren, die über mein Konto gelaufen sind, trotzdem als zusätzlicher Umsatz für mein Unternehmen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
MfG
Annika

Durchlaufende Posten

Das sind meiner Meinung nach nur durchlaufende Posten.
Wenn du selbst buchst dann kommt das im SKR03 auf 1590.

Antwort: Umsatz aber keine Einnahme....

Hallo Annika,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Aus meiner Sicht handelt es sich in Ihrem Fall um eine Inkassodienstleistung. Die im Kundenauftrag eingenommenen und weitergeleiteten Einnahmen unterliegen damit (wenn überhaupt) beim Veranstalter der Umsatzsteuer. Zu Ihrem eigenen Umsatz zählen nur die 300 Euro Honorar für Ihre Inkasso-Dienstleistung.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche Meinung. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder Sie wenden sich direkt ans Finanzamt.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleingewerbe

Hallo, habe jetzt auch mal eine Frage.
Habe ein KFZ Handel der die ersten beide Jahren unter 17.000 Euro Gewinn geblieben ist. Leztes Jahr war nun der Umsatz 23.500 worauf das Finazamt eine Steuerklärung haben wollte. Nun ist aber 2014 ein Umsatz von 11.500 Euro und ich habe das Geschäft 2014 aufgegeben da ich es zeitlich nicht mehr schaffe.
Nun die Frage kann ich wieder eine Kleingewerbesteuer abgeben oder nicht.

Vielen Dank

Antwort: Kleingewerbe

Guten Tag,
leider habe ich Ihre Fragen nicht so ganz verstanden. Sie schreiben:
------------ Zitat ----------------
Leztes Jahr war nun der Umsatz 23.500 worauf das Finazamt eine Steuerklärung haben wollte. Nun ist aber 2014 ein Umsatz von 11.500 Euro und ich habe das Geschäft 2014 aufgegeben da ich es zeitlich nicht mehr schaffe.
----------Zitat-Ende --------------

"Letztes Jahr" war doch 2014: Hatten Sie da 23.500 Euro Umsatz oder 11.500 Euro? Oder beziehen sich die 11.500 Euro auf 2015?

Wenn Sie in 2014 23.500 Euro Umsatz hatten, gelten Sie in 2015 auf jeden Fall _nicht_ mehr als Kleinunternehmer. Wie hoch Ihr tatsächlicher Umsatz ist und ob Sie Ihre Geschäftstätigkeit aufgeben, spielt dann keine Rolle. Sie unterliegen der Regelbesteuerung, müssen Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer auf Ihren Rechnungen angeben, dürfen Vorsteuer geltend machen und die Differenz zwischen Umsatzsteuer-Einnahmen und Vorsteuerzahlungen ans Finanzamt abführen. Falls Sie umsatzsteuerfreie Rechnungen geschrieben haben, verlangt das Finanzamt den Umsatzsteueranteil, der rechnerisch in Ihren Rechnungsbeträgen enthalten ist (Rechnungsbetrag geteilt durch 1,19 multipliziert mit 0,19).

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie weiter oben im Artikel unter der Überschrift "Automatischer Übergang zur Regelbesteuerung bei Überschreiten der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze".

Viele Grüße
Robert Chromow

Umsatzüberraschung!

Hallo Herr Chromow,

Ich bin seit 01.07.2015 im Onlinehandel tätig. (Kleingewerbe) Mein eigener Webshop läuft überraschend gut - zu gut angesichts der Tatsache, dass ich bei der Gewerbeanmeldung beim FA lediglich 4000 Euro für den Rest des Jahres als Umsatz prognostiziert habe (und 10.000 für das Folgejahr). Leider habe ich diese 4000 bereits im ersten Monat gesprengt und bin nun etwas beunruhigt über die weitere Vorgehensweise.

Dieser Boom war so nicht vorhersehbar und hängt mit mehreren TV Berichten zu dem betreffenden Trendsport zusammen.

Muss ich noch dieses Jahr damit beginnen MwSt. auszuweisen, oder beginne ich damit im nächsten Jahr? Da dies ja ein Rumpfjahr ist, dürfte ich doch max. 8.750€ umsetzen, korrekt? Das wäre mittlerweile nur noch einzuhalten, wenn ich den Shop bis Ende das Jahres offline nehme. Was passiert denn, wenn diese rechnerischen 17.500 nicht eingehalten werden können? Eine Nachversteuerung findet nur ab 50.000 statt?

Sorgenvoll

Stefan R.

Antwort: Umsatzüberraschung!

Hallo Stefan R.,
herzlichen Glückwunsch zum brummenden Geschäft! Eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle zwar nicht möglich, daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, die für Sie maßgebliche Umsatzgrenze im Rumpfjahr beträgt wg. des Juli-Starts 8.750 Euro.

2.
Sofern Sie den Umsatz zum Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung seriös geschätzt haben und die überraschende Auftragsflut plausibel machen können (TV-Berichte klingen m. E. einleuchtend), sollte das Überschreiten der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze im ersten Geschäftsjahr kein Problem darstellen.

3.
Aus meiner Sicht müssen Sie in 2015 noch nicht damit beginnen, Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer auszuweisen.

4.
Der (unaufgeforderte) Übergang zur Regelbesteuerung erfolgt dann zum 1. Januar 2016: Eine Benachrichtigung durch das Finanzamt erfolgt nicht.

Bitte beachten Sie: Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach!

Weiterhin alles Gute für Ihr Geschäft und viele Grüße
Robert Chromow

Was ist das 1. Geschäftsjahr

Hallo,

ich habe im Dezember 2014 ein Gewerbe (Kleinunternehmen) gegründet.
Im Dezember 2014 habe ich nicht viel Umsatz gemacht.
Im Jahr 2015 komme ich aber nun bald an die Grenz 17.500 €.
Was passiert dann? Bzw. wann ist mein erstes Gründungsjahr? Ich bin im Bereich "Herstellung Bastelarbeiten" tätig.
Ist mein 1. Geschäftsjahr/Gründungsjahr 2014 (da ich im Dezember 2014 angefangen habe), oder geht es von Dezember 2014 - Dezember 2015?

Wenn das 1. Jahr 2014 wäre, wäre es ja kein Problem, wenn ich das richtig verstehe, oder? Dann hätte ich im Gründungsjahr bei 1 Monat von 12 weniger als 1.400 € eingenommen und 2015 könnte ich bis zu 50.000 € Umsatz machen und würde noch in der Kleinunternehmer-Regelung bleiben.

Stimmt das?

Vielen Dank schon mal.

Antwort: Was ist das 1. Geschäftsjahr

Hallo,
Gründungsjahr ist in Ihrem Fall 2014. Wenn Sie im "Rumpfjahr" 2014 weniger als 1.458 Euro Umsatz gemacht haben, gelten Sie in 2015 noch als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer - sofern Sie voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz machen.

Wichtig: Sofern Sie in 2015 über 17.500 Euro Umsatz machen, sind Sie ab 2016 automatisch kein Kleinunternehmer mehr. Dann gilt die Regelbesteuerung, d.h. Sie müssen Umsatzsteuer ausweisen, Umsatzsteuervoranmeldungen machen und die Umsatzsteuereinnahmen unaufgefordert ans Finanzamt abführen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Was ist das 1. Geschäftsjahr

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe im Internet ewig nach Antworten geschaut und auf andere Gewerbetreibende gefragt, aber alle waren verschiedener Meinung.

D.h. also für mich, dass 2015 mein erstes "richtiges" Jahr ist und ich die 17.500 € nicht überschreiten sollte, damit ich in der Kleinunternehmerregelung bleibe. 2016 und in den Folgejahren dürfte ich jedoch jeweils bis zu 50.000 € Umsatz erwirtschaften und bleibe in der Kleinunternehmerregelung, sehe ich das richtig?

Wenn ich jedoch in 2015 die Summe überschreiten würde müsste ich rückwirkend keine USt. bezahlen, sondern erst ab 2016? Ich müsste nur bei meiner ersten Rechnung 2016 aufpassen, dass ich hier die USt. ausweise bzw. in meine Preise kalkuliere, oder?

Vielen Dank schon mal
Carina

Antwort: Was ist das 1. Geschäftsjahr

Hallo Carina,
dass im Internet viele "verschiedene Meinungen" kursieren, ist wohl wahr. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Kleinunternehmerregelung. :-) Vorsicht ist daher angebracht. Bei allem guten Willen gilt das auch für diese Seite: Ein Online-Forum kann nun einmal keine differenzierte Rechts- oder Steuerberatung ersetzen.

Zu Ihrer Nachfrage:

1.
Obwohl es sich nur ein sehr kurzes "Rumpfjahr" gehandelt hat, war 2014 Ihr erstes Geschäftsjahr.

2.
Abgesehen davon stimmen Ihre Überlegungen. Mehr noch: Solange die Bedingungen ...
* Vorjahresumsatz unter 17.500 Euro
UND
* voraussichtlicher Jahresumsatz im laufenden Jahr unter 50.000 Euro
... erfüllt sind, gelten Ihre Überlegungen aber auch für die Folgejahre.

3.
Wenn Sie in 2015 die 17.500-Euro-Grenze wider Erwarten überschreiten, brauchen Sie rückwirkend keine Umsatzsteuer abzuführen.

4.
Anschließend ist es genauso wie Sie schreiben: Ab der ersten Rechnung in 2016 müssten Sie Umsatzsteuer ausweisen, monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben und Ihre Umsatzsteuereinnahmen abzüglich der selbst bezahlten Umsatzsteuer (= Vorsteuer) ans Finanzamt abführen. Aber das habe ich gestern, glaube ich, auch schon geschrieben. :-)

Wichtig: Eine Benachrichtigung vom Finanzamt über den Wechsel vom Kleinunternehmer-Status zur "Regelbesteuerung" gibt es nicht: Das Finanzamt kann Anfang 2016 ja noch nicht wissen, ob Sie über der 17.500-Euro-Grenze gelegen haben.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Mehr als im Hauptjob

Hallo,
Ich verdiene in meinem Teilzeitjob im Jahr 14.400 Euro brutto.
seit 1.6. diesen Jahres habe ihc mich mit einem Kleingewerbe als Fotografin selbständig gemacht. Ich habe nun Angst, dass ich mich sozialversicherungstechnisch selbst versichern muss, falls ich mit meiner Fotografie mehr verdiene als im Hauptjob. Ist dem so?
Ich habe z.B. im September nun schon Aufträge für über 1200,- Euro. Darf ich im Jahr nicht über den Betrag von 14.400,- Euro kommen, oder im Monat/Quartal?
Was müsste ich denn dann als Vorsteuer abgeben?
Fragen, über Fragen...
Danke Gruß S.Sch.

Antwort: Mehr als im Hauptjob

Hallo Frau Sch.,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Sie sprechen mit Ihren Fragen zwei völlig unterschiedliche Steuer- bzw. Beitragsbereiche an:

1. Umsatzsteuer:
Um die geht es im Beitrag weiter oben. Die Umsatzsteuer auf Ihre Umsätze im Fotografie-Kleingewerbe hat mit Ihrem Teilzeitjob nichts zu tun. Löhne und Gehälter von ArbeitnehmerInnen unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Bei der Umsatzsteuer zählen nur die Einnahmen aus Ihrer Selbstständigen Tätigkeit. Hier gilt:
Wenn Sie auf Dauer umsatzsteuerliche Kleinunternehmerin bleiben wollen, sollten Sie darauf achten, in 2015 die 17.500-Euro-Jahresumsatzgrenze nicht zu überschreiten. Da Sie Ihre Selbstständigkeit erst am 1. Juni aufgenommen haben (= 7 Monate Geschäftstätigkeit) dürfen Sie 7/12 von 17.500 Euro nicht überschreiten (= 10.208 Euro, wenn ich richtig gerechnet habe). Mehr dazu weiter oben im Beitrag. Dort finden Sie auch Links auf weiterführende Informationen.

2. Sozialversicherung (viel wichtiger / gefährlicher!):
Gute Geschäfte in der Selbständigkeit können tatsächlich dazu führen, dass Sie nicht mehr als hauptberufliche Arbeitnehmerin mit nebenberuflicher Selbstständigkeit gelten, sondern umgekehrt: als hauptberufliche Selbstständige mit Nebenjob als Arbeitnehmerin.

Ausführliche Informationen zur Abgrenzung von Haupt- und Nebenberuf finden Sie in unserem Beitrag
"Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf: Die Kriterien der Krankenversicherung"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf

Besonders teuer kann die Sache bei der Krankenversicherung werden.
Am besten besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls mit der "Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)"
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/

Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen an 21 regionalen Standorten sowie telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr und Donnerstag 10 bis 20 Uhr.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Rental Shop

Hi Mr. Chromow,

I hope you could answer my question in English. I apologize for not writing in German.

My wife has a 74m2 shop leased for 1000 EUR plus 190 EUR VAT.

Does she qualify for this simplified system, as small business?

In 2013 she closed her beauty saloon because of serious illness (paralyzed by multiple sclerosis). Everything was disposed without market value and the shop was returned to her "Privatvermögen" (she had to pay capital gain taxes on that procedure).

Now she rents the space to a art gallery as a private proprietor.

I appreciate very much your taking the time to help me with this issue.

Thank you very much.

José Salvadori

VAT on a private lease?

Hello Mr. Salvadori,

we will do our best to answer, we hope it'll be comprehensible at all ... one important note: We cannot (and aren't actually allowed to) provide legal oder tax advice in indvidual cases. We can only advance subjective opinions on generalized scenarios. You need a lawyer or a "Steuerberater" for something more tangible and suited to your indvidual situation.

Your wife gave up her self-employed work due to her illness, right? And now she acts i.e. sub-lets the salesroom as a private person, not as a business owner?

Generally: If someone rents a place privately and sub-lets it for about the same amount of money without a gain of any significance, then I don't see how this should be a basis for charging either VAT or income tax. A private leasing doesn't require adding VAT.

All the best to you both, especially your wife

S. Hengel
editor

VAT on a private lease

Hello Mr. Hengel,

thank you so much for your reply. Your explanation was very clear to me.
Exactly, she was self-employed under a fictitious name and then, when ill, she ended her activities. She rents the place to a different type of business (art gallery). The room was empty and remodeled by the new occupant for his purposes.
But the problem, I guess, was a mistake in the contract in which the tenant's lawyer added VAT.
Now every year there is extra bureaucratic work demanded from Finanzamt which I wanted to find a way to avoid. Reading the topic in your pages I thought perhaps I could request an equivalency to a small business.

I think now the best way is to renegotiate the contract with her tenant to one without VAT.

Again, thank you and it was very nice from you to take the time to answer my question in English (my German is really underrated!)

J. Salvadori

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