Kleinunternehmer, aber Umsatzgrenze überschritten: Was ist nun mit der Umsatzsteuer?

Mehr als 17.500 Euro Umsatz sind kein Beinbruch. Hier lesen Sie, wie Sie reagieren sollten.

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Stand: 21. März 2014 (aktualisiert)

Wer nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr macht, gilt als Kleinunternehmer und braucht seinen Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Doch was tun, wenn der laufende Umsatz die Kleinunternehmergrenze zu überschreiten "droht"? Keine Sorge: Eine positive Einnahme-Entwicklung ist auch dann Anlass zur Freude - und nicht etwa zur Panik.

Viele Gründerinnen und Gründer starten als "umsatzsteuerliche Kleinunternehmer": Als solche brauchen sie bis zu einem Jahresumsatz (nicht: Gewinn!) bis 17.500 Euro auf ihren Ausgangsrechnungen keine Umsatzsteuer (= Mehrwertsteuer) auszuweisen bzw. aufzuschlagen. Eine Sonderregelung in § 19 Umsatzsteuergesetz erspart ihnen die monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen und senkt die Preise für Endverbraucher.

Im Gegenzug können sie sich dann allerdings auch nicht die "Vorsteuer" vom Finanzamt zurückholen: Vorsteuer nennt man den Mehrwertsteuer-Anteil, der in den eigenen betrieblichen Ausgaben enthalten ist.

Was gehört zum Jahresumsatz?

Die gute Nachricht: Bei der Jahresumsatz-Grenze von 17.500 Euro werden ausschließlich umsatzsteuerpflichtige Einnahmen berücksichtigt - steuerfreie Erlöse hingegen nicht. Zu den steuerfreien Lieferungen und Leistungen gehören zum Beispiel ...

  • Heilbehandlungen,

  • berufsqualifizierende Lehre an öffentlichen Bildungseinrichtungen oder auch

  • bestimmte Exporte.

Auch der private Nutzungsanteil an den Kosten des Geschäftswagens (und andere private Nutzungsanteile) werden nicht als Umsatz im Sinne des § 19 UStG gewertet - vorausgesetzt, bei der Anschaffung der betreffenden Wirtschaftsgüter wurde keine Umsatzsteuer geltend gemacht.

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Jahreswechsel: Kleinunternehmer zu umsatzsteuerpflichtig

Guten Tag,

ich bin ab September als Freiberufler tätig und werde ab Januar umsatzsteuerpflichtig, nachdem ich 2013 noch als Kleinunternehmer gearbeitet habe.
Ich arbeite im Dezember in einer freiberuflichen Tätigkeit und muss hierzu vom Unternehmen aus noch bis 31.12. eine Rechnung stellen. Das Geld wird 2014 erst überwiesen, so dass ich das Einkommen erst nächstes Jahr in die Kalkulation packen muss.
Dennoch meine Frage: Muss ich, da die Rechnung nächstes Jahr mit Überweisung "gültig" wird, auch schon vorab Umsatzsteuer berechnen? Intuitiv würde ich sagen, dass ich dies wie im Jahr 2013 als Kleinunternehmer handhabe, bin aber verwirrt, da die Einnahmen in die Kalkulation vom nächsten Jahr zählen und möchte vermeiden, hierauf Umsatzsteuer abführen zu müssen, die ich nicht berechnet habe.
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar. Herzlichen Dank!
JS

Antwort: Jahreswechsel: Kleinunternehmer zu umsatzsteuerpflichti

Hallo JS,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle bekanntlich nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Beim Übergang von der Kleinunternehmerregelung zur Regelbesteuerung kommt es m. W. weder auf den Zeitpunkt der Bezahlung an noch auf das Datum der Rechnung: Entscheidend ist allein der tatsächliche Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistungserbringung.

Wenn Sie also für Leistungen, die Sie im Jahr 2013 erbracht haben, bis 31.12.2013 eine Rechnung schreiben, die erst 2014 bezahlt wird, brauchen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen: Der Vorgang fällt noch unter die Kleinunternehmerregelung.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie aber am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen lieben Dank für Ihre

Vielen lieben Dank für Ihre Antwort!

Abweichendes Wirtschaftsjahr bei Kleiunternehmer?

Guten Tag!

Ich hätte da eine Frage.
Meine Frau ist seit 29.Oktober 2013 nebenberuflich als Kleinunternehmer angemeldet. (Ebay-Shop) Jetzt ging das Vorweihnachtsgeschäft so gut das wir bereits die Umsatzgrenze für das Rumpfwirtschaftsjahr (17500,- x 3 :12)erreicht haben. Da wir den Kleinunternehmer-Status behalten wollen müssten wir jetzt mit dem Umsatz stoppen.

Meine Frage ist, ob es möglich ist als Kleinunternehmer ein abweichendes Wirtschaftsjahr zu nehmen. Also in unserem Fall von Oktober bis September?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Antwort: Abweichendes Wirtschaftsjahr bei Kleiunternehmer?

Guten Tag!
Nein, auf ein "abweichendes Wirtschaftsjahr" können sich Kleinunternehmer nicht berufen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gutschriften für Ursprungsrechnungen ohne Umsatzsteuer

Guten Tag,
erst einmal möchte ich ein herzliches und "dickes Danke" loswerden für den großartigen Beitrag "Umsatzsteuerbefreit als Kleinunternehmer, aber Umsatzgrenze überschritten: Und nun?"

Diese Überschrift ist so treffend, dass ich in dem Beitrag umfassende Informationen vermutet habe. Und das beste: Die erhofften Informationen sind tatsächlich da. Nach Lektüre des Beitrags wusste ich sofort, was ich zu tun habe.

Eine Frage ist dennoch offen:

Mit aktuellem Datum habe ich Gutschriften für die Ursprungsrechnungen erstellt mit Hinweis auf die jeweilige Neuerteilung der Rechnung zzgl. Umsatzsteuer.

Gleichzeitig mit aktuellem Datum habe ich neue Rechnungen mit neuer Rechnungsnummer inkl. Umsatzsteuer geschrieben mit der Bitte, die dazugehörige Gutschrift für die Ursprungsrechnung zu verrechnen.

Der Kunde erhält dazu eine zusammenfassende Aufstellung "Rechnung gegen Gutschrift" und hat damit die Höhe der nun insgesamt zu leistenden Umsatzsteuer direkt vor Augen.

Zu meiner Frage:
Sind die Beträge in der Gutschrift ins "Minus" zu setzen, oder reicht es auch aus, wenn der Beleg den Namen "Gutschrift/Korekturbeleg" trägt und die Gesamtsumme mit dem Wort Guthaben ausgewiesen wird?

Vielen Dank für eine kurze Rückinfo.

Freundliche Grüße
Viola

Antwort: Gutschriften für Ursprungsrechnungen ohne Umsatzsteuer

Hallo Viola,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung: Es freut mich, dass Ihnen der Beitrag weitergeholfen hat!

Zu Ihrer Frage: Nein, Gutschriften müssen nicht "ins Minus gesetzt werden". Aus meiner Sicht genügen die von Ihnen genannten Angaben völlig.

Bitte beachten Sie aber, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Am besten besprechen Sie die Details mit einem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach: Dessen Mitarbeiter beißen nicht :-) - im Gegenteil: bei konkreten Praxisfragen sind Finanzbeamte nach meinen Erfahrungen oft sogar ausgesprochen hilfsbereit.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmer-Umsatzgrenze überschritten

Hallo!

Ich habe die Kleinunternehmerumsatzgrenze von 17500€ überschritten.
Ich habe die entscheidende Rechnung im November 2013 erstellt. Jedoch wird der Kunde die Rechnung wohl erst 2014 bezahlen, so dass ich keine Überschreitung der Einnahmen für 2013 höher als 17500€ habe.

Habe ich für 2013 die Grenze trotzdem überschritten oder muss ich die 2014 gezahlte Rechnung auch ins Jahr 2014 buchen?

Gruß

Chris

Antwort: Kleinunternehmer-Umsatzgrenze überschritten

Hallo Chris,
keine Sorge: wenn Ihr Kunde in 2014 zahlt, gehört der Umsatz ins Jahr 2014. Durch die Rechnungsstellung in 2013 ist der Kleinunternehmerstatus nicht in Gefahr.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

17.500 € überschritten - was passiert in den Jahren danach?

Hallo,

ich möchte eine Frage stellen, auf welche ich bisher nirgendswo eine Antwort lesen konnte: was passiert in den Jahren danach, wenn die Grenze von 17.500 € einmalig (um 3.000€) überschritten wurde???
Beispiel:
Jahr 1: Umsatz 20.500 €
Jahr 2: Umsatz 11.000 €
Jahr 3: Usatz: 1.000 €
Jahr 4: Umsatz: xxx €

Zahlt man die Umsatzsteuer NUR im ersten Jahr nach der Überschreitung (also nur auf die 11.000 €) oder schon IMMER, und zwar egel wieviel Umsatz man erreicht hat?
Für jegliche Antwort werde ich sehr dankbar sein!

Antwort: 17.500 € überschritten - was passiert in den Jahren dan

Hallo,
die ausführliche Antwort auf Ihre Frage finden Sie im Beitrag "Umsatzsteuer ade: Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung"
http://www.akademie.de/wissen/rueckkehr-zur-kleinunternehmer-regelung

Kurz gesagt lautet die Antwort: Nur im "Jahr 2" unterliegen Sie auf jeden Fall der Regelbesteuerung. Danach könn(t)en Sie bei den genannten Umsätzen grundsätzlich wieder zur Kleinunternehmerregelung zurückkehren. Wie der "Abstieg in die Kleinunternehmer-Liga" genau funktioniert, können Sie im oben genannten Beitrag nachlesen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort - 5 Jahre

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für so schnelle Antwort, die sogar noch positiv ist!

Das heißt, alleine dadurch, dass ich die 17.500 € Grenze mal überschritten habe, habe ich nicht auf die Regelbesteuerung optiert? Das wird also vom Finanzamt so nicht verstanden/angenommen, sondern das Finanzamt wird mir erlauben im nächsten Jahr zur Kleinunternehmerregelung zurückkehren. Richtig?

Mit freundlichen Grüßen
Gast

Antwort

Hallo Gast,
ja, das haben Sie richtig verstanden: Das Überschreiten der Kleinunternehmerumsatzgrenz in einem Jahr ist etwas anderes als der freiwillige Verzicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung (obwohl deren Voraussetzungen erfüllt wären).
Aber wie gesagt: Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Überschritten und jetzt??

Hallo
Ich habe in meinem ersten Geschäftsjahr Gründung 01.08 bereits jetzt überschritten und es sind ja noch ein paar Wochen bis zum Jahresende.
Mein Frage:
Ich habe Unternehmen wo ich keine Mehrwehrtsteuer berechne, muss ich jetzt bei Rechnungen die Mehrwehrtsteuer mit drauf schlagen??

Antwort: Überschritten und jetzt??

Hallo,
verstehe ich Sie richtig, dass Sie mit "bereits überschritten" die auf das Rumpfjahr umgerechnete Kleinunternehmerumsatzgrenze meinen (d.h. bei 5 Monaten von August bis Dezember 5/12 von 17.500 Euro = 7.291 Euro) - richtig?

Sofern Ihre ursprüngliche Umsatzschätzung plausibel war, dann gilt grundsätzlich, dass die automatische Umstellung von der Kleinunternehmerregelung auf die Regelbesteuerung ab Januar des nächsten Jahres greift.

Am gestrigen Kommentar eines anderen Lesers
http://www.akademie.de/wissen/kleinunternehmer-umsatzgrenze#comment-14218
können Sie aber auch erkennen, dass das Finanzamt manchmal nachträgliche Plausibilitätsprüfungen vornimmt. Sie besprechen Ihren konkreten Einzelfall daher am besten mit einem Steuerberater oder fragen notfalls direkt beim Finanzamt nach, wie Sie sich jetzt verhalten sollen.

Alles Gute und lassen Sie uns wissen, wie es in dieser Angelegenheit bei Ihnen weitergegangen ist!

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Umsatzgrenze überschritten - Nachforderung USt

Guten Tag zusammen!

Wir haben als GbR tatsächlich die Umsatzgrenze im ersten Wirtschaftsjahr (1.3.-31.12.2012) überschritten und zwar mit ca. 7.000,- Euro. Wir hätten einen Umsatz i. H. v. 14.583,- erwirtschaften "dürfen", haben aber tatsächlich 21.000,- Euro erwirtschaftet. Unseren Betrieb haben wir zum 31.12.12 wieder abgemeldet.
Nach Abgabe der Steuererklärungen erreichten uns folgende Zeilen:
__________________________________________________________________

"Auf die Festsetzung der USt 2012 kann nur verzichtet werden, sofern die Kleinunternehmerregelung im Sinne des § 19 UStG im vorliegenden Fall anwendbar ist.
Nach den hier vorliegenden Unterlagen wurde die Gesellschaft zum 1.3.2012 gegründet und zum 31.12.2012 aufgelöst. Die maßgebliche Umsatzgrenze bestimmt sich im Jahr der Betriebseröffnung nach § 19 Abs. 3 Satz 3 UStG i. V. m. Abschnitt 19.1 Abs. 4 Umsatzsteuersteueranwendungserlass (UStAE). Die Umsatzgrenze ist daher zeitanteilig (17.500,- x 10/12 = 14.583,-) zu berechnen. Diese reduzierte Umsatzsgrenze wurde seitens der Gesellschaft im Rumpfwirtschaftsjahr 2012 DEUTLICH überschritten.

Zur weiteren Prüfung, ob das Überschreiten der maßgeblichen Umsatzgrenze erwartbar war, bitte ich die Rechnungen und Kontoauszüge mit den Zahlungseingängen in Kopie einzureichen.

Ihrer schriftlichen Rückäußerung sehe ich innerhalb von vier Wochen entgegen.
__________________________________________________________________

Ich finde die Beschreibung, dass die Umsatzgrenze DEUTLICH überschritten worden ist, übertrieben nach Ihren Ausführungen.

Da die Umsatzsteueranwendung ohnehin erst im Folgejahr wirksam würde, finde ich diese Vorgehensweise übertrieben.

Mögen Sie mir einen Tipp geben? Ich würde bis zum Finanzgericht durchmarschieren.

BESTEN DANK im Voraus!

Antwort: Umsatzgrenze überschritten - Nachforderung USt

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre konkrete Schilderung. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur so viel:

Ich teile Ihre Auffassung, dass das Finanzamt hier sehr kleinlich argumentiert. Mit Unterstützung eines Steuerberaters können Sie bestimmt plausibel machen, dass Ihre Umsatzschätzung realistisch war. Eine Klage vor dem Finanzgericht sollte sich angesichts des geringen Streitwerts vermeiden lassen.

Aber wie gesagt: Das besprechen Sie am besten mit einem Experten. Eine Bitte noch: Lassen Sie uns wissen, was aus Ihrer Sache geworden ist?

Danke und alles Gute
Robert Chromow

Auswirkung USt auf ESt

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für den sehr informativen und verständlich geschriebenen Beitrag. Es heißt ja immer, dass Umsatz- und Einkommensteuer "zwei verschiedene Paar Schuhe" sind, was ich soweit auch nachvollziehen kann. Dennoch ist beides aus meiner Sicht nicht ganz entkoppelt zu betrachten, da vereinnahmte Umsatz- bzw. gezahlte Vorsteuer ja auch als Betriebseinnahmen bzw. -ausgaben bewertet werden und zunächst die Einkommensteuer beeinflussen (wenngleich sich das im späteren Verlauf wieder ausgleicht und es insofern nur zu zeitlichen Verschiebungen kommt).
In diesem Zusammenhang würde mich folgende Fragestellung interessieren, die ich mit einem (fiktiven) Zahlenbeispiel unterlegen möchte. Weitere Prämissen: die Umsätze unterliegen 19% USt, die Betrachtung der Vorsteuer lasse ich hier aus Vereinfachungsgründen mal außer Acht. Also: angenommen es wird festgestellt, dass ein Kleinunternehmer umsatzsteuerpflichtig geworden ist und er im ersten (regelbesteuerten) Jahr genau 20.000 EUR vereinnahmt hat. Er müsste dann (ohne etwaige Zinsen und Zuschläge) 3.193,28 EUR nachzahlen (20.000,00 EUR / 1,19 = 16.806,72 Euro * 19 / 100 = 3.193,28 Euro). Würde sich dann im Jahr der Zahlung an das FA der einkommensteuerpflichtige Gewinn um diese 3.193,28 EUR reduzieren und sich damit die zu zahlende Einkommensteuer verringern?

Vielen Dank vorab!

Antwort: Auswirkung USt auf ESt

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung und die wichtige Frage. Kurze Antwort: Ja, Umsatzsteuerzahlungen ans Finanzamt werden bei der EÜR als Betriebsausgaben berücksichtigt. Sie mindern ja auch tatsächlich den Einnahmenüberschuss / Gewinn - wie Sie gerade ja offenbar leidvoll erfahren haben.

Weiterhin gute Geschäfte, allzeit satte Umsatz-, Einkommen- und Kapitalertragsteuern sowie prall gefüllte Konten, von denen sie gezahlt werden, :-) wünscht
Robert Chromow

Steuer für Kleinunternehmern?

Sehr geehrter Herr Chromow,

ein super und detailliert Artikel haben Sie geschrieben.

Ich bin freiberuflich Grafik Designer (schön 1 Monat) und bin nicht Umsatzsteuerpflicht. Das heißt das ich geschätzt habe dass meine Einkommen nicht über 17500 EUR werden.

Was mir interessiert ist, sind da ÜBERHAUPT KEINE andere Steuer oder irgendwelche art von Steuern für nicht Umsatzsteuer pflichtige Freiberufler? Vielleicht pauschal Steuer/Kosten oder...?

Vielen Dank

Antwort: Steuer für Kleinunternehmern?

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung.

Die Kleinunternehmerregelung stammt aus dem Umsatzsteuergesetz:
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html
Die Vorschrift gilt daher auch nur für die Umsatzsteuer. Bei der Einkommensteuererklärung müssen Sie Ihren Einnahmenüberschuss aber sehr wohl angeben. Ausführlichere Informationen zur Steuerpflicht von Selbstständigen und Unternehmern finden Sie in folgenden Grundlagenbeiträgen:

"Existenzgründung: Mit welchen Unternehmenssteuern muss ich rechnen?"
http://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblich...
"Der erste Jahresabschluss als Selbstständiger? So kommen Sie zur Steuererklärung"
http://www.akademie.de/wissen/selbstaendig-jahresabschluss

Viel Erfolg mit Ihrer freiberuflichen Tätigkeit und freundliche Grüße
Robert Chromow

viel viel dank Herr Chromow,

viel viel dank Herr Chromow, dies sind sehr hilfreiche Info

Herzlichen Grüße

gezahlte Umsatzsteuer beim Wechsel

sehr geehrter Herr Chromow,

ich habe ein in diesem Jahr ( Juni ) mit Kleinunternehmerregelung angemeldetes Unternehmen. Nun stellt sich heraus das meine Kunden nahezu ausschliesslich Vorsteuerabzugsberechtigte sind. Ich aber kann die Umsatzsteuer die ich auf Leistungen der Subunternehmer und aufs Material zahlen muss meinen Kunden zwar "weiterreichen" allerdings nicht ausweisen. Dies ist natürlich unerfreulich für die Kunden. Wenn ich nun die Option Umsatzsteuerpflichtig wähle, was wäre dann mit meinen bereits an Lieferanten und Subunternehmer geleisteten Umsatzsteuerzahlungen aus zb Auftragsvergabe Materialeinkauf und Investitionen ( Maschinen Werkzeuge etc ) ? Kann ich diese dann auch noch geltend machen ? Ich muss dazu vieleicht noch anmerken das ich bisher noch keine Rechnungen gestellt habe.

vielen Dank

Antwort: gezahlte Umsatzsteuer beim Wechsel

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie sich im Rahmen des steuerlichen Erfassungsbogens für die Kleinunternehmerregelung entschieden. Aus meiner Sicht können Sie nachträglich noch problemlos freiwillig für die "Regelbesteuerung" optieren. Da Sie ja bislang keine Rechnungen ausgestellt haben, sind noch nicht einmal Rechnungskorrekturen erforderlich.

Die Details Ihres Einzelfalles besprechen Sie aber am besten mit einem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

was eigentlich wichtig war

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
wahrscheinlich habe ich die Frage nicht klar vormuliert. Ein Einzelfall ist es sicher nicht.

konkreter hier ein fiktives Beispiel:
- 10.Mai 2013 Gewerbeanmeldung Kleingewerbe
- bis 30.Mai 2013 Werkzeug und Berufsbekleidung im Wert von insgesamt 2000,- Euro darauf die Umsatzsteuer wie Endverbraucher bezahlt.
- November 2013 Optieren zur Regelsteuer

Die Frage kann die bereits gezahlte Umsatzsteuer der Investitionen aus Mai 2013 bei der Umsatzsteuererklärung 2013 geltend gemacht werden ?

danke nochmal und entschuldigen sie bitte meine Ungenauigkeit

Antwort: was eigentlich wichtig war

Wie bereits gesagt: Aus meiner Sicht können Sie nachträglich problemlos freiwillig für die "Regelbesteuerung" optieren. Das schließt selbstverständlich den Vorsteuerabzug aus bereits erfolgten Anschaffungen mit ein. Sonst ergäbe der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung ja gar keinen Sinn.

Mein Hinweis auf die "Einzelfallberatung" hatte außerdem nichts mit der Häufigkeit des Auftretens Ihres Problems zu tun: Gemeint war damit vielmehr, dass wir an dieser Stelle keine Einzelfall-Steuerberatung anbieten dürfen und Sie sich nicht auf die Auskunft in diesem oder anderen Internetforen verlassen dürfen.

Eine Erläuterung der allgemeinen Rechtslage ist selbstverständlich möglich und zulässig - die Details Ihres Einzelfalls (da ist er wieder :-)) sollten Sie aber mit jemand besprechen, der oder die sich in Steuerangelegenheiten auskennt. Wenn Sie keinen Steuerberater haben, fragen Sie am besten direkt beim Finanzamt nach: Dessen Mitarbeiter sind nach meinen Erfahrungen (auch gegenüber neuen Selbstständigen) in vielen Fällen wesentlich freundlicher und hilfsbereiter als sie oft beschrieben werden.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umsatzsteuererklärung

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich möchte Ihnen kurz meine Situation schildern:
ich war von 2009 bis zum 01.08.2012 Kleinunternehmer und lag mit meinen jährlichen Umsätzen immer bei ca. 17000 Euro. Im Jahr 2011 habe ich einen guten Umsatz von 23500 Euro erzielt, wodurch ich nicht mehr als Kleinunternehmer handele und die Umsatzsteuer abführen muß. Ich habe mein Kleingewerbe im Aug. 2012 aufgegeben, hatte in 2012 einen Umsatz von 4500 Euro. Das Finanzamt hat mich freundlich darauf hingewiesen und mich gebeten, eine korrigierte Umsatzsteuererklärung für 2012 einzureichen. Ich hatte dies leider versäumt, da ich immer de 50.000 Euro Umsatzgrenze im Hinterkopf hatte was natürlich ein Fehler meinerseits war.
Ich habe nun eine korrigierte Umsatzsteuererklärung eingereicht, und die verbliebene Umsatzsteuer aus den 4500 Euro vom Jahr 2012 abzüglich der geleisteten Vorsteuer angegeben, welche ich noch nachträglich zu entrichten hätte.
Nun habe ich Zweifel, ob alles seine Richtigkeit hat. Das ich nicht mehr als Kleinunternehmer gelte, wenn ich die 17500 Euro Umsatz überschreite ist klar. Jedoch bin ich mir bei der Umsatzsteuer unsicher, muß ich die Umsatzsteuer erst auf meine Umsätze ab dem Folgejahr (in meinem Falle 2012) zahlen, oder schon auf die Umsätze die im Vorjahr oberhalb der 17500 Euro liegen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe,

Gruß
Christian

Antwort: Umsatzsteuererklärung

Hallo Christian,
die Überschreitung der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze im Jahr 2011 hatte zur Folge, dass Sie ab 1.1.2012 der Regelbesteuerung unterlagen. Wenn Sie nun die in Ihren Erlösen des Jahres 2012 enthaltene Umsatzsteuer ans Finanzamt gemeldet und abgeführt haben, ist aus meiner Sicht (und wenn ich Sie richtig verstanden habe) alles im grünen Bereich. Insofern müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Azubigehalt, Nebenjob und freiberufliche Tätigkeit

Hallo!

Leider stehe ich, wie so viele andere, mit viel zu viel Nichtwissen über Steuern etc. da.

Meine Situation:
Ich bin als Azubi angestellt, habe einen 400 € (450 €) Nebenjob und gebe nun freiberuflich noch Ernährungsberatung - bezieht sich die Grenze für die Umsatzsteuer (19 %, richtig?) 17.500 € rein auf die Einnahmen, die ich über die Ernährungsberatung verdiene? Sind nur diese Umsatzsteuerpflichtig, wenn ich die Grenze von den 17.500 € jährlich überschreite (was utopisch wäre...)?

Und wie ist es mit der Einkommensteuer?
Ab wann müsste ich diese zahlen?

Vielen Dank vorab für die Beantwortung der Fragen!!!

Lieben Gruß,
Catharina

Umsatzsteuer Ernährungsberatung

hallo Catharina,

für die Umsatzsteuergrenze bleiben Ausbildungsvergütung und Minijob in der Tat außen vor, da zählen nur die selbstständigen Umsätze.

Bleibt die Frage, ob Ihre Tätigkeit als Ernährungsberaterin generell umsatzsteuerpflichtig ist. Das ist dann nicht der Fall, wenn Sie z. B. auf ärztliche Verordnung hin oder im Auftrag von Krankenkassen tätig werden, denn dann ist Ernährungsberatung umsatzsteuerfrei. Grundlage ist § 4 Nr. 14 UStG, dort heißt es: "Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Ausübung der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer ähnlichen heilberuflichen Tätigkeit durchgeführt werden." Ernährungsberatung kann unter Umständen als "ähnliche heilberufliche Tätigkeit" zählen.

Ob das in Ihrem konkreten Fall auch so ist, kann man Ihnen vielleicht bei der DGE oder dem Ökotrophologenverband sagen. Denn dann wäre auch die Kleinunternehmer-Obergrenze für Sie irrelevant.

Ob und wie viel Einkommensteuer anfällt, das ergibt sich aus Ihren Gesamteinkünften über das Jahr hinweg. Eine erste Orientierung liefert vielleicht unser Beitrag zum Grenzsteuersatz: http://www.akademie.de/wissen/grenzsteuersatz

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

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