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Konfliktgespräche führen - erfolgreich, konstruktiv, selbstbewusst

Konfliktgespräche

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Konfliktgespräch?

"Menschenführung beginnt bei mir selbst (wenn sie auch dort nicht endet!)", hat Friedemann Schulz von Thun als einen seiner wichtigsten Grundsätze formuliert. Übertragen auf das Thema "Konfliktmanagement" heißt das: Wenn Sie selbst ein Problem haben, haben Sie den Leidensdruck. Ihr Konfliktpartner ahnt womöglich gar nichts von dem, was Sie ärgert oder bedrückt, oder er verdrängt diese Ahnung. Das bedeutet, Sie sind am Zug: Sie müssen es ihm sagen.

Zwar ist es oft sinnvoll, Ärger zu zeigen und auszusprechen. Oft verschafft es einem Erleichterung, wenn man ganz einfach sagen kann: "Das ärgert mich jetzt wahnsinnig!" Außerdem müssen Ihre Gesprächspartner so Ihre Gefühle nicht erahnen, sondern wissen, woran sie sind. Trotzdem sollten Sie nie mit akuter Wut ein Konfliktgespräch führen, da die Situation sonst eskalieren kann.

Wenn Sie wütend sind, schaffen Sie erst einmal Distanz. Gehen Sie in Ihr Zimmer zurück oder gehen Sie eine Runde um den Block und beruhigen Sie sich erst einmal.

Vereinbaren Sie mit dem anderen einen Termin für das Gespräch, bei dem Sie beide nicht unter Zeitdruck stehen. Überlegen Sie sich, wie lange das Gespräch voraussichtlich dauern könnte und bitten Sie den anderen, sich soviel Zeit zu nehmen.

Achten Sie darauf, dass Sie den anderen nicht überrumpeln, geben Sie ihm ein Stichwort, was Sie mit ihm besprechen wollen. Wenn Ihr Konfliktgegner dann sofort mit Ihnen darüber sprechen möchte, gehen Sie darauf nur unter zwei Bedingungen ein:

  1. wenn Sie sicher wissen, dass auf beiden Seiten genügend Zeit und Ruhe für das Gespräch vorhanden ist.

  2. wenn Sie das Gespräch bereits gründlich vorbereitet haben und Sie innerlich bereit sind.

In allen anderen Fällen lehnen Sie es ab, sofort darüber zu sprechen und verweisen Sie darauf, dass Sie das lieber in Ruhe tun wollen und sich darauf vorbereiten möchten.

Eigenes Verhalten

Überlegen Sie auch, ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, erst auf das grundsätzliche Verhältnis zueinander einzuwirken und neue, eigene Verhaltensweisen zu erproben, um zu sehen, ob sich etwas ändert.

Vielleicht schaffen Sie es, sich in die Rolle Ihres Konfliktpartners hineinzuversetzen und finden einen Anhaltspunkt, der ihn stören könnte. Wenn Sie sich in diesem Punkt anders verhalten, wird Ihr Konfliktgegner sich Ihnen gegenüber auch anders verhalten, denn Sie sind beide Partner in einem System, in dem Ihre Handlungen aufeinander bezogen sind. Eventuell schaffen Sie es so, etwas Spannung aus der Situation herauszunehmen, sodass nach einer Weile auf dieser Basis ein Konfliktgespräch über noch kritische Details leichter zu führen ist.

Was ist das Wesen von Konfliktgesprächen?

In der Psychologie spricht man davon, jemanden zu "konfrontieren". Übersetzt bedeutet dieser Begriff, dem anderen Ihre Sicht der Dinge zu vermitteln und offen anzusprechen, dass Sie den Eindruck haben, etwas sei nicht in Ordnung. Ein solches Gespräch ist - egal wie es ausgeht und selbst, wenn Sie es vielleicht sehr schnell schaffen, gemeinsam eine Lösung zu finden - auf jeden Fall ein Konfliktgespräch. Denn Ihre Sicht der Dinge und Ihre Haltung steht zunächst der Ihres Konfliktpartners entgegen, der bis dahin "offiziell" noch kein Problem hatte.

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Über die Autorin:

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Isabel Nitzsche ist Diplom-Journalistin und Germanistin. Sie hat sich auf Job-, Karriere- und Personalthemen spezialisiert und leitet die Redaktion der Zeitschrift "Wirtschaftspsychologie aktuell". A ...

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