Kooperationen bei Kleinunternehmern: Was tun bei Konflikten?

Von: Ulrike Bergmann-Albrecht
Stand: 13. Februar 2008
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Probleme zielgerichtet angehen

Auch wenn hinter jedem Konflikt ein ungelöstes Problem steckt, so lässt sich im Umkehrschluss nicht folgern, dass auch aus jedem Problem ein Konflikt entstehen muss. Im Gegenteil! Solange Sie schwierige Situationen zielgerichtet angehen, vermeiden Sie Konflikte. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Partner mit einer Haltung an die Sache gehen, die den Blick auf die Lösung richtet und nicht ausschließlich auf das, was nicht funktioniert.

Dies ist eine Vorgehensweise, die den meisten Menschen schwer fällt, da wir durch unsere Erziehung so konditioniert sind, nur das Problem zu sehen und einen Schuldigen dafür zu suchen. Erst wenn dieser Schritt erledigt ist und jemandem die Schuld zugewiesen werden konnte, ist es möglich, sich auf den nächsten Schritt - die Lösung - zu konzentrieren. Bis dahin ist allerdings sehr viel Energie in das geflossen, was nicht funktioniert, dass es dann sehr schwierig wird, kreative Lösungswege zu entdecken.

In Chancen denken

Voraussetzung für eine andere Vorgehensweise ist eine Veränderung Ihres Denkens. Dieses Vorgehen wird auch als In Lösungen denken statt in Problemen bezeichnet. Damit können Sie jede schwierige Situation und jedes Hindernis in Ihrer Zusammenarbeit als Herausforderung betrachten und sich überlegen, welche Chancen darin stecken. Denn keine Situation ist nur einseitig gut oder schlecht, sondern jedes Problem hat immer zwei Seiten:

  1. Die Seite, die durch das Problem verhindert wird. Das ist der Teil, auf den meist das Augenmerk gerichtet wird, denn hier erkennt man sofort, was nicht (mehr) geht. Also wird nach Möglichkeiten gesucht, wie man das Hindernis überwinden oder die Blockade lösen kann.

  2. Die Seite, die durch das Problem ermöglicht wird. Das ist der Teil, der leicht übersehen wird, weil sehr viel Energie damit verbraucht wird, sich auf die andere Seite zu konzentrieren und nach Lösungen für das Hindernis zu suchen.

Ich möchte dies an einem Beispiel illustrieren: Nehmen wir an, Sie haben sich mit Ihrem Partner um einen großen Auftag beworben und sehr viel Energie darauf verwendet, alle Vorstellungen des Auftraggebers zu erfüllen und vorhandene Bedenken auszuräumen. So geht einige Zeit ins Land und Sie werden langsam ungeduldig. Sie brauchen endlich Gewissheit, dass sie den Auftrag auch bekommen, damit Sie nicht weiter Termine blockieren. Da erhalten Sie die Nachricht, dass sich die Auftragserteilung um voraussichtlich weitere zwei Monate verzögern wird. Sie sind empört, denn schließlich konnten Sie aufgrund der bisherigen Gespräche davon ausgehen, dass es endlich zu einer Bestätigung und damit zu einem hohen Maß an Sicherheit für Sie und Ihren Partner kommen wird. Jetzt können Sie sich auf das Problem - den noch immer nicht erteilten Auftag - konzentrieren und lamentieren, sich vielleicht sogar wütend an Ihren Auftraggeber wenden und ihm so richtig die Meinung sagen. Doch was nützt Ihnen das? Sie bleiben in der Situation stecken und erreichen nichts.

Statt dessen können Sie sich mit Ihrem Partner zusammensetzen und überlegen, was Ihnen diese blockierte Situation ermöglicht. Welche Chancen stecken darin, dass der Auftrag bislang nicht erteilt wurde? Dies bietet Ihnen auf jeden Fall die Chance, sich noch einmal gründlich zu überlegen, ob Sie diesen Auftrag überhaupt noch wollen. Wenn sich bereits in der Anfangsphase herausstellt, dass vereinbarte Termine nicht eingehalten werden, wie wird das dann erst bei der Bezahlung sein? Sie können sich auch überlegen, was Sie mit den noch nicht vergebenen Tagen anfangen wollen. So lange der Auftrag nicht erteilt ist, können Sie frei darüber verfügen und der Auftraggeber hat notfalls Pech gehabt und muss warten, bis sich bei Ihnen eine neue Lücke auftut. Vielleicht haben sich in der Zwischenzeit auch weitere Geschäftsmöglichkeiten ergeben, die Sie wegen der bestehenden Verhandlungen nicht verfolgt haben.

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