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Kooperationen bei Einzelunternehmern: Wie Sie den richtigen Geschäftspartner finden

Achtung: "Schwierige" Partner! Wann Vorsicht geboten ist

Auch wenn alle Vorzeichen auf Kooperation stehen und es Ihnen gelungen ist, einen oder mehrere vielversprechende Partner kennenzulernen, gibt es einige Konstellationen, in denen die Signale auf "stürmische Zeiten voraus" stehen und in denen Vorsicht geboten ist. Das trifft auf potentielle Partner zu, die in eine der folgenden Kategorien fallen:

Finanzjongleure

Menschen in finanziellen Schwierigkeiten greifen nach jedem Strohhalm, der ihnen hilft, sich über Wasser zu halten. Eine Zusammenarbeit mit einem erfolgreichen Partner kann solch ein Rettungsanker sein, von dem sie sich eine Lösung ihrer finanziellen Probleme versprechen.

Da kann es schnell passieren, dass Sie die Rechnung präsentiert bekommen. Signale dafür sind, dass Sie im Restaurant die Rechnung übernehmen sollen. Der nächste ist dann, dass Sie um Geld angepumpt werden. Spielt Ihr künftiger Partner mit offenen Karten und deckt seine Situation für Sie auf, können Sie immer noch entscheiden, ob Sie sich auf diese Kooperation einlassen wollen und zu welchen Bedingungen Sie dies zu tun bereit sind.

In jedem Fall sollten Sie hier einen fachkundigen Berater einschalten, der Ihnen alle Fallstricke aufzeigt. Nur so können Sie vermeiden, dass Sie im Falle eines Zusammenbruchs Ihres Partners in Auseinandersetzungen hineingezogen werden und dadurch Ihre eigene Reputation leidet.

Streithansel

Sie wissen, dass Ihr Gegenüber in viele Rechtsstreitigkeiten verwickelt war oder ist? Das Gute an diesen Menschen ist, dass sie sich gerne damit brüsten, sich nicht alles gefallen zu lassen, sondern für ihr Recht zu kämpfen. Doch selbst wenn sie alle Streitigkeiten für sich gewinnen konnten, sollten Sie lieber die Finger von solchen Partnern lassen. Beim geringsten Anlaß werden Sie sein oder ihr nächstes Opfer sein und dafür bluten müssen, dass etwas nicht so läuft, wie sich Ihr Partner dies vorgestellt hat.

Superdominas

Nichts gegen starke Persönlichkeiten! Doch entscheidend ist immer das Wie der gezeigten Dominanz und Stärke gegenüber anderen. Wenn Sie mit jemandem kooperieren wollen, sollten Sie darauf achten, dass es sich um eine natürliche Dominanz handelt, die andere daneben auch noch bestehen läßt. Einen überzogen dominanten Partner erkennen Sie daran, dass er andere nicht mehr zum Zuge kommen läßt, sich nicht zurücknehmen kann, sondern selber ständig im Mittelpunkt des Interesses stehen muss.

Diese Persönlichkeiten zeigen auch eine wenig ausgeprägten Bereitschaft, Feedback von anderen anzunehmen. Sollten sie überhaupt dazu bereits sein, sich etwas anzuhören, ist die Reaktion meist eine Rechtfertigung für das eigene Verhalten.

Meist handelt es ich auch um außerordentlich ehrgeizige Menschen, die wenig oder gar nicht in der Lage sind, die Leistungen anderer anzuerkennen. Das macht dann auch eine Zusammenarbeit mit ihnen unmöglich - außer Sie ordnen sich vollkommen unter und vergessen Ihre eigenen Ziele.

Trampeltiere

Achten Sie darauf, wie Ihr Gegenüber mit anderen Menschen umgehen, vor allem solchen, die für geringer erachtet werden als man selbst. Unterbricht er oder sie andere häufig und läßt sie nicht ausreden? Äußert er sich schlecht über Abwesende - Kunden oder Geschäftspartner?

Mit einem solchen Partner laufen Sie Gefahr, Ihre bestehenden Kunden zu verprellen und selbst in ein schlechtes Licht zu geraten. Das können Sie sich wirklich nicht leisten - egal wie toll und erfolgreich dieser Partner auch sein mag.

Wankelmütige

Sie erinnern sich morgen nicht mehr an das, was gestern be- oder versprochen wurde. Sie vertreten gerne die Haltung Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Sie sind aber auch daran zu erkennen, dass Sie wiederholt nicht oder verspätet zu Verabredungen erscheinen und vereinbarte Termine nicht einhalten. Sie halten nichts von Verbindlichkeit oder von der Idee, Vereinbarungen schriftlich festzuhalten.

Darauf läßt sich keine Kooperation gründen, in der Absprachen auch zuverlässig eingehalten und Ergebnisse erzielt werden.

Wiederkäuer

Sie haben meist keine eigene Meinung, sind wenig kreativ und greifen daher gerne die Ideen anderer auf, die sie dann als ihre eigenen ausgeben. Das werden sie dann auch mit Ihren Überlegungen und Gedanken machen - entweder innerhalb oder außerhalb der Kooperation. Da kann es Ihnen leicht passieren, dass Sie Ihr Konzept kurze Zeit später in etwas oder gar nicht abgewandelter Form unter anderem Namen wiederfinden.

Zampanos

Dies sind die Hans-Dampf-in-allen-Gassen-Menschen, bei denen Sie nie wissen, wie lange ihr Interesse an Ihnen und der gemeinsamen Unternehmung andauern wird.

Wenn Sie also feststellen, dass Ihr Partner viele Interessen hat, ständig neue Ideen entwickelt oder sich auf vielen, sehr unterschiedlichen Feldern tummelt, müssen Sie für sich entscheiden, ob Sie sich auf das Risiko einlassen wollen, dass sich seine Prioritäten schnell ändern können und dann die gemeinsame Sache wenig oder keine Aufmerksamkeit mehr findet.

Kooperationen überdenken

Der Aufwand, den Sie im Vorfeld betreiben, wird in hohem Maße davon abhängen, in welcher Form Sie zusammenarbeiten wollen. Sie werden sich lediglich über einige dieser Punkte abstimmen und diese anschließend schriftlich festhalten. Hier wäre eine Analyse anhand eines der vorgestellten Persönlichkeitsprofile oder die Idee, sich für einen oder mehrere Tage in Klausur zu begeben, sicher übertrieben und würde in keinem Verhältnis zum erwarteten Ergebnis der Zusammenarbeit stehen.

Wenn Sie jedoch eine langfristige Zusammenarbeit anstreben, für die Sie auch eine vertragliche Basis benötigen, werden Sie um eine ausführliche Analyse der vorhandenen Fähigkeiten, eine Abstimmung über die angepeilten Schritte und eine Festlegung der finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen nicht herumkommen. Andernfalls gefährden Sie den geschäftlichen Erfolg Ihrer Kooperation.

Sehr viele Kooperationen scheitern daran, dass sich die Beteiligten nie die Zeit genommen haben, rechtzeitig die Grundlagen zu klären und miteinander die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit festzulegen. So schwingen ständig die unausgesprochenen und meist unterschiedlichen Erwartungen der Partner mit, die Einfluss auf persönliche Handlungen, konkrete Entscheidungen und die Qualität des Miteinander haben.

Tipps und Hinweise, wie Sie innerhalb einer Kooperation mit Konflikten umgehen - und wenn es gar nicht mehr geht, sich gütlich trennen - gibt der Ratgeber "Kooperationen: Wenn es zu Konflikten kommt".

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Über die Autorin:

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Ulrike Bergmann-Albrecht begleitet als Traumpfadfinderin, Mutmacherin und Wegbereiterin vor allem GründerInnen und Selbständige zu neuen Denk- und Lebenswelten. Mit ihnen entwickelt sie Strategien, w ...

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