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Kooperationen bei Einzelunternehmern: Wie Sie den richtigen Geschäftspartner finden

Gründe für das Scheitern von Kooperationen

Bis jetzt haben wir viele Gründe aufgezählt, die für Kooperationen sprechen. Doch eines unterscheidet die Kleinen keineswegs von den Großen: Die wenigsten Kooperationen sind wirklich erfolgreich. Das hat unterschiedliche Gründe.

Fehlendes Commitment: Es bleibt häufig bei einem Wir könnten ja mal.... Wenn es allerdings darum geht, konkrete Schritte zu unternehmen und sich auf den Partner und alles, was damit zusammenhängt, tatsächlich einzulassen, wird häufig der schnelle Rückzug angetreten.

Das zeigt sich auch daran, dass nur sehr wenige Einzelunternehmer bereit sind, mit einem Partner einen Vertrag abzuschließen. Damit würde eine einklagbare Verpflichtungen eingegangen werden, was der Inbegriff des Commitments für eine Kooperation wäre.

Unklare Ziele: Sehr häufig nehmen sich die Partner nicht die Zeit, vorher miteinander zu klären, was sie mit der Zusammenarbeit überhaupt erreichen wollen. Sie entwickeln eine Idee, die verlockend klingt und große Gewinne verspricht und legen los. Wenn jeder unterschiedliche Ziele damit verbindet, führt es dazu, dass die Partner zwar gemeinsam arbeiten, aber in verschiedene Richtungen marschieren. Irgendwann wundern sie sich dann, dass sie nicht mehr auf dem gleichen Weg sind.

Persönliche Differenzen: Die Ursachen dafür sind vielfältig. Differenzen können daraus entstehen, dass die persönlichen Arbeitsweisen höchst unterschiedlich und damit nicht kompatibel sind. Es kann aber auch an unterschiedlichen Erwartungen scheitern, die die Partner an das Ergebnis der Zusammenarbeit haben.

Es kann auch einfach daran liegen, dass die Chemie zwischen den Beteiligten nicht stimmt und man die Impulse, die einen bereits am Anfang darauf aufmerksam gemacht haben, viel zu wenig beachtet hat.

Streit ums Geld: Meistens sind unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit Geld oder unklare Absprachen die Ursache. Es gibt die Menschen mit den berühmten Dollarzeichen in den Augen und es gibt solche, denen die Sache zunächst am wichtigsten ist. Beide werden in einer Zusammenarbeit über das Thema Finanzen leicht in Konflikt geraten.

Konkurrenzdenken: Man sollte nicht außer Acht lassen, dass auch in einer Zusammenarbeit die Partner mit ihren eigenen Unternehmen Konkurrenten bleiben. Bleibt dies unberücksichtigt, kann es darüber zu Schwierigkeiten kommen, weil im entscheidenden Fall dem einen das Hemd, sprich das eigene Unternehmen und sein Erfolg, doch näher ist als die Hose.

Doch es gibt auch die persönliche Konkurrenz um die Gunst einzelner Auftraggeber oder Kunden. Dies ist ein Thema, das vor allem unter Frauen weitgehend tabuisiert ist und sich daher unter der Oberfläche ausbreiten kann, bis es ein Ventil gefunden hat. Unter Männern hingegen wird meist offener damit umgegangen.

Unklare Rollenverteilung: Wenn sich Freunde oder Lebenspartner dazu entschließen, gemeinsam zu arbeiten, passiert es leicht, dass sich die beiden Rollen Freund und Geschäftspartner vermischen. Es bedarf besonderer Aufmerksamkeit, dass daraus keine Konflikte oder gar ein böses Ende entstehen.

Falscher Zeitpunkt: Es kommt auch vor, dass die Partner zu einem Zeitpunkt miteinander eine Kooperation eingehen, zu dem einer oder beide noch nicht wirklich dazu bereit sind. Hierdurch entstehen dann "hinkende" Kooperationen, bei denen einer das Zugpferd ist, während der andere immer auf der Bremse steht, weil seine Aufmerksamkeit und Energie woanders liegt.

Falsche Form: Manchmal wollen die Partner zu schnell zu viel und lassen sich dann auf eine feste Kooperationsform ein, ohne die Voraussetzungen dafür geschaffen zu haben. Gerade feste Formen der Zusammenarbeit erfordern eine solide Vorbereitung und sehr viel Vertrauen in den Partner. Manchmal stellen sie dies fest und schaffen dann den Übergang in eine lose Form der Zusammenarbeit, mit der sie dann erfolgreich sind - die spätere Änderung zu einer festen Form ist dadurch ja nicht ausgeschlossen.

Checklisten, Mustervertrag

Zusätzlich zum Ratgeber stehen einige Dokumente zum Download bereit, u.a. ein Kooperationsvertragsmuster sowie div. Checklisten zu Rechtsfragen und Kooperationsformen: Download Unterlagen (ins. 6 Word-Dokumente, zip, 56 kB)

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Über die Autorin:

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Ulrike Bergmann-Albrecht begleitet als Traumpfadfinderin, Mutmacherin und Wegbereiterin vor allem GründerInnen und Selbständige zu neuen Denk- und Lebenswelten. Mit ihnen entwickelt sie Strategien, w ...

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