Kooperationsformen zwischen Kleinunternehmern: Welche Möglichkeiten gibt es für Selbstständige und Freiberufler?

Von: Ulrike Bergmann-Albrecht
Stand: 13. Februar 2008
5
(2)
Anmelden um Kommentare zu schreiben

Auf Dauer angelegte Kooperationen

Joint Venture

Ein Joint Venture ist eine einmalige oder auf einen bestimmten Bereich beschränkte Zusammenarbeit. Wenn Sie das Joint Venture auf ein einziges gemeinsames Projekt begrenzen, hat dies den Vorteil, dass Sie sich nicht sofort auf Dauer an einen Partner binden müssen.

Statt dessen können Sie in der Zusammenarbeit zunächst herausfinden, ob Sie zusammenpassen und gut miteinander arbeiten können, aber auch, ob Ihr Projekt überhaupt tragfähig ist. Anschließend entscheiden Sie, ob daraus eine dauerhafte Kooperation entstehen soll. Ein projektbezogenes Joint Venture kann durchaus in einer gemeinsamen Firmengründung münden.

Abgrenzung zu anderen Kooperationsformen

Im Unterschied zur wechselseitigen Allianz, in der die rechtlich selbständigen Partner jeweils nur für bestimmte Aufgaben als Subunternehmer herangezogen werden, bilden die Partner bei einem Joint Venture entweder ein gemeinsames Unternehmen, in das sie einen Teilbereich ihrer Tätigkeiten auslagern, oder treten für ein gemeinsames Projekt als Einheit auf.

Der Unterschied zwischen den beiden Kooperationsformen lässt sich auch in einem Bild ausdrücken: In einer wechselseitigen Allianz läuft ein Partner jeweils im Windschatten des anderen, während sie in einem Joint Venture Arm in Arm gehen.

Die Verantwortung für die gemeinsame "Unternehmung" - sei es nur ein einzelnes Projekt oder gleich ein eigenes Unternehmen - wird von Anfang an von den Partnern gemeinsam getragen. Ein Joint Venture - wie es hier verstanden werden soll - beschränkt sich auf die Zusammenarbeit für ein einzelnes Ereignis bzw. Projekt oder auf einen klar abgegrenzten Geschäftsbereich.

Beispiel: Joint Venture im Einsatz

Zwei Autoren schreiben gemeinsam ein Buch. So entstand der erste Roman "Katzenzungen" der früheren "Lindenstraße"-Drehbuchautorinnen Martina Borger und Maria Elisabeth Straub beispielsweise über eine Entfernung von 1.000 Kilometer.

Mehrere Trainer aus unterschiedlichen Feldern entwickeln einen neuen Seminartyp, den sie neben ihrem jeweiligen sonstigen Angebot gemeinsam vermarkten.

Ein Unternehmensberater und ein Trainer führen gemeinsam eine Organisations-entwicklungsmaßnahme für einen Kunden durch.

Eine Filmautorin und ein Produzent gestalten zusammen einen Videofilm.

Eine PR-Frau entwickelt und vermarktet mit einer Unternehmensberaterin ein Branchenbuch für Frauen.

Rechtliche Folgen

Anders als in einer "ausgewachsenen" Partnerschaft, bei der die Partner ihre gesamten Aktivitäten in ein gemeinsames Unternehmen einbringen, konzentrieren sich die Partner eines Joint Venture in der Regel weiterhin auf ihr Hauptgeschäft. Im Gegensatz zu den bisher angesprochenen Formen der Kooperation kann die Zusammenarbeit in einem Joint Venture ungewollte rechtliche Folgen haben, die sich jedoch vermeiden lassen.

Diese Seite ist für Mitglieder von akademie.de reserviert.

Möchten Sie die Mitgliedschaft 14 Tage kostenlos testen und den Beitrag komplett lesen?

Oder möchten Sie zunächst mehr über diesen Beitrag erfahren und die Leseproben sehen?

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Probemitglied werden
Ich kann in den 14 Tagen Probezeit formlos z.B. per E-Mail stornieren. Wenn ich das nicht tue, entscheide ich mich für ein