Kooperationsformen zwischen Kleinunternehmern: Welche Möglichkeiten gibt es für Selbstständige und Freiberufler?

Von: Ulrike Bergmann-Albrecht
Stand: 13. Februar 2008
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Auf Dauer angelegte Kooperationen

Virtuelles Unternehmen

Diese Kooperationsform ist bei den auf Dauer angelegten Kooperationen aufgeführt, obwohl sie von ihren Strukturen und vom möglichen Einsatz her auch bei den beiden anderen Ausprägungen - flexible Zusammenarbeit oder feste Kooperation für ein Projekt - genannt werden könnte. Sie ist hauptsächlich deshalb hier eingeordnet, weil eine Zusammenarbeit in virtuellen Unternehmen oder Teams fast so etwas wie eine Glaubenssache ist: Entweder man liebt diese Form der Zusammenarbeit und kann sich kaum eine bessere vorstellen, oder man kann sich wegen ihres amorphen Charakters nicht damit anfreunden. Wer sich einmal dafür entscheidet, wird dauerhaft in virtuellen Unternehmen mitarbeiten wollen.

Der Begriff "virtuelles Unternehmen" oder "virtuelles Team" (im folgenden wird nur noch von virtuellen Unternehmen gesprochen) beschreibt ein Phänomen, das zu Beginn der 90er Jahre aufkam und durch die Möglichkeiten des Internets immer weitere Verbreitung findet.

In einem virtuellen Unternehmen arbeiten Menschen, die sich üblicherweise an unterschiedlichen Orten befinden, zeitlich begrenzt an einem Projekt oder einer Aufgabe. Als "Mitarbeiter" eines virtuellen Unternehmens können sie Chancen sehr schnell nutzen, da sie nur für diese eine Aufgabe zusammenkommen, die Arbeit nach den vorhandenen Fähigkeiten verteilen, sie erledigen und sich nach Abschluss des Projekts genauso schnell wieder verabschieden.

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Einsatzbereiche für virtuelle Unternehmen:

  • Als unternehmensübergreifende Kooperation, meist von Einzelunternehmern, die sich für ein bestimmtes Projekt zusammenfinden.

  • Als unternehmensinterne Organisationsform für den effektiven Einsatz von hochspezialisierten Mitarbeitern, weltweiten Teams und vielfältigen Ressourcen.

Wir beschäftigen uns hier nur mit der unternehmensübergreifenden Variante - einer äußerst flexiblen Kooperationsform, die für Einzelunternehmer und kleine Unternehmen wie geschaffen ist. Im virtuellen Unternehmen lassen sich mit geeigneten Partnern auch große und anspruchsvolle Aufgaben lösen, ohne sich mit Organisationsstrukturen, einem großen Apparat oder hierarchischen Erwägungen zu belasten.

Für einen Auftrag suchen Sie sich Mitarbeiter nach deren speziellen Fähigkeiten, arbeiten mit ihnen durch den Einsatz moderner Technologien virtuell und effektiv zusammen, sparen dadurch Kosten und gewinnen gleichzeitig Zugang zu den Märkten unterschiedlicher Partner.

Das virtuelle Unternehmen besteht nur bei Bedarf und bei Vorliegen eines konkreten Auftrags, für den Mitstreiter gesucht oder aus einem bestehenden Pool ausgewählt werden. Gemeinsam arbeiten sie dann einige Zeit als freie Mitarbeiter an der Durchführung des Auftrags und trennen sich wieder, wenn die Arbeit getan ist. Virtuelle Unternehmen existieren demnach ohne Geschäftssitz, Geschäftsgebäude, Organigramme oder Hierarchien. Sie werden in dem Moment "gegründet" - von einer Gründung im üblichen Sinn kann hier eigentlich nicht gesprochen werden -, wenn jemand ein Projekt realisieren möchte, sich dafür geeignete Partner sucht.

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