Müssen Sie Künstlersozialabgabe zahlen? Informationen zur KSK-Abgabe

Die Meldefrist endet am 31. März. Viele Auftraggeber wissen nichts davon: Wer Design, Texte, Fotos in Auftrag gibt, ist abgabepflichtig. Und es gibt Kontrollen.

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Stand: 21. Januar 2015 (aktualisiert)

Künstlersozialabgabe

Wer regelmäßig Aufträge an freischaffende Künstler und Publizisten vergibt, muss eine Künstlersozialabgabe abführen: Die Meldefrist für das Jahr 2014 endet am 31. März 2015. Durch vermehrte Kontrollen will der Gesetzgeber den Verwerteranteil an der Sozialversicherung für Kreative in Zukunft konsequenter bei den Auftraggebern eintreiben. So soll die Abgabe auf mehr Schultern verteilt und ein weiterer Anstieg der Abgabe verhindert werden. Wie hoch die Abgabe ist, wer sie zahlen muss und was es kostet, die Anmeldung zu "vergessen", lesen Sie in unserem aktualisierten Beitrag zur KSK aus Auftraggebersicht.

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Angesichts rasant steigender Beitragssätze (von 3,9 % im Jahr 2012 auf 5,2 % in 2014 und 2015) war die Künstlersozialabgabe zuletzt wieder einmal heiß umstritten: Nachdem die schwarz-gelbe-Koalition auf die geplante Einführung flächendeckender Prüfungen zu guter Letzt doch noch verzichtet hatte, wurde das Vorhaben von der Großen Koalition nun doch umgesetzt. Ein "effizientes Prüfverfahren" soll für Abgabegerichtigkeit sorgen und den weiteren Anstieg der Künstlersozialabgabe verhindern.

Stabilisierungs-Gesetz

Das "Gesetz zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes" (PDF, 53 KB) ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Zuständig für die Kontrolle der "Verwerter" ist weiterhin der Prüfdienst der Deutsche Rentenversicherung: Bei dessen routinemäßigen Arbeitgeber-Prüfungen soll die KSK-Abgabepflicht von Unternehmen mit mehr als 19 Mitarbeitern künftig jedoch alle vier Jahre obligatorisch kontrolliert werden.

  • Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten müssen im Schnitt alle zehn Jahre mit der Kontrolle ihrer KSK-Abgabepflicht durch den DRV-Prüfer rechnen.

  • Selbstständige und Gewerbetreibende ohne Mitarbeiter können in Zukunft direkt von der Küstlersozialkasse geprüft werden. Neben den obligatorischen DRV-Prüfungen ermöglicht das Gesetz darüber hinaus "anlassbezogene Prüfungen" sowie "branchenspezifische Schwerpunktprüfungen".

Pflichtbeiträge zur Künstlersozialkasse für "Kreativen-Auftraggeber"

Für freie Künstler und Publizisten ist die Pflichtmitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) überaus attraktiv: Sie erhalten einen 50-prozentigen Zuschuss zu ihren Sozialversicherungs-Beiträgen. Und außerdem sind die Berechnungsgrundlagen für die Beiträge vergleichsweise günstig. Unter der Überschrift "Künstlersozialkasse: Günstige Sozialversicherung für Kreative" haben wir die KSK-Konditionen aus Versichertensicht genauer vorgestellt.

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Unter Geringfügigkeitsgrenze - trotzdem Meldung?

Lieber Herr Robert,

für diese ebenso gut verständlichen wie in der Sache ausgesprochen hilfreichen Hinweise von gewohnt hoher Qualität möchte ich Ihnen danken.

Eine Frage bewegt mich allerdings noch. Im Meldebogen für 2015, den ich ja bereits letzten Monat hätte abgeben müssen, würde ich, als der selbstständige Kleinkrauther, der ich nun bin, gerade einmal ganze 175,00 Euro anzugeben. Das ist ja nun deutlich unter der Geringfügigkeitsgrenze für die Künstlersozialabgabe. Muss ich den Bogen denn nun überhaupt an die Künstlersozialkasse übermitteln? Oder wäre das womöglich schädlich, weil ich dann trotzdem zahlen muss?

Vielleicht wissen Sie weiter - wenn jemand solche Dinge weiß, dann Sie, das weiß ich.

Herzlichen Dank und freundliche Grüße

Herr Simon

Antwort: Unter Geringfügigkeitsgrenze - trotzdem Meldung?

Lieber Herr Simon,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Was Ihre Frage betrifft: Aus meiner Sicht besteht in Ihrem Fall keine Meldepflicht, da Sie gar nicht abgabepflichtig sind. In § 24 Abs. 1 KSVG
http://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/__24.html
... heißt es:
------------ Zitat ----------------
Zur Künstlersozialabgabe sind auch Unternehmer verpflichtet, die für Zwecke ihres eigenen Unternehmens Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen.
----------Zitat-Ende --------------

"Nur gelegentlich" erteilte Aufträge definiert § 24 Abs. 3 KSVG so:
------------ Zitat ----------------
(3) Aufträge werden nur gelegentlich an selbständige Künstler oder Publizisten im Sinne von Absatz 1 Satz 2 oder Absatz 2 Satz 1 erteilt, wenn die Summe der Entgelte nach § 25 aus den in einem Kalenderjahr nach Absatz 1 Satz 2 oder Absatz 2 Satz 1 erteilten Aufträgen 450 Euro nicht übersteigt.
----------Zitat-Ende --------------

In § 27 Abs. 1 KSVG
http://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/__27.html
... schließlich heißt es:
------------ Zitat ----------------
(1) Der zur Abgabe Verpflichtete hat nach Ablauf eines Kalenderjahres, spätestens bis zum 31. März des Folgejahres, der Künstlersozialkasse die Summe der sich nach § 25 ergebenden Beträge zu melden.
----------Zitat-Ende --------------

Fazit: Da die Summe der Entgelte der von Ihnen im Vorjahr erteilten Aufträge unter 450 Euro lag, sind Sie nicht abgabepflichtig und ergo nicht meldepflichtig. Diese Rechtsauffassung hat die Künstlersozialkasse auf Nachfrage ausdrücklich bestätigt. Sie brauchen sich wegen des versäumten Meldetermins also keine Sorgen zu machen: Handlungsbedarf besteht nicht.

Viele Grüße
Robert Chromow

Die Künstlersozialkasse sieht es leider anders

Guten Tag,

jetzt hab ich doch endlich einen Sachbearbeiter von der Verwerter-Abteilung sprechen können. Der besteht auf der Abgabe der Meldung! Er meinte, als Texter (die KSK führt mich sogar als "Verlag", was wirklich absurd ist, ich biete Texterstellung und Textredaktion an, freiberuflich), sei ich ein sogenannter typischer Verwerter, mithin gelte die Geringfügigkeitsgrenze nicht. Außerdem stellte er mir noch einen Säumniszuschlag in Aussicht, da die Meldung nun ja nicht fristgemäß bis Ende März, sondern eine gute Woche verspätet eingeht.

Das ist doch ärgerlich. Auch wenn die Abgabe selbst sich in meinem Fall in Bereich von Erdnüssen bewegt.

Trotzdem - für die Auskunft vielen Dank!

Antwort: Die Künstlersozialkasse sieht es leider anders

Guten Tag, Herr Simon,
vielen Dank für den Erfahrungsbericht: Das klingt ja wirklich ärgerlich!

Falls die Entgelte für die Eigenwerbung angefallen sind, sollten Sie trotz der bei einem Gesamtentgelt von 175 Euro vergleichsweise geringen Künstlersozialabgabe von unter 10 Euro über einen Widerspruch nachdenken: Anderenfalls zahlen Sie künftig womöglich Jahr für Jahr unnötigerweise bis zu 25 Euro!

Oder kann es sein, dass die Entgelte gar nicht für die "Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit" Ihres eigenes Unternehmen angefallen sind? Sondern für kreative Leistungen Dritter, die Sie Ihren Kunden in Rechnung gestellt haben? In dem Fall handeln Sie nämlich tatsächlich als "Verwerter". Und dann gilt die in meiner gestrigen Antwort erläuterte Geringfügigkeitsregelung auch nicht.

In dem Fall sieht die Künstlersozialkasse die Rechtslage auch nicht anders als von mir dargestellt: Es handelt sich vielmehr um einen anderen Ausgangsfall.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Die Künstlersozialkasse sieht es leider anders

Kommando zurück, Herr Simon,
ich habe mir die Gesetzeslage noch einmal angeschaut: Die Geringfügigkeitsregelung gilt m. W. weiterhin auch für den Fall, dass die Engelte nicht nur für Eigenwerbung, sondern auch für die Verwertung von Leistungen Dritter angefallen sind - sofern der jährliche _Gesamtbetrag_ der Entgelte 450 Euro nicht übersteigt!

Ein Widerspruch gegen einen eventuellen Beitragsbescheid ergibt aus meiner Sicht Sinn. Lassen Sie uns wissen, was aus der Sache geworden ist?

Vielen Dank und freundliche Grüße
Robert Chromow

Rechnung

Jetzt hat die KSK sich gerührt - und mir für 2015 und 2014 zusammen eine Zahlungsaufforderung geschickt. Allerdings keinen Bescheid. Das sind zwar noch nicht mal 30 Euro, aber wie Sie sagten: Jedes Jahr möchte ich das nicht bezahlen. Ich werde wohl Widerspruch einlegen müssen, wenn das verwaltungsrechtlich überhaupt geht. Vielleicht hält man sich - wie der sogenannte Rundfunkbeitragsservice - mit Bescheiden zurück, eben weil man der eigenen Rechtsposition nicht recht traut, und hofft auf einsichtige Zahler?

Ich werde weiter berichten.

Beste Grüße

S.

Vielen Dank

Danke für die prompte und wie immer sehr hilfreiche Antwort. Mein eigener Versuch einer Nachfrage bei der KSK war weniger erfolgreich - in der Telefonwarteschleife lief Vivaldi, und erst nachdem ich Winter und Frühling abgewartet hatte, kam etwa im Frühsommer eine Dame in die Leitung, die mir sagte, dass mir nur mein persönlich zuständiger Mitarbeiter diese Auskunft geben könne, da sie nur Auskünfte für Versicherte geben würde, und dieser Herr sei erst wieder nächste Woche zu sprechen! Deshalb bin ich sehr froh, nun mit dem Umweg über Sie Bescheid bekommen zu haben - dafür noch einmal ein sonores "Dankeschön!"

Strengere Betriebsprüfungen ab 2015!!

Wie oben erwähnt, wurden die Betriebsprüfungen in Sachen Künstlersozialabgabe durch das zum 1.1.2015 in Kraft getretene KSAStabG drastisch ausgeweitet. Statt wie bisher rund 70.000 Prüfungen pro Jahr sollen künftig jährlich rund 400.000 Prüfungen durch die DRV stattfinden.

Spätestens jetzt müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie ihre abgabepflichtigen Entgelte jeweils bis zum 31. März des Folgejahres vollständig und korrekt an die KSK melden, um böse Überraschungen bei der nächsten Betriebsprüfung zu vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema Künstlersozialabgabe und Betriebsprüfung finden sich hier: www.kuenstlersozialabgabe-hilfe.de

Neugründung einer Internet- und Werbeagentur

ich stehe kurz vor einer Gründung einer Internet- und Werbeagentur als UG (haftungsbeschränkt) mit insgesamt drei geschäftsführenden Gesellschaftern, welche zu gleichen Anteilen an der Gesellschaft beteiligt sind. Im Anstellungsvertrag sind alle drei Gesellschafter zudem vom § 181 befreit. Die Tätigkeiten im Unternehmen der einzelnen Gesellschafter stellen sich wie folgt dar ...
- kaufm. GF - ist für alles kaufmännschen Tätitkeiten im Unternehmen verantwortlich
- GF -Onlinemedien - ist für alle Programmierarbeiten und EDV-Support verantwortlich (keine Gestaltung von Webseiten)
- GF Grafik/Gestaltung- ist für den gesamten Bereich der Gestaltung/Umsetzung verantwortlich
Nun zu eigentlichen Frage: Müssen alle Geschäftsführer eine Abgabe in die Künstlersozialkasse leisten? für eine kurzfristige Einschätzung wäre ich sehr dankbar.

Forum Künstlersozialabgabe

Hallo, falls Sie bei XING sind, kann man Ihnen bestimmt hier helfen:

https://www.xing.com/communities/groups/forum-kuenstlersozialabgabe-f577...

Antwort: Neugründung einer Internet- und Werbeagentur

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Sofern UG-Gesellschafter selbst künstlerisch oder publizistisch tätig sind, überprüft die KSK eine eventuelle Versicherungspflicht. Die dazugehörigen Fragebögen stehen auf der KSK-Website zum Download bereit:
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/download/Download_Vordrucke_...
Informationen zur sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von UG-Gesellschaftern finden Sie in folgendem KSK-Infoblatt
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/download/daten/Allgemein/Soz...

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo asrken,
Verwerter melden die Summe sämtlicher Zahlungen an freischaffende Künstler und Publizisten bis zum 31.3. des Folgejahres an die KSK, die daraufhin einen Bescheid über die Künstlersozialabgabe erlässt sowie ggf. künftige monatliche Vorauszahlungen verlangt.
Weitere Informationen finden Sie oben im Beitrag unter der Überschrift "Meldeverfahren und Zahlung" sowie auf der KSK-Website in der Rubrik "Unternehmen und Verwerter":
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Ich habe da jetzt mal eine kleine Verständnisfrage. Sehe ich das also richtig, das ein Verwerter der künstlerischen, bzw. publizistischen Leistungen als erstes die Summe der Entgelde für ein Jahr der KSK meldet. Diese berechnet mit Hilfe des Abgabesatzes die Künstlersozialabgabe. Der erechnete Betrag ist dann der KSK mitzuteilen. Des Weiteren erfolgt noch eine monatliche Vorauszahlung durch das Unternehmen. Sehe ich das in etwa so richtig? Ich habe mehrere Fachbücher zum Thema gelesen und bin mir da etwas unsicher.

Hallo,
wie bereits gesagt: Nach Ansicht der KSK fällt die Künstler-Sozialabgabe bei einer "mehrstufigen Verwertung" tatsächlich doppelt an: Das heißt sowohl beim Dienstleister, der einen Zulieferer (z. B. Texter) beauftragt und bezahlt, als auch beim Endkunden (der später den den Preis für das Gesamtwerk entrichtet).
Welche Möglichkeiten es im konkreten Einzelfall gibt, die Doppelbelastung zu vermeiden, kann Ihnen ein (Rechts-)Berater sagen, der sich mit dem KSK-Gesetz auskennt.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Vor ca. einem Jahr haben meine Partnerin und ich eine GbR gegründet und nun zusammen mit einer Freundin (arbeitet nebenberuflich als Texterin) einen mehrmonatigen PR-Etat an Land gezogen. Da wir von unserem Kunden kaum verlangen können, dass dieser monatlich von uns 2 Rechnungen erhält, läuft der Auftrag nun rechtlich über unsere GbR. Hier nun die Frage: Müssen wir für unsere Kooperationspartnerin die Künstlersozialabgabe von dem gemeinsamen Honorar abführen, oder ist der Kunde allein abgabepflichtig? Und gibt es eine Möglichkeit, die KSK durch unsere Kooperation doch noch zu umgehen?

Hallo,
die drakonischen Strafen von bis zu 50.000 Euro sollen - zumindest anfangs - nur gegen "unkooperative" Verwerter im Fall bewusster Falschinformationen, Manipulationen und damit Beitragsverkürzungen verhängt werden. Trotzdem: Bevor Sie sich gegenüber der KSK als Verwerter outen, sollten Sie Ihren Einzelfall am besten mit einem spezialisierten Rechtsanwalt besprechen. Am besten warten Sie ab, bis Sie den DRV-Fragebogen in Händen halten...
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Danke für Ihre schnelle Antwort. Wir gingen bisher davon aus, die KSK Zahlungen habe alleine unser Kunde als "Endverbraucher" zu tätigen. Bedeutet die angekündigte "August-Aktion" dann eigentlich, dass man dann auch noch 5000 Euro Strafe zu bezahlen hat???

Also:
Nach Ansicht der KSK fällt die Sozialabgabe bei einer "mehrstufigen Verwertung" tatsächlich doppelt an: Das heißt sowohl beim Dienstleister (z. B. dem Webdesigner), der einen Zulieferer (z. B. Texter) beauftragt und bezahlt, als auch beim Endkunden (der später den den Preis für das Gesamtwerk entrichtet). Klingt unerfreulich - ist aber nun einmal die Rechtsauffassung der KSK. Praktiker und Kenner des Kommentars zum Künstlersozialversicherungsgesetz mögen mich eines Bessern belehren...
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Ich verstehe auch nicht, wenn ich als GbR-PR-Agentur eine Arbeit bei meinem Kunden abliefere, muss dieser doch die KSK auf meine Rechnung bezahlen. Wenn diese Grafikerleistungen beinhaltet: muss ICH auf diese dann auch an die KSK abgeben?? Wäre ja dann doppelt???? Danke für Antwort im Voraus

Vielen Dank, Frau Mahr,
dass Sie eine Lanze für mich brechen: Ja, ich bin als freier Publizist selbst Mitglied der KSK und weiß deren Segnungen sehr wohl zu schätzen. :-)
Zur Ehrenrettung von Herrn Hubatschek sei aber auch gesagt, dass sich sein Kommentar auf eine ältere Version des Artikels (aus dem Jahr 2005) bezieht, in dem sich die von ihm monierten Formulierungen befanden. Da ich ihn als KSK-Experten schätze und es im Artikel um die Darstellung der generellen Rechtslage ging, habe ich das strittige Beispiel nicht in die Neufassung übernommen. Sie haben aber völlig Recht: Wie das Verhältnis von Auftraggebern, "Subunternehmern" und Endabnehmern genau aussieht, ist eine spannende Frage. Ich werde ihr nachgehen und darüber berichten.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Ich halte den Artikel für ausgesprochen informativ und finde übrigens die von Ihnen, Herr Hubatschek, erwähnte Passage zu Subs und Endabnehmern darin nicht - wo befindet die sich?

Außerdem IST Herr Chromow freischaffender Publizist! (Nein, ich habe keinen Herr-Chromow-Fanclub gegründet, halte es aber für ausgesprochen seltsam, daß Sie ihm unterstellen, er hätte keine Ahnung von seinen eigenen Arbeitsbedingungen.)

Was die Einbeziehung sämtlicher Kleinunternehmer betrifft, wäre es sicher wünschenswert, aber kaum durchsetzbar, eine KSK-ähnliche Institution einzuführen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß z.B. kleinen Handwerkern die Halbierung der Sozialversicherungsbeiträge erheblich weiterhelfen würde, da viele Meister unter ihnen (die in die Handwerksrolle, Teil A, eingetragenen) ebenfalls der Rentenversicherungspflicht unterliegen - zumindest bis sie 18 Jahre Pflichtbeiträge zusammenbekommen haben. Allerdings dürfte beim akuten Preisverfall kaum ein Auftraggeber bereit sein, auch noch eine Sozialabgabe zu zahlen. Da wären dann leider im Zweifel Handwerker aus "billigeren" EU-Mitgliedsstaaten oder gleich Schwarzarbeiter gefragt.

Auch wenn ich eine KSK-ähnliche Institution für nicht-künstlerisch-publizistische Einzelkämpfer für nicht durchsetzbar halte, sehe ich täglich im Bekanntenkreis, daß es vielen kleinen Handwerkern sogar deutlich schlechter geht als freischaffenden Künstlern/Publizisten. Etliche davon haben ihre Selbständigkeit wegen des Preisdrucks (Stichwort Handwerksleistungs-Rückwärtsauktionen im Internet und Explosion der Materialpreise), der schlechten Zahlungsmoral einiger Kunden und der sehr hohen Sozialversicherungsbeiträge bereits wieder aufgegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Mahr

Zu meinem Vorredner: Ja, wieso sollen denn Designer nicht abgabenpflichtig sein und welches Privileg schützt ihn denn Ihrer Ansicht zufolge vor dem Verwerter-Status?? Und warum?

Warum glauben Sie denn, dass nur für kleine Kreativler-Selbstständige eine Sicherung her muss und nicht auch für alle die anderen Kleinunternehmer, die scih oft genug mühsam durchbeissen müssen und ganz auf sich gestellt sind?? Ich kann Herrn Chromow nur bestätigen in seinen Argumentationszielen. Die KSK sollte dringend für alle KLeinunternehmer bis zu einer Umsatzgrenze von 150.000 Euro im Jahr Standard werden.

Der Autor kennt sich offensichtlich mit der Künstlersozialabgabe nur sehr oberflächtlich aus, sonst würde er nicht
empfehlen, dass die Subauftragnehmer direkt mit dem Entabnehmer abrechnen sollen oder behaupten, dass der Designer
der einen Text dazu kauft für einen Auftrag abgabepflichtig ist. Das ganze
ist etwas komplizierter. Die Abgabe wird immer nur einmal kassiert, nämlich vom letztlichen Verwerter der Gesamtleistung. Hier hilft ein Blick
in den Kommentar zum Künstlersozialversicherungsgesetz.
Und seine Meinung, dass die KSK-Vorteile
für Künstler und Publizisten nicht mehr
gerechtfertigt sind, zeigt, dass er von
mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen
freier Künstler und Publizisten offenbar keine Ahnung hat. Vielleicht liest er demnächst mal den zur Zeit in
Arbeit befindlichen Bericht der Bundes-
regierung zur sozialen Situation von
Künstlern, der in einigen Monaten zu
erwarten ist.
Bernd Hubatschek, Medien-Kunst-Kultur-
Consult

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