Künstlersozialabgabe und die Prüfung der KSK-Abgaben

Was auf Sie zukommt und wie Sie reagieren können, wenn eine Prüfung ansteht

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Stand: 22. Januar 2014 (aktualisiert)

Künstlersozialkasse (KSK) und Deutsche Rentenversicherung (DRV)verschicken in großem Umfang Fragebögen an Betriebe, Vereine und andere potenzielle Auftraggeber von Künstlern und Publizisten, um herauszufinden, wer Honorare an Künstler zahlt, die zu einer KSK-Abgabepflicht führen.

Auch wenn DRV-Prüfer kontrollieren, ob Betriebe die Sozialabgaben für ihre Beschäftigten korrekt abgeführt haben, wird von den DRV-Prüfern die korrekte Abführung der KSK-Abgabe mitgeprüft.

Viele Unternehmen sind verunsichert, wenn sie zum ersten Mal mit der möglichen Pflicht zur KSK-Abgabe konfrontiert werden. Hier finden Sie Fakten zum Thema Künstlersozialabgabe und KSK-Prüfung – wir informieren Sie darüber,

  • worauf die Forderungen der KSK basieren,

  • wer die KSK-Abgabe zahlen muss – und wer nicht,

  • wofür die Abgabe bezahlt werden muss und wie hoch sie ist,

  • wie Sie den Erhebungsbogen der KSK ausfüllen,

  • wie eine Prüfung abläuft und wie Sie sich vorbereiten können,

  • wie das Ergebnis einer Prüfung aussehen kann und wie Sie auf hohe Nachforderungen reagieren können.

Außerdem haben wir Tipps zu einer "KSK-optimierten" Buchführung und eine Musterrechnung für Sie, aus der die KSK-pflichtigen Leistungsbestandteile einfach hervorgehen.

KSK-Beiträge, DRV-Prüfung und Beitragssteigerungen

Im Sommer 2013 gingen die Wogen hoch: Sollte die Prüfung der KSK-Abgaben durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) etwa gesetzlich festgezurrt werden? Die Befürworter einer solchen gesetzlichen Festschreibung befürchten Einnahmeverluste für die KSK und in deren Folge einen Anstieg des KSK-Abgabesatzes. Sie haben deshalb eine Petition beim Bundestag eingereicht. Die Gegner halten eine gesetzliche Regelung für überflüssig.

Eine gesetzliche Regelung ist – vorerst jedenfalls – vom Tisch. Der Abgabesatz ist für 2014 jedoch von 4,1 auf 5,2 % gestiegen und Prüfungen der KSK-Abgabe-Ehrlichkeit wird es auch weiterhin geben, sowohl von der KSK als auch von der DRV. Möglicherweise werden diese Prüfungen nicht mit so großer Energie durchgeführt wie bis 2012. Dennoch sollte man sich als abgabepflichtiges Unternehmen nicht vor der Abgabe drücken. Die Gefahr, dass man durch unterlassene oder klein gerechnete Meldungen mit einem Bußgeld von bis 50.000 € belegt wird, ist doch recht groß.

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Publizistische und nicht-publizistische Übersetzungen

Guten Tag,

viele in der KSK versicherte Übersetzer und Lektoren arbeiten mit folgender Mischkalkulation: Einerseits stammen ihre Auftraggeber aus dem Bereich der Buch-, Zeitungs- und Wissenschaftsverlage, deren Texte wohl eindeutig publizistischer Natur sind. Andererseits haben sie Kunden aus verschiedenen gewerblichen Bereichen. Die Tätigkeit ist in beiden Fällen die gleiche. Für das Finanzamt sind die Einnahmen in beiden Fällen "Einkünfte aus selbständiger Arbeit / aus freiberuflicher Tätigkeit".

Wie werden diese Tätigkeiten von der KSK unterschieden? Und was ist bei einer Prüfung zu beachten? Müssen dabei beide Auftragsarten gesondert genannt werden im Fragebogen, den die KSK einem zuschickt?

Vielen Dank im Voraus.

SM

Antwort: Publizistische und nicht-publizistische Übersetzungen

Guten Tag, SM,
selbstständige Übersetzer sind grundsätzlich pflichtversichert in der Künstlersozialversicherung. Das hat das Bundessozialgericht mehrfach unterstrichen. Falls der Übersetzer im Einzelfall jedoch keinen (oder nur sehr wenig) eigenen Gestaltungsspielraum hat (weil der Auftraggeber z. B. eine automatengleiche Wort-für-Wort-Übersetzung verlangt), kann der Gestaltungsspielraum für die Anerkennung einer kreativen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit zu gering sein. Nicht-kreative Übersetzungen gehören dann auch nicht zu den beitragspflichtigen Einkünften.

Ob und wenn ja, welche Ihrer Leistungen ggf. als nicht-kreativ gewertet werden (könnten), wage ich nicht zu beurteilen. Am besten wenden Sie sich an einen Berater, der sich auf das Thema Künstlersozialversicherung spezialisiert hat. Oder Sie frage bei mediafon
http://www.mediafon.net/
... nach: Das Selbstständigen-Beratungsnetz von verdi können auch Nicht-Mitglieder in Anspruch nehmen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

KSK - Musikgruppe

Hallo

Wie verhält es sich wenn ein Unternehmen über eine Eventagentur eine Musikgruppe, die aus mehreren freiberuflichen Musikern besteht, für seine Veranstaltung bucht. Wer muss die KSK bezahlen ?

Die Agentur stellt die Gesamtrechnung der Musikgruppe dem Unternehmen in Rechnung

Frage:
Muss der Kunde KSK abführen ? also Gesamtrechnung + KSK
oder
Muss die Agentur die KSK abführen?
a) die Musikgruppe stellt eine Gesamtrechnung an die Agentur
b) jeder Musiker stellt separat seine Rechnung an die Agentur

Vielen Dank für Ihr Hilfe
Christin

Antwort: KSK - Musikgruppe

Hallo Christin,
nach meiner (ganz und gar unmaßgeblichen :-)) Ansicht muss die Eventagentur die Abgabe zahlen - unabhängig davon, ob die Leistungen von der Band oder den einzelnen Musikern gestellt wird.

Je nachdem, welche Leistung genau von der Eventagentur erbracht wird, betrachtet die KSK den Vorgang unter Umständen zudem als "mehrstufige Verwertung": In dem Fall wären sowohl die Agentur als auch der Kunde abgabepflichtig.

Am besten lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt, Ihrem Berufsverband oder mediafon
http://www.mediafon.net/
über die Details Ihres Einzelfalls beraten. Vielleicht helfen auch schon die Informationen auf dieser Seite weiter:
http://www.kuenstler-sozialversicherung.de/wer-muss-zahlen/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

RE: KSK - Musikgruppe

Vielen lieben Dank für die prompte Rückmeldung.

Wie sieht es denn aus wenn die Band eine UG ist ? Muss dann auch die Agentur und / oder der Kunde KSK abführen ?

Liebe Grüsse
Christin

RE: KSK - Musikgruppe

Hallo Christin,
für die UG gelten grundsätzlich die GmbH-Vorschriften. Die Künstlersozialkasse schreibt dazu auf ihrer Seite:
------------ Zitat ----------------
Auftraggeber der UG (haftungsbeschränkt) müssen für die Inanspruchnahme von künstlerischen/publizistischen Leistungen dieser juristischen Person keine Künstlersozialabgabe zahlen.
----------Zitat-Ende --------------
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/aktuelles/meldungen/2009_10_...

Freundliche Grüße
Robert Chromow

KSK-Abgabe auf Honorar für Kooperationsprojekt

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre hilfreichen Tipps.

Ich habe gemeinsam mit einer Kollegin mit Sitz im Ausland eine Website für ein Kooperationsprojekt initiiert. Wir sind von der Rechtsform her beide unahbhängig. Das Honorar an die Webdesignerin habe ich zunächst voll bezahlt, dann die Hälfte davon meiner Mitstreiterin in Rechnung gestellt.

Wie verhält sich das in diesem Fall wohl mit der KSK-Abgabenpflicht: Muss ich die volle Summe im Fragebogen angeben? Oder nur die Hälfte, die ich effektiv bezahlt habe? Vielleicht haben Sie ja einen Hinweis zu dieser wohl etwas speziellen Situation. Ich wäre Ihnen sehr dankbar.

Beste Grüße
K. Leinkrauther

Antwort: KSK-Abgabe auf Honorar für Kooperationsprojekt

Hallo Herr / Frau Leinkrauther,
vielen Dank für die nette Rückmeldung. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle zwar nicht möglich - generell stellt sich die Rechtslage aus meiner Sicht aber so dar:

Abgabepflichtig ist gem. § 25 KSVG Abs. 1
http://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/__25.html
das volle Honorar:
------------ Zitat ----------------
Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind die Entgelte für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen, die ein nach § 24 Abs. 1 oder 2 zur Abgabe Verpflichteter im Rahmen der dort aufgeführten Tätigkeiten im Laufe eines Kalenderjahres an selbständige Künstler oder Publizisten zahlt, auch wenn diese selbst nach diesem Gesetz nicht versicherungspflichtig sind.
----------Zitat-Ende --------------

Der Auslands-Standort der Kooperationspartnerin, die den halben Honoraranteil getragen hat, ändert daran nichts. Dafür sorgt § 25 KSVG Abs. 1 Satz 2:
------------ Zitat ----------------
Bemessungsgrundlage sind auch die Entgelte, die ein nicht abgabepflichtiger Dritter für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen zahlt, die für einen zur Abgabe Verpflichteten erbracht werden.
----------Zitat-Ende --------------

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche Einschätzung. Wenn Sie es genau wissen wollen, fragen Sie am besten bei der mediafon-Hotline nach:
http://www.mediafon.net
Eine Bitte: Falls Sie dort oder anderenorts eine abweichende (und zuverlässige :-)) Auskunft bekommen, lassen Sie es uns bitte wissen.

Vielen Dank und freundliche Grüße
Robert Chromow

hallo,
doch, Lektorat stellt durchaus eine KSK-abgabenpflichtige kreative Tätigkeit dar, im Gegensatz zum bloßen "Korrekturlesen". Vgl. http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/recht-und-finanzen/tipps/fi...

Letztlich dürfte das ähnlich wie bei Übersetzern zu dornigen Einzelfallentscheidungen führen.

beste Grüße

S.Hengel,
akademie.de Redaktion

wenn jemand Texte für mich lektoriert, dann muss ich doch keine KSK zahlen oder?

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