Kommunikation mit Sponsoren
Grundregeln für die Kontaktaufnahmen mit Sponsoren
Der Anrufer sollte sich Zeit nehmen. Unter Hektik oder Hetze werden die falschen Worte fallen und Missverständnisse auftauchen. Wenn sich die Anrufer bei Gegenfragen geduldig verhalten, steigt schon allein auf diese Weise die Wertigkeit des Gespräches. Der Mitarbeiter im angerufen Wirtschaftsunternehmens erkennt, dass er es in erster Linie mit einem Mitmenschen und nicht mit einem Verkäufer zu tun hat!
Das heißt in der Konsequenz:
Sponsoring eignet sich nicht zur kurzfristigen Geldbeschaffung oder zur Überbrückung einer Notlage. Sponsoring ist immer auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgelegt, die in Hause des Sponsors eingehend besprochen werden sollte, damit daraus eine langfristige Zusammenarbeit erwachsen kann. Für kurzfristige Bedarfe eignen sich eher einmalige Spenden (mit oder ohne Nennung der Spender)
Der Anrufer sollte auf keinen Fall als Bittsteller oder Bettler auftreten! Viel besser wäre es, wenn er als Freund und Helfer auftritt, der auch eine gute Dienstleistung anzubieten hat (win-win-Situation herstellen!) und zugleich eine positive Meinung über das Wirtschaftsunternehmen hat. Da der Anrufer in aller Regel kein erfahrener Telefonverkäufer sein wird, kann es durchaus hilfreich sein, dem Mitarbeiter im angerufenen Wirtschaftsunternehmen gegenüber zuzugeben, dass man mit solchen Akquisitionsgesprächen am Telefon wenig Übung hätte.
Der Anrufer sollte nicht so tun, als ob das angerufene Wirtschaftsunternehmen die einzige Institution wäre, die angerufen wird. Er sollte vielmehr auf Nachfragen bestätigen, dass auch andere Unternehmen der gleichen oder anderer Branchen angerufen werden, weil es sich um eine übergreifende Aktion handelt. Es ist in manchen Bereichen mehr als wahrscheinlich, das die Angerufenen, auch wenn sie unterschiedlichen Unternehmen angehören, sich kennen und austauschen. Durch die Art des Anrufens sollte diese dann erfolgende Kommentierung möglichst positiv sein!
Der Anrufer muss sich darüber klar sein, dass er mit Sicherheit nicht der einzige Anrufer ist, der um Sponsoren oder Sponsorengelder bittet. Er muss daher damit rechnen, dass seine Art der Argumentation mit anderen verglichen wird. In Deutschland buhlen über eine Viertelmillion gemeinnütziger Organisationen um die Gunst der Spender oder Sponsoren. Vor diesen Hintergrund wäre es sinnvoll, solche Gespräche zuvor im Freundes- und Bekanntenkreises zu üben, um eine gewisse Sicherheit zu gewinnen und zu wissen, wie der eigene Argumentations-Stil aussieht, wie man ihn weiter entwickeln kann und was man besser vermeiden sollte!
Der Anrufer sollte sich darüber klar sein, dass ein Telefonanruf von manchen Angerufenen nicht sehr ernst genommen wird. Es wäre daher nützlich, dem Angerufenen möglichst schnell eine weitere schriftliche Information, ein Fax, einen Brief oder auch nur eine Mail zukommen zu lassen. Ganz wichtig wäre es, das hierbei mit persönlichen Namen gearbeitet wird. Wenn es sich "nur" um die Vorzimmerdame handelt sollte sie doch unbedingt mit ihrem richtigen Namen angesprochen werden und stets so behandelt werden, als ob sie der Chef selber wäre. (In manchen Fällen ist sie das psychologisch auch!)
Der Anrufer sollte auch seinen Namen und seine Funktion in der Kulturgruppe klar benennen, am besten seinen Namen so beschreiben, dass man ihn sich gut merken kann und gleich notiert am besten zusammen mit der Telefonnummer. Es sollte auch zugleich klar gestellt werden, wer im Hintergrund dieses Anrufs steht, also beispielsweise der Kulturverein, die Theatergruppe, der Kirchenvorstand, der Pfarrer oder sonstige städtischen Mitarbeiter und Hauptberufliche.
Der Anrufer sollte sich darüber bewusst sein, dass eine freundliche Reaktion am Telefon auf eine Sponsoring Idee noch lange nicht bedeutet, dass demnächst auch Gelder fließen. In aller Regel ist damit zu rechnen, dass im Wirtschaftunternehmen ein langer Entscheidungsprozess durchlaufen werden muss, bevor die ersten Gelder überwiesen werden können. Vor diesem Hintergrund ist zu berücksichtigen, dass kurzfristige Gelddefizite nicht mit Sponsorengeldern geschlossen werden können, höchstens langfristig - gegebenenfalls mittelfristig innerhalb eines Jahres.
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