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Sponsoring für Kultureinrichtungen

Künstler und Sponsoren

Was können Künstler für ihre Sponsoren tun?

Sponsoring funktioniert langfristig nur, wenn es einen einigermaßen gerechten Ausgleich von Geben und Nehmen gibt. Deshalb sollten sich die Künstler, die unterstützt werden wollen, sehr sorgfältig überlegen, was sie denn anzubieten haben außer ihrer Kunst. Solche Angebote von Seiten der Musiker oder Kulturschaffenden könnten sein:

  • Nennung der Sponsoren zu Beginn der Veranstaltung in einer Begrüßungsansprache – eventuell mit einer Gelegenheit für einen Unternehmensvertreter, kurz das Wort zu ergreifen.

  • Auf dem Programmzettel werden diese Kurzansprachen erwähnt – das Programm wird außerdem in der Zeitung abgedruckt.

  • Abdruck des Namens auf den Programmzetteln, Eintrittskarten und insbesondere Werbeplakaten. Zusätzliche Informationen im Programmheft, Titel-Sponsoring.

  • Freikarten und Sonderkarten für Betriebsangehörige sowie Lieferanten und Kunden, Erwähnung des Sponsors in Ankündigungen im Gottesdienst oder in Versammlungen, Aufhängen von Plakaten usw.

  • Sponsoringplakate für Einzelhandelsgeschäfte in der regionalen Umgebung.

  • Auflistung der Sponsoren im Internet.

Beispiel: Müller-Werke sponsert Theaterfestival

Ein Link auf der Website des Theaterfestivals verweist auf die Website des Sponsors. Das kostet eine Extragebühr (siehe Vertragstext unten).

In der Umgebung der Kirche könnten die Geschäftsleute einen Aufkleber bekommen, dass sie im Jahre 2006 die Trägereinrichtung gesponsert haben, also zum Beispiel den "Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Musterhausen". Zu einem nicht geringen Anteil würden sich gerade die älteren Bewohner aus der Nachbarschaft mit ihren Einkäufen an diesen Aufklebern orientieren und diese Geschäfte bevorzugen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden sie dies auch in der Familie und im Bekanntenkreis weitersagen.

Damit hierbei nicht der Eindruck einer Erpressung entsteht, darf der zu sponsernde Betrag auch nicht zu hoch sein: Wenn 1.000 Anwohner pro Monat jeweils 100 Euro in der Nachbarschaft ausgeben, ist dies ein Einkaufsvolumen von 1.200.000 Euro im Jahr, das sich auf vielleicht zwanzig Geschäfte verteilt. Jedes Geschäft hätte daran einen Umsatzanteil von durchschnittlich 60.000 Euro; davon ein Prozent Sponsoring-Beitrag wären 600 Euro; multipliziert mit 20 Geschäften wären das immerhin jährlich 12.000 Euro mögliche zusätzliche Einnahmen für die Musik- oder Theatergruppen!

Außerdem könnte der Einzelhändler zusätzliche Umsätze erzielen, weil er seinen Sponsorenbeitrag für die Senioreneinrichtung werblich herausstellt. Am Ende erzielt er auf diese Weise einen viel höheren zusätzlichen Umsatz, vielleicht 100.000 Euro. Die dafür zu zahlenden Sponsoring-Gebühr beträgt dann nur etwas über ein halbes Prozent.

Zugleich würden damit die Musik- oder Theatergruppen ebenfalls mehr Aufmerksamkeit erzielen. Die Menschen würden sich den Termin der Konzerte merken und vermehrt Eintrittsgelder bezahlen. So kann allmählich eine positive Mundpropaganda entstehen, von der alle Beteiligten ihren Vorteil haben.

Musikinstrumente oder Theaterrequisiten für Sponsoren, eventuell im Glaskasten!
(… Oder eine Orgelpfeife als Fabriksignalsirene!)

Weitere Gegenleistungen der Musik- oder Theatergruppen

Eine weitere interessante Gegenleistung der Musik- oder Theatergruppen könnte darin bestehen, dass sie

  • bei innerbetrieblichen Festveranstaltungen als musikalischer Hintergrund auftreten,

  • im Betrieb des Sponsors Unterricht für Musikinstrumente oder Chorgesang anbieten,

  • einen Betriebs-Chor oder ein Firmen-Orchester aufbauen helfen,

  • Ausstellungen von alten Musikinstrumenten, zum Beispiel Bachsche Trompeten oder dergleichen mehr, unterstützen oder

  • ein innerbetriebliches Kabarett oder eine Theatergruppe aufbauen helfen.

Auf besonderes Interesse wird es beim Sponsor stoßen, wenn er durch die Musik ein Stückchen "Unsterblichkeit" bekommt, beispielsweise, indem eine Improvisation oder ein kleines Vorspiel oder ein Zwischenstück nach dem Sponsor benannt und auch unbedingt im Programmheft und in der Einladung erwähnt wird.

Beispiel:

Als Zwischenstück hören Sie die "Wilhelm Schulze Improvisation" oder das "Prelude in C-Dur zu Ehren von Klaus Meyer".

Eine interessante Werbemöglichkeit wäre es auch, den Namen eines Unternehmens mithilfe von Stabreimen mit der Musik in Verbindung zu bringen, beispielsweise:

Beispiele:

"Tischler Teichmann macht Theater."

"Fleischer Trautmann verlost Freikarten fürs Theater."

"Wir wissen nicht, woran Johann Sebastian Bach dachte, als er seinem Stück einen Namen gab. Wir denken bei der H-Moll-Messe immer an Hartmann!"

"Hörgeräteakustiker Kind macht Kirchenmusik wieder hörbar."

"Dichterlesung im Möbelhaus Walter: Neue Verse von Norbert Neumann."

"Seefahrts-Balladen: Dramatische Lesung im AHOI-Wellenbad."

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Über den Autor:

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Dr. phil. Joachim von Hein wurde 1953 in Hamburg-Wandsbek geboren und ist in St. Andreasberg im Oberharz aufgewachsen und zur Schule gegangen.

Nach dem Studium der Politischen Wissenschaften, Volkswi ...

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