Sponsoring und Fundraising für Kultureinrichtungen

Von: Dr. Joachim von Hein
Stand: 14. September 2011
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Künstler und Sponsoren

Was können Künstler für ihre Sponsoren tun?

Sponsoring funktioniert langfristig nur, wenn es einen einigermaßen gerechten Ausgleich von Geben und Nehmen gibt. Deshalb sollten sich die Künstler, die unterstützt werden wollen, sehr sorgfältig überlegen, was sie denn anzubieten haben außer ihrer Kunst. Solche Angebote von Seiten der Musiker oder Kulturschaffenden könnten sein:

  • Nennung der Sponsoren zu Beginn der Veranstaltung in einer Begrüßungsansprache - eventuell mit einer Gelegenheit für einen Unternehmensvertreter, kurz das Wort zu ergreifen.

  • Auf dem Programmzettel werden diese Kurzansprachen erwähnt - das Programm wird außerdem in der Zeitung abgedruckt!

  • Abdruck des Namens auf den Programmzettels, Eintrittskarten und insbesondere Werbeplakaten. Zusätzliche Informationen im Programmheft, Titel-Sponsoring,

  • Freikarten und Sonderkarten für Betriebsangehörige sowie Lieferanten und Kunden, Erwähnung des Sponsors in Ankündigungen im Gottesdienst oder in Versammlungen, Aufhängen von Plakaten usw.

  • Sponsoringplakate für Einzelhandelsgeschäfte in der regionalen Umgebung.

  • Auflistung der Sponsoren im Internet

Beispiel: Müller-Werke sponsert Theaterfestival

Ein Link auf der Webseite des Theaterfestivals verweist auf die Webseite des Sponsors. Das kostet eine Extragebühr. (siehe Vertragstext unten)

GEMA-freie Musik- oder Text-CDs für Senioreneinrichtungen, Krankenhäuser, Buchläden und Schulen (Es muss allerdings zu diesem Zweck ein Freistellungsantrag bei der GEMA in München gestellt werden - Tel: 089-48003-00)

Wenn die Musiker keine bestehenden und bei der GEMA gemeldeten Bearbeitungen verwenden, sondern eine eigene Bearbeitung entwickeln, bleiben die dann selbst hergestellten Tonträger gebührenfrei und könnten verteilt werden.

Selbst aufgenommene Konzerte werden von einem örtlichen Radio- und Fernsehhändler vervielfältigt und auch vertrieben. (Werbung für den Händler!)

In der Umgebung der Kirche könnten die Geschäftsleute einen Aufkleber bekommen, dass sie im Jahre 2006 die Trägereinrichtung gesponsert haben, also zum Beispiel den "Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Musterhausen". Zu einem nicht geringen Anteil würden sich die gerade die älteren Bewohner aus der Nachbarschaft mit ihren Einkäufen an diesen Aufklebern orientieren und diese Geschäfte bevorzugen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden Sie dies auch in der Familie und im Bekanntenkreis weitersagen.

Damit hierbei nicht der Eindruck einer Erpressung entsteht, darf der zu sponsernde Betrag auch nicht zu hoch sein: Wenn 1.000 Anwohner pro Monat jeweils 100 Euro in der Nachbarschaft ausgeben, ist dies ein Einkaufsvolumen von 1.200.000 Euro im Jahr, das sich auf vielleicht zwanzig Geschäfte verteilt. Jedes Geschäft hätte daran einen Umsatzanteil von durchschnittlich 60.000 Euro; davon ein Prozent Sponsoring-Beitrag wären 600 Euro; multipliziert mit 20 Geschäften wären das immerhin jährlich 12.000 Euro mögliche zusätzliche Einnahmen für die Musik- oder Theatergruppen!

Außerdem könnte der Einzelhändler zusätzliche Umsätze erzielen, weil er seinen Sponsorenbeitrag für die Senioreneinrichtung werblich herausstellt. Am Ende erzielt er auf diese Weise einen viel höheren zusätzlichen Umsatz, vielleicht 100.000 Euro. Die dafür zu zahlenden Sponsoring-Gebühr beträgt dann nur etwas über ein halbes Prozent.

Zugleich würde damit die Musik- oder Theatergruppen ebenfalls mehr Aufmerksamkeit erzielen. Die Menschen würden sich den Termin der Konzerte merken und vermehrt Eintrittsgelder bezahlen. So kann allmählich eine positive Mund-zu-Mund Propaganda entstehen, von der alle Beteiligten ihren Vorteil haben.

Musikinstrumente oder Theaterrequisiten für Sponsoren, eventuell im Glaskasten!
(...oder eine Orgelpfeife als Fabriksignalsirene!).

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