Vergleichsbeispiel
So stellen Sie einen Vergleich zwischen Kauf und Leasing an
Schritt 1 - Wo liegen Ihre Prioritäten?
Legen Sie anhand der genannten Argumente fest, worauf es Ihnen ankommt:
Ist eine möglichst niedrige monatliche Belastung für Sie das Hauptargument für Leasing?
Oder kommt es Ihnen auf eine möglichst günstige Art der Fremdfinanzierung an, d. h. der Gesamtaufwand sollte möglichst gering sein?
Oder ist die Steueroptimierung Ihr Ziel? Dann können Sie im nachfolgenden Vergleich den Blick auf die für Sie wichtigen Daten richten.
Schritt 2 - Fakten zusammenstellen
-
Kaufpreis des Objekts
Beim Kauf eines Objekts können Sie möglicherweise einen Rabatt erhalten, der den Preis im Gegensatz zum Leasing reduziert. Diesen Unterschied müssen Sie in den Vergleich einbeziehen.
-
Nebenkosten, die bei Vertragsabschluss anfallen
Beim Kauf fallen möglicherweise Gebühren an (Überführung beim Pkw, Installation bei Geräten etc.). Wird der Kauf über Kreditvertrag finanziert, so werden dabei ebenfalls Gebühren (Disagio) fällig, die vom Kreditinstitut verlangt werden.
Beim Leasingvertrag fallen eventuell ebenfalls Bearbeitungsgebühren (Logistikpauschale, Bereitstellung etc.) an; oder es gibt beispielsweise eine Versicherungspflicht des Objekts (auch monatliche Zahlungen sind möglich). Am Ende des Leasingvertrags können noch Zusatzkosten entstehen durch Abbau, Abholung des Leasingobjekts (bspw. Kopierer), wenn Sie keinen neuen Vertrag abschließen.
-
Sonderzahlungen
Beim Leasingvertrag kann eine einmalige Sonderzahlung (z. B. beim Leasen eines Pkws) die Leasingraten reduzieren. Diesen Betrag müssen Sie in den Vergleich einbeziehen.
-
Höhe der Raten
Beim Kreditvertrag sollten Sie wissen, welcher Zinsanteil und welcher Tilgungsanteil in den monatlichen Raten enthalten ist, um die steuerliche Berücksichtigung zu vergleichen.
Beim Leasing sollten Sie eventuelle Versicherungszahlungen zu den reinen Leasingraten ergänzen, wenn vertraglich eine Versicherungspflicht des Objekts verlangt wird - damit Sie die monatliche Belastung berechnen können.
-
Restzahlung/Restwert
Bei einem Kauf wird das Objekt in das Anlagevermögen des Betriebes aufgenommen und eine monatliche lineare Abschreibung über die gesamte Nutzungsdauer vorgenommen. Diese betriebliche Nutzungsdauer des Objekts sollten Sie kennen, damit Sie die Abschreibung berechnen und in den Vergleich aufnehmen können. Sie liegt beispielsweise bei Pkws bei 6-8 Jahren, bei Kopiergeräten sind es 7 Jahre, bei Notebooks oder anderen Computern ist die Abschreibungsdauer 3 Jahre. So können Sie auch den buchhalterischen Zeitwert des Objekts zu einem bestimmten Zeitpunkt berechnen.
Beim Leasing wird - je nach Vertragsgestaltung - ein Restwert vereinbart, zu dem das Objekt am Ende der Vertragslaufzeit vom Leasingnehmer erworben werden kann (oder muss). Der Marktwert kann dann anders sein. Liegt ein zu zahlender Restwert vertraglich fest, so nehmen Sie ihn in den Vergleich auf.
-
Zinssätze
Ihr Kreditinstitut nennt Ihnen die Konditionen für Kreditaufnahme bzw. den Anlagezins für die Vergleichsrechnung.
Haben Sie die Informationen zusammengetragen, so können Sie die verschiedenen Optionen miteinander vergleichen. Die Betrachtung anhand von berechneten Annuitäten oder Kapitalwerten ergibt zwar theoretisch ein Ergebnis, berücksichtigt aber weder Steuervorteile noch die monatliche Belastungen der Liquidität; auch Ihre persönliche Zielsetzung lässt sich damit nicht abdecken. Deshalb schlage ich als Entscheidungsgrundlage für Ihre individuelle Situation eine einfache tabellarische Übersicht in Kombination mit einer Zahlungsreihe (über die Laufzeit der Verträge) vor, die Sie für Ihre betriebliche Planung gleich weiterverwenden können.
Noch eine Anmerkung: Es ist sinnvoll, Angebote über dieselbe Laufzeit einzuholen, da ein Vergleich über Verträge mit ganz unterschiedlichen Laufzeiten "hinkt"; da die Nutzungsdauern des Objekts dann voneinander abweichen und die Betrachtungszeiträume für die Zahlungen unterschiedlich sind.
Schritt 3 - Vergleichsrechnung durchführen
