Wie lässt sich die Vermögensstruktur analysieren?
Was sagt die Anlagenintensität über ein Unternehmen aus?
Weshalb sollten Sie sich für die Vermögensstruktur des Unternehmens interessieren, wenn Sie dem Unternehmen als Geschäftspartner "lediglich" einen Lieferantenkredit gewähren möchten? Um das zu verstehen, müssen wir etwas weiter ausholen. Das in der Bilanz ausgewiesene Vermögen teilt sich in Anlage- und Umlaufvermögen.
Bilanzstruktur: Das Vermögen gliedert sich in Anlagevermögen und Umlagevermögen.
Ein Unternehmen, das über einen hohen Anteil an Anlagevermögen verfügt, muss dieses auch langfristig finanzieren. Das Unternehmen benötigt hierzu entweder einen hohen Anteil an Eigenkapital oder langfristiges Fremdkapital.
Fremdkapital kostet Geld, denn das Unternehmen muss dafür Zinsen zahlen. Dies ist jedoch nur ein Teilaspekt. Vor allem sind mit einem hohen Anlagevermögen zwangsläufig auch hohe Abschreibungen verbunden.
Um es auf einen Nenner zu bringen:
Je höher der Anteil an Anlagevermögen ist, umso höher sind die Fixkosten. Damit ist Kapital gebunden und das erhöht wiederum die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit.
Für eine Bewertung maßgeblich ist daher das Verhältnis von Anlagevermögen zu Gesamtvermögen. Man bezeichnet dies auch als die Anlagenintensität. Sie lässt sich mit folgender Formel berechnen:
Formel Anlagenintensität
Umgekehrt betrachtet: Die Umlaufintensität
Umgekehrt lässt sich das Liquiditätspotenzial auch durch die Umlaufintensität bewerten. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen Umlaufvermögen und Gesamtvermögen.
Zum Umlaufvermögen zählen Vermögensposten, die laufend einer Veränderung unterliegen, also Vorräte, Forderungen und flüssige Mittel.
Ein Unternehmen mit einer hohen Umlaufintensität kann zum einen mit einem höheren Anteil an kurzfristigem Fremdkapital arbeiten, zum anderen sagt die Kennzahl auch etwas über die Flexibilität des Unternehmens aus.
Die Umlaufintensität lässt sich nach folgender Formel berechnen:
Formel Umlaufintensität
Je kürzer das Kapital gebunden ist, umso flexibler kann es auf Veränderungen reagieren. Die Gefahr von Liquiditätsengpässen und Zahlungsverzögerungen ist damit geringer.
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